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Nissan entlässt Top-Manager Ghosn wegen Finanzaffäre



epa07182770 (FILE) - Carlos Ghosn, Chairman and Chief Executive Officer of Renault-Nissan Alliance attends a press conference to present the group's 2010 results, in Boulogne-Billancourt, outside Paris, France on 10 February 2011 (reissued 22 November 2018). Media reports on 22 November 2018 state that Nissan has dismissed chairman Carlos Ghosn from his post over financial misconduct claims after conducting an internal investigation which showed Mr Ghosn had been allegedly under-reporting his pay.  EPA/EMMA FOSTER *** Local Caption *** 02573885

Carlos Ghosn Bild: EPA/EPA

Der japanische Autokonzern Nissan entlässt seinen Spitzenmanager Carlos Ghosn. Der in eine Finanzaffäre verstrickte Verwaltungsratschef muss seinen Posten räumen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Man habe entschieden, Ghosn aus dem Amt zu «entfernen». Der 64-Jährige war Anfang der Woche wegen des Vorwurfs des Verstosses gegen Börsenauflagen verhaftet worden.

Die Führungsspitze des zweitgrössten Autobauers in Japan hatte sich zu Beratungen getroffen, um das weitere Vorgehen in dem Fall zu besprechen. Neben Ghosn hatten Ermittler am Montag auch Nissan-Direktor Greg Kelly festgesetzt. Auch er wurde seiner Aufgaben entbunden.

Internen Ermittlungen zufolge sollen die Manager Geldbezüge in offiziellen Berichten an die japanische Börse falsch dargestellt und in Ghosns Fall zu niedrig beziffert haben. Medien hatten berichtet, Ghosn habe seit 2011 über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 5 Milliarden Yen (rund 40 Mio Euro) Einkommen zu wenig angegeben.

Es kursieren aber auch Vermutungen, dass mehr hinter dem Fall stecken könnte. Der einflussreiche französische Oppositionspolitiker Laurent Wauquiez warnte vor einer Destabilisierung des heimischen Herstellers Renault. «Wir müssen sehr wachsam sein», forderte der Parteichef der konservativen Republikaner (Les Républicains) im Sender Radio Classique am Donnerstag. «Meine Befürchtung lautet, dass hinter der Ghosn-Affäre die Absicht einer Destabilisierung der Japaner (...) des Renault-Nissan-Konzerns stehen könnte - um ihn zu sprengen, oder um Renault im Inneren des Verbundes zu schwächen», sagte Wauquiez. Renault beschäftigt nach Regierungsangaben allein in Frankreich rund 47 000 Menschen.

Die französische Tageszeitung «Le Figaro» meldete, dass der 64 Jahre alte Ghosn Renault und Nissan noch enger aneinander binden wollte. Er soll demnach geplant haben, einen Vorschlag dafür bei der Vorstellung der Renault-Jahreszahlen im Februar kommenden Jahres zu machen, wie das Blatt unter Berufung auf eine namentlich ungenannte Quelle berichtete. Die Zeitung zitierte auch einen Nissan-Manager, wonach die Beziehung Renault/Nissan künftig ausbalancierter sein sollte.

Ghosn war bisher bei Nissan Verwaltungsratschef und ist bei Renault Vorstandschef. Ausserdem führt er die gemeinsame weitreichende Allianz der beiden Autobauer, die über Kreuz aneinander beteiligt sind. (awp/sda/dpa)

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