Wirtschaft
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President Donald Trump, left, talks at the same time that U.S. Trade Representative Robert Lighthizer, second from right, talks with Chinese Vice Premier Liu He, second from left, during their meeting in the Oval Office of the White House in Washington, Friday, Feb. 22, 2019. (AP Photo/Susan Walsh)

Chaos im Oval Office: Trump streitet sich mit eigenem Handelsbeauftragten. Bild: AP/AP

Chinesischer Gast lacht laut los – Trump liefert sich bizarren Streit mit eigenem Mann



Eigentlich könnte man ja erwarten, dass sich im Handelsstreit zwischen China und den USA die beiden Grossmächte miteinander zoffen. Doch am Freitag, bei einem Treffen im Oval Office, hat sich das Ganze etwas anders zugetragen.

Gestritten hatte sich Donald Trump nicht mit dem chinesischen Chefunterhändler und Vize-Regierungschef Liu He, sondern mit seinem eigenen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer.

Vor laufender Kamera lieferten sich die beiden US-Amerikaner ein Wortgefecht über den Begriff «Absichtserklärung». Auf Englisch: «Memorandum of Understanding.»

Sechs Unterhändler seien an der Ausarbeitung von Absichtserklärungen, die als Basis für ein Handelsabkommen dienen sollten, hiess es am Freitag im Weissen Haus.

Lightizer korrigiert seinen Chef.

Darauf wollte eine Reporterin wissen, für welchen Zeitraum diese Absichtserklärungen gelten würden. Trump meinte: «Ich mag keine Absichtserklärungen, weil sie nichts bedeuten.»

Dies wollte Lightizer so nicht stehen lassen, eine Absichtserklärung sei ein Vertrag, so der Handelsbeauftragte, der den Präsidenten umgehend korrigierte: «Auf diese Weise kommen Handelsabkommen in der Regel zustande. Es ist ein echter Vertrag zwischen den beiden Parteien. Eine Absichtserklärung ist eine verbindliche Vereinbarung.»

Im Videoausschnitt ist zu sehen, wie Liu He bei Lightizers Ausführung zustimmend nickte.

Trump hingegen konnte der Argumentation Lightizers wenig abgewinnen. Er fuhr schroff dazwischen und sagte: «Ich bin da anderer Meinung.»

Der Gast aus China lachte darauf deutlich hörbar los. Offenbar fand er die Uneinigkeiten zwischen dem Präsidenten und seinem Handelsbeauftragten höchst amüsant.

Lightizer versuchte in der Folge die Situation zu entschärfen, in dem er vorschlug, den Begriff «Absichtserklärung» nicht mehr zu verwenden. «Wir werden den Begriff ‹Handelsabkommen› verwenden. Wir werden das gleiche Dokument haben; es wird ein Handelsabkommen genannt werden. Wir werden nie wieder eine Absichtserklärung haben», sagte er.

Darauf wurde das Gelächter im Raum nur noch lauter. (cma)

Die bizarre Unterhaltung mit (englischem) Untertitel

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46Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ökonometriker 27.02.2019 09:22
    Highlight Highlight Inzwischen lernte ich auch, warum Trump das tat: unter US Recht müssen MOU nur vom Präsidenten, Staatsverträge aber vom Senat genehmigt werden. Trump möchte hier eine breitere politische Abstützung für seine Politik und daher den Senat involvieren.
  • Mischa Müller 26.02.2019 17:57
    Highlight Highlight Etwas differenzierter bitte: Ein MOU ist eine Ausarbeitung der Interessen zweier Parteien. Ein bindender Vertrag entsteht aus der Verarbeitung von MOUs hin zu verbindlichen (Handels-) Abmachungen. Dass die Praxis bislang hauptsächlich mit MOUs arbeitete, führte zum Problem, dass verschiedene Beteiligte sich nicht zwingend an irgendwelche Vorgaben halten mussten... Ich bin kein Trumpi aber, gar nicht, aber ich verstehe die Präzisierung dieser Praxis.
  • Hans Jürg 26.02.2019 13:07
    Highlight Highlight Ist aber sehr aussergewöhnlich, wenn ein Unterhändler über die Gegenseite laut lacht in derer Anwesenheit. Noch aussergewöhnlicher, wenn das ein Chinese tut. Denn das macht man unter keinen Umständen. Man will ja nicht, dass die Gegenseite ihr Gesicht verliert (gut, Trump hat da nichts mehr zu verlieren).

    Also muss Trump so extrem lächerlich sein (ist er ja auch), dass der gute Mann sich nicht mehr beherrschen konnte.

    Als Profi tritt er jetzt zurück resp. sein Chef schmeisst ihn raus. Denn es darf einem Diplomaten unter keinen Umständen passieren, dass er die Beherrschung verliert.
  • Einloz 26.02.2019 10:23
    Highlight Highlight Der eine lacht laut los, der andere lacht lautlos! 🤭
  • _helmet 26.02.2019 09:39
    Highlight Highlight Sehr witzige Unterhaltung, ein guter Klamaukdrehbuchautor hätte sich das nicht besser ausdenken können.
    ..Einfach krass, wenn man daran denkt, dass das der Präsident der USA ist..
    Und dass er gewählt wurde, irgendwie stimmt mit der Demokratie in den USA wirkl. Einiges nicht (gut, nicht nur dort, wir haben auch 29% SVP im Parlament und 2 im Bundesrat, max die Hälfte würde etwa die Meinungen im Volk wirklich repräsentieren) Geld ist leider politische Macht, auch in Demokratien.
    • Markus86 26.02.2019 13:12
      Highlight Highlight Freue mich schon auf die Version von Saturday Night Live.
  • Safado 26.02.2019 09:13
    Highlight Highlight Wenn es nicht so traurig wäre...

    Ja, wenn die sich schon selber nicht verstehen...das ist ja Babylon pur.
  • Gzuz187ers 26.02.2019 08:18
    Highlight Highlight Idiocracy
  • I_am_Bruno 26.02.2019 08:14
    Highlight Highlight In dem Fall muss ich sagen, dass ich Trump verstehen kann und seinen Input I.O. finde.
    • Adumdum 26.02.2019 13:48
      Highlight Highlight Akustisch hab ich ihn auch Tip top verstanden - laut und deutlich hat er den Schwachsinn verzapft. Somit ist der Input absolut im O-Ton.
    • Fabio74 26.02.2019 17:42
      Highlight Highlight Seinen Schwachsinn den er von sich gibt?
  • rychro 26.02.2019 08:11
    Highlight Highlight Da kommt mir die Szene von How I met you mother in den Sinn: "Nennen wir ihn Ninja-Bericht.". Die Anwesenden dann etwa so: "oh wow, so cool, awesome!".
  • Menel 26.02.2019 07:57
    Highlight Highlight Neusprech; nicht damit man das Volk manipulieren kann, sondern damit der Machthaber versteht, von was gesprochen wird. Orwell würde sich die Augen und Ohren reiben 🤣
  • rogerty72 26.02.2019 07:34
    Highlight Highlight Mal aus einer anderen Perspektive - denn das bereits gesagte ist alles irgendwie korrekt...
    Ich denke Trump würde auch eine grosse Karriere als Manager hier in der Schweiz bzw. Europa hinlegen. Ich bin (leider) oft in Meetings, wo sich Leute auf hoher Managementstufe genau um solche Topics kümmern, anstatt ihren Mitarbeitern zu vertrauen, dass sie in ihrer Kompetenz das Richtige für das Unternehmen - hier für die Regierung bzw. das Land - tun werden.
    Welcome to Micromanagement!
  • Yogi Bär 26.02.2019 07:22
    Highlight Highlight Kindergarten pur. Einfach nur noch lachhaft.
  • Ökonometriker 26.02.2019 05:20
    Highlight Highlight Für die USA ist eine Absichtserklärung nicht verbindlich. Also ersetzt man sie durch einen Staatsvertrag, die sind für die USA ja auch nicht verbindlich.
    So wichtig ist das ja alles auch nicht. Am Ende blutet das gemeine Volk, keiner der dort anwesenden. Da kann man schon lachen.
    • Adumdum 26.02.2019 13:49
      Highlight Highlight MAU ist juristisch ein Vertrag - nur weniger Seiten... Den Rest mit dem Blut und dem gemeinen Volk verstehe ich nicht.
    • Ökonometriker 26.02.2019 15:35
      Highlight Highlight @Adumdum: in einer Krise verlieren die Armen ihre Jobs und ihren Lebensstandard. Oft müssen sie beim Essen und bei der Gesundheit sparen.
      Bei den Reichen ändert sich dagegen bloss die Zahl auf dem Kontoauszug.

      In China verlieren Leute ihre Stelle, die gerade mal ein paar hundert Franken verdient haben. Viele sind Einzelkinder und müssen zu einer ganzen Familie schauen. Eine Krebsbehandlung liegt da dann nicht mehr drin.
    • swisskiss 26.02.2019 20:47
      Highlight Highlight Adumdum : Eine Absichtserklärung, egal ob "letter of intent" oder "memorandum of understanding" ist eine Willensäusserung, die grundsätzlich ohne weitergehende Definition nur allgemeine Vorgaben wir z. B. den Verhandlungsgegenstand, den Verhandlungsbeginn und die Zielvorgaben definiert.

      Aus solchen LOI oder MOU ist kein Rechtsanspruch abzuleiten.

      Und mit Sicherheit ist das kein Handelsabkommen!
  • ujay 26.02.2019 04:36
    Highlight Highlight Trumpmussweg!
  • Beeee 26.02.2019 01:08
    Highlight Highlight 😴
  • Maranothar 26.02.2019 00:11
    Highlight Highlight Hate s diese dünnhäutige Orange tatsächlich geschafft zweimal am Tag wegen beleidigt sein in die News zu kommen?

    Und bringt dabei noch einen chinesischen Diplomaten (denen man eine gewisse Reserviertheit nachsagt) dazu ihn öffentlich auszulachen?

    Ich würd mitlachen wenns nicht zum heulen wär.
  • DemonCore 26.02.2019 00:05
    Highlight Highlight Ein 300m-Volk, das den Westen seit über 50 Jahren wissenschaftlich, kulturell und wirtschaftlich anführt hat es geschafft den absolut grössten Vollidioten dieser Generation zum Präsidenten zu machen.
  • Arneis 25.02.2019 23:40
    Highlight Highlight Ich Naivling dachte, das mit Bush Jr. der Boden erreicht sei. Ich lag offensichtlich falsch.
  • Muselbert Qrate 25.02.2019 22:10
    Highlight Highlight Trump hat recht. Er kennt das aus der Business Welt. Eine Absichtserklärung ist meist ein Vorvertrag, als Übergangszeit damit sich beide Parteien auf den dann folgenden Vertrag vorbereiten können. Ob der tatsächliche Vertrag dann unterzeichnet wird ist eine andere Frage. Absolut verständlicher Input!
    • Adumdum 26.02.2019 13:52
      Highlight Highlight Genau - und da ee sich in seinem Geschäftsleben durch Nähe zur Mafia einen Sch...dreck um Abmachungen scheren musste, ist ein MAU natürlich für ihn auch nix wert.

      Vorvertrag muss übrigens nicht zeitlich begrenzt sein. Fakt 😁 kein alternativer.
    • Fabio74 26.02.2019 17:43
      Highlight Highlight Mumpitz auch ein MoU ist bindend
  • Pisti 25.02.2019 21:41
    Highlight Highlight Eine Absichtserklärung ist eine Vereinbarung aber verbindlich ist sie nicht.
    Insofern hat Trump schon recht, er hätte es aber natürlich auch ein bisschen diplomatischer rüberbringen können.
    • ands 25.02.2019 21:57
      Highlight Highlight Nur gibt es halt nicht mehr als die Absichtserklärung. Absichtserklärungen werden nicht nach einer gewissen Zeit in Verträge umgewandelt, wie sich Trump das vorstellt. Also ändert man den Namen des Dokuments und nennt es "Handelsabkommen". Ist genauso wenig bindend. Aber Trump ist zufrieden.
    • Hierundjetzt 25.02.2019 22:00
      Highlight Highlight Nope. In der Internationalen Politik nicht. Absichtserklärungen CH - EU sind auch verbindlich 🤓
    • Sauäschnörrli 25.02.2019 22:03
      Highlight Highlight Die Verbindlichkeit einer Absichtserklärung wird in der Erklärung selbst geregelt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Randy Orton 25.02.2019 21:29
    Highlight Highlight Genial, wie er sagt man werde den Begriff nicht mehr benutzen und durch Handelsabkommen ersetzen - auch wenn es das gleiche Dokument ist und das gleiche bedeutet. Und Trump dann das Gefühl hat, das kritisierte Dokument sei nun plötzlich viel besser geworden, nur weil es anders heisst😄
    • Olivier Bruegger (1) 26.02.2019 07:46
      Highlight Highlight Nun, es ist ja häufig so, das nur der Titel geändert wird. Um neue Wählerschaften zu gewinnen. Das beste Beispiel ist der Rahmenvertrag.
      Ich finde es wichtig, wenn man die richtigen Begriffe benutzt. Und nicht durch den Titel versucht etwas zu beschönigen. Lg
    • piatnik 26.02.2019 17:53
      Highlight Highlight ist ja wie bei uns...
  • bebby 25.02.2019 21:17
    Highlight Highlight Ich komme mir vor wie im Kindergarten, wo man den Kleinen manchmal recht gibt, damit sie aufhören. Oder im Pflegeheim, bei einer dementen Person.
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