Wirtschaft
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UBS hat mächtig Ärger in Frankreich – und ja, es könnte sehr, sehr teuer werden



THEMENBILD ZUM BEGINN DES PROZESSES GEGEN DIE UBS WEGEN GELDWAESCHEREI --  Das Logo der UBS, aufgenommen an der Bahnhofstrasse in Zuerich am Donnerstag, 20. November 2008. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Bild: KEYSTONE

Seit Montag stehen in Paris die UBS und einige ihrer ehemaligen Angestellten vor Gericht. Die Schweizer Grossbank muss sich vor dem Pariser Strafgericht in einem der grössten Steuerbetrugs-Prozesse des Landes verantworten.

Die UBS soll französische Kunden dazu angestiftet haben, mehr als zehn Milliarden Euro am Fiskus vorbeizuschmuggeln. Die Bank selbst spricht von «oft unbegründeten Vorwürfen».

Der UBS und ihrer französischen Tochter wird vorgeworfen, in den Jahren 2004 bis 2012 mit illegalen Drückermethoden um reiche französische Kunden geworben zu haben. So seien Geschäftsmänner oder Sportstars bei Empfängen, Golf- oder Tennisturnieren überzeugt worden, ihr Geld mit Hilfe von Trusts, Stiftungen oder Offshore-Gesellschaften vor dem Fiskus zu verstecken.

Nach Dokumenten, die die deutschen Behörden den französischen Ermittlern übergaben, legten rund 38'000 französische Kunden insgesamt elf Milliarden Euro bei der Bank an. Die Geldtransfers in die Schweiz soll die UBS mit Hilfe Schwarzer Bücher verschleiert haben. Der frühere UBS-Rechnungsprüfer Nicolas Forissier deckte das System auf und wurde 2009 entlassen.

Jahrelanges Verfahren

Der Prozess vor dem Pariser Strafgericht ist der Schlusspunkt eines jahrelangen Verfahrens der französischen Justiz. Sie hatte bereits 2011 gegen die UBS eine Voruntersuchung eingeleitet, ein Jahr später wurde das offizielle Verfahren eröffnet. Im Juli 2014 wurde die UBS zur Hinterlegung einer Kaution von 1,1 Milliarden Franken verpflichtet.

Im September 2015 übernahm eine auf Steuerdelikte spezialisierte Justizbehörde den Fall, die schliesslich gegen sechs Personen sowie gegen die UBS Gruppe und deren Tochter UBS France Anklage erhob.

Bei den sechs Personen handelt es sich um einen ehemaligen Bürochef der UBS-Filiale in Lille, einem ehemaligen Mitglied der Geschäftsleitung der UBS France und vier ehemalige Manager der UBS Gruppe, die in dieser Zeit für Frankreich zuständig waren. Die bekannteste Person ist Raoul Weil, der von 2004 bis 2008 Chef der internationalen Vermögensverwaltung bei der UBS war.

Ihnen wirft die Anklage Geldwäscherei von Erträgen aus Steuerbetrug und unerlaubte Anwerbung von Kunden vor. Die Anklage gegen die UBS selbst lautet auf Geldwäscherei.

Busse von bis zu fünf Milliarden Euro möglich

Für die UBS könnte der Justizfall teuer werden. Für Geldwäscherei sieht nämlich das französische Gesetz Bussen von bis zur Hälfte der gewaschenen Vermögenswerte vor. Diese beziffert die französische Justiz auf acht bis zehn Milliarden Euro.

Die französische Justiz hat für den Prozess sechs Wochen vorgesehen. Der letzte Prozesstag soll am 15. November stattfinden. Weil in solchen Fällen jedoch häufig die Anwälte der Angeklagten auf Rückweisung oder auf Nichtigkeit der Anklage plädieren, könnte der Prozess schon am ersten Tag auf später verschoben werden. (sda/awp/afp)

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 09.10.2018 05:48
    Highlight Highlight Wer Steuergerechtigkeit und Schutz vor Geldwäscherei als staatspolitische Ziele hochhält, kann nicht mehr für das Bankgeheimnis eintreten. Wie sollen denn die Steuerbehörden realistischerweise an die Informationen über die Steuerbetrüger oder –hinterzieher herankommen? Ohne Whistleblower geht das doch gar nicht! Wer meint, zuviel Steuern zahlen zu müssen, soll doch die Steuergesetze auf demokratischem Weg zu ändern versuchen. Wer Steuern hinterzieht oder dazu anstiftet ist ein „mieser Staatsbürger“ resp. eine „miese Bank“, in welchem Land auch immer und verdient keinen Schutz.
  • Smeyers 08.10.2018 23:09
    Highlight Highlight Es gibt immer noch zuviele UBS‘ler die 2008 mitverantwortet haben und für zu wenig Leistung zu viel Geld verdienen. Das sind keine Einzelfälle!
  • einmalquer 08.10.2018 20:43
    Highlight Highlight Demnächst sollen Bussen ja in der Steuererkläung abgezogen werden können - als Aufwand.

    Schön für die UBS
    • Hierundjetzt 08.10.2018 23:37
      Highlight Highlight War bis jetzt so. Es geht nur darum ob dies in Zukunft weiterhin so möglich ist.

      Ich mein, bis jetzt hat die Finanz-Branche 21 Mrd an Bussen bezahlt, dass kann man dann schon nicht selber stemmen, da muss dieser komische Staat her. Könnte ja sonst jeder kommen😜

      Warum wohl zahlen „wir“ auch im 2018 immer noch Bussen 😉
    • Astrogator 09.10.2018 02:58
      Highlight Highlight Nicht demnächst, das ist schon immer so gewesen. Man hat lediglich diskutiert das abzuschaffen aber der bürgerliche Block lehnte das ab.

      Ist doch schön, erst haben die Steuerzahler die Bastelbude vor dem Kollaps gerettet und jetzt bezahlen wir auch noch die Bussen. Aber Hauotsache die Boni sprudeln...
  • eBart! 08.10.2018 20:17
    Highlight Highlight Egal wie teuer es wird - aber bitte keine "to big to fail" Story mehr. Sehe nicht ein warum wir Steuerzahler gierige Banker retten müssen.
    • mogad 09.10.2018 08:48
      Highlight Highlight Die Banken werden auch bei der nächsten Krise gerettet werden und die CH wird dann nicht nur die eigenen Banken retten müssen, sondern auch ausländische. So will es Frankreichs Macron, das ist das Ziel der EU-Bürokraten. Und schon bald werden wir die italienischen Banken retten müssen, den italienischen Staat, der jetzt schon so hoch verschuldet ist, dass er zum zweiten Griechenland wird.
    • einmalquer 09.10.2018 11:18
      Highlight Highlight Die Banken sind so vernetzt, dass die Rettung oder das Fallen lassen einer Bank automatisch Auswirkungen auf die anderen Banken hat - die sind dann auch gerettet oder gehen auch Bankrott.
  • Ich mein ja nur 08.10.2018 19:42
    Highlight Highlight Und dank Ueli und den anderen Freunden können sie diese Bussen dann vom steuerbaren Gewinn abziehen.
  • BossAC 08.10.2018 19:07
    Highlight Highlight „Der frühere UBS-Rechnungsprüfer Nicolas Forissier deckte das System auf und wurde 2009 entlassen.“
    Wenn so viel Geld und Boni im Spiel sind, ist die Verlockung gross, dass Gewisse sich auf dunkle Pfade begehen. Wenn jemand aber gefeuert wird, wenn er intern solche Machenschaften anprangert zeigt das mMn, dass hier System dahinter steckt/Bussen bewusst in Kauf genommen werden. Daher wäre eine Busse mehr als gerechtfertigt auch wenn ich bezweifle, dass sie es je lernen werden...
    • ali_der_aal 08.10.2018 23:27
      Highlight Highlight zum glück habe ich die UBS vor Jahren verlassen.. was da alles angestellt wird ist unglaublich
  • Klaus07 08.10.2018 18:39
    Highlight Highlight Hier die Daten der UBS:
    19.12.2002 - 1,4 Milliarden - Libormanipulation.
    26.07.2013 - 885 Millionen - Hypothekenkriese USA
    06.08.2013 - 49.8 Millionen - US Börsenaufsicht
    09.08.2013 - 120 Millionen - Zusammenbruch Lehman B.
    18.09.2014 - 100 Millionen - Libormanipulationen
    29.07.2014 - 300 Millionen - Steuerstreit Deutschland
    21.10.2014 - 12,7 Millionen - Zinsmanipulationen
    12.11.2014 - 774 Millionen - Wechselkursmanipulationen
    • Grain2 09.10.2018 06:20
      Highlight Highlight Und nix gelernt und weiter geht's im gleichen Stile.
  • ujay 08.10.2018 18:01
    Highlight Highlight Die UBS lernt es anscheinend nur auf die harte Tour. Diese ignorante Art ist unglaublich. Das Statement, es seien ".....oft unbegründete Vorwürfe", beweist schon, dass da mehr als nur Rauch ist; ist eigentlich ein Eingeständnis.
  • demian 08.10.2018 17:52
    Highlight Highlight Eine Statistik wieviel Geld unsere Banken schon für Bussen bezahlen mussten wäre mal interessant.
    • DocShi 08.10.2018 18:39
      Highlight Highlight Was heisst die Banken zahlen mussten? Im Endeffekt zahlen wir doch alle, selbst wenn man nichtmal bei dieser Bank ist. Hast wohl die Rettungsaktion mit Steuergeldern vergessen?
      (und ja, UBS hats zurückgezahlt, machts aber nicht besser)
    • ströfzgi 08.10.2018 19:34
      Highlight Highlight @DocShi
      Ein zweites Mal wird sie wohl nicht mehr gerettet werden…
    • Ökonometriker 08.10.2018 21:01
      Highlight Highlight @DocShi: das zahlen am Ende die Investoren und die sind bei einem öffentlich kotierten Grossunternehmen international sehr divers (gibt hier zwar ausnahmen wie z.B. bei der Roche oder der Bank Vontobel).
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