Wirtschaft
Schweiz

Swiss kämpft mit massivem Personalmangel – weitere Flüge gestrichen

Swiss kämpft mit massivem Personalmangel – diese Flüge werden im Sommer gestrichen

07.06.2022, 13:2907.06.2022, 16:17

Mancher Reisende blickt mit Sorge auf die Sommerferien, denn der bereits weit im Voraus gebuchte Flug droht ins Wasser zu fallen. Grund dafür ist massiver Personalmangel bei allen Airlines – auch bei der Swiss. Nun hat die Schweizer Fluggesellschaft weitere Flüge für den Sommer gestrichen.

«Die zusätzlichen Anpassungen sind infolge anhaltender Ressourcenengpässe in der gesamten Airline-Industrie nötig geworden», sagt Swiss-Sprecherin Montani. Laut der Sprecherin von den nun geplanten Flugstreichungen etwa 2 Prozent aller Passagiere betroffen, die im Juli und August einen Flug mit der Swiss gebucht haben. Der «Blick», der als erstes über die zusätzlichen Flugstreichungen berichtet hatte, rechnet vor, dass das etwa 30'000 Passagiere sind.

Es hätte aber noch viel ärger kommen können: «Wir haben verschiedene Massnahmen eingeleitet, um die aktuell angespannte Situation zu entschärfen und unseren Kundinnen und Kunden die bestmögliche Flugplanstabilität zu gewährleisten», sagt Oliver Buchhofer, der den Flugbetrieb bei der Swiss verantwortet.

Lufthansa-Flugpersonal auf Swiss-Flügen

Die Gewerkschaft der Lufthansa-Piloten hat sich vorerst mit der Konzernf�hrung geeinigt: Ihnen wird vorerst nicht gek�ndigt. (Symbolbild)
Die Lufthansa muss Hilfe leisten: Ab Sommer soll deutsches Flugpersonal auf Swiss-Flügen aushelfen.Bild: sda

Eine dieser Massnahmen ist, dass Flugpersonal der Lufthansa-Gruppe auf Swiss-Flügen aushilft, wie aerotelegraph.com schreibt. Die Hilfsmassnahme startet im Juli 2022 und ist vorerst bis März 2023 – also auf neun Monate – begrenzt. Hier bestehe die grösste Personalnot. Bereits jetzt protestieren die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter gegen den zunehmenden Arbeitsdruck.

Sie tragen am Revers ihrer Uniform einen Zitronen-Button, um anzuzeigen, dass sie ausgepresst sind. Die zunehmende Arbeitslast geht darauf zurück, dass es in der Corona-Pandemie in der Luftfahrtbranche viele Entlassungen gegeben hat. Nun stiegen die Passagierzahlen unerwartet stark an, darauf sei man nicht vorbereitet, wehrt sich die Branche.

Diese Flüge hat die Swiss bisher gestrichen

Die Destination Nürnberg wird laut Montani von Juli bis Oktober vollständig aus dem Programm genommen. Zudem gibt es Frequenzreduktionen auf einzelnen Kurzstrecken wie Danzig, Dresden oder Warschau. Ab Genf bietet die Swiss zudem wöchentlich fünf Flüge weniger nach London an als ursprünglich geplant.

ARCHIVBILD ZUR MELDUNG, DASS DER BUNDESRAT SCHWEIZER AIRLINES MIT 1,3 MILLIARDEN FRANKEN HELFEN WILL - Parked planes of the airline Swiss at the airport in Duebendorf, Switzerland on Monday, 23 March  ...
Die Swiss fliegt vorerst nicht mehr nach Nürnberg.Bild: KEYSTONE

Aber nicht nur die Kurzstrecken-Flüge sind betroffen: Die Fluggesellschaft fliegt auch wöchentlich ab Zürich einmal weniger nach San Francisco. Als weitere Massnahme gegen die fehlenden Mitarbeitenden am Boden und in der Luft lagert die Swiss zudem die Flüge nach Wien zwischen dem 4. Juli und dem 4. September an die Schwester-Gesellschaft Austrian Airlines aus. Diese führt neu die Swiss-Flüge in die österreichische Hauptstadt durch, wie Montani erklärte.

Wer von einer Flugstreichung betroffen ist, wird per Mail benachrichtigt. In dieser Mail enthalten seien auch Reisealternativen, die die Fluggäste annehmen oder ablehnen könnten, so Montani. «Eine weitere Option ist der Antrag um Erstattung des Ticketpreises.»

(mlu/leo/sda)

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