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Fossiler Riesenpinguin entdeckt – Knochen sind unglaubliche 61 Millionen Jahre alt

23.02.2017, 11:2123.02.2017, 11:47

Pinguine probten womöglich bereits zur Zeit der Dinosaurier den aufrechten Gang. Diese Erkenntnis verdanken Wissenschaftler dem Zufallsfund eines Hobby-Fossiliensammlers in Neuseeland.

Pinguine könnten sich schon wesentlich früher entwickelt haben als bisher bekannt – möglicherweise bereits zu Lebzeiten der Dinosaurier. Darauf schliessen Forscher aus dem Fund eines fossilen Riesenpinguins, über den sie im Fachjournal «The Science of Nature» berichten.

Der Waipara-Riesenpinguin im Grössenvergleich zu einem Kaiserpinguin (dem grössten lebenden Pinguin) und einem Menschen.
Der Waipara-Riesenpinguin im Grössenvergleich zu einem Kaiserpinguin (dem grössten lebenden Pinguin) und einem Menschen.bild: Senckenberg

Die Überreste stammen aus dem Zeitalter des Paläozäns, sie sind etwa 61 Millionen Jahre alt. Die Dinosaurier starben vor ungefähr 65 Millionen Jahren aus. Die Wissenschaftler verdanken ihre neue Entdeckung dem Fund eines Hobbysammlers in Meeressand-Ablagerungen am Waipara-Fluss auf der Südinsel Neuseelands, wie Gerald Mayr, Wissenschaftler des Senckenberg-Instituts in Frankfurt, sagte.

Typischer Watschelgang

Dort seien in der Vergangenheit bereits die ältesten bekannten Pinguin-Fossilien gefunden worden – die einer «sehr primitiven Art namens Waimanu», die mit den heutigen Pinguinen nur wenig gemeinsam habe. Das Besondere an der neu entdeckten Art sei, dass sie weitaus mehr mit modernen Pinguinen verwandt sei als die Waimanu-Fossilien.

Die rund 150 Zentimeter grossen Riesenpinguine bewegten sich demnach wohl bereits in dem für Pinguine typischen aufrechten Watschelgang, vermuten die Wissenschaftler nach der Untersuchung der fossilen Fussknochen. «Das zeigt, dass die Diversität unter Pinguinen deutlich grösser war als bisher angenommen», sagte Mayr.

Die Fussknochen des neuen Riesenpinguins (links), im Vergleich mit denen von Waimanu manneringi aus derselben Fundstelle (Mitte) und eines Kaiserpinguins, dem größten lebenden Pinguin (rechts).
Die Fussknochen des neuen Riesenpinguins (links), im Vergleich mit denen von Waimanu manneringi aus derselben Fundstelle (Mitte) und eines Kaiserpinguins, dem größten lebenden Pinguin (rechts).bild: Senckenberg

Für die Pinguinforschung, aber auch hinsichtlich der Evolutionsgeschichte der Vögel insgesamt handle es sich um einen bedeutenden Fund: «Es ist einer der strittigsten Punkte, wann die modernen Vögel entstanden sind und ob es zur Zeit der Dinosaurier schon moderne Vögel gab oder ob das alles erst nach dem Massenaussterben in der Kreidezeit entstanden ist.»

Zur Zeit der Saurier

Der gefundene Beinknochen ähnele denen heutiger Königspinguine. Mit einer Grösse von etwa 150 Zentimetern sei der Riesenpinguin aber wesentlich grösser gewesen. Es handle sich um den ältesten Nachweis von Riesenpinguinen.

«Das ist der erste Fund aus dem Paläozän.» Da nur etwa vier Millionen Jahre zwischen dem Aussterben der Saurier und dem nun gefundenen Fossil liegen, gehen die Forscher davon aus, dass sich Pinguine in ihrer Vielfalt bereits zur Zeit der Saurier entwickelten.

Der Riesenpinguin hatte fast die Grösse des schon länger bekannten Rekordhalters Anthropornis nordenskjoeldi. Dieser bis zu 180 Zentimeter messende, grösste bekannte Pinguin lebte vor etwa 45 bis 33 Millionen Jahren, ist also eine deutlich jüngere Art.

(sda/dpa)

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