Nach dem FIFA-Friedenspreis hat Trump nun auch den zweitbegehrtesten Award gewonnen
Donald Trump wurde am Mittwoch während einer Zeremonie im Weissen Haus zum «unangefochtenen Champion der schönen, sauberen Kohle» gekürt. Die eigens geschaffene Auszeichnung samt Trophäe wurde dem US-Präsidenten von der Kohle-Lobby verliehen. Trump war über den Preis hocherfreut – so sehr, dass er offenbar Mühe hatte, ihn richtig auszusprechen:
Der US-Präsident führt mit den USA gerade einen radikalen Kurswechsel in Sachen Umweltschutz durch. Indem die Umweltschutzbehörde «EPA» CO₂ neu nicht mehr als klimaschädlich einstuft, sollen 1,3 Billionen US-Dollar gespart werden.
Im Rahmen dieses Kurswechsels fand am Mittwoch auch die Veranstaltung im Weissen Haus statt. Der Präsident hat dabei einen Präsidialerlass unterzeichnet, welcher das Verteidigungsministerium anweist, langfristige Stromabnahmeverträge mit Kohlekraftwerken für militärische Einrichtungen und andere «missionskritische Einrichtungen» abzuschliessen. Es handelt sich dabei um eine Summe von mehrerer Milliarden US-Dollar.
Neben mehreren republikanischen Abgeordneten und Kabinettsmitgliedern, darunter der EPA-Leiter Lee Zeldin und der Innenminister Doug Burgum, waren ebenfalls Mitglieder des «Washington Coal Club», einer Interessenvertretung mit finanziellen Verbindungen zur Kohleindustrie anwesend. «Wir werden viel Geld verdienen», sagte Trump zu ihnen.
Neue Bezeichnung soll schlechten Ruf von Kohle beseitigen
James Grech, der CEO von Peabody Energy, dem grössten Kohleunternehmen der USA, überreichte Trump im Anschluss an seine Ansprache eine Bronzetrophäe. Sie stellt einen Bergarbeiter mit Stirnlampe und Spitzhacke dar.
Auf der Plakette eingraviert steht «Undisputed Champion of Beautiful Clean Coal» – übersetzt: «Unangefochtener Champion der schönen, sauberen Kohle». Diese Bezeichnung sei ein PR-Manöver um den schlechten Ruf von Kohle loszuwerden, hatte Trump in seiner Rede zuvor erklärt.
Im Rahmen der Veranstaltung kündigte Trump auch ein weiteres Kohle-bezogenes Projekt an. Das Energieministerium werde 175 Millionen US-Dollar für sechs Projekte bereitstellen, um Kohlekraftwerke, die ländliche und abgelegene Gemeinden in den US-Bundesstaaten West Virginia, Ohio, North Carolina und Kentucky versorgen, zu modernisieren, nachzurüsten und deren Lebensdauer zu verlängern, so der Präsident.
Damit reiht sich der jüngste Präsidialerlass in eine Reihe von Massnahmen der Regierung zur Wiederbelebung der US-Kohleindustrie ein. Im September hatte das Weisse Haus bereits angekündigt, 5,3 Millionen Hektar öffentliches Land für den Kohlebergbau freizugeben und 625 Millionen Dollar für Kohlekraftwerke bereitzustellen.
Kohle, ihre Bedeutung und die Umwelt
Kohle gilt als der umweltschädlichste und teuerste fossile Brennstoff und hat in den USA in den letzten drei Jahrzehnten stark an Bedeutung verloren, schreibt der «Guardian».
Nach Angaben der «Energy Information Administration» habe die Kohleproduktion in den USA im Jahr 2023 noch bei weniger als der Hälfte des Niveaus von 2008 gelegen – und Kohlekraftwerke hätten im Jahr 2024 nur noch etwa 15 Prozent des Stroms in den USA produziert. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren es noch etwa 50 Prozent. (lzo)
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