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Antibiotika können Langzeitschäden im Darm hinterlassen

Antibiotika können Langzeitschäden im Darm hinterlassen

Antibiotikaresistenz ist nicht die einzige Folge des Medikaments. Eine neue Studie zeigt: Antibiotika können die Darmflora deutlich länger schädigen als bisher angenommen. Die Auswirkungen hängen stark vom Wirkstoff ab.
17.03.2026, 10:0317.03.2026, 10:03

Antibiotika retten Leben, doch ihr Einsatz ist nicht ohne Folgen. Eine neue Studie zeigt erstmals: Schon eine einzige Behandlung kann die Darmflora bis zu acht Jahre lang verändern. Denn das Medikament tötet nicht nur die bösen, sondern auch die guten Bakterien im Darm.

Ein schwedisches Forschungsteam hat Stuhlproben von rund 15'000 Erwachsenen analysiert. Dabei zeigte sich: Wer in den letzten vier bis acht Jahren verschreibungspflichtige Antibiotika eingenommen hatte, wies eine signifikant geringere Artenvielfalt im Darm auf. Bei einigen Probanden fehlten 10 bis 15 Prozent der ursprünglichen Bakterienarten dauerhaft.

Veränderungen im Mikrobiom

Selbst Personen mit nur einer einzigen Antibiotikabehandlung hatten noch Unterschiede in ihrer Darmflora im Vergleich zu Menschen ohne Antibiotikakonsum. «Das Mikrobiom erholt sich anfangs schnell, erreicht aber oft nie wieder seinen Originalzustand», so das Fazit der Forschenden.

Antibiotika
Selbst eine einzelne Einnahme kann das Mikrobiom langfristig verändern.Bild: Shutterstock

Doch es gibt auch Unterschiede zwischen den Wirkstoffen: Die Schäden im Mikrobiom hängen stark vom eingesetzten Antibiotikum ab. Die grössten und langfristigsten Veränderungen stellten die Forschenden bei Clindamycin, Fluorchinolonen und Flucloxacillin fest. Diese Reserveantibiotika, die bei schweren Infektionen eingesetzt wurden, führten zu einem deutlichen Rückgang nützlicher Darmbakterien.

Bei Penicillin V war das Bild ein anderes: Das leichte bis mittelschwere Antibiotikum, das häufig gegen Infektionen wie Halsentzündungen, Scharlach oder Mittelohrentzündungen eingesetzt wird, verursachte nur leichte und vorübergehende Veränderungen in der Darmflora.

Dysbiose im Darm

Eine verarmte oder gestörte Darmflora (Dysbiose) birgt das Risiko für chronische Entzündungen und Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Verstopfung und schwächt das Immunsystem. Langfristig können chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen (Typ-2-Diabetes), Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien, Übergewicht sowie psychische Störungen wie Depressionen gefördert werden.

Die Studie ist im Fachjournal Nature Medicine erschienen. Während und nach einer Antibiotikatherapie empfehlen die Forschenden eine ballaststoffreiche Ernährung sowie den Verzehr von fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt oder Sauerkraut. Diese unterstützen die verbliebenen nützlichen Darmbakterien.

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