Die Gewinne der deutschen Autohersteller gehen stark zurück. Vor allem BMW hat im dritten Quartal mit einer Marge von nur noch 2,3 Prozent einen Tiefstand im Autogeschäft erreicht – nochmals weit unter dem Niveau von Mercedes. Die Stuttgarter hatten bereits im September mit einem Rückgang der Umsatzrendite auf 7,5 bis 8,5 Prozent gerechnet. Wo liegen die Ursachen? Und wo die Lösung?
Der deutsche Branchenkenner Prof. Ferdinand Dudenhöffer beschreibt die Situation in drastischen Worten: «Die Gewinne der deutschen Autobauer schmelzen wie Schnee in der Sonne». Besonders dramatisch sei der 30-prozentige Absatzrückgang von BMW in China. Auch Mercedes und Volkswagen kämpfen mit ähnlichen Problemen. Sie alle hätten ein Riesenproblem, sagt Dudenhöffer: Ihre Autos seien in China zu unattraktiv.
BMW musste im dritten Quartal einen Gewinnrückgang um fast 84 Prozent auf 476 Millionen Euro hinnehmen. Der Umsatz sank wegen technischer Probleme mit Bremssystemen und der schwachen Nachfrage in China um 16 Prozent auf 32,4 Milliarden Euro.
Dagegen gewinnen Unternehmen wie Tesla und chinesische Marken wie BYD, Geely und Nio mit neuen Technologien schnell Marktanteile. Dudenhöffer: «Während Tesla und die chinesischen Autobauer sich mit neuen Technologien immer stärker etablieren, brechen die deutschen Autobauer nahezu in Rekordgeschwindigkeit ein.»
Ein zentrales Problem seien die veralteten Produktionsprozesse der deutschen Hersteller. Technologien wie das «Giga-Casting», die die Produktionskosten senken, würden von ihnen kaum genutzt, während chinesische Unternehmen solche Innovationen vorantreiben. Auch im Bereich des «Software Defined Car» seien chinesische Unternehmen, unterstützt von Technologiegiganten wie Huawei und Tencent, deutlich weiter.
Hinzu kämen infrastrukturelle Schwächen, wie die unzureichende digitale Infrastruktur. Sie führt im Vergleich zu China zu höheren Kosten und einer langsameren Entwicklung, kritisiert der Branchenkenner.
Dudenhöffer fordert ein schnelles Umsteuern: «Die deutschen Autobauer müssen reagieren, sonst wird es nicht besser.» Dabei müsse man vor allem von Tesla und den Entwicklungen in China lernen. «Dazu muss man in der Fahrzeugentwicklung nach China gehen.»
Hoffe BMW und Co. merken bei der Gelegenheit auch, dass ihre Autos auch in Europa nicht mehr ankommen....
Die deutsche Verbrennerindustrie hat viel zu sehr auf hiesige Diesel-Opas gesetzt und die sich abzeichnenden Trends am Weltmarkt komplett verschlafen.
Kein Wunder, ist Tesla schon zwanzigmal mehr wert als der grösste deutsche Verbrennerhersteller.