Wirtschaft
Schweiz

Schweizer Börse fällt 10 Prozent – Luxusgüter besonders betroffen

«Ausser Rand und Band»: Schweizer Börse fällt 10 Prozent

12.03.2020, 11:3612.03.2020, 16:06

Die Aktienmärkte waren am frühen Donnerstagnachmittag phasenweise im freien Fall. Der jüngste Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) bzw. die kommunizierten Massnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft haben die Märkte in keiner Weise beruhigt.

Im Gegenteil: Der SMI und auch andere wichtige Börsenindizes haben ihre Talfahrt nach 14 Uhr in dramatischer Weise beschleunigt. Der SMI zum Beispiel brauchte für den Fall von 8400 bis unter 8300 Punkte ziemlich genau 5 Minuten. Aktuell hat sich das wichtigste Schweizer Aktienbarometer wieder etwas gelöst von den Tiefstständen.

Um 15 Uhr notiert der SMI mit einem Minus von 8,46 Prozent auf 8'377,80 Punkten und damit 120 Punkte über dem Tagestief. Vom Höchststand vor 3 Wochen bis zum aktuellen Jahrestief (8254) hat der SMI damit knapp 27 Prozent eingebüsst. Das Tempo des Abschwungs sei erschreckend, heisst es denn auch im Markt.

Andere Aktienmärkte fallen im ähnlicher Grössenordnung: Beim deutschen Dax, dem britischen FTSE 100 und dem französischen CAC 40 sind es zwischen 9 und 10 Prozent. Der Dow Jones notiert derweil eine gute halbe Stunde nach Eröffnung 8 Prozent tiefer.

Direkter Auslöser der starken Kursverluste waren die Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump zur Bekämpfung der Corona-Krise: Dieser verkündete am Mittwochabend (Ortszeit) unter anderem ein 30-tägiges Einreiseverbot für Menschen aus Europa.

Unter anderem soll es neue Notkredite für Banken und höhere Anleihenkäufe geben, wie die Zentralbank am Donnerstag mitteilte. Sie wird ausserdem bis Jahresende ihre monatlichen Anleihekäufe um 120 Milliarden Euro erhöhen.

Was macht die EZB?

Das Paket wurde in ersten Reaktionen unterschiedlich beurteilt. «Es ist richtig, dass die EZB mehr Unternehmensanleihen kaufen wird», meinte etwa die VP Bank.

Das habe tatsächlich einen direkten positiven Einfluss auf die Unternehmensfinanzierung. Die EZB setze mit höheren Käufen von Unternehmensanleihen also an der richtigen Stelle an.

Das Euro-Franken-Währungspaar hat derweil nach dem EZB-Entscheid kurzfristig leicht zugelegt, notiert aktuell mit 1,0549 aber weiter deutlich unter der Marke von 1,06. Ob es daraus Handelsbedarf für die SNB gibt, muss sich noch zeigen. Die Nationalbank wollte zu den Massnahmen der EZB nichts sagen. (awp/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Spanische Grippe – Die Mutter aller Pandemien
1 / 22
Spanische Grippe – die Mutter aller Pandemien
25 bis 50 Millionen Menschenleben kostete die Pandemie, die von 1918 bis 1920 auf der ganzen Welt wütete. Nicht mal der Erste Weltkrieg holte sich so viele Opfer. In absoluten Zahlen war die Spanische Grippe in etwa so verheerend wie die Pest von 1348: Der Schwarze Tod riss damals ein Drittel der europäischen Bevölkerung in den Tod. Spanisch nannte man die Grippe, weil die ersten Nachrichten über die Krankheit von dort herkamen. Im Bild: Das Militär-Notfallkrankenhaus im Camp Funston in Kansas 1918, wo das Virus mit hoher Wahrscheinlichkeit erstmals ausbrach. quelle: wikimedia ... Mehr lesen
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Hygienevorschriften für Infizierte von Coronavirus
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
«Kein attraktiver Standort mehr»: UBS-Investor fordert Wegzug aus der Schweiz
Der US-Vermögensverwalter Artisan Partners fordert die UBS angesichts der geplanten strengeren Kapitalvorschriften zum Wegzug aus der Schweiz auf. Die Schweiz sei für die Grossbank kein attraktiver Standort mehr, heisst es in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an den UBS-Verwaltungsrat.
Zur Story