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Ex-Ständerat Filippo Lombardi rastet in Talkshow in Italien aus

Ex-Ständerat Lombardi verliert in italienischer Talkshow zu Crans-Montana die Fassung

Der ehemalige Tessiner Mitte-Ständerat und heutige Stadtrat von Lugano, Filippo Lombardi, sorgte in einer Talkshow zu Crans-Montana im italienischen Fernsehen für einen Eklat.
30.04.2026, 14:5030.04.2026, 16:23

Das Verhältnis zwischen der Schweiz und Italien ist seit der verhängnisvollen Silvesternacht in Crans-Montana sehr angespannt. Bei der Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation», bei der insgesamt 41 Menschen ihr Leben verloren, waren sechs italienische Staatsangehörige unter den Todesopfern, elf weitere wurden verletzt.

Italien wirft den Schweizer Behörden diverse Fehlverhalten vor. Die jüngste Eskalation in der angespannten diplomatischen Situation waren Spitalrechnungen, die das Spital Sitten an die Opferfamilien in Italien geschickt hatte. Zwar mussten sie diese nicht zahlen – es handelte sich um Rechnungskopien – doch reichte das aus, um die Wut in der italienischen Bevölkerung und Regierung auf die Schweiz weiter zu entfachen.

Polit-Talkshow über Spitalrechnungen

Die Talkshow «Quarta Repubblica» lud deswegen den Tessiner Politiker und Eishockeyfunktionär Filippo Lombardi ein, um darüber zu sprechen. Nebst dem Moderator Nicola Porr sass dem Schweizer Politiker die Journalistin Hoara Borselli gegenüber. Die Stimmung zwischen den beiden wurde schnell aggressiv, wie nau.ch zuerst berichtete.

Lombardi verlor die Beherrschung, als Borselli ihm unterstellte, wie ein Bürokrat zu agieren. Er sagte, dass er selbst Vater sei, und äusserte sich deplatziert über die Eltern der Opfer:

Video: watson

Zum Zeitpunkt des Wortgefechts zwischen Lombardi und der Journalistin war auch der Vater eines der Opfer von Crans-Montana der Sendung zugeschaltet.

Moderator interveniert

Nicola Porr griff nach dem Wortgefecht ein und stellte klar, dass den Opfern der Brandkatastrophe keine Schuld zukomme. Filippo Lombardi wollte seine Aussage daraufhin schliesslich zurückziehen:

Video: watson

Nicht der erste TV-Ausraster von Lombardi

Bereits im Februar war Filippo Lombardi in einer Talksendung bei Rete 4 zu Gast. Er wurde der Sendung zugeschaltet und stellte sich Fragen rund um die Entschädigungszahlungen, die den Opfern von Crans-Montana zugesprochen wurden. Auch in dieser Sendung war die Stimmung zwischen dem Moderator und Lombardi angespannt.

Der Moderator Paolo Del Debbio liess Lombardi in dieser Sendung kaum zu Wort kommen und reagierte sarkastisch auf dessen Äusserungen. Schliesslich wendete er Lombardi demonstrativ den Rücken zu, während dieser tobte.

Rete 4 ist ein Privatsender, der zur Mediaset-Gruppe des verstorbenen ehemaligen Ministerpräsidenten Italiens, Silvio Berlusconi, gehört.

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So trauert Italien um seine Toten von Crans-Montan
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So trauert Italien um seine Toten von Crans-Montan

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quelle: www.imago-images.de / imago/emanuele roberto de carli
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Die beliebtesten Kommentare
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Lolli
30.04.2026 15:11registriert Juni 2021
Ich habe für ein Rettungsunternehmen gearbeitet und weiss wie verstörend solche administrativen Belange auf Betroffene wirken können. Es sind nun mal Versicherungsfälle und die haben ihren Ablauf. Ich wüsste gerne wie Italien mit ihren eigenen Katastrophen umgegangen ist. Mit dem Finger auf Andere zeigen ist immer einfach. Wichtig ist, dass der Larifari Kanton zur Rechenschaft gezogen wird und natürlich die direkt Verantwortlichen.
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derEchteElch
30.04.2026 15:22registriert Juni 2017
Recht hat er mit seiner Aussage aber:

Auch er ist Elternteil.
Als Elternteil hätte man 14-jährige nicht in einen Club gehen und dort Alkohol trinken lassen dürfen.

In erster Linie liegt die Verantwortung über Kinder und deren Erziehung bei den Eltern. Die haben ihren Job nicht gemacht. Wie der Betreiber und die Behörden auch nicht. Immer nur auf Betreiber und Staat zeigen geht nicht.
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RemyChe
30.04.2026 15:27registriert August 2022
Die rechten haben mit Rete 4 (v. Berlusconi) Kampagne für Meloni gemacht. Es ging nie darum die Vorgänge zu verstehen. Lombardi wurde wie ein Anfänger als Schweizer Sündenbock vorgeführt. Schon fast wie in Russischen Talkshows.
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