Wirtschaft
Schweiz

Schweizer Ökonom erklärt, dass sich an Trumps Zöllen wenig ändert

HSG-Ökonom: «Trump kann der Schweiz nach wie vor sehr, sehr wehtun»

22.02.2026, 11:0922.02.2026, 11:09

«Fast nichts» ändert sich für die Schweiz nach dem Urteil des Supreme Courts zu den US-Zöllen, stellt Stefan Legge, Dozent an der Universität St.Gallen, fest. Er rät der Schweiz weiterhin zu Besonnenheit und dazu, auf gemeinsame Interessen hinzuweisen.

«Trump kann der Schweiz nach wie vor sehr, sehr wehtun, wenn er das möchte», stellte der Experte für Steuerpolitik und internationalen Handel in einem Interview mit der Sonntagszeitung fest. Aus diesem Grund sollte seiner Meinung nach der Bundesrat weiterhin auf eine gute Beziehung hinarbeiten – so schwierig dies auch sei.

Urteil war erwartet worden

Sinnvoll sei es weiterhin besonnen zu agieren und zu schauen, dass man die gemeinsamen Interessen unterstütze und identifiziere. «Denn auch die USA haben ein Interesse an guten Beziehungen zur Schweiz», so Legge.

Stefan Legge, Ökonom HSG
HSG-Ökonom Stefan Legge.Bild: zvg

Er habe mit diesem Urteil des Supreme Courts vom Freitag gerechnet. Auch die Wettmärkte hätten eine etwa 70-prozentige Chance dafür gesehen. Und dass Trump umgehend auf andere rechtliche Instrumente hinweise und sich nun auf den Trade Act berufe, um Zölle einzuführen, sei auch erwartbar gewesen.

Unsicherheit noch grösser

«Zölle sind so zentral für seine Politik, dass er sich das ganze Bouquet an rechtlichen Grundlagen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben, zu Nutzen machen wird», so der Ökonom weiter. Niemand könne sich jetzt bei diesen handelspolitischen Streitigkeiten zurücklehnen, nur weil Trump «ein Spielzeug» verloren habe. Die Unsicherheit sei eigentlich noch grösser geworden. Es stehe nur fest, dass es neue Zölle geben werden.

Die Schweiz habe sich bei ihrem ausgehandelten Deal mit den USA, der eine Reihe von Ausnahmen unter anderem für die Pharmabranche vorsieht, «richtig positioniert». Das Gespräch über diese Ausnahmen bleibe wichtig. Die Schweiz habe nämlich «weiterhin ein Interesse daran, dass sie bei den ganz relevanten Exportprodukten nicht ins Visier der Trump-Regierung» gerate, so Legge. (sda)

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37 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Acai
22.02.2026 11:24registriert März 2017
Trotzdem: Trump macht die USA kaputt - der Schaden ist angerichtet und wird bleiben. Die Schweiz muss mit voller Kraft neue Märkte erschliessen. Das ist die einzig richtige Strategie. Wachstum findet zukünftig andernorts statt.
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die 200
22.02.2026 11:42registriert Januar 2017
Diese Aussagen könnten direkt von einem der Schweine auf Orwells Farm der Tiere stammen...

Es ist Zeit für Rückgrat, nicht für Opportunismus! In welchen verkommen Werten sind solche Menschen aufgewachsen?
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Fred_64
22.02.2026 11:42registriert Dezember 2021
Um der Schweiz richtig weh zu tun brauchen wir keinen Trump, dazu reichen HSG-Abgänger mehr als genug...
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