Wirtschaft
International

Signa Prime müsste heute fällige 200 Millionen-Anleihe zurückzahlen

Signa Prime müsste heute fällige 200 Millionen-Anleihe zurückzahlen

30.11.2023, 14:4630.11.2023, 14:46

Für die in Geldnot steckende Signa Gruppe des österreichischen Milliardärs René Benko rückt eine weitere Galgenfrist drohend näher: Die Tochtergesellschaft Signa Prime muss am (heutigen) Donnerstag eine Anleihe von 201,5 Millionen Euro zurückzahlen.

ARCHIV - 02.03.2020, Nordrhein-Westfalen, D
René Benko steckt in Nöten.Bild: keystone

Zu der Rückzahlung gibt es bislang keine Informationen. Auf Anfrage der österreichischen Nachrichtenagentur APA reagierte Signa-Sprecher Robert Leingruber nicht. Am Vortag hatte die Signa Holding Insolvenz angemeldet. Die Immobilien- und Handelsbeteiligungsgesellschaft schuldet ihren Gläubigern rund 5 Milliarden Euro.

Die Anleihe Signa Finance 2020 5.C.S. mit Fälligkeit am (heutigen) 30. November 2023 wurde am 30. Juli 2020 begeben. Die Finanzverbindlichkeiten und Derivate der bisher nicht insolventen Signa Prime Gruppe beliefen sich laut Konzernabschluss per Ende 2022 auf 10.7 Milliarden Euro, davon entfielen 2.4 Milliarden Euro auf kurzfristige Verbindlichkeiten.

In der Signa Prime sind Immobilien in innerstädtischen Bestlagen in Österreich, Deutschland, der Schweiz, in Norditalien und in Grossbritannien gebündelt. Das Immobilienvermögen (Investment Property) gab die Signa Prime im Jahresabschluss 2022 mit 14.2 Milliarden Euro an. Im Jahr davor waren es 15 Milliarden Euro gewesen.

Unklarheit über Insolvenz

Für Gerhard Weinhofer, Geschäftsführer des Gläubigerschutzverbandes Creditreform Österreich, stellt die Bedienung der Anleihe jedenfalls eine finanzielle Belastung für die Signa Prime dar. Ob auch sie Insolvenz anmelden muss, bleibe abzuwarten, sagte er im Gespräch mit der APA. Seiner Einschätzung nach stehe die Unternehmensgruppe nach der Pleite der Holding aber am «Beginn einer möglichen Kette von Insolvenzen».

Steigende Zinsen und Baukosten sowie sinkende Immobilienbewertungen und Rückgänge im Handelsgeschäft hatten die Insolvenz der Signa Holding ausgelöst. «Trotz erheblicher Bemühungen in den letzten Wochen konnte die erforderliche Liquidität für eine aussergerichtliche Restrukturierung nicht in ausreichendem Masse sichergestellt werden», gab Signa bekannt.

Die Signa Prime versucht laut einem Insider, sich in Gesprächen mit Investoren «dringend benötigte liquide Mittel zu sichern». Es sei aber offen, ob dies gelingen werde, hatte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Vortag laut der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. (saw/sda/awp/apa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
Dieses Nachbarland Russlands bezahlt junge Menschen für ihren Dienst
Angesichts der russischen Bedrohung verschärft Litauen seine Wehrpflicht und beruft mehr junge Menschen zum Militärdienst ein. Für viele Schüler ist der Militärdienst vor allem eine pragmatische Entscheidung, die eher durch die Vergütung oder die Sicherung ihrer Zukunft als durch Patriotismus motiviert ist.
In einem Gymnasium in Vilnius unterhalten sich Rokas und seine Freunde über ihre Zukunft – Studium, Arbeit und … Militärdienst: Litauen, ein kleines Land an der Grenze zu Russland, rekrutiert tausende junge Menschen. Freiwillig oder gezwungen, der Dienst wird eher aus Pragmatismus als aus Patriotismus geleistet. Auch wenn die Besorgnis der Behörden angesichts der russischen Bedrohung seit der gross angelegten Invasion der Ukraine im Jahr 2022 besteht, zeigen sich die meisten der befragten Schüler wenig begeistert von der Vorstellung, neun Monate im Militärdienst zu verbringen.
Zur Story