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https://www.tesla.com/cybertruck tesla cyber truck auto EV elektrisch

Teslas Cybertruck. Bild: tesla

Was es mit der Meldung auf sich hat, dass Tesla 6 Jahre Vorsprung hat



Die Konkurrenz zerlegt jedes neue Auto von Tesla. Und mit «zerlegen» ist der wörtliche Sinn gemeint. Nicht der von Deutsch-Rappern à la Kool Savas.

Als Tesla Ende 2017 die ersten Model 3 auslieferte, sicherte sich auch ein deutscher Hersteller für umgerechnet 185'000 Euro eines der ersten Exemplare. Noch lange vor den ersten öffentlichen Einfuhren in Europa. Das erfuhr die Süddeutsche Zeitung. Die Manager des nicht beim Namen genannten Premiumherstellers durften den Wagen auf Herz und Nieren testen. Danach wurde er in seine Einzelteile zerlegt.

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Kein deutscher, aber ein japanischer Ingenieur arbeitet sich durch einen Tesla. bild: project.nikkei.co.jp

Doch das Zerlegen von Teslas ist auch ein Geschäft. Ein Geschäft, in dem es um Milliarden geht.

Eine Firma, die sich auf technische Analysen dieser Art spezialisiert hat, ist Munro & Associates in den USA. Technische Gerätschaften aller Gattungen werden auf Herz und Nieren geprüft. Am Ende erscheint ein umfassendes Gutachten. Dieses hilft der Konkurrenz in der Industrie, aber auch Grossanlegern bei ihren Überlegungen, in eine Firma zu investieren.

Auch das Model 3 wurde 2018 so unter die Lupe genommen. Das entsprechende Gutachten von M&A ist 2400 Seiten stark und kostete zu Beginn 87'000 Dollar (heute 60'000 Dollar).

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Sandy Munro hat sich dank der Autoline-Network-Videos zu einem veritablen YouTube-Star gemausert. Bild: Autoline network

Den gesamten Begutachtungs-Prozess durch Munro & Associates begegleitete das Autoline Network. Noch bevor der komplette Report erhältlich war, wurden davon Videos veröffentlicht. Sehr früh, bereits im Februar 2018, wurde CEO Sandy Munro gezeigt, wie er das Model 3 ein erstes Mal begutachtete. Der ältere Herr war gar nicht amused und bemängelte diverse Sicherheitsaspekte. Die Spaltmasse seien vom Mars aus sichtbar und er hasse die Türgriffe: «Seit den 90er-Jahren habe ich keine mühsameren Kofferraumtüren mehr geschlossen.» Die beiden Profi-Nörgler Statler und Waldorf aus der Muppet Show können sich nicht nur in Sachen Schnauz von Munro eine Scheibe abschneiden. Gleichzeitig gibt sich der Motzki als Mechanik-Snob zu erkennen.

Wenn Sandy Munro eine erste Expertise abgibt, dann hat das Gewicht. Seine Mängelliste wurde zum Mantra vieler Tesla-Gegner. Nicht wenige Spekulanten, welche auf einen Absturz der Tesla-Aktien wetteten (Shortseller), zitierten immer wieder diese ersten Munro-Kritiken.

Doch die Shortseller bezahlten einen hohen Preis. Bekanntermassen explodierte die Aktie in den letzten Monaten und die Verluste der Pessimisten gingen in die Milliarden.

Etwas mehr Geduld hätte sich ausgezahlt. Bereits bei den Fahrtests zeigte sich Munro zurückhaltender mit der Kritik. Das Fahrverhalten sei exzellent und das Fahrzeug beinhalte viele kleine coole Dinge.

So richtig in Fahrt kam der Experte aber ein halbes Jahr später, als der Zerlegungsprozess bis zu den elektrischen Komponenten vorgedrungen war: «Die Elektronik, die Dichte, ist nicht von dieser Welt. Die Layouts sind wunderbar – eine Symphonie an Ingenieurskunst.» Auch die Batterie gefiel Munro: «Ursprünglich dachte ich, LG habe die besten Batterien, dann kam Samsung raus, LG verbesserte sich noch weiter, aber jetzt – sorry Jungs – ist das die beste Batterie. Sie gibt 50 Prozent mehr Leistung mit nur 20 Prozent mehr Volumen.»

Munros Fazit: Das Model 3 ist profitabel – und zwar mit einer unglaublichen Marge von 30 Prozent.

In das Loblied auf die Tesla-Elektronik stimmte jüngst nun auch eine japanische Firma ein. Sie zerlegte im Auftrag des Verlags «Nikkei Business Publications» ebenfalls ein Model 3. Das schlagzeilenträchtige Fazit:

«Tesla ist seinen Mitbewerbern VW und Toyota sechs Jahre voraus.»

Wie das?

Auch die Japaner sind grosse Fans der elektronischen Komponenten von Tesla, vor allem der sogenannten «Hardware 3», der zentralen Steuerungseinheit des Wagens. Sie ist eine Eigenentwicklung von Tesla und kann sowohl die riesigen Datenmengen des Autopiloten wie auch alle anderen elektronischen Bedürfnisse von Fahrer und Wagen prozessieren. «Sowas können wir nicht bauen», zitiert «Nikkei Asian Review» einen Ingenieur eines japanischen Konkurrenten. Und das hat tiefliegende Wurzeln.

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Der selber kreierte Computer von Tesla, der die Daten für den Autopiloten prozessiert. bild: project.nikkei.co.jp

Das eigentliche Problem der herkömmlichen Autobauer ist nicht technischer Natur. Einige davon könnten in ein paar Jahren selbst eine ähnliche Steuerungseinheit bauen. Der japanische Ingenieur glaubt, dass es 2025 so weit sein könnte – deshalb die 6 Jahre Vorsprung. Die grösseren Herausforderungen sind allerdings struktureller Art.

Die herkömmliche Autoindustrie ist abhängig von einem Geflecht von spezialisierten Zulieferern, Einzelkomponentenherstellern, Ersatzteillieferanten und Zwischenhändlern. Wer gegen einen Gegner kämpft, der 30% Marge hat und den Preis, wenn nötig, stark reduzieren kann, der kann sich dieses Geflecht und die Loyalität gegenüber den Partnern nicht mehr leisten. Der Ballast muss abgeworfen werden. Es geht um hunderttausende Jobs.

Noch sind herkömmliche Marken noch immer Autobauer, die Elektronik einbauen. Tesla aber ist ein Konzern für Elektronik, der darum herum ein Auto baut und dann ohne Zwischenhändler verkauft. Es ist ein Paradigmenwechsel. Und er erklärt die enormen Vorteile von Tesla bei der Marge, bei der Batterieeffizienz, beim Autopiloten und bei den noch immer exklusiven Softwareupdates on Air. Er erklärt aber auch die immer wieder kritisierte Verarbeitungsqualität, die vor allem die ersten Exemplare der Auslieferung betraf.

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Der Autopilot zum Zweiten. Wird dieses elektronische Bauteil die Autoindustrie auf den Kopf stellen? bild: bild: project.nikkei.co.jp

Was in der Diskussion nicht ganz vergessen werden darf: Die Suppe wird gerne heiss gegessen. Die Munro-Videos sind auch Werbespots für seine Berichte. Munro verkauft – und das mit guten Schlagzeilen. Auch Nikkei Business Publications will das Gutachten für umgerechnet 10'700 Franken möglichst vielen Kunden andrehen. Eine Headline, dass Tesla sechs Jahre Vorsprung hat, kann dabei nicht schaden.

Deshalb kehren wir für etwas mehr Neutralität zurück zur deutschen Konkurrenz, die Ende 2017 ein erstes Model 3 untersuchte. Aber auch hier tönt es gleich: Die «Süddeutsche Zeitung» schreibt dazu, dass die Ingenieure nicht schlecht gestaunt hätten. Vor allem in Sachen Elektronik: «Kompakt, ausbaufähig, voll integriert, modular, leicht zugänglich, gut geschützt, günstig und in vielen Details verblüffend clever gemacht – das war das Urteil der Experten».

Es wird sich zeigen, wer in Zukunft wen zerlegt. Die Konkurrenz Tesla oder umgekehrt – wörtlich, aber auch im Sinne von Kool Savas.

PS: Weiterführend sei hier ein langes Interview mit Sandy Munro erwähnt. Eine Stunde lang philosophiert er über die Zukunft der Autoindustrie. Es lohnt sich.

Schweizer Polizei-Tesla im Einsatz:

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • infomann 21.02.2020 17:26
    Highlight Highlight Es ist so ruhig geworden...
    Wo sind den all dir Verschwörer gegen Tesla.
    So die Sprüche, Tesla ist bald bankrot, Tesla hat keine Zukunft, Tesla kann keine Autos bauen usw usw.
    Tesla ist den anderen immer noch um Jahre voraus.
  • Chaoz 21.02.2020 11:02
    Highlight Highlight Emil Frey AG ist einer der grössten (wenn nicht der Grösste) Autohändler in Europa.
    Ein Gigant der immer grössereren Appetit auf die kleinen (Garagenbetriebe) hat und sie mit Auflagen aushungert.
    Verdientes Geld: Autoimporteur...
    Sorry, braucht eigentlich niemand!
    Amag gehört auch in diese Kategorie.
    Da lob ich mir den Vertrieb von Tesla.
    • Drunken Master 21.02.2020 14:20
      Highlight Highlight Was hat das jetzt mit dem Artikel zu tun?
  • joevanbeeck 20.02.2020 18:49
    Highlight Highlight Und wenn die 100 Jahre Vorsprung hätten, mir kommt kein fahrbarer Elektroschrott in die Garage. Ich trage auch keine Smartwatch sondern einen guten Schweizer Chronographen und dank meinem IWF/MFV Konverter funktioniert sogar mein Uralt-Telefon noch. Ich mache mir einen Spass daraus um den digitalen Spürhunden ein Schnippchen zu schlagen. Mein Murmeltier empfiehlt so ein Fahrzeug... läuft auch noch wenn es zum prophezeiten Strom-Supergau kommt.
    Play Icon
    • DerHans 21.02.2020 07:32
      Highlight Highlight @joe dass ihre Tankstelle beim Strom-Supergau, wie sie es nennen, keinen Tropfen hergibt, ist ihnen wohl noch nie in den Sinn gekommen?
    • Monsieur Cringeadism 21.02.2020 07:36
      Highlight Highlight Ich nehme jetzt mal an, dass Sie auch an das Märchen SynFuel glauben. Irgendwie finde ich das süss
    • Real John Doe 21.02.2020 16:31
      Highlight Highlight @derHans dann muss er halt an der Zapfsäule mit dem Gartenschlauch das Benzin ansaugen gehen... ;)
  • fools garden 20.02.2020 18:34
    Highlight Highlight Die altgediente Autoloby hat einfach gepennt.
    Ob ich Tesla mag oder nicht ist irelevant, aber gottlob haben sie diese Kiste gebaut, sonst wäre bis heute rein gar nichts auf dem Markt.
    Den Stress den die Autobauer heute haben, haben sie sich echt selbst eingebrockt.
    • Chaoz 21.02.2020 10:39
      Highlight Highlight Einspruch, nicht gepennt!!!
      Die wollten Ihre Goldesel nicht verlieren!
      Verteidigten Verbrenner mit Hilfe der Medien (zig Milliarden von Werbegeldern über all die vergangenen Jahrzehnte...) gegen jeglichen Eindringling von Innovation.
      Musks unerschütterlichen Visionen (against all odds) haben wir zu verdanken, dass wir uns bald von den Petrodollarspenden Richtung Nahen Osten im grossen Stil verabschienen können. Und nur schon diese Tatsache ist für mich persönlich Grund genug, auf E-Mobilität umzusteigen.
      Nun, da endlich auch Mutti Angela umlenkt, ist eine beschleunigte Entwicklung zeitnah!
    • fools garden 21.02.2020 16:28
      Highlight Highlight luigi...noch schlimmer!
  • Sophon 20.02.2020 18:15
  • Caturix 20.02.2020 15:57
    Highlight Highlight Also der einzige Vorsprung den ich beim Tesla Model 3 gegenüber dem Auti E Tron Test sah war die Reichweite. Da muss Audi nachbessern liegt aber auch viel am Design das nicht optimal ist, nicht nur an der Software. Beim Rest ist Audi um Welten vor Tesla.
    • EKCH 21.02.2020 00:13
      Highlight Highlight Logisch, Audi hat beim Bauen von Autos auch Jahrzehnte Vorsprung.
      Beim Lesen der Auto-Artikel hier auf watson könnte man jedoch meinen, dass es sich um paid-content und überhaupt nur die Kalifornier ein Auto bauen könnten.
    • PixelPirat 21.02.2020 09:23
      Highlight Highlight Klar. Audis fahren ja schon lange autonom. (Ironie 📴).
    • Caturix 21.02.2020 12:28
      Highlight Highlight @ PixelPirat habe ich das gegenteil geschrieben ? es steht ja das die Software nicht optimal ist. Und Autonom fahren auch die Teslas nicht es ist nur eine Unterstützung alleine föhrt noch kein PKW den man kaufen kann. Nur hat das nichts mit dem Elektroauto zu tun das können auch Verbrenner.
    Weitere Antworten anzeigen
  • BöserOnkel 20.02.2020 14:37
    Highlight Highlight Ich war nie ein grosser Tesla Fan, aber es ist nicht wegzudiskutieren, dass Tesla unsere Mobilität verändert. Und das ist gut so! Seit Jahrzehnten gibt es praktisch keine Fortschritte im den Bereichen Individualverkehr, öffentlicher Verkehr und Schwerverkehr. Erst seit Musk Dampf macht kommt Bewegung ist das Ganze. Vorher hiess es immer nur, wir entwickeln für eine saubere Zukunft, so könnte umweltfreundliche Mobilität dereinst aussehen. Dabei war allen klar, dass die Automobilhersteller vor dem Ende des Ölzeitalter sicher nichts verändern. Jetzt müssen sie und das ist wie gesagt gut so!
  • Pümpernüssler 20.02.2020 14:05
    Highlight Highlight Tesla soll mal endlich einen Kombi rausbringen!
    • Randen 20.02.2020 15:19
      Highlight Highlight Das Model S bietet mehr Stauraum als der grösste Mercedes Kombi. Die Form ist effizienter. Besserer Windwiderstand.
    • Pümpernüssler 20.02.2020 15:33
      Highlight Highlight Es geht um den Kofferraum. Was nutzt mir Stauraum im Fond? Ich brauche einen grossen Kofferraum für eine grosse Hundebox und daneben muss es noch Platz haben im Kofferraum.

      Dein Vergleich mit Mercedes musst du mir aber erläutern. Eine E-Klasse hat einen gewaltigen Kofferraum.
    • Dani S 20.02.2020 15:40
      Highlight Highlight @Randen: Sorry, aber in einen E-Klasse Kombi oder einem SUV kann ich einen grossen Hund UND Gepäck unterbringen (steile Glasflächen), im Tesla eben nicht. Es geht eben nicht alles über CW-Werte; das kennt man als "form follows function"...
    Weitere Antworten anzeigen
  • RyXXel 20.02.2020 14:04
    Highlight Highlight "Eine Headline, dass Tesla sechs Jahre Vorsprung hat, kann dabei nicht schaden."

    Das hat Watson auch bemerkt, siehe Titel 😉
  • bebby 20.02.2020 13:47
    Highlight Highlight Ich wünschte mir einen Musk des öffentlichen Verkehrs. Die Eisenbahn steckt immer noch im 20. Jh. fest und produziert jüngst nur noch Halbgares...
    • ursus3000 20.02.2020 15:47
      Highlight Highlight Du wirst das ja wissen . Und was bist Du von Beruf ?
    • one0one 20.02.2020 16:45
      Highlight Highlight Innovationen auf der Schiene werden im normalfall nicht allzu offensiv verbaut. Wenn man zuviel Innovation verbaut braucht man eine lange beta Phase. Je nach Produkt halb so tragisch, bei einem Zug, wo die Zuverlässigkeit das a und o ist hat das gravierende Folgen. Siehe den neue Bombardier Zug. Aber den findest du ja sicher auch nicht innovativ...
    • Relativist 20.02.2020 17:02
      Highlight Highlight Die Schiene ist ein Konzept des 19. Jahrhunderts und hat keine Zukunft. Der Unterhalt der Infrastruktur ist schlicht zu teuer und das Netz zu wenig flexibel. Damit die SBB den Service Public der Zukunft erfüllen kann, muss ein sofortiges Umdenken stattfinden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • 7immi 20.02.2020 13:42
    Highlight Highlight Auch Tesla hat Zulieferer, allein in Deutschland waren das per Ende 2019 mindestens 36 (Lenkgetriebe, Stossdämpfer, Scheinwerfer, Bremsen, ...). In China und Japan sitzen weitere. Die Tendenz nimmt auch bei Tesla stetig zu, da Zulieferer die Rendite und Kapazität erhöhen, was ja auch das Ziel von Tesla ist.
    Ich finde den Vergleich zwischen Tesla und "den etablierten" generell schwierig. Tesla ist zu einer ganz anderen Zeit eingestiegen mit völlig verschiedenen Randbedingungen. Jedes Unternehmen hat Stärken und Schwächen, Vorsprünge und Rückstände...
    • Keller101 20.02.2020 15:09
      Highlight Highlight Sei vorsichtig kritische Worte, auch wenn faktenbasiert, werden hier nicht goutiert, schreib lieber, TESLA ist super.😀
    • ursus3000 20.02.2020 15:51
      Highlight Highlight Letzthin hat einer geschrieben Tesla mache alles selber weil sie alles besser können
    • 7immi 20.02.2020 16:16
      Highlight Highlight @Keller
      da ich mich etwas in der Branche auskenne streue ich immer mal wieder Fakten. Das Herz / Blitz-Verhältnis ist mier ziemlich egal, sagt es doch mehr über die Leserschaft als über die Faktenlage aus ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scaros_2 20.02.2020 13:34
    Highlight Highlight der kann sich dieses Geflecht und die Loyalität gegenüber den Partnern nicht mehr leisten.

    Jetzt mal ehrlich. Die grosse Autoindustrie ist träge und faul und hat jetzt jahrelang alles outgesourced was möglich ist und knüppelt die Lieferkette.

    Man hätte schon längst bewegen können aber sie fürchten sich vor der Meute.
  • _stefan 20.02.2020 13:29
    Highlight Highlight Das erinnert mich an den Artikel von 2017, als Daimler bei Sixt ein Tesla Model X mietete, vollständig zerlegte und dann zusammengebastelt zurückgab 😆 Offenbar haben sie nun auch bei der Wirtschaftsspionage was dazu gelernt 😉
    https://www.watson.ch/amp/!208239238
  • JaAber 20.02.2020 13:28
    Highlight Highlight Dass Tesla ein Elektronikkonzern sei, der seine Platinen einfach mit einem Gehäuse und 4 Rädern versehe und der ganzen Konkurrenz deshalb um Jahre voraus, stimmt so wohl nicht so ganz. Sonst hätte Tesla die Probleme mit dem Speicherchip „eMMC“, die das ganze Auto lahmlegen können, doch rechtzeitig voraussehen sollen.
    https://www.auto-motor-und-sport.de/elektroauto/tesla-probleme-speicher-laden-2019/
    • Teslanaut 20.02.2020 19:07
      Highlight Highlight Ein Flash-Speicher hat nun mal diese Eigenschaften, egal von welchem Hersteller. Auto-Motor und Sport hat hier aber in einigen Punkten bei der Problembeschreibung übertrieben. Das Auto lässt sich problemlos fahren, die Bedienung wird einfach sehr langsam, Spotify dauert ewig bis die Dateien geladen sind usw.
      Es gibt aber Möglichkeiten dies zu verbessern.
    • JaAber 21.02.2020 08:07
      Highlight Highlight @Teslanaut: Genau deshalb wäre vorhersehbar gewesen, dass nutzlose Schreibvorgänge aus dem System-Logging den Flashspeicher überfordern.
      Gemäss Heise dritt der Fehler, der zum Totalausfall des Autos führen kann, nach etwa 4 Jahren auf, d.h. ausserhalb der Garantie: Kosten ca € 3‘000.00
    • Teslanaut 22.02.2020 07:22
      Highlight Highlight @JaAber: Nun, mein Wagen war 5 jährig, und ich kenne Kollegen mit 2013-Modellen die ebenfalls keine Probleme haben. Wie geschrieben, es kann etwas länger gehen bei Media-Daten laden. Wer aber Trips und Historie des Navi fortlaufend selber löscht kann dies verhindern.
      Naja, mit Heise ist es wie mit 20min und Weltwoche. Wer nur diese liest, und alles glaubt was die sagen und schreiben, hat mit seinem Leben und Dasein abgeschlossen .....
  • Ricardo Tubbs 20.02.2020 13:27
    Highlight Highlight und in punkto vearbeitung und materialanmutung 16 jahre hinterher im vergleich zu den deutschen premiumherstellern, mit welchen sich tesla messen will.
    • DerHans 20.02.2020 14:18
      Highlight Highlight @Tubbs jaja die Ziernähte und Spaltmasse, das macht ein Auto aus, nicht wahr!? Bei jedem gang zum Service schön abgezockt werden, aber wenn die Ziernähte passen, egal.
    • Duscholux 20.02.2020 14:26
      Highlight Highlight Ja das ist schon so. Gerade die Einsteigermodelle der neusten A Klasse oder auch GLA haben wunderschöne Interieurs die ein Tesla nicht liefern kann.
    • mutorintemporibus 20.02.2020 14:52
      Highlight Highlight Und wenn schon. Ist teilweise gewollt, da z.B. konsequent kein Leder (mehr) verwendet wird. Tesla denkt eben das Auto anders und setzt andere Prioritäten, sei es i.S. Technik, sei es bei Service und Support. Es wäre beschämend, wenn jahrzehntelanges Know how i.S. Spaltmassen, perfekten Sitznähten, perfekt passenden Bodenteppichen vom Start-Up einfach so reproduzierbar wäre. Das Gesamtpaket überzeugt aber. Ich verspüre seit früher Kindheit an "Benzin im Blut" (mein Grossvater betrieb eine Autogarage) aber dies wurde verdrängt durch die "Ampère in den Adern". Ansteckend!
    Weitere Antworten anzeigen
  • goschi 20.02.2020 13:00
    Highlight Highlight Was noch dazu kommt:

    Mittlerweile kann Teslas auch Autos herstellen und zwar in guter Qualität und grossen Stückzahlen, damit hatten sie lange Zeit tatsächlich grosse Mühe.
    Der Vorsprung auf die Konkurrenz wird eher grösser, nicht kleiner, mit jeder Evolution lernt Tesla mehr, die Autoindustrie aber bleibt auf die zulieferer-Iterationen angewiesen.

    Das Problem ist also in diesen hypothetischen 6 Jahren nicht gelöst, denn dann ist man erst auf dem Stand wo Tesla jetzt steht, mit den gleichen Problemen, die den Zeitverzug verursachen, nur noch mehr Erfahrung bei Tesla.
    • 7immi 20.02.2020 13:48
      Highlight Highlight @goschi
      Das ist ja die Definition des Vorsprungs: er besteht zum gemessenen Zeitpunkt. In 6 Jahren ist der Vorsprung vielleicht 3, vielleicht aber auch 9 oder 10 Jahre.
      Die Konkurrenz wird gewisse Fehler sicherlich nicht machen, die Tesla gemacht hat, wie auch Tesla viele Fehler nicht machen musste, da man von den Etablierten gelernt hat. Tesla hat viel Arbeit in der Fahrzeugautomation geleistet, währen die Etablierten viel Materialforschung und betrieben und in die Fertigungstechnologie investierten. Abschätzungen über die Zukunft sind also schwierig.
    • MAOAM 21.02.2020 01:44
      Highlight Highlight @7immi: Tesla hat den Vorsprung in dem Gebiet wo die klassischen Automobil Hersteller keine Erfahrung haben. Tesla kann den Vorsprung sogar ausbauen weil das Know-how der klassischen Automobil Hersteller weit verbreitet und käuflich ist. Der technische Vorsprung von Tesla hingegen nicht.
    • 7immi 21.02.2020 11:48
      Highlight Highlight @maoam
      das stimmt so nicht. Wir vergleichen hier ganz verschiedene Konzepte. Bestehende Hersteller setzten auf wachsende Systeme. 1980 kam die elektronische Motorensteuerung, diese wurde später immer mehr vernetzt und die FahrzeugIT wuchs stetig, historisch bedingt aber in Form von einzelnen vernetzten Steuerungen. Demgegenüber steht Teslas zentrales System, das alles managt und eine Eigenkreation und die Stärke von Tesla ist. Teslas System ist sehr leistungsstark, während die Baukastenartigen Systeme der Etablierten dafür universeller verwendbar sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • goschi 20.02.2020 12:57
    Highlight Highlight Tesla entstammt der IT, das Auto als Produkt wird auch behandelt wie ein Produkt aus der IT, konstante Pflege und Weiterentwicklung sind die Basis.

    Im Gegensatz sollte ich für das Navi-update 350.- zahlen, das Entertainmentsystem blieb auf dem (verbuggten) Stand von 2014
    DAS ist wie die Autoindustrie sowas sieht, lästiges Beiwerk.

    Dazu kommt, die Autoindustrie ist praktisch nur noch eine Montageindustrie, alles wird zugeliefert, das macht Änderungen sehr langsam und zäh.
    Tesla hat mit dem gebrochen und eine fast totale vertikale Integration geschaffen, sogar im Design der Leiterplatinen.
    • Heavens 21.02.2020 07:06
      Highlight Highlight "Iterative design" ist bei Musks Firmen Programm.

      Ist natürlich in der etablierten Industrie ein völlig neues Konzept, da wird normalerweise über Jahre designed, geplant, Lieferketten aufgebaut und geprüft während Musk möglichst rasch einen "Prototypen" rausbringt um Erfahrungen und Messwerte unter realen Bedingungen zu erhalten (siehe z.B. auch SpaceX).

      Ich sehe das in unserem Hydraulikbetrieb auch immer wieder, bis ein neues Produkt auch nur als Prototyp hergestellt wird vergehen teilweise 3-4 Jahre und es funktioniert normalerweise trotzdem nicht zu 100%.
  • Sauäschnörrli 20.02.2020 12:45
    Highlight Highlight Und an anderen Orten liegen sie leider 6 Jahren zurück. Z.B. weigerten sie sich einmal sicherheitsrelevante Updates (Airbags) an Fahrzeugen durchzuführen die nicht von ihnen gewartet werden.

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    • Monsieur Cringeadism 21.02.2020 07:45
      Highlight Highlight Mr. Rich Rebuilds ist eine Legende, kann seinen YouTube Kanal nur empfehlen, äusserst amüsant und gleichzeitig sehr informativ, da der gute Herr diese Autos besser kennt als jeder "Experte" hier
  • sowhat 20.02.2020 12:35
    Highlight Highlight Danke für die Zusammenfassung des Munroe Videos. Ich wollts mir anschauen, aber nach nicht mal 1 Minute hab ichs angewidert aufgegeben.
  • Konda2 20.02.2020 12:28
    Highlight Highlight ja, so langsam dämmert es der Autowelt, was da Tesla da geleistet hat, Vorsprung durch Technik. Alan Musk hat noch nie halbe Sachen gemacht, sondern nur genial durchdachte Konzepte.
    • Allion88 20.02.2020 16:44
      Highlight Highlight ist das der bruder von elon?
    • DonChaote 20.02.2020 22:19
      Highlight Highlight @konda2
      Dieser alan musk... ist das der bruder von elon musk? ;)
  • Homo Oeconomicus 20.02.2020 12:26
    Highlight Highlight 🆒 Savas?! 🤔
    • Mia_san_mia 20.02.2020 14:24
      Highlight Highlight Geil das der erwähnt wurde 😉
  • Ökonometriker 20.02.2020 12:24
    Highlight Highlight Europa ist technisch ohnehin massiv ins Hintertreffen geraten. Selbst das Entwicklungsland China hat Europa inzwischen abgehängt. Wirtschaftlich ziehen die USA davon, China holt auf.

    Wenn Europa nicht bald aufwacht, gibt es ein böses Erwachen.
    • ravendark 20.02.2020 13:01
      Highlight Highlight Die USA ziehen nicht davon. Nur Tesla. Andere Autobauer machen Verluste. Den USA sind Krieg viel wichtiger als kluge Autos zu bauen oder in Bildung zu inverstieren. Die USA hat erst 2 gute Autos gebaut - also kluge. Den Ford T und den Tesla - wobei der Tesla ja nicht von den USA gebaut wird :-) Sondern von Elon Musk.
    • luegeLose 20.02.2020 13:48
      Highlight Highlight Immer diese Pessimisten
    • Firefly 20.02.2020 13:52
      Highlight Highlight Naja, da kommen durchaus immer wieder sehr gute Innovationen aus dem europäischen Raum, nur die Inhaber/Leader... in Europa tendieren dazu, Innovation schnell an die Amis zu verkaufen anstatt selber ins Big Business einzusteigen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lodestone 20.02.2020 12:23
    Highlight Highlight Konkurrenz belebt bekanntermassen das Geschäft. Die Kehrseite währe natürlich die vielen Jobs die verloren gehen würden wenn die grossen Autobauer wirklich sich von ,,Ballast,, trennen würden. Das ist wohl der Nachteil wenn man teile der Manufaktur nicht im Haus hat, gibt aber alles Vor- und Nachteile. Vielleicht kommen wir ja doch noch zu Lebzeiten in den Genuss von sichereren Selbstfahrenden Autos.
  • Relativist 20.02.2020 12:21
    Highlight Highlight Das ist eigentlich schon lange klar. Jeder der schon einen Tesla gefahren ist erkennt, dass dies effektiv ein Paradigmenwechsel ist. Es fühlt sich wie ein neues Konzept der Mobilität an. Ein ausbau-, verbesserungsfähiges Konzept.
    • ursus3000 20.02.2020 12:35
      Highlight Highlight " Ein ausbau-, verbesserungsfähiges Konzept " Und ich habe gedacht es wäre das gelbe vom Ei
    • mutorintemporibus 20.02.2020 16:37
      Highlight Highlight @ursus: Noch nie von den OTA-upgrades gehört? Das Auto wird im Lauf der Zeit immer besser, auch das ein grundlegender Unterschied zum traditionellen Verbrenner.
  • Cpt. Jeppesen 20.02.2020 12:21
    Highlight Highlight Tesla ist ein Computer auf Rädern. Die Konkurrenzprodukte sind Autos, welche einen Computer mit verbaut haben. Das ist der primäre Unterschied und der Grund, warum Tesla so massiv bewertet wird.
    Wer eine Stunde Zeit hat, sollte sich unbedingt die Keynote von Tony Seba ansehen um zu verstehen was dieser Unterschied bedeutet und warum die klassische Automobilindustrie in tief in der Krise steckt.
    Play Icon
    • Perwoll 20.02.2020 17:01
      Highlight Highlight So schauts aus, entweder man fährt Auto oder Tesla. Ich fahre gerne Auto.
    • sunshineZH 20.02.2020 18:43
      Highlight Highlight Frage ist, ob das gut ist 😉
  • Einer Wie Alle 20.02.2020 12:04
    Highlight Highlight Kool Savas, nicht Cool Savas...
    • Adrian Eng 20.02.2020 12:26
      Highlight Highlight Habens korrigiert, danke! Toggweiler ist eben mehr in der Volksmusik zu Hause...
    • Einer Wie Alle 20.02.2020 12:32
      Highlight Highlight Kein Problem, habe mich nur ein wenig getriggert gefühlt :-)
    • Patrick Toggweiler 20.02.2020 12:49
      Highlight Highlight Ich bin quasi der nächste Gabalier.
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Analyse

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Wo sich zu DDR-Zeiten das Zentrallager der Stasi befand, will Tesla eine gigantische Fabrik für Elektroautos bauen. Das gefällt nicht allen. Die Ablehnung fusst teils auf gezielt gestreuten Lügen und Halbwahrheiten von Rechtspopulisten und Klimaleugnern, doch es gibt auch berechtigte Kritik.

Mit der überraschenden Ankündigung, in Grünheide bei Berlin die erste europäische Gigafactory für Elektroautos und Akkus zu bauen, hat Tesla-Chef Elon Musk Deutschland elektrisiert.

Tesla-Fans frohlocken. Politiker versprechen Tausende neue Arbeitsplätze. Deutsche Autozulieferer wittern millionenschwere Aufträge. Und Anwohner protestieren für oder gegen die Giga-Fabrik. Von «Da sollen doch nur Polen arbeiten» bis «Ich will hier weiter meine Ruhe haben» reicht die Kritik, wie ein …

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