Wirtschaft
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Und ... es ist weg – was mit deinem Geld passiert, wenn deine Bank hops geht

beni manz / moneyland.ch



Ein Artikel von

Die Wall Street wird gerade von der Trump-Regierung wieder dereguliert. Manche Prognostiker sehen deshalb bereits die nächste Bankenkrise am Horizont. Wir erinnern uns: Die letzte Krise brachte auch einzelne Schweizer Banken in Nöte.

Aber was passiert eigentlich, wenn deine Bank Konkurs geht? Wir haben die wichtigsten Informationen für dich zusammengestellt.

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Schweizer Banken gelten im internationalen Vergleich als überdurchschnittlich sicher. Trotzdem lohnt es sich zu wissen, was bei einem Bankenkonkurs mit dem eigenen Geld passiert. In einem solchen Worst-Case- Szenario kommt nämlich der so genannte Einlegerschutz zum Tragen.

Mit dem Begriff «Einlagen» meint der Finanzjargon nichts anderes als Guthaben von Bankkunden, also Forderungen gegenüber der Bank. Dazu gehören zum Beispiel deine Guthaben auf Privatkonten, Sparkonten oder Kassenobligationen. Wertschriften wie Aktien sind hingegen keine Einlagen.

Einlegerschutz mit drei Sicherheitsstufen

Im Prinzip gibt es drei zentrale Sicherheitsstufen im Schweizer Einlegerschutz: Erstens die privilegierte Auszahlung, zweitens die Einlagensicherung und drittens das Konkursprivileg. Alle drei Mechanismen gelten nur für einen begrenzten Betrag, nämlich 100'000 Franken pro Person und Bank.

Erste Sicherheit: Privilegierte Auszahlung

Bei einem Bankenkonkurs erhältst du als Kunde möglichst rasch deine Guthaben wieder zurück – bis zu einem Betrag von 100'000 Franken. Diese bezahlt die Bank aus den liquiden Mitteln, sofern diese noch vorhanden sind. Ist die Bank allerdings nicht mehr flüssig, kommt die Einlagensicherung zum Tragen.

100'000, alright!

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Zweite Sicherheit: Einlagensicherung

Wenn dir die Bank dein Geld nicht mehr bis zu einer Höhe von 100'000 Franken zurückzahlen kann, kommt die Einlagensicherung des Vereins «esisuisse» in Spiel. Diese versichert aber ebenfalls höchstens 100'000 Franken pro Kunde und Bank. Auch wenn dein Vermögen über mehrere Konten bei der Bank verteilt ist, erhältst du maximal 100'000 Franken von der Versicherung zurück.

Achtung: Die Einlagensicherung ist auf insgesamt 6 Milliarden Franken beschränkt. Das klingt nach viel Geld, ist aber eher wenig, wenn eine grössere Bank Konkurs geht. Im schlimmsten Fall erhältst du also auch von der Einlagensicherung nicht dein ganzes Geld zurück. Immerhin kannst du auf den Bundesrat hoffen, der im Notfall die Einlagensicherung aufstocken kann.

Ich will mein Geld zurück!

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Dritte Sicherheit: Konkursprivileg

Wenn auch die Einlagensicherung nicht hinreicht, gibt es noch das so genannte Konkursprivileg als dritte Sicherheit. Das bedeutet, dass deine Guthaben (wieder bis zum einem Betrag von 100'000 Franken) in die zweite Konkursklasse eingeteilt werden. Diese wird gegenüber der dritten Konkursklasse bevorzugt behandelt. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du nachträglich noch Geld bekommst. Eine Garantie gibt es aber nicht.

«Blased mer doch id Schueh.»

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Was passiert mit deinem Vorsorgeguthaben?

Dein Guthaben auf 3a-Konten und Freizügigkeitskonten werden ebenfalls privilegiert behandelt. Im Unterschied zu Einlagen auf Privat- und Sparkonten gibt es für deine Vorsorgekonten aber keine Einlagensicherung. Für die privilegierte Behandlung in der Konkursmasse gilt ebenfalls nur ein Betrag von 100'000 Franken, aber unabhängig von deinen übrigen Kontoguthaben.

Was hat es mit der Staatsgarantie auf sich?

Wenn du Kundin bei einer Kantonalbank bist, kommst du in den Genuss einer zusätzlichen Sicherheit, nämlich der unbeschränkten Staatsgarantie. Der Kanton haftet dann also für die Bankkunden. Davon ausgenommen sind die Waadtländische Kantonalbank, die Berner Kantonalbank und die Genfer Kantonalbank. Auch die Postfinance kennt keine Staatsgarantie mehr. Viele Kantonalbanken gelten also als besonders sicher, bieten aber in der Regel auch nicht die besten Konditionen an.

Was passiert mit deinen Aktien?

Aktien und andere Wertschriften sind keine Einlagen. Du erhältst deine Wertschriften wie Aktien und Anleihen aber im Konkursfall in der Regel zurück. Wenn du im Depotvertrag die Weiterverleihung der Aktien (so genanntes Securities Lending) erlaubt hast, besteht aber ein Verlustrisiko.

Anlagefonds und ETFs sind noch etwas sicherer, da sie als Sondervermögen gelten und deshalb nicht in die Konkursmasse fallen. Aber auch hier gibt es wieder Ausnahmen: Wenn die Fonds mit strukturierten Produkten wie Swaps operieren, besteht ein Ausfallrisiko.

Was passiert mit deinen Bankschulden?

Vielleicht gehst du davon aus, dass sich im Konkursfall auch deine Hypo-Schulden in Luft auflösen. Dann hast du dich zu früh gefreut. Vielmehr wird deine Hypothek an eine andere Bank weiterverkauft oder ausserordentlich gekündigt (sofern der Vertrag diese Möglichkeit vorsieht).

Hypotheken weiterverkaufen? Das kommt mir bekannt vor ...

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Bei Hypotheken stellt sich aber die Frage, ob Guthaben und Schulden im Konkursfall querverrechnet werden. Dazu gibt es in Hypothekarverträgen häufig einen so genannten Verrechnungsausschluss, der ein solches Verrechnungsrecht für den Kunden ausschliesst. Eine solche Klausel ist aber unter Rechtsexperten umstritten.

Also: Wenn dir deine illiquide Bank dein Sparkonto-Guthaben in der Höhe von 40'000 Franken nicht zurückzahlen kann, heisst das in der Regel nicht, dass deine Hypothekarschuld um 40'000 Franken verringert wird. Allerdings kannst du auch nach Abschluss deines Hypothekarvertrags noch versuchen, den Verrechnungsausschluss streichen zu lassen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • walsi 18.02.2017 07:30
    Highlight Highlight Die Forderungen gegenüber der Bank sind nur deshalb nicht sicher weil wir ein Schuldgeldsystem haben. Hätten wir ein Vollgeldsystem gäbe es dieses Problem nicht. Bei einem Vollgeldsystem sind die Einlagen echte Vermögen und keine Forderungen, die nur fälschlicherweise als Vermögen bezeichnet werden.
    • R&B 18.02.2017 09:19
      Highlight Highlight Ich frage mich sowieso, wer denn überhaupt risikoreiche Kredite von Schweizer Banken erhält.
      Ein Unternehmen erhält in den ersten 5 Jahren seiner Tätigkeit nur Kredite, wenn es Besitz als Sicherheit hinterlegen kann.
      Danach entscheidet die Debitorensumme, wobei wohl maximal 20% der Debitorensumme als Kredit vergeben wird.
      Für KMUs sind Kredite schwierig zu erhalten.
      Darum würde ich gerne wissen, an wen die Banken denn risikoreiche Kredite vergibt.
    • Muggeseckli 18.02.2017 11:36
      Highlight Highlight @R&B An niemanden, denn das dürfen die banken auch nicht. Der schweizer finanzplatz gilt so oder so als einer der stärksten und sichersten. Wir habe regulierungen(VSB) die andere länder nicht haben. Und ehrlich gesagt ist dieser Artikel nur angstmacherei und nicht sehr professionell....
    • nick11 18.02.2017 11:48
      Highlight Highlight Hohe Risiken sind z.B. Immobilienblasen, bei denen beim Zusammenbruch Immobilien massiv an Wert verlieren können. Damit können sie ganze Banken in den Ruin treiben.
      Bei Hypotheken vertraut die Bank gerne fast Blind auf den aktuellen Marktwert ohne grosse Risikoberwertung...
    Weitere Antworten anzeigen
  • CASSIO 18.02.2017 06:45
    Highlight Highlight Die Auswirkungen einer Kündigung der Hypothek sind hier näher zu erläutern. Macht Euch mal schlau, was in den AGB steht und was das finanziell bedeuten kann. Ihr werdet staunen, was bei nicht-selbstverschuldeten Aktionen,auf Euch zukommen kann.
  • Mr. Kr 18.02.2017 05:19
    Highlight Highlight Der grôsste Teil der Bevölkerung hat keine 100'000 fr auf ihrem Konto. Und die, die viel mehr als das haben werden wegen dem auch nicht vergunger.
  • flausch 18.02.2017 02:12
    Highlight Highlight abgesehen davon sind die Banken noch weiter Privilegiert.
    Sie können mit X Milliarden Steuerfranken gerettet werden. Sprich mit UNSEREM Geld. Danach weiterhin Bonis bezahlen und nach 7Jahren sich FREIWILLIG entscheiden doch mal wieder Steuern zu bezahlen.

    http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/vom-sorgenkind-zum-goldesel-die-ubs-will-wieder-steuern-zahlen/story/24118623

    Jaja die Banken!
    Oups du hast zwar 150 000 auf dem Konto aber eigentlich hast du gar nichts als die Hoffnung das fals du was zurückkriegst das wenige nicht noch von der Teuerung gefressen wird...
    • Alnothur 18.02.2017 11:00
      Highlight Highlight Witzigerweise haben wir als Steuerzahler allerdings von der "Rettung der UBS" profitiert - die Nationalbank hat mit den "Ramschpapieren", die sie der UBS abgenommen hat, einen saftigen Gewinn gemacht.
  • flausch 18.02.2017 02:08
    Highlight Highlight Jaja drei mal geschützt?
    Der erste Schutz ist gar keiner. Es ist mein Legitimes Geld das mir die Bank sowieso zurükgeben müsste! Fals ich über 100 000 hätte wäre es so das die Bank vor mir geschützt werden würde.
    Der zweite ist eine Garantie die am schluss auf die Steuerzahler abgewälzt wird sprich die Einleger bezahlen solidarisch die Bank damit diese dann ihren Rechtmässigen Besitz zurückerstatten kann. Sprich die Bank ist aus dem Schneider.
    Die dritte Sicherheit ist theoretisch und unverbindlich, sie ist nichts als ein Trostpflaster das dir sagt das du dein Geld nicht mehr siehst.
    • lilie 18.02.2017 09:12
      Highlight Highlight Bei 1. geb ich dir recht. Allerdings ist es international auch selten mehr, in Europa meistens 100'000 Euro, und noch 2008 waren es nur 20'000 Euro. In Russland sind es bis heute nur umgerechnet 18'500 Euro.

      Zu 2.: Nein, die Versicherungsprämie bezahlt natürlich die Bank, nicht der Steuerzahler!

      Was du womöglich meintest, war die Staatsgarantie (das war quasi Punkt 4).

      Zu 3.: Das Konkursprivileg ist alles andere als theoretisch, sondern sogar sehr konkret: Zuerst werden mit dem restlichen Geld die Angestellten ausbezahlt, dann sind die Kunden dran, und erst am Schluss alle anderen.
    • Alnothur 18.02.2017 11:06
      Highlight Highlight "Es ist mein Legitimes Geld das mir die Bank sowieso zurükgeben müsste!" - nö, das Geld hast du der Bank vertraglich ausgeliehen. Bis auf einen kleinen Teil, der sie vorhalten muss, kann sie mit dem Geld erstmal tun und lassen, was sie will.
    • flausch 18.02.2017 11:24
      Highlight Highlight @lilie
      2. Die Versicherungsprämie wird dan aber eigentlich vom Einleger bezahlt. Ansonsten muss ich dir in der Theorie wohl recht geben.
      3. Kommt darauf an ob die Bank dan noch genügend flüssige Eigenmittel hatt, was äusserst Fragwürdig ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Posersalami 17.02.2017 23:10
    Highlight Highlight "Alle drei Mechanismen gelten nur für einen begrenzten Betrag, nämlich 100'000 Franken pro Person und Bank."
    Bis max 6mia PRO BANK, also 60k Kunden mit 100 000 sfr Einlage.
    • Alnothur 18.02.2017 11:04
      Highlight Highlight Falsch, das trifft nur auf die Auszahlung des Vereins zu, also Lösung 2.
  • Hierundjetzt 17.02.2017 22:51
    Highlight Highlight Netter Text, aber das ist Lernstoff Rechtskunde einer jeden Berufslehre zB. KV, 1 Lehrjahr :-)

    70 % der Schweizer machen eine Berufslehre....
    • Ton 17.02.2017 23:07
      Highlight Highlight Aber nicht 70% KV. Habe als Heizungsplaner noch nie davon gehört.
    • Hierundjetzt 18.02.2017 07:48
      Highlight Highlight Ton: ich spreche von Berufslehre.
    • Datsyuk * 18.02.2017 08:36
      Highlight Highlight Hierundjetzt, das stimmt doch nicht..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Butschina 17.02.2017 22:35
    Highlight Highlight Spannende Info, Danke!
  • Maya Eldorado 17.02.2017 22:31
    Highlight Highlight In der Aufzählung wurden die systemrelevanten Banken vergessen. Da werden die Banken gerettet und somit auch unsere Einlagen.
    • dF 18.02.2017 01:17
      Highlight Highlight Die entsprechenden Banken werden gerettet, mit deinen Steuern. Deinen Steuern, sprich DU rettest sie.
    • Maya Eldorado 18.02.2017 08:33
      Highlight Highlight Armutsbetroffene müssen wenig bis keine Steuern bezahlen.
    • Energize 18.02.2017 09:07
      Highlight Highlight Um eine Bank zu retten musst du nicht 100% retten - Stichwort Schuldenschnitt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • SVARTGARD 17.02.2017 22:26
    Highlight Highlight Niemals dann gibts eine vor dem Latz.
  • Cevianer 17.02.2017 21:27
    Highlight Highlight Es ist aber sehr unwarscheihlich, dass eind Bank Konkurs gehen wird. Dies kann sich der Finanzplatz Schweiz und der Staat schlicht nicht leisten. (Reputationsschade etc.)
    • Suchlicht 18.02.2017 00:27
      Highlight Highlight Google mal Spar + Leihkasse Thun...
    • demian 18.02.2017 03:35
      Highlight Highlight Bezüglich Reputationsschaden Stichwort: Swissair?
    • CASSIO 18.02.2017 10:12
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