Wissen
Forschung

Menschen mit geringem IQ werden eher krank

Menschen mit geringem IQ werden eher krank

13.05.2025, 12:2013.05.2025, 12:20

Menschen mit einem niedrigen Intelligenzquotienten haben ein höheres Risiko für gesundheitliche Probleme als Menschen mit einem hohen IQ. Zu diesem Ergebnis kommt eine Übersichtsstudie von Wiener Forscherinnen und Forschern, die im Fachmagazin «Nature Communications Psychology» veröffentlicht wurde.

Für die Autorinnen und Autoren ist diese Erkenntnis ein Argument für Investitionen in frühe Bildung.

Das Team um die Hauptautoren Jakob Pietschnig und Jonathan Fries von der Universität Wien hat Daten aus insgesamt 49 Studien mit rund 2,9 Millionen Versuchspersonen durchforstet. Auf Basis dieser Informationen verknüpften sie den IQ im Kindes- und Jugendalter mit Gesundheitsdaten im weiteren Verlauf des Lebens.

IQ Test
Die Forschenden wollen bereits im jungen Alter ansetzen.Bild: Shutterstock

Das Ergebnis: Mit einem um 15 Punkte niedrigeren IQ in jüngeren Jahren hat man im Durchschnitt ein um 22 Prozent erhöhtes Risiko für Erkrankungen wie Schizophrenie, Depression, Demenz oder Diabetes später im Leben, wie das Team in der Publikation berichtet.

Im Durchschnitt war der Effekt in Bezug auf psychische Krankheiten stärker ausgeprägt. Allerdings: Der Zusammenhang wurde tendenziell dann geringer, wenn die Gesundheitsversorgung in dem Land, in dem die Untersuchung stattfand, insgesamt besser war.

Daraus folgern die Psychologinnen und Psychologen, dass genau hier wichtige Ansatzpunkte liegen, um die Diskrepanz möglichst klein zu halten: So könne eine Verbesserung im Bildungssystem und der Gesundheitsversorgung «die negativen gesundheitlichen Auswirkungen geringerer Intelligenz zwar nicht beseitigen, aber abmildern», heisst es in der Arbeit. (rbu/sda/apa)

Das könnte dich auch interessieren:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
7 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7
Ein Schweizer erlebt sein blaues Wunder
Eigentlich wollte Johann Jacob Diesbach einen roten Farblack entwickeln. Doch zu seiner Überraschung kreierte er ein leuchtendes Blau. Die Geschichte eines Schweizer Tüftlers in Berlin.
Der Begriff «Chemie» stammt von «Alchemie». Bis zu den Systematisierungsarbeiten von Antoine Lavoisier um 1789 herum gab es keine klare Unterscheidung zwischen ihnen. Wie man aus Dreck oder sonst minderen Grundstoffen Gold oder wenigstens Silber machen konnte, sprich, mit kleinem Einsatz grossen Gewinn – das war ein Thema, das die Welt bis weit ins 18. Jahrhundert bewegte und an dem die Alchemisten eifrig herumtüftelten. Sie waren das, was man heute Freaks nennen würde – teils Quacksalber und Spintisierer, teils experimentierfreudige Tüftler und Wegbereiter der modernen Chemie.
Zur Story