Wirtschaft
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Credit Suisse steigert Reingewinn im zweiten Quartal deutlich



Nach dem Einbruch im Vorjahr geht es bei der Credit Suisse wieder aufwärts. Die Grossbank konnte im zweiten Quartal den Reingewinn um 78 Prozent auf 303 Millionen Franken steigern.

Damit hat die Credit Suisse im gesamten ersten Halbjahr einen Reingewinn von 899 Millionen Franken eingefahren, nachdem sie im gleichen Vorjahressemester noch einen Verlust von 132 Millionen Franken erlitten hatte.

Erwartungen der Analysten erfüllt

Mit den Zahlen hat die CS die Erwartungen der Finanzgemeinde in etwa erfüllt. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP mit einem Reingewinn von 309 Millionen Franken im zweiten Quartal gerechnet.

«Die erste Halbzeit der Umsetzung unseres strategischen Dreijahresplans liegt hinter uns und unsere Strategie bewährt sich: Wir machen gute Fortschritte im Hinblick auf unsere wichtigsten Ziele», erklärte CS-Chef Tidjane Thiam im Communiqué.

«Unsere Fokussierung auf das globale Vermögensverwaltungsgeschäft zahlt sich aus. Dies zeigt sich an den steigenden Netto-Neugeldern und den weltweit verwalteten Vermögen in Rekordhöhe, die im ersten Halbjahr um 8 Prozent zugelegt haben», äusserte sich Thiam weiter.

Insgesamt verwaltet die Grossbank Vermögen von 1307 Milliarden Franken. Im zweiten Quartal konnte sie per saldo Neugelder von 12,1 Milliarden Franken anlocken. Das sind gut 3 Prozent mehr als im gleichen Vorjahresquartal.

Kosten gesenkt

Bei den Einnahmen machte die CS ebenfalls kleine Fortschritte. Von April bis Juni legten sie um 2 Prozent auf 5,205 Milliarden Franken zu. Auf der anderen Seite konnte die Credit Suisse die operativen Kosten um 8 Prozent auf 4,551 Milliarden Franken drücken. Insbesondere die Löhne und Boni sowie die allgemeinen und administrativen Kosten gingen deutlich zurück.

Weltweit hat die Grossbank seit Jahresbeginn 940 Stellen abgebaut. Der Personalbestand belief sich Ende Juni auf 46'230 Vollzeitstellen. Früher hatte die CS angekündigt, bis Ende Jahr 5500 Jobs streichen zu wollen.

Lukratives Schweizer Geschäft

Am meisten verdient hat die CS im Schweizer Geschäft, das im zweiten Quartal einen Vorsteuergewinn von 502 Millionen Franken einfuhr. Dies ist eine Steigerung von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Verbesserung ist dem Firmenkundengeschäft zu verdanken, während das Privatkunden etwas weniger Gewinn machte.

Auch in der internationalen Vermögensverwaltung legte der Vorsteuergewinn um die Hälfte auf 365 Millionen Franken zu. Während die Einnahmen deutlich wuchsen, blieben die Kosten beinahe stabil. Die Netto-Neugelder hätten sich dynamisch entwickelt, hiess es.

Im traditionell stark schwankenden Investment Banking fielen die Ergebnisse gemischt aus. Der Handel und die Emission von Wertpapieren (Global Markets) verbesserte den Vorsteuergewinn um zwei Drittel auf 257 Millionen Franken. Die Restrukturierung der einstigen Problemsparte sein nun weitgehend abgeschlossen. Man nutze nun opportunistisch Chancen, um zu wachsen, schrieb die CS.

Dagegen erlitt das Wertpapier- und Beratungsgeschäft (Investment Banking & Capital Markets) einen Einbruch des Vorsteuergewinns um 42 Prozent auf 78 Millionen Franken. Der starken Zunahme des Nettoertrags im Aktien- und Anleihenemissionsgeschäft stand ein Ertragsrückgang im Beratungsgeschäft gegenüber. Auch in der Asien-Bank schrumpfte der Vorsteuergewinn um 9 Prozent auf 188 Millionen Franken.

Bremsspuren erwartet

Dank einer weiteren Kapitalerhöhung im Juni in Höhe von 4,1 Milliarden verbesserten sich die Polster der Grossbank. Die harte Kernkapitalquote (CET1 look-through) stieg von 11,7 Ende März auf 13,3 Prozent. Die Verschuldungsobergrenze (Leverage Ratio) legte von 3,3 auf 3,8 Prozent zu.

Trotz der deutlichen Verbesserung ist der Konzern von der angepeilten Profitabilität noch ein gutes Stück weit entfernt. Mit Rückenwind von den Märkten kann Credit Suisse vorerst nicht rechnen.

Die geringen Marktschwankungen, geopolitische Unsicherheiten und passive Kunden dürften das Geschäft bremsen, prognostizierte Thiam. Im dritten Quartal würden zudem wie jedes Jahr die Sommerferien die Aktivitäten dämpfen und der Bank damit weniger Gebühreneinnahmen bescheren. (sda)

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