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Arcosanti

Arcosanti in Arizona: «Urbanes Labor» in der Wüste. Bild: Shutterstock

7 Experimentalstädte – und was aus ihnen geworden ist



Vermeintlich ideale Städte oder Gemeinschaften haben Menschen schon seit jeher fasziniert. Oft klafft allerdings ein grosser Graben zwischen Anspruch und Wirklichkeit. 

Auroville

Auroville

Grünes Idyll: Die «Stadt der Morgenröte» in Südindien. Bild: Shutterstock

In der Nähe der ehemaligen französischen Kolonie Pondicherry an der südindischen Koromandelküste liegt Auroville, die «Stadt der Morgenröte». Eingeweiht wurde die Experimentalstadt 1968; sie ging aus dem 1926 gegründeten Ashram des indischen Gurus Sri Aurobindo und dessen spiritueller Partnerin Mira Alfassa hervor. Die Französin, meist «Mutter» genannt, setzte die Idee einer universellen Stadt für friedliche Menschen aller Nationen, Rassen, Religionen und jeden Alters in die Praxis um. 

Geplant war eine 50 Hektar grosse Modellstadt, die Lebensraum für 50'000 Menschen bieten sollte. Heute sind es allerdings nur um die 2800 Personen aus aller Herren Länder, die im grössten spirituellen Utopia der Welt leben. Privaten Grund- und Immobilienbesitz gibt es nicht; Eigentümer ist die Auroville Foundation, die eine autonome Körperschaft innerhalb des indischen Bildungsministeriums. 

Auroville

In Auroville gibt es keine Geldzirkulation – dafür eine sogenannte Aurocard.  Bild: Shutterstock

Bargeld wird in Auroville nur an wenigen Orten akzeptiert – Auroville möchte ohne Geldzirkulation funktionieren. Bezahlt – auch von Besuchern – wird mit einer sogenannten Aurocard. Die Einwohner sollten vier bis fünf Stunden täglich etwas für die Gemeinschaft leisten; dafür erhalten sie eine Art Grundeinkommen auf ihre Aurocard. Elektrizität, Schulbildung und Gesundheitssorge sind gratis. Trotz dieses idealistischen Ansatzes gibt es Probleme mit Korruption und Kriminalität. 

Auroville

Spirituelles und architektonisches Zentrum: Der Matrimandir.  Bild: Shutterstock

Auroville wurde in der Form einer Galaxie angelegt, in deren Zentrum sich eine riesige goldene Kugel befindet: Der Matrimandir («Tempel der Mutter»)  ist das Wahrzeichen der Stadt und zugleich ihr spirituelles Zentrum. Der Tempel ist keiner Religion zugehörig und dient der Meditation.  

Arcosanti

1970 gründete der in Italien geborene Architekt Paolo Soleri in Arizona eine Siedlung, die als Laboratorium für Stadtentwicklung dienen sollte. Soleri war Begründer der Arkologie-Bewegung, die Architektur und Ökologie kombiniert. Arcosanti, wie die Experimentalstadt heisst, wirkt wie ein Gegenentwurf zu Suburbia, der archetypischen amerikanischen Vorstadt, deren Gestalt von Einfamilienhaussiedlungen, Shopping Malls und vom Automobil diktiert wurde.

Bild

Gegenentwurf zu Suburbia: Arcosanti. Bild: Shutterstock

In Arcosanti dagegen ist alles konzentriert: Die Wohnbauten stehen nahe beieinander, es gibt ein Amphitheater und eine Bronzegiesserei mitten im Ort, alles ist zu Fuss erreichbar und die Bewohner bauen ihre Nahrung in Gewächshäusern und auf kleinen Feldern an. Damit soll die Ressource Baugrund geschont werden. Diese Ressource ist im «urbanen Labor» Arcosanti tatsächlich nicht stark beansprucht worden: Bisher stehen nur rund ein Dutzend Gebäude – weniger als fünf Prozent des ursprünglich geplanten Umfangs. 

FOR USE WITH FEATURE PACKAGE FOR FRIDAY OCT. 31--Annie Folk, an Arcosanti resident, inspects bronze windbell parts for imperfections, in Arcosanti, near Phoenix, Ariz., on Sept. 24, 1997.  The sale of the windbells comprises a third of the experimental community's annual funding. If ever completed, architect Paolo Soleri's Arcosanti, would rise 25 stories and house about 7,000 peoole over its 15 acres.  Soleri said he created the word Arcosanti as a combination of 'archology' and 'cosanti.' the Italian word for

Bronze-Windglocken sind der Exportschlager von Arcosanti. Bild: AP

So leben statt der anvisierten 5000 nur knapp 100 Personen in Soleris Utopie. Und sie leben nicht wie vorgesehen autark, sondern in nicht unerheblichem Ausmass von den Touristen, die diese futuristisch anmutende Oase der Nachhaltigkeit besuchen – es sind zwischen 25'000 und 50'000 im Jahr. Ihnen verkaufen die Bewohner Bronze- und Tonglocken, die sie in ihrer Mustersiedlung produzieren. Ob diese jemals die von Soleri geplante Grösse erreichen wird, ist zweifelhaft – der Gründer gab 2011 aus Altersgründen alle Funktionen ab und starb 2013.  

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Werbefilm in eigener Sache: «Welcome to Arcosanti». Video: YouTube/Arcosanti

Christiania

Einst exerzierte hier die dänische Armee. Jetzt erstreckt sich ein kleiner Freistaat auf dem 34 Hektaren grossen Gelände in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, die Fristad Christiania. Rund 1000 Einwohner hat die Freistadt, so genau weiss das vermutlich niemand. Vom dänischen Staat wird die Gemeinschaft geduldet, obwohl sie das dänische Recht nicht anerkennt. 

Mitglieder einer Kommune in der alternativen Wohnsiedlung Christiania in Kopenhagen, Daenemark, tanzen mit Kindern, undatierte Aufnahme, wahrscheinlich fruehe 1970er Jahre. (KEYSTONE/EPA/Scanpix Sweden/PRESSENSBILD/Str)

Kommunen-Idyll: Bewohner von Christiania in einer Aufnahme aus den frühen Siebzigerjahren.  Bild: EPA/ SCANPIX SWEDEN

1971 gründete der Journalist Jacob Ludvigsen Christiania. Die Gründung war zum Teil eine Antwort auf das Problem der Wohnungsnot in Kopenhagen, zum Teil hatte sie utopischen Charakter, was sich auch in den Leitlinien niederschlug: Christiania will eine selbstregierende Gesellschaft sein, in der alle und jeder für sich für das Wohlergehen der gesamten Gemeinschaft verantwortlich ist. Zudem soll die Gemeinschaft ökonomisch selbsttragend sein. 

Die Bewohner organisieren sich in einem Plenum (Fællesmøde), in dem Probleme behandelt werden, die das gesamte Gemeinwesen betreffen. Daneben gibt es Gebietssitzungen – Christiania ist in 15 Abschnitte gegliedert –, in denen einmal im Monat lokale Angelegenheiten geregelt werden. Eines der gravierenderen Probleme von Christiania war der Drogenhandel. Harte Drogen sind zwar – genauso wie Waffen, Gewalt, kugelsichere Westen oder Werbung – verboten, während Marihuana toleriert wird. Doch die Freistadt entwickelte sich schnell zu einem Drogen-Schwarzmarkt.

Christiania

Keine Waffen, keine Drogen, keine Gewalt – Piktogramm mit den Verboten, die in Christiania gelten.  Bild: Wikimedia

Berüchtigt wurde insbesondere die Pusher Street, wo es mehrmals zu Schiessereien zwischen rivalisierenden Drogenbanden kam, zuletzt 2016. Seither griffen die Bewohner durch und versuchten, den Drogenhandel zu unterbinden – nicht zuletzt auch, weil der Tourismus die wichtigste Einnahmequelle der Freistadt ist. 

Christiania

Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle von Christiania.  Bild: Shutterstock

Celebration

Was ist besser als Disney World zu besuchen? In Disney World leben! Das haben sich wohl die knapp 7500 Einwohner von Celebration gesagt. Die von der Walt Disney Company 1994 gegründete Planstadt im US-Staat Florida zelebriert das mittelständische amerikanische Kleinstadtidyll. Dem gesichtslosen Einfamilienhausbrei der Vororte stellte Disney das Ideal der fussgängertauglichen amerikanischen Main Street mit kompakter Innenstadt und öffentlichen Plätzen entgegen. 

Disney Celebration, Florida

Main Street: Celebration zelebriert das amerikanische Kleinstadtidyll.  Bild: Shutterstock

In Celebration sollte man eigentlich zu Fuss zur Arbeit und einkaufen gehen können. Die Häuserreihen sind als «villages» rund um die dichte Innenstadt angelegt. Doch der städtebauliche Aspekt tritt für die meisten Beobachter der Planstadt gegenüber dem soziologischen in den Hintergrund. Denn der Disney-Konzern besitzt nicht nur den Grund und Boden in Celebration, er lenkt auch das Schulwesen und regelt das Leben der Bewohner durch ein «Musterbuch» von 70 Seiten Umfang. 

Disney Celebration, Florida

Der Disney-Konzern schreibt die Ausgestaltung der Häuser und Gärten vor.  Bild: Shutterstock

Disney gibt aber nicht nur Richtlinien für die Ausgestaltung der Häuser und Gärten vor. In Celebration gibt es keine politische Vertretung der Bürgerschaft wie ein Stadtparlament oder einen gewählten Bürgermeister. Die Durchmischung der Einwohner ist gering; Celebration ist zu 90 Prozent weiss. Manche Kritiker der Disney-Stadt erinnert Celebration an ein vordergründiges Stepford-Idyll, hinter dessen Fassade etwas Unheimliches lauert. 

Penedo

In den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts planten Auswanderer aus dem jungen finnischen Staat gleich mehrere Kolonien, von denen drei verwirklicht wurden – allesamt in Lateinamerika. 1929 gründete der Pastor Toivo Uuskallio im Süden des brasilianischen Bundesstaates Rio de Janeiro die Kolonie Penedo, die erste finnische Ansiedlung in Brasilien. Uuskallio war überzeugt, dass Gott ihn dazu bestimmt hatte, ein finnisches Utopia in den Tropen aufzubauen. 

Der GRünder von Penedo, Toivo Uuskallio

Kommunen-Gründer Toivo Uuskallio (undatierte Aufnahme).  Bild: finntimes.com

Die finnischen Emigranten waren Idealisten, die in Harmonie mit der Natur leben und eine völlig neue Welt aufbauen wollten. Vegetarismus und Abstinenz gehörte zu ihren Grundprinzipien, dazu ein starker Kommunitarismus: Man wohnte zusammen, die Mahlzeiten wurden gemeinsam eingenommen, das Einkommen gleichmässig verteilt. Der Gemeinschaft gelang es jedoch nicht, auf dieser Basis ein wirtschaftlich autarkes Gemeinwesen aufzubauen und die Rückzahlung von Krediten brach Penedo beinahe das Genick.  

Penedo

Die vegetarische, abstinente Gemeinschaft war ökonomisch zu wenig erfolgreich.  Bild: finntimes.com

Bald wurde aus dem idealistischen Projekt eine gewöhnliche Siedlungskolonie. Der Vegetarismus und der Kommunitarismus wurden aufgegeben. In den Vierzigerjahren begannen die Auswanderer und ihre Nachkommen, den Tourismus als Einnahmequelle zu nutzen. Heute noch verwertet Penedo seine utopische Vergangenheit touristisch; es gibt Hotels und Andenkenläden. 

Penedo

Ein Stück Finnland in Brasilien: Penedo nutzt den Tourismus als Einnahmequelle.  Bild: Shutterstock

Masdar City

Sie sollte die Öko-Stadt der Superlative werden: Masdar City im Emirat Abu Dhabi. 2008 begann der Bau der Wissenschaftsstadt, die CO2-neutral sein und vollständig durch erneuerbare Energien – produziert von einem eigenen Solarkraftwerk und Windrädern – versorgt werden sollte. In der Modellstadt sollten die Bewohner nur noch einen Viertel der sonst üblichen Energie verbrauchen und den Abfall recyclen. Vor allem aber war geplant, dass Masdar City eine autofreie Vorzeigestadt werden sollte – innerhalb des Geländes sollte es nur Fussgänger, Elektrofahrzeuge und Strassenbahnen geben. 

In this picture made available by Masdar and dated Aug. 30, 2010,  shows the the Library building of the Masdar Institute of Science and Technology in Abu Dhabi, United Arab Emirates, where the first students have started to move into the research facility. The dollars 22 billion U.S. (14 billion pounds sterling / 16 billion euro) clean-energy city is being built in the desert outside Abu Dhabi and aims to eventually be a community of 40,000 residents using renewable sources of energy and aiming to use a

Die Bibliothek des Instituts für Wissenschaft und Technologie in Masdar City.  Bild: AP hand out Masdar City

Doch die Planer machten die Rechnung ohne die Bewohner. Die dachten nicht daran, auf ihre spritfressenden Privatfahrzeuge zu verzichten. Aus diesem Grund wurden zusätzliche Strassen angelegt und die Wohnblöcke mit unterirdischen Garagen ausgestattet. Da die geplante Schnellbahn nach Abu Dhabi, das gut 30 Kilometer entfernt ist, bisher nicht gebaut wurde, sind die Angestellten der wenigen in Masdar City angesiedelten Firmen ohnehin auf das Auto angewiesen. 

Masdar City

Nur etwa 5 Prozent der geplanten Bauten sind bisher fertiggestellt worden.  Bild: Shutterstock

Bisher fertig gebaut wurde der Campus mitsamt Bibliothek und Studentenwohnungen. Die Gebäude sind nicht sehr hoch und stehen mit Absicht eng zusammen, denn auf diese Weise spenden sie sich Schatten. Deshalb weist das zu guten Teilen vom britischen Stararchitekten Norman Foster entworfene Masdar City keine Hochhäuser auf, die in heissen Gegenden aufwändig heruntergekühlt werden müssen. 

In this picture made available by Masdar and dated Aug. 30, 2010,  shows the dome or the Library building of the Masdar Institute of Science and Technology in Abu Dhabi, United Arab Emirates, where the first students have started to move into the research facility. The dollars 22 billion U.S. (14 billion pounds sterling / 16 billion euro) clean-energy city is being built in the desert outside Abu Dhabi and aims to eventually be a community of 40,000 residents using renewable sources of energy and aiming to use a

Die Abstände zwischen den Gebäuden sind gering, so sind die Durchgänge beschattet.  Bild: AP hand out Masdar City

Eigentlich sollten mittlerweile bis zu 50'000 Personen in Masdar City leben und arbeiten. Doch die Finanzkrise nach 2008 brachte die Bautätigkeit fast zum Erliegen; bis 2017 wurden nur etwa 5 Prozent der geplanten Bauten fertiggestellt. Es ist nicht sicher, ob Masdar City jemals fertig gebaut wird – jedenfalls nicht vor dem Jahr 2030. 

Twin Oaks Community

In der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre entstanden, getragen von der Hippie-Bewegung, zahlreiche Kommunen. Eine davon, Twin Oaks, wurde 1967 in Virginia von acht Leuten auf einer ehemaligen Tabakfarm gegründet. Die Anfangsjahre waren hart; die Fluktuation der Mitglieder war hoch. Seit Mitte der Neunzigerjahre hat sich die Mitgliederzahl bei rund 100 eingependelt und es gibt Wartelisten für Neumitglieder. Eintrittswillige müssen einen dreiwöchigen Probeaufenthalt als Besucher absolvieren. 

Twin Oaks

Twin Oaks befindet sich im Louisa County im Nordosten des US-Staates Virginia.  Bild: Pinterest

Zentrale Werte in Twin Oaks sind der Egalitarismus und die Gewaltlosigkeit; dazu kommen nachhaltiges und gemeinsames Wirtschaften. Für erledigte Aufgaben erhalten die Mitglieder Punkte. Dabei gibt es keinen Unterschied bei der Bewertung der Tätigkeiten als attraktiv oder unattraktiv und auch keine entsprechende Skalierung der Punktevergabe. Dies ist einer der Gründe, warum eher unattraktive Reinigungsarbeiten oft nicht ausreichend ausgeführt werden – mangelnde Sauberkeit gilt daher in Twin Oaks als Problem, sowohl bei Besuchern wie bei Mitgliedern.  

Die Kommune ist ökonomisch nicht abgeschottet. Sie produziert und verkauft Güter wie Hängematten, Tofu, Blumen und Samen. Jedes Mitglied erhält pro Monat 100 Dollar als persönliches Taschengeld. Für Aussteigewillige ist es daher schwierig, genügend Kapital anzusparen, um nach Jahren in der Kommune wirtschaftlich wieder in der Aussenwelt Fuss zu fassen. 

Twin Oaks

Für erledigte Aufgaben erhalten die Mitglieder Punkte. Bild: twinoaks.org

Viele Freizeitaktivitäten finden in Twin Oaks gemeinsam statt: Tanzen, Meditieren, Spielen. Fernsehen ist erlaubt, allerdings nicht Live-Sendungen, sondern lediglich DVDs und dergleichen. Immerhin ist der Zugang zum Internet erlaubt. Mobil-Telefone wiederum sind im öffentlichen Raum verboten. Insgesamt gibt es in der Kommune nur wenig Privatsphäre. 

Twin Oaks

Die Mitglieder erledigen viele Dinge gemeinsam: Ausbessern von Kleidern im Freien.   Bild: twinoaks.org

Das sind keine Ideal-Städte, aber jene mit der höchsten Lebensqualität:

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • RalpH_himself 03.12.2018 08:03
    Highlight Highlight Als nächstes bitte einen artikel über retortenstädte, aus denen dank viel staatlichem aufwand etwas geworden ist - z. B. Brasilia, Astana, etc.
  • Ophelia Sky 02.12.2018 16:33
    Highlight Highlight Habe Auroville in Indien selber besuchte und es war alles andere als utopisch. Das Essen war überteuert, es gab  Angestellte welche so taten als ob sie Bewohner wären und alles gratis täten. Ohne Geld funktioniert dort gar nichts. Sehr schade
  • Iltis 02.12.2018 15:55
    Highlight Highlight Würd auch in den Sektenblog passen.
  • Triple A 02.12.2018 15:00
    Highlight Highlight Man kann ja gar nicht genug experimentieren. Hoffentlich ist bald eines erfolgreich! Denn das Grossexperiment „Erde“ mit gut 7.5 Mia. Teilnehmern ist es nicht!😢
  • Hans Franz 02.12.2018 14:50
    Highlight Highlight Interessanter Artikel der zum Nachdenken anregt.. All diese Projekte können als Fehlgeschlagen gestempfelt werden. Sie überleben "nur" noch dank dem Tourismus... scheint so als wären wir noch nicht bereit anderst zu Leben...

    Trotzdem Respekt für den Mut einen anderen Weg als andere Allen eingeschlagen zu haben.
  • SeboZh 02.12.2018 14:01
    Highlight Highlight Einer der auch auf die Probleme dabei aufmerksam macht... Fand dies immer ein spannendes Projekt, wir sind aber wohl noch nicht so weit.

    Play Icon
  • Regula Sterchi 02.12.2018 13:57
    Highlight Highlight Kleine Korrektur:
    Christiania hatte früher keinerlei Verbote, was den Handel mit Drogen angeht. Das änderte sich mit den von Euch genannten Schiessereien, welche erst zum Verbot des Handels harter Drogen führten.
  • leu84 02.12.2018 13:53
    Highlight Highlight Wo ist die "Biosphere 2"? Ein gutes Beispiel wie man es nicht machen sollte.
  • Imfall 02.12.2018 12:48
    Highlight Highlight twin oaks zeigt genau, wieso ein bge nicht funktionieren wird!
    • Ovolover 02.12.2018 14:36
      Highlight Highlight Es gibt eine Warteliste?! Also eher ein Argument fürs BGE. Auch wenn der Vergleich vermutlich schwer hinkt.
    • Imfall 02.12.2018 14:51
      Highlight Highlight "Dies ist einer der Gründe, warum eher unattraktive Reinigungsarbeiten oft nicht ausreichend ausgeführt werden"

      rosinenpicken läuft, der rest nicht!
  • Nelson Muntz 02.12.2018 12:16
    Highlight Highlight Sobald da ein Sektenführer oder Konzern die Macht hat, kann es nicht gut gehen. Schon die Deutschen erlebten, was passiert, wenn man sich einem neuen Führer unterwirft.
  • Jungleböy 02.12.2018 11:56
    Highlight Highlight Was sagt uns das? Die menschliche gier ist die wurzel allen übels.
  • Jesses! 02.12.2018 11:53
    Highlight Highlight Sehr spannender Artikel! Erweitert den Horizont und regt zum Denken an.
  • Silent_Revolution 02.12.2018 11:19
    Highlight Highlight Jonestown und Rajneeshpuram hätten eventuell auch noch als ultimative Negativbeispiele hier rein gepasst.
  • Sauäschnörrli 02.12.2018 11:13
    Highlight Highlight Fordlândia darf man nicht vergessen. Ein schöner Beweis, dass wir nicht alles besser können und dass Entwicklung ein Prozess ist, den man nicht einfach verteilen kann wie Suppe.

    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Fordlândia
  • MSpeaker 02.12.2018 10:47
    Highlight Highlight Sprich alle diese Experimentstädte leben hauptsächlich vom Tourismus und Probleme gibt es genau so... Mein Fazit, die sind alle gescheitert
    • satyros 02.12.2018 11:15
      Highlight Highlight Solange die Leute, die dort wohnen und arbeiten, glücklich sind, ist es doch ein Erfolg?
    • Beat Heuberger 02.12.2018 14:13
      Highlight Highlight Mit dieser Haltung landest Du früher oder später in einer Depression.
  • watsinyourbrain 02.12.2018 10:41
    Highlight Highlight Die Christianer sahen schon in den 70ern meeega glücklich aus 🌝
    Benutzer Bild
    • Zerschmetterling 02.12.2018 12:16
      Highlight Highlight Ja jetzt wo dus sagst. Hab die Gesichter zuerst gar nicht gesehen... War abgelenkt 😋
  • Flötist 02.12.2018 10:40
    Highlight Highlight Cool wenn Menschen sowas wagen. Wor tendieren immer dazu solche Wagnisse zu verurteilen, weil sie ja dann doch oft weiterhin Probleme haben. Aber da sag ich nur: Da ist die restliche Gesellschaft kein Deut besser. Wor sind halt Menschen. Aber cool probieren manche etwas Neues!
  • reamiado 02.12.2018 10:35
    Highlight Highlight Interessant zu lesen. Das aktuelle Wirtschafts- und Gesellschaftssystem nicht nur zu kritisieren, sondern versuchen es besser zu machen ist schwer.
  • Mosto 02.12.2018 10:24
    Highlight Highlight Sehr interessanter Artikel. Danke. :)

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

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