DE | FR
Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Eine Kartoffel wird im Februar 2005 mit einem Sparschaeler REX geschaelt. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Kartoffeln mit Schale essen ist gesund, oder etwa doch nicht? Bild: KEYSTONE

Gewusst? Darum sollte man beim Essen von Kartoffeln mit Schale vorsichtig sein



Als Püree oder Pommes, gekocht oder gebraten: Wir lieben Kartoffeln in jeder Form. Nervig ist vor allem eins, das Schälen. Wer will schon hungrig kiloweise rohe Kartoffeln schälen oder sich beim Pellen gekochter Kartoffeln die Finger verbrühen?

Wie praktisch, dass man das Knollengemüse auch mit Schale essen kann, denkst du – und sparst dir den ganzen Aufwand. Und es heisst doch auch immer, Gemüse sei mit Schale gesünder, weil unter ihr die ganzen Vitamine stecken. Du bist dir also sicher: Kartoffeln mit Schale essen ist nicht nur zeitsparend, sondern auch gesund.

So ganz stimmt das allerdings nicht. Denn die Schale von Kartoffeln kann giftig sein.

Kartoffeln enthalten Giftstoffe, vor allem in der Schale

Kartoffeln enthalten unter anderem Solanin und Chaconin, vor allem in der Schale. Das sind Stoffe, die zu den Glykoalkaloiden zählen, ähnlich wie Nikotin oder Koffein. Glykoalkaloide sollen die Pflanze vor natürlichen Fressfeinden schützen und sind in grösseren Mengen giftig für den Menschen. Mögliche Hinweise auf eine Vergiftung sind Halskratzen, Magen-Darm-Beschwerden und im schlimmsten Fall kann das zentrale Nervensystem beeinträchtigt werden.

Auf der Seite von «Foodwatch» heisst es, dass im Schnitt 10 bis 150 Milligramm Alkaloide pro Kilo in der gesamten Kartoffel stecken, in der Schale sind es 150 bis 1070 Milligramm pro Kilo. In den Keimen ist die höchste Konzentration bis zu 7300 Milligramm pro Kilo.

Die Wahrscheinlichkeit, sich mit Kartoffeln zu vergiften, ist äusserst gering. Dennoch solltest du bei der Lagerung und Zubereitung vorsichtig sein, um Giftstoffe zu vermeiden.

Laut der Vereine für Unabhängige Gesundheitsberatung heisst es jedoch, bis zu ein Milligramm der Glykoalkaloide pro Kilogramm Körpergewicht seien unbedenklich. Bevor du also Panik bekommst, weil du deine Kartoffeln immer ungeschält gegessen hast, und nun die ersten vermeintlichen Vergiftungserscheinungen spürst: Bevor erste unangenehme oder gefährliche Symptome auftreten, müsstest du mehrere Kilo Kartoffelschalen essen.

Dennoch heisst es unter bestimmten Bedingungen Vorsicht beim Kartoffelessen, vor allem mit Schale: Denn je nachdem, wie reif deine Kartoffeln sind und wie du sie lagerst, kann vor allem der Gehalt des giftigen Solanin steigen. Eine hohe Konzentration findest du in grünen Stellen, in Keimstellen, also den «Augen», sowie in runzligen Kartoffeln. Grüne Stellen und Augen solltest du also immer grosszügig entfernen und vor allem ältere Kartoffeln schälen. Besonders junge Kartoffeln kannst du hin und wieder mit Schale essen. Gesundheitlich bringt das laut «Foodwatch» allerdings keine Vorteile, denn die Kartoffelschale enthält kaum Vitamine.

Zur Sicherheit ist es besser, Kartoffeln zu schälen

Wenn du ganz sicher gehen willst, möglichst wenige Giftstoffe aus Kartoffeln zu dir zu nehmen, empfiehlt der Konsumentenschutz weiterhin:

Wie bei den meisten schönen Dingen im Leben heisst es also beim Kartoffelessen mit Schale: nur in Massen und unter bestimmten Voraussetzungen. Und zur Sicherheit machst du dir lieber die Mühe und schälst deine Kartoffeln einfach.

(ak)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Wie Lebensmittel länger haltbar werden

Liebe Schweiz, musst du eigentlich über ALLES Käse giessen?

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die Mutter des Covid-19-Impfstoffs und ihre lange Geschichte der Zurückweisung

20 Jahre lang hat niemand an Katalin Karikós Forschungen geglaubt, weitergemacht hat die Biochemikerin trotzdem. Dank ihrer Beharrlichkeit haben wir nun einen Impfstoff gegen Covid-19. Den Nobelpreis dafür will sie aber trotzdem nicht unbedingt.

Katalin Karikó hat sich noch nie darauf versteift, was andere denken oder tun. Hätte sie es getan, würde sie heute nicht als die Mutter der mRNA-Technik gefeiert.

Es ist jener unerschütterliche Glaube an die Sache und an die eigene Fähigkeit, eines Tages ihre Nützlichkeit beweisen zu können. Diese stille Beharrlichkeit, die nichts braucht ausser Zeit und immer wieder neuen Anläufen, die Karikó zu einer so wahrhaften Wissenschaftlerin machen.

Ein bisschen erinnert sie an Marie Curie, wie sie …

Artikel lesen
Link zum Artikel