Wirtschaft
Digital

Attacke auf Android: EU wirft Google Missbrauch seiner Marktmacht vor

Attacke auf Android: EU wirft Google Missbrauch seiner Marktmacht vor

20.04.2016, 11:4721.04.2016, 07:50
Bild
Bild: EPA/GOOGLE

Die EU-Wettbewerbshüter weiten ihr Verfahren gegen Google aus und nehmen nun auch das Betriebssystem Android unter die Lupe: Das US-Unternehmen missbrauche nach vorläufigen Erkenntnissen seine marktbeherrschende Stellung, indem er Herstellern von Android-Geräten und Betreibern von Mobilfunknetzen Beschränkungen auferlege, teilte die EU-Kommission mit. Sie schickte deshalb ein Schreiben mit den Beschwerdepunkten an Google.

Ein Artikel von
Spiegel Online

Die Mitteilung ist die erste Stufe in dem Verfahren, an dessen Ende eine milliardenschwere Strafe stehen kann. «Unsere bisherigen Ermittlungen lassen darauf schliessen, dass Google durch sein Verhalten den Verbrauchern eine grössere Auswahl an mobilen Anwendungen und Dienstleistungen vorenthält, Innovationen anderer Unternehmen bremst und damit gegen die EU-Kartellvorschriften verstösst», sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Android

Beispielsweise baue Google der Kommission zufolge seine marktbeherrschende Stellung bei der allgemeinen Internetsuche aus: Die Google-Suche sei auf den meisten in Europa verkauften Android-Geräten vorinstalliert. Konkurrenten würde so der Marktzugang versperrt.

Google hat bereits Ärger mit der Brüsseler Behörde wegen der Platzierung von Werbung in seiner Suchmaschine. In dem seit 2010 laufenden Verfahren beschuldigt die EU-Kommission den US-Konzern, eigene Angebote zu bevorzugen.

Falls die europäischen Wettbewerbshüter ihre Vorwürfe beweisen können und eine förmliche Entscheidung treffen, droht dem Unternehmen ein Bussgeld von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. Dieser Rahmen wird aber üblicherweise nicht ausgeschöpft.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
«Die Swissair wäre heute noch erfolgreich, wenn...» – ein Experte ordnet ein
Am 2. Oktober 2001 blieb die Flotte der Schweizer Airline am Boden. Eine Mischung aus Arroganz, falschem Kalkül und Geopolitik brach der «fliegenden Bank» das Genick. Es hätte anders kommen können.
So manche, die sich an die Zeit erinnern, dürften bei dem Satz Hühnerhaut spüren: «Meine Damen und Herren, liebe Fluggäste. Aus finanziellen Gründen ist die Swissair nicht mehr in der Lage, ihre Flüge durchzuführen.» Diese Durchsage am Flughafen Zürich, am 2. Oktober 2001, hat sich ins kollektive Gedächtnis der Schweiz eingebrannt. Genauso wie das Wort, das mit dem Satz verbunden ist: Grounding.
Zur Story