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Für diese Krankheiten bist du anfälliger, wenn du gross oder klein bist

Für diese Krankheiten bist du anfälliger, wenn du gross bist – oder klein

Die Körpergrösse hat einen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, an gewissen Leiden zu erkranken. Eine grosse Studie bestätigt frühere Erkenntnisse – und nennt die Krankheiten, für die grosse und kleine Menschen die höchsten Risiken aufweisen.
07.06.2022, 20:5108.06.2022, 15:24
Lara Knuchel
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Gross gewachsen zu sein hat seine Vorteile, zum Beispiel wenn es darum geht, an einem Konzert freie Sicht zu haben. Allerdings kommen die zusätzlichen Zentimeter Körpergrösse mit einem Preis – und zwar einem gesundheitlichen. Das bestätigt nun auch eine gross angelegte Studie.

Demnach steigt mit der Körpergrösse das Risiko, an diversen Leiden zu erkranken: von Herzproblemen wie Vorhofflimmern bis zu peripherer Neuropathie, eine Störung des Nervensystems. Aber: Auch kleine Menschen haben erhöhte Risiken für gewisse Krankheiten.

Was ist der Stand der Wissenschaft?

Grosse und kleine Menschen / grössere kleinere Menschen in einer Reihe. Studie findet heraus: Körpergrösse hat einen Zusammenhang mit dem Risiko, an gewissen Krankheiten zu erkranken.
Grosse Menschen haben – unabhängig des Geschlechts – ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken. Bild: shutterstock

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wissen schon seit einiger Zeit, dass grosse Menschen ein höheres Risiko für eine Reihe von Krebsarten haben, sowie für Erkrankungen wie Aortenrissen und Lungenembolien.

Was das Risiko für Krebs angeht, so fanden beispielsweise Forschende der University of California 2018 heraus, dass es einen klaren Zusammenhang zur Körpergrösse gibt: Demnach steigt pro zehn Zentimeter Körpergrösse das Risiko für Krebs um rund zehn Prozent. Die simple Hypothese der Studienautoren: Jede Zellteilung birgt das Risiko für Fehler und deshalb auch für Krebs.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Die Körpergrösse ist also ein Faktor, der schon vorher mit zahlreichen Volkskrankheiten in Verbindung gebracht wurde. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich bislang jedoch schwergetan, zu bestimmen, ob die Körpergrösse selbst das Risiko darstellt – oder ob Faktoren, die sich auf die Körpergrösse auswirken, (z.B. Ernährung und sozioökonomischer Status) tatsächlich dafür verantwortlich sind.

In dieser neuen Studie versuchten die Forschenden, jene Störfaktoren auszuschalten. Sie machten sich dabei eine bestimmte Methodik zunutze: Genetische Faktoren, die eine gewisse Körpergrösse vorhersagen, wurden so stellvertretend für die Grösse selbst benutzt, um Zusammenhänge mit diversen Krankheiten zu erkennen.

Als Grundlage bediente sich das Team von der University of Colorado bei einer Datenbank über US-Veteranen. Diese enthält sowohl genetische als auch gesundheitliche Informationen. So konnte das Team um den Mediziner Sridharan Raghavan Informationen zu mehr als 250'000 Erwachsenen auf mehr als 1000 Krankheiten und Merkmale analysieren.

Was fand die Studie heraus?

Gross gewachsen zu sein birgt höhere Risiken für folgende Krankheiten oder Leiden:

  • Herzrhythmusstörungen, Vorhofflimmern
  • Krampfadern
  • Periphere Neuropathie, die durch Nervenschäden an den Extremitäten verursacht wird
  • Haut- und Knocheninfektionen
  • Bein- und Fussgeschwüre
  • Asthma (allerdings nur bei Frauen)
Grosse Unterschiede in der Körpergrösse: Diego Schwartzmann und John Isner (9. Mai 2022)
Bei diesen beiden fiel die Körpergrösse besonders auf: Diego Schwartzman und John Isner spielten zusammen Doppel.Bild: instagram/@johnrisner

Aber es gibt für grossgewachsene Menschen auch Good News, so ist das Risiko nachweislich tiefer für folgende Krankheiten:

  • Koronare Herzkrankheiten (Erkrankungen der Herzkranzgefässe)
  • Bluthochdruck
  • Hohe Cholesterinwerte

Was sind die Implikationen?

Die Studienautoren weisen darauf hin, dass die Körpergrösse ein bisher unerkannter Risikofaktor für mehrere häufige Erkrankungen bei Erwachsenen sein könnte. Weitere Studien seien aber erforderlich, um einige dieser Zusammenhänge zu klären. Denn: Auch wenn man jetzt die Risiken für gewisse Krankheiten ausmachen kann, so tappt die Wissenschaft nach wie vor im Dunkeln darüber, weshalb dies genau der Fall ist.

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Riesengrosse Menschen! Zumindest auf den ersten Blick ...

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16 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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pinex
07.06.2022 21:02registriert August 2014
Inder Einleitung steht, dass aich kleine Menschen für bestimmte Krankheiten ein grösseres Risiko haben. Im Beitrag dann nichts dazu - ging das vergessen?
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Nik G.
07.06.2022 22:11registriert Januar 2017
Ab wann ist man denn Gross?
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Jep.
07.06.2022 22:07registriert Januar 2022
Grossgewachsene Menschen haben die besser bezahlten Stellen und werden vom Umfeld als kompetenter wahrgenommen. Ausserdem finden grosse Männer eher und schneller eine Partnerin und grosse Frauen werden im Schnitt älter. So schlecht ist also das Grosssein auch nicht.
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