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Wie Aids zur gefürchteten Krankheit wurde – und wann es ausgerottet sein wird

Bild: shutterstock

75 Millionen Menschen haben sich seit Ausbruch des HI-Virus vor bald 40 Jahren infiziert, knapp die Hälfte davon ist an den Folgen daran gestorben. Zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember rollen wir die Geschichte der HIV-Epidemie auf.



In den frühen 1980er-Jahren machte ein neues tödliches Virus Schlagzeilen. Später wurde es unter dem Namen «Human Immunodeficiency Virus», kurz HIV, weltbekannt. Seit 1985 erfasst das Bundesamt für Statistik alle Infektionen in der Schweiz.

Die folgende Grafik zeigt, dass im Spitzenjahr 1986 in der Schweiz über 3'200 Neuinfizierte registriert wurden. In den letzten Jahren hat sich die Zahl bei etwas über 300 jährlich eingependelt. Die in der Grafik erwähnten Kapitel und Meilensteine werden in den folgenden Abschnitten ausführlich erläutert.

Meilensteine und Anzahl Infektionen in der Schweiz

Meilensteine und Anzahl Infektionen pro Jahr Aids

Bild: watson

Eine neue Krankheit taucht auf

Bild: watson

1959

Ältester AIDS-Befund

Die ältesten HIV-Sequenzen fand man in einer Blutprobe einer Person aus Léopoldville, der damaligen Hauptstadt von Belgisch-Kongo, der heutigen Demokratischen Republik Kongo. Die Blutprobe stammt aus dem Jahr 1959, eindeutig auf die Aids-Krankheit zurückführen konnte man sie allerdings erst dutzende Jahre später.

Bild

Kinshasa, damals bekannt als Léopoldville, in den 1950er Jahren. bild via skyscrapercity.com

Inzwischen weiss man, dass die heute weltweit verbreitete Variante des HI-Virus um das Jahr 1920 von Schimpansen auf Menschen übertragen wurde, vermutlich durch Schnittwunden bei der Jagd.

Von Léopoldville (heute trägt die Stadt den Namen Kinshasa) aus verbreitete sich das Virus zuerst entlang des Eisenbahnnetzes. Ab den 1960er Jahren schwappte das HI-Virus vom westlichen Zentralafrika in die anderen Teile der Welt über.

1981

Fälle von «Gay Cancer» häufen sich

In den USA werden einige ähnliche Fälle von jungen, homosexuellen Männern bekannt, die an einer «seltenen und oftmals schnell tödlichen Form von Krebs» erkrankt sind. Der Grund des Ausbruchs sei unbekannt, schreibt die «New York Times» in ihrer Ausgabe vom 3. Juli 1981. In den folgenden Tagen berichten diverse weitere Titel über die medizinischen Vorfälle.

NY-Times-Artikel über AIDS 1981

Artikel aus der New York Times, Ausgabe vom 3. Juli 1981 Bild: nytimes

1983

«Safer Sex»-Guidelines

Die US-Gesundheitsbehörde gibt erstmals bekannt, wie das Virus übertragen wird: Durch sexuellen Kontakt und Bluttransfusion. Entsprechende «Safer Sex»-Guidelines folgen.

HI-Virus wird entdeckt

Bild: watson

1984

Entdeckung des HI-Virus

Zeitgleich entdeckten zwei Forschergruppen das Virus, welches Aids verursacht. Dem Team um die französischen Wissenschaftler Luc Montagnier und Françoise Barré-Sinoussi gelingt es im Jahr 1984 erstmals, im Gewebe eines Aidspatienten einen Virus zu identifizieren.

Ein ähnliches Kunststück gelang kurze Zeit später auch dem US-Virologen Robert Gallo. Da ihm das Patent früher zugesprochen wurde, präsentierte er sich bald als Erstentdecker. Danach folgte ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen den beiden Forschergruppen, der die spektakuläre Forschungsleistung überschattete.

Im Jahr 2008 erhielten Luc Montagnier und Françoise Barré-Sinoussi – zur grossen Enttäuschung Gallos – den Nobelpreis für ihre Forschung. Sie gelten heute als Entdecker des HI-Virus.

epa01513894 Nobel Prize winner in Medicine French virologist Luc Montagnier leaves the Elysee Palace after a meeting with French President Nicolas Sarkozy, Paris, France, 08 October 2008. Dr. Luc Montagnier and Dr Barre-Sinoussi have co-won this year's Nobel Prize. They will share half of the award for discovering HIV, the virus that causes AIDS. The other half goes to German researcher Harald zur Hausen, for the discovery of the virus behind cervical and cancer.  EPA/LUCAS DOLEGA

Dr. Luc Montagnier im Jahr 2008 nach der Nobelpreis-Verleihung. Bild: EPA

1985

Schauspieler Rock Hudson stirbt

Frauenschwarm und US-Schauspieler Rock Hudson gibt als einer der ersten Prominenten sein Coming Out und erzählt öffentlich von seiner Aids-Erkrankung.

In der damaligen Zeit ein Skandal: Die überwiegend ahnungslose heterosexuelle Weltöffentlichkeit erfuhr zum ersten Mal, dass Schwule nicht nur Tänzer, Schneider und Frisöre sind, sondern auch Männer wie du und ich.

FILE - In this August 1982 file photo, actor Rock Hudson poses for a portrait in Los Angeles, Calif. The 1980s proved shattering _ but also galvanizing _ for gay Americans, as an initially mysterious, unnamed disease morphed into the AIDS epidemic. Many thousands of gay men died, including Hudson; his death played a major role in raising public awareness of the disease. (AP Photo/Lennox McLendon)

Durch Rock Hudson erhielt die Krankheit Aids ein Gesicht. Bild: AP/AP

Unter schwierigen Umständen kämpfte Rock Hudson für die Akzeptanz von Homosexuellen und HIV-Betroffenen – so wollte ihn beispielsweise keine amerikanische Fluggesellschaft mehr von Paris zurück in die USA transportieren. Kurz vor seinem Tod war er gezwungen, einen Rückflug für sich alleine zu chartern – für 250'000 Dollar. Hudsons Geschichte sorgte dafür, dass Aids in der Gesellschaft immer mehr zum Thema wurde.

Blutbanken und Rotes Kreuz reagieren

Blutbanken und das Rote Kreuz beginnen 1985, das gespendete Blut auf HIV zu untersuchen. Blut von schwulen Spendern wird nicht mehr angenommen – eine Regelung, die bis vor zwei Jahren auch in der Schweiz Bestand hatte. Heute dürfen Schwule unter speziellen Bedingungen wieder Blut spenden.

Anzahl Infizierte knackt eine Million

Weltweit wird 1985 die Grenze von einer Million Infizierten geknackt. Das Bundesamt für Gesundheit beginnt Infizierte in der Schweiz statistisch zu erfassen, für das Jahr 1985 werden 2'800 Betroffene gezählt.

Aids-Hilfe Schweiz wird gegründet

Begleitet von grosser medialen Aufmerksamkeit wird die Aids-Hilfe Schweiz gegründet. Die Organisation motiviert und befähigt Menschen in der Schweiz seither dazu, sich vor dem HI-Virus zu schützen und bereits Erkrankte nicht auszugrenzen.

Die Zeit der Aufklärung

Bild: watson

1987

Die ganze Welt schaut Schweizer Tagesschau

Der Moderator Charles Clerc zieht sich während der Hauptausgabe der «Tagesschau» vor laufender Kamera ein Kondom über den Mittelfinger – und erregt damit internationale Aufmerksamkeit.

Video: SRF

Lady Diana schockiert die Welt

Im April 1987 schüttelt Prinzessin Diana die Hände von Aidskranken – ohne dabei Gummihandschuhe zu tragen. Mit dieser Geste menschlicher Nähe setzt sie ein Zeichen. Gleichzeitig versetzte sie die Öffentlichkeit in Panik: Eine deutsche Zeitung fragte sogar: «Wird sie jetzt sterben müssen?»

Diana, Princess of Wales, shakes hands with an unidentified 32-year-old AIDS patient in his private room at Middlesex Hospital, London, April 19, 1987. The ward was opened for the care of persons suffering from AIDS and HIV infection. The photographer was requested not to photograph the patient's face. (AP Photo/John Redman)

Lady Diana bei einem Händeschütteln mit einem Aids-Betroffenen. Bild: AP NY

Polo Hofer und «Dr Gummi Song»

Der Schweizer Musiker Polo Hofer trägt mit seinem Song «Stop Aids (Dr Gummi Song)» seinen Teil zur Sensibilisierung von HIV bei.

Erste «Stop Aids»-Kampagne in der Schweiz

Im gleichen Jahr wurde die erste Anti-Aids-Kampagne lanciert. Ihre Ziele waren der Gebrauch von Kondomen und mehr Solidarität für Betroffene.

«Stop Aids»-Kampagnen im Verlauf der Zeit

1991

Basketball-Star Magic Johnson wird positiv auf HIV getestet

Bei einer Routineuntersuchung wird Magic Johnson, Basketballstar der Los Angeles Lakers, positiv auf HIV getestet. Johnson versteht die Welt nicht mehr, wie in aller Welt konnte er HIV-positiv sein? Wie Johnson waren damals viele der Überzeugung, dass nur Schwule vom tödlichen Virus betroffen sein können. Die Krankheit hat den Weg in die heterosexuelle Welt gefunden.

FILE--Los Angeles Lakers'  Earvin

Magic Johnson bei einem Spiel mit den Lakers. Bild: AP

Nach insgesamt drei Tests – alle mit dem selben Ergebnis – gibt er an einer emotionalen Pressekonferenz seinen (zumindest vorläufigen) Rücktritt als Profibasketballer bekannt.

«I'm going to go on. I'm going to beat this, and I'm going to have fun.»

Magic Johnson bei seiner Rücktritts-Pressekonferenz

Später gab Magic Johnson zu, sich bei einer seiner zahlreichen Affären angesteckt zu haben. Heute ist der inzwischen 60-Jährige noch immer als HIV-Botschafter unterwegs.

Tod von Freddie Mercury

Seit mehreren Monaten gab es öffentliche Spekulationen über eine Aids-Erkrankung beim Queen-Sänger Freddie Mercury. Bei seinen Auftritten im September 1991 wirkte er bereits deutlich gekennzeichnet.

Am 23. November 1991 gab er in einem Statement bekannt, HIV-positiv zu sein. Nur einen Tag später starb er an einer Lungenentzündung.

1992

Erfolgsversprechende Medikamente werden getestet

Fast 10 Jahre, nachdem das HI-Virus isoliert wurde, publizieren Forscher erste Berichte über Behandlungsmöglichkeiten. Bis zur Einführung dieser Medikamente vergehen aber nochmals mehrere Jahre.

1994

20 Millionen Infizierte

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt die weltweite Zahl der am HI-Virus Erkrankten auf 20 Millionen.

Skandalöse Schweizer Plakatkampagne

Erstmals zeigt eine schweizweite Kampagne ein schwules Paar. Der Bundesrat wird daraufhin aufgefordert, unverzüglich eine Ethikkommission einzusetzen, welche die Themen und den Slogan der Kampagne prüft. Er lehnt ab.

Bild

bild: bag

Der Wandel zur behandelbaren Krankheit

Bild: watson

1996

HIV ist nicht mehr tödlich

Der grosse Durchbruch ist da: Bei der Welt-Aids-Konferenz in Vancouver wird erstmals die «Kombinationstherapie» vorgestellt. Es gab zwar seit einigen Jahren erste Medikamente, aber erst die sogenannte antiretrovirale Therapie konnte die Vermehrung von HIV im Körper dauerhaft verhindern.

Innerhalb weniger Wochen schöpfen zehntausende Patienten Hoffnung und kriegen die Erkrankung in den Griff – viele von ihnen lagen bereits auf dem Sterbebett.

HIV-Positive können nun jeden Beruf ausüben, ihre Sexualität ausleben und auf natürliche Weise gesunde Kinder bekommen. Die Therapie ermöglicht Betroffenen ein komplett neues Leben – zumindest wenn sie in einem reichen Land leben, das ihnen Zugang zur Therapie ermöglicht.

Spiegel Titelseite

Titelseite des Spiegels, Januar 1997. bild: der spiegel

2001

40 Millionen Menschen leben mit HIV

Inzwischen schätzt die WHO die Anzahl Infizierter weltweit bereits auf 40 Millionen Menschen. Die Zahl der Betroffenen hat sich also in nur sieben Jahren verdoppelt.

2008

Das «Swiss Statement»

Die Eidgenössische Kommission für Aids-Fragen publiziert eine aufsehenerregende Mitteilung: Mit der richtigen Therapie sind HIV-Positive nicht mehr ansteckend. Das «Swiss Statement» trägt massgebend zur Entkriminalisierung von HIV bei – weit über die Landesgrenzen aus.

2016

PrEP erobert den europäischen Markt

«Das Wunder gegen Aids» wurde die Pille bei ihrer Präsentation genannt: Die Prä-Expositions-Prophylaxe, kurz PrEP, schützt genau so zuverlässig gegen HIV wie ein Kondom. Seit 2012 ist sie in den USA zugelassen, in der EU seit 2016. Eine offizielle Zulassung von PrEP in der Schweiz gibt es noch nicht, Schweizer Ärzte verschreiben es daher «off-label», also für einen anderen Gebrauch, als es die Gesundheitsbehörden zulassen.

PrEP bringt den grossen Vorteil, dass man selbst Verantwortung übernehmen kann und sich nicht mehr «nur» auf den Sexpartner verlassen muss. Allerdings schützt die Pille nicht gegen andere sexuell übertragbare Krankheiten wie Syphilis oder Tripper.

2019

Stand heute

Das Bundesamt für Gesundheit schätzt die Anzahl HIV-Positiver in der Schweiz auf knapp 17'000 Personen. Im Jahr 2012 waren es noch gut 15'000 Personen. Yann Hulmann vom BAG erklärt: «Die Zahl der Personen mit HIV-Infektion liegt 2018 höher als 2012, weil aufgrund der Therapie ihre Lebenserwartung steigt. Doch noch immer stecken sich hierzulande einige hundert Personen jährlich mit dem HI-Virus an.»

Weltweit liegt die Zahl der Menschen, die mit HIV leben, bei knapp 40 Millionen. Rund 770'000 Menschen sind im vergangenen Jahr an der Krankheit gestorben.

Diese interaktive Karte zeigt die Anzahl Neuinfektionen weltweit. Noch rund 1,7 Millionen Menschen sollen sich im vergangenen Jahr infiziert haben, die Zahl nahm in den letzten Jahren stetig ab.

2030

Kann Aids besiegt werden?

Der Zürcher Medizinprofessor Jan Fehr gab sich gegenüber der NZZ am Sonntag zuversichtlich, dass die Schweiz im Jahr 2030 das erste Land weltweit sein könnte, in dem es keine Neuansteckungen mit HIV mehr gibt – dank PrEP.

Fakten zu Aids

Immer mehr Geschlechtskrankheiten sind auf dem Vormarsch

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kommentarsektionsreiniger 02.12.2019 14:49
    Highlight Highlight Achja die Pharmaindustrie :).
  • Love_Lu 02.12.2019 09:53
    Highlight Highlight HIV Test ist nicht teuer, soll es kostenfreies Test wie andere Länder sein. Für Jugendlichen sind wichtig. Wenn man seinen Zustand weiss, lässt man sich behandeln. Nach einige Behandlungszeit ist die Person nicht mehr ansteckbar.
  • Kant 02.12.2019 08:16
    Highlight Highlight Was, wenn man eine Impfung gegen HIV möglich wäre? Offenbar ist derzeit ein Stoff in Entwicklung (grossartig, danke, Forscher!). Machen dann die Impfgegner HIV Partys, um ihr Immunsystem zu „stärken“? Mit Gonorrhö etc. inklusive?
  • RozaxD 02.12.2019 08:06
    Highlight Highlight Ehm die Schweiz will durch PreP Aidsfrei werden, aber PreP ist noch nicht zugelassen? Wie?
  • Kong 02.12.2019 00:35
    Highlight Highlight wenn ich das korrekt sehe, dann kann es beim träger unterdrückt aber nie geheilt werden? man ist zeitlebens auf medikamente angewiesen (nebenwirkungen?)
    • RozaxD 02.12.2019 08:07
      Highlight Highlight Ja
  • Saerd neute 01.12.2019 20:25
    Highlight Highlight Personen welche in einer Monogamie leben haben eine sehr gute Garantie nicht HIV positiv zu werden.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 02.12.2019 03:11
      Highlight Highlight Klar. Es geht ja niemals jemand fremd.
    • Kant 02.12.2019 08:07
      Highlight Highlight Warten alle erst 3 Monate ab, gehen zum Test und dann Sex? Man kann sich monogam leben und doch infiziert sein.
    • ChillDaHood 03.12.2019 09:08
      Highlight Highlight Kant - 3 Monate warten? Nö. Aber 3 Monate mit Gummi und erst nach beidseitigem Test ohne.

      Und darauf vertrauen, dass der Partner ziemlich sicher treu ist und im Zweifelsfall nicht so doof, für den Seitensprung kein Kondom zu verwenden.

      Und ja - auch das gibt keine 100% Sicherheit. Aber schon eine ziemlich grosse...
    Weitere Antworten anzeigen
  • solum 01.12.2019 16:23
    Highlight Highlight PrEP muss erworben werden, ist kostenpflichtig. Somit wird das Produkt vornehmlich in industrilisierten Ländern bezogen um sich vor den bereits potenziell infizierten Sexpartnern zu schützen. HIV kommt aber vorwiegend in armen Ländern vor, dort wird mit dem jetzigen Vorgehen, ausser PrEP würde kostenlos abgegeben, HIV eher nicht eradiziert. PrEP ist eine Lifestyle-Pille für den/die Hedonisten und wird aus meiner Sicht kaum etwas zum Verschwinden von HIV beitragen. Sextouristen werden nun eher PrEP konsumieren und von den Sexworkers nur noch ungeschützen Verkehr verlangen.
  • Vecchia 01.12.2019 12:05
    Highlight Highlight " Die Krankheit hat den Weg in die heterosexuelle Welt gefunden. " (1991)

    Diese Aussage erstaunt mich.
    Schon 1981 steckten sich jenste Heroinabhängige in Zürich untereinander an. Nach dem ersten erkannten Fall, Mitte der 80er, versuchten die behandelten Aerzte Süchtige, die sich (und Partner) möglicherweise angesteckt hatten zu suchen und zu testen. Spätestens 1986 war eigentlich klar, dass es jeden treffen kann, der sich nicht an die Empfehlungen der AIDS-Hilfe hält. Dann folgten ein paar Jahre lang panisch irrationale Diskriminierungen Betroffener oder gefährliche Ignoranz.
  • Magnum44 01.12.2019 11:31
    Highlight Highlight Unglaublich, dass so ein Plakat nocht 1995 einen Skandal auslösen konnte. Was für Hinterwäldler sich in diesem Land doch tummeln.
    • ingmarbergman 01.12.2019 14:06
      Highlight Highlight Erstaunt dich das wirklich bei 30% SVP wählern?
  • curiousfluffygreensheep 01.12.2019 11:12
    Highlight Highlight Interessanter und informativer Artikel. Doch der Titel stört mich. Ausrotten werden wir HIV weltweit (und das sollte unser Ziel sein) wohl kaum, da ein tierisches Reservoir besteht. Korrigiert mich bitte, falls ich falsch liege.
    • P. Meier 01.12.2019 13:01
      Highlight Highlight Das dürfte ein Problem sein. Ich sehe noch ein zweites Problem bei den Medizin-Skeptikern und auch Fundamentalisten in Sachen Glaube. Ein aktuelles Beispiel sind die Masern!
    • Hamudi Dudi 01.12.2019 13:27
      Highlight Highlight Wobei ich bei HIV noch niemanden gesehen habe, der fand, dass sie früher auch HIV hatten und es überlebt haben, oder dass HIV die Abwehrkräfte stärkt oder sonstigen Blödsinn. Einzig, dass HIV eine westliche Erfindung sein soll, habe ich schon von ein paar Leuten gehört. Hoffen wir, dass es eine verschwindend kleine Gruppe ist.
    • Beat-Galli 01.12.2019 14:26
      Highlight Highlight Kein Problem. Die Tiere werden wir leider vorher ausgerottet haben, so dass nur noch wir übrig bleiben.
    Weitere Antworten anzeigen

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus …

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