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Studie zeigt: Keine Fehlgeburten durch die Corona-Impfung

Studie zeigt: Keine Fehlgeburten durch die Corona-Impfung und mildere Nebenwirkungen

Schwangerschaft ist ein deutliches Corona-Risiko, das ist schon länger bekannt. Doch in der Schweiz wird die Impfung den betroffenen Frauen trotz neuer Erkenntnisse zur Sicherheit erschwert.
06.09.2021, 06:47
Sabine Kuster / ch media

Der Bund ist vorsichtig was die Impfung von Schwangeren anbelangt. Immer noch. Dies, obwohl seit einem Jahr bekannt ist, dass mit Covid-19 infizierte Schwangere ein deutlich erhöhtes Risiko haben für vieles, wovor sich werdende Mütter fürchten: Präeklampsie, also Schwangerschaftsvergiftung, Frühgeburt oder Thrombosen. Aber auch der Verlauf der Krankheit ist häufiger mit Komplikationen verbunden.

Und so müssen Spitäler immer mal wieder Schwangere auf der Intensivstation pflegen, obwohl diese vom Alter her keineswegs zu den Risikogruppen gehören.

Schwangere Frau, Schwangerschaft Coronavirus
Für schwangere Frauen ist Corona eine Sorge mehr. Die Impfung – und vor allem Studien dazu – können sie mildernBild: shutterstock.com

Das Risiko, an Corona zu sterben, ist bei Frauen im gebärfähigen Alter sehr klein. In einer Schwangerschaft ist es aber rund 22-mal grösser, und die Gefahr eine Frühgeburt nach einer Covid-19-Infektion verdoppelt sich, speziell im dritten Trimester. Das zeigte zum Beispiel eine Studie der Universität Oxford, die im April in «Jama Pediatrics» veröffentlich wurde. Um rund 80 Prozent erhöht ist übrigens das Risiko für Schwangerschaftsvergiftungen, selbst wenn die Infektion symptomlos verläuft. Die Daten stammen noch aus der Zeit vor dem Auftauchen der Delta-Variante, das Risiko dürfte inzwischen höher sein.

Schwangerschaft erhöht das Krankheitsrisiko

«Eine Schwangerschaft ist ein Risikofaktor bei Covid-19 genau wie Übergewicht oder Bluthochdruck», sagt Guillaume Favre, Gynäkologe und Forscher am Universitätsspital CHUV in Lausanne. Er und Manon Vouga haben dazu im Juli 2021 eine Studie im «Scientific Reports» veröffentlicht.

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Während die USA und England die Impfung bereits allen Schwangeren empfehlen, rät das BAG nur Schwangeren mit speziellen Risiken und chronischen Krankheiten explizit, sich zu impfen. Nachdem sich letzte Woche aber sogar der Präsident der eidgenössischen Impfkommission, Christoph Berger, für die Impfung in der Schwangerschaft ausgesprochen hat, will das BAG seine Empfehlung «in den nächsten Monaten» überarbeiten.

Aktuell steht bei den «häufigen Fragen» auf der BAG-Corona-Website: «Eine Impfung von schwangeren Frauen ist vorerst noch nicht generell empfohlen, da noch nicht ausreichend Studiendaten vorliegen.» Die Impfung soll laut dem Faktenblatt zwar für alle Schwangeren möglich sein, erhältlich ist sie aber nur mit ärztlichem Attest ab dem zweiten Trimester. Laut watson-Recherchen führt diese Formulierung des BAG dazu, dass Ärztinnen und Ärzte den schwangeren Frauen manchmal kein Impf-Attest geben. Impfchef Berger sagt dazu:

«Ich hoffe, wir können die Empfehlung so bald wie möglich anpassen, damit sich Schwangere mit gutem Gefühl für die Covid-Impfung entscheiden können.»

Doch warum soll erst ab dem zweiten Trimester geimpft werden? Guillaume Favre vom CHUV erklärt: «Das hat mit Vorsicht zu tun.» Dies, weil in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft das Risiko einer Fehlgeburt (meist aufgrund genetischer Defekte) hoch ist.

«Im­ ersten Trimester wären die Ursachen einer Fehlgeburt nach einer Impfung schwer zu eruieren.»

Will heissen: Die Corona-Impfung könnte für eine Fehlgeburt verantwortlich gemacht werden.

Schwangere spüren weniger Nebenwirkungen

Favre macht aktuell seine Doktorarbeit zu Schwangerschaft und Covid. Er sammelt Rückmeldungen von geimpften und infizierten Schwangeren aus der ganzen Schweiz. Die Resultate werden erst in einigen Monaten vorliegen. «Ich kann aber von jenen Frauen, die ich hier im CHUV sehe, sagen, dass sie die Impfung gut vertragen. Sie haben weniger Nebenwirkungen nach der Impfung, als es für ihre Altersgruppe üblich wäre. Die Frauen hatten Schmerzen am Arm, aber ich sah noch keine mit Fieber», sagt Favre.

Dass Fieber nach der Impfung bei Schwangeren selten vorkommt, ist beruhigend, weil Fieber in der Schwangerschaft vermieden werden sollte – allerdings gilt nur Fieber über mehrere Tage als kritisch. «Nicht unbedingt wegen des Fiebers an sich, sondern wegen des körperlichen Stresses, der damit einhergeht», sagt Favre.

Die milderen Impfnebenwirkungen könnten mit dem veränderten Immunsystem von Schwangeren zusammenhängen, das sich teilweise abschwächt und so ausrichtet, dass der Körper den Embryo nicht abstösst. Eine kleine US-Studie vom März aus Harvard und Boston zeigte jedoch, dass Frauen, die stillen, schwanger sind oder weder noch, offenbar vergleichbar viele Antikörper entwickeln.

In den USA werden Schwangere schon ab dem ersten Trimester geimpft. Das amerikanische Gesundheitsministerium CDC nimmt im Gegensatz zum BAG klar Stellung und schreibt auf der Website: «Die Belege zur Sicherheit der Covid-19-Impfung während der Schwangerschaft haben zugenommen. Die Daten zeigen, dass der Vorteil einer Impfung alle bekannten oder potenziellen Risiken überwiegt.»

Das gelte für die Impfung von Biontech/Pfizer, Moderna und Johnson&Johnson. Aus Tierstudien ergäben sich keine Sicherheitsbedenken, wie auch nicht aus den Rückmeldungen von «V-Safe». Dies ist ein Überwachungsprogramm des CDC, an dem alle Schwangeren teilnehmen können und Beschwerden laufend notieren.

Zahl der Fehlgeburten ist nicht höher als üblich

Aufgrund von «V-Safe» ist die bisher grösste Studie zu Schwangerschaft und Impfung entstanden, sie wurde im Juni im «The New England Journal of Medicine» veröffentlicht. Von 827 Schwangerschaften, die bis zu dem Zeitpunkt beendet waren, hatten 14 Prozent eine Fehlgeburt. Die Autoren schreiben, dies sei – wie auch die Rate von zu früh oder zu leicht geborenen Kindern – vergleichbar mit Studien von Schwangeren vor der Pandemie.

Auch in der Schweiz geht man davon aus, dass eine von sechs Schwangerschaften als Fehlgeburt endet (16.6 Prozent). Dieses Resultat könnte die wohl grösste Skepsis von Schwangeren gegenüber der Impfung mildern. (aargauerzeitung.ch)

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Warum die Covid-19 Impfung nicht unfruchtbar macht – in 2 Punkten

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22 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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What does the fox say?
06.09.2021 07:25registriert Januar 2020
Danke für diesen Artikel. Ich habe mich als Schwangere schon Ende Mai impfen lassen aufgrund der Risikoabwägung aus der Studien aus dem USA und Israel, und Berichten aus der IPS in Zürich. Es war übrigens kein Problem das Attest zu erhalten. Aber dass ich nach der Moderna Impfung nur gerade ein bisschen Armweh und beim 2. Mal gar nichts gespürt habe an Nebenwirkungen hat mich bezüglich Wirksamkeit etwas verunsichert (ob ich genügend Antikörper gebildet habe). Es tat gut zu lesen, dass dies für Schwangere normal ist und trotzdem viele Antikörper gebildet werden.
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