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Tritt per sofort den Chefposten ab: Ernesto Occhiello. Bild: KEYSTONE

Nach zehn Monaten schmeisst Clariant-Chef hin – über die Gründe wird gerätselt

Der Italiener Ernesto Occhiello hat den Chemiekonzern abrupt verlassen. Gab es Unstimmigkeiten mit dem saudischen Grossaktionär Sabic?

Andreas Möckli / CH Media



Jeder wisse, dass er kein Mann der grossen Worte sei. Der Satz stammt von Clariant-Chef Ernesto Occhiello. Wobei seine Bezeichnung seit Dienstagabend nicht mehr stimmt.

Nach nur zehn Monaten im Amt hat der Italiener den Spezialchemiekonzern völlig überraschend verlassen – aus persönlichen Gründen. Was damit gemeint ist, darüber schweigt Occhiello als auch Clariant.

Die Medienstelle beteuert, nicht zu wissen, was die persönlichen Gründe von Occhiello sind. Das Unternehmen sei gestern von der Absicht des 58-Jährigen informiert worden. In der Folge habe der Verwaltungsrat spätabends den Rücktritt des Italieners akzeptiert.

Nun muss wieder Hariolf Kottmann ran. Der Deutsche zog sich vergangenen Oktober vom Chefposten zurück und wurde Präsident des Verwaltungsrats.

Über die Gründe des Abgangs von Occhiello kann nur gerätselt werden. Kenner glauben nicht, dass es zu einem Zerwürfnis mit Kottmann gekommen ist. Dieser habe grosse Stücke auf Occhiello gehalten.

«Ohnehin sind Enthauptungsschläge nicht die Art von Kottmann», sagt einer, der Clariant nahe steht. «Hätten sich die beiden nicht verstanden, wäre die Trennung weniger hektisch abgelaufen.» Das gleiche dürfte auch für den Fall gelten, sollte Occhiello gesundheitliche Probleme haben.

ARCHIVBILD ZU DEN QUARTALSZAHLEN VON CLARIANT, AM DIENSTAG, 30. APRIL 2019 ---- Clariant Logo vor dem Corporate Center in Pratteln am Freitag, 2. August 2013. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Bild: KEYSTONE

Ist der saudische Grossaktionär der Grund?

Damit rückt eine andere Vermutung in den Vordergrund. Kam es zu einem Streit zwischen Occhiello und dem Grossaktionär Sabic? Der saudische Chemiekonzern hält seit Anfang 2018 knapp 26 Prozent an Clariant. Die beiden Firmen sind daran, eine neue Geschäftseinheit aufzubauen. Übersetzt wird sie Hochleistungswerkstoffe heissen.

Rund zwei Drittel steuert Sabic bei, ein Drittel stammt von bestehenden Clariant-Geschäften. Möglicherweise habe Sabic die Herangehensweise an das Projekt geändert, mutmasst Markus Meyer, Analyst beim Broker Baader Helvea. Doch auch das bleibt Spekulation. Die Verhandlungen würden fortgesetzt, teilte Clariant gestern mit. Bereits heute – anlässlich der Präsentation der Halbjahreszahlen – stellt das Unternehmen weitere Informationen zum Projekt in Aussicht.

Ohnehin hat Occhiello vor seiner Zeit bei Clariant in leitenden Funktionen für Sabic gearbeitet. Zeitweise wohnte er auch in der saudischen Hauptstadt Riad. Er war somit Bindeglied zwischen Clariant und seinem Ankeraktionär Sabic.

Es wäre höchstens denkbar, so ein Beobachter, dass sich im Hintergrund ein Machtkampf abgespielt hat und Occhiello diesem zum Opfer gefallen ist. Sabic ist zurzeit noch zu 70 Prozent im Besitz des saudischen Königshauses. Dessen Arm sei lang und kräftig.

Clariants turbulente Geschichte ist mit dem Abgang von Occhiello um ein Kapitel reicher. Sabic ist nur deshalb Grossaktionär, weil Clariant vor zwei Jahren von drei aktivistischen US-Investoren stark unter Druck gesetzt wurde.

Zwar gelang es dem Trio, die angestrebte Fusion mit US-Konkurrent Huntsman zu verhindern. Doch einen konkreten Plan darüber hinaus hatten die drei nicht. Sie verkauften deshalb ihr Paket Anfang 2018 an die Saudis.

Kottmann, der während zehn Jahren Chef von Clariant war, wird als geschäftsführender Präsident amten – bis ein neuer Chef gefunden ist. Um den Grundsätzen guter Unternehmensführung gerecht zu werden, wurde Eveline Saupper als unabhängige, leitende Verwaltungsrätin ernannt.

Sie sitzt seit 2016 im obersten Gremium von Clariant und soll sich laut Kennern gut mit Kottmann verstehen. Die Anwältin ist seit einigen Jahren Multi-Verwaltungsrätin. Sie verfügt über Mandate etwa bei Syngenta oder dem Flughafen Zürich.

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