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Bild: unsplash

Wenn etwas unter den Christbaum gehört, dann sind es diese 12 Bücher (minus 1)

Alle Jahre wieder legen wir uns Geschenke unter den Baum. Man kann sich aber durchaus auch ohne Baum beschenken. Vor allem mit Büchern – die gehen immer und überall.

anna rothenfluh, lukas linder, philipp löpfe



Etwas für Gender-Pazifisten

Steven Schneider: «Wir Superhelden – Kleiner Kursus für Kerle zu Liebe und Leben» (2019)

Mit der Mikropipette stupst er das Spermium an, es beginnt zu schwänzeln vor Freude, dann erschlafft es abermals. Er saugt es auf und durchstösst die zähe Zellmembran der Eizelle. Zack!

Aber was Steven Schneider da in der Petrischale produziert, wird nie ein Mensch werden. Er hat bloss ein bisschen an ungereiften Eizellen geübt – im Labor des Kinderwunschzentrums. Dort spricht er mit Michael Häberle, dem Fortpflanzungsspezialisten, der sagt, dass die Männer in zwei Millionen Jahren ausgestorben seien. Die Spermien des heutigen Mannes seien jetzt schon doppelt so untauglich wie die ihrer Grossväter. Steven Schneider findet das bedauernswert, Michael Häberle weniger. Stammzellen würden in Zukunft fähig sein, selber Spermien zu züchten. Bei Ratten funktioniere das schon. Wer braucht da noch Männer?

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Steven Schneider, geboren 1964, sucht immer und überall nach Liebe. Er lebt mit seiner Frau, seinen beiden Töchtern, einer Hündin, zwei Katern und drei männlichen Rennmäusen in der Nähe von Zürich. bild: elstersalis

Diese Frage beantwortet der Schweizer Kolumnist Steven Schneider in seinem neuen Buch mit einem sehr rührenden Ja. Er spricht mit ihnen über die eigene Entbehrlichkeit, über das Scheitern, über Heldentaten und Bewunderung, aber vor allem über die Liebe. Mit Peter Lude zum Beispiel, einem Psychotherapeuten, der mit zwanzig Jahren kopfvoran in die Tetraplegie gesprungen ist und, anstatt in eine Depression zu rutschen, einfach weitermachte.

Er war neugierig, welche Lösungen das Leben ihm ermöglichen würde. Und er fand zu einer neuen inneren Lebendigkeit. «Einer Wachheit, die einer Art innerer Fitness ohne äussere Bewegung entspricht.» Seine Frau heiratete er drei Jahre nach seinem Unfall. Sie nahm die ganze Situation stets als absolut selbstverständlich – und habe ihn so auf eine elegante Weise enthindert.

«Betrachtet Ihre Frau Sie als Helden?», fragt der Autor am Ende den Psychotherapeuten. Und er:

«Nein. Und wenn ich es täte, würde sie mir alle Blätter von meinem Lorbeerkranz zupfen und sie in eine Suppe tun.»

Peter Lude, Psychotherapeut

(rof)

Etwas für den Gerechtigkeitssinn

Tom Wright und Bradley Hope: «Billion Dollar Whale» (2018)

Wer den Film «Crazy Rich Asians» gesehen hat, weiss, dass Dekadenz kein Privileg des Westens ist. Die Superreichen im Fernen Osten können Prunksucht und was der Soziologe Thorstein Veblen einst «auffällige Verschwendung» (conspicuous waste) nannte genauso gut wie wir. Vielleicht sogar noch ein bisschen besser. Das zeigen die beiden «Wall Street Journal»-Reporter Tom Wright und Bradley Hope in ihrem Buch «Billion Dollar Whale» auf.

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bild: hachettebookgroup/bearbeitung watson

Es ist die wahre Geschichte von Jho Low, einem chinesisch-stämmigen Malaien. Er hat eine der grössten Gaunereien aller Zeiten inszeniert und dabei gegen sieben Milliarden Dollar abgezockt. Low stammt aus einer relativ reichen Familie. Er hat die renommierte Wharton Business School absolviert, und er hatte einen Plan: einen Staatsfonds nach arabischem Vorbild zu gründen und damit Milliarden von Dollar einzukassieren. Entstanden ist so der Staatsfonds 1MDB, der vordergründig der Entwicklung Malaysias dienen sollte, aber in Wirklichkeit ein gigantischer Betrug war.

Arabische Kronprinzen – davon gibt es einige, und nicht alle sind vertrauenswürdig – haben bei diesem Betrug Pate gestanden. Der damalige Premierminister Malaysias, Najib Razak, und seine geltungssüchtige Ehefrau waren willfährige Helfer und wurden mit üppigen Geschenken bei der Stange gehalten. Schweizer Banken wie die Banca della Svizzera Italiana spielten mit, wenn auch nicht in der Hauptrolle. Diese geht an die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs. Sie liess sich ihre Dienste mit hunderten von Millionen Dollar entschädigen.

Wright/Hope bestätigen einmal mehr die These, wonach nichts spannender ist als die Wirklichkeit. Sie erzählen die Geschichte von 1MDB verständlich und spannend. Auch Laien können nachvollziehen, mit welchen Tricks unglaubliche Summen ergaunert werden konnten. «Billion Dollar Whale» ist jedoch vor allem eine Moralgeschichte. Lows Prunksucht war krankhaft. Ohne mit der Wimper zu zucken liess er eine Million Dollar für Champagner in einer Nobeldisco in Saint Tropez liegen, um seine Kumpels zu beeindrucken – an einem Abend, wohlgemerkt. Guten Freundinnen wie Paris Hilton schenkte Low für einen lustigen Abend im Casino gerne mal Coupons im Wert von 200’000 Dollar. Die Frau des malaiischen Premiers pflegte eine Hermès-Boutique zu betreten, auf zwei, drei Gegenstände zu zeigen, die sie nicht wollte. Den gesamten Rest liess sie im Privatjet abtransportieren.

Am Traurigsten ist jedoch die Art und Weise, wie Hollywoods linksliberale Schickeria mitspielte, allen voran Leonardo DiCaprio. Low finanzierte unter anderem den Film «The Wolf of Wall Street», in dem DiCaprio die Hauptrolle spielt. Der Star revanchierte sich, indem er immer wieder bei Lows Partys als prominentes Feigenblatt auftrat. Es ist zum Kotzen. Nachdem der Betrug aufgeflogen war, verschwand Low und wird heute irgendwo in China oder Thailand vermutet. DiCaprio gab reumütig einige Geschenke in Millionenhöhe wieder zurück. Der Premierminister Malaysias wurde abgewählt und muss sich in einem Jahrhundertprozess verantworten. Goldman Sachs muss sich mit einer Schadenersatzklage in Milliardenhöhe herumplagen. Immerhin.

(pl)

Etwas für poetische Playmobilisten

Tanja Maljartschuk: «Blauwal der Erinnerung» (2019)

Das ist mein «Die Vermessung der Welt». Tanja Maljartschuk erzählt die Geschichte des ukrainischen Freiheitskämpfers Wjatscheslaw Lypynskj, eine historische, völlig vergessene Figur. Kein Held, sondern eher ein hypochondrisches Würstchen, dessen leidenschaftlicher Furor zum Vergnügen des Lesers etwas ungemein Groteskes und Unterhaltsames hat.

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bild: Kiepenheuer&Witsch/bearbeitung watson

Die Autorin befasst sich mit Lücken und Traumata der ukrainischen Geschichte und sie tut dies anhand akribischer historischer Recherche, die sie so packend und lebendig wiedergibt, dass man sich bei ihrer Nachdichtung an Daniel Kehlmann erinnert fühlt. Nur dass Maljartschuk weit über Kehlmanns Playmobil-Prosa hinausgeht: da ist auch Poesie, beissender Witz und Selbstironie. Und Menschlichkeit. Die schwindelerregende Komposition, bei der historische Ereignisse mit der Lebenspanik der Ich-Erzählerin parallelisiert werden, lässt Geschichte nicht als ehernes Gotteswerk erscheinen, sondern als Summe von Banalitäten und Kleinigkeiten: der tagtäglichen Idiotie.

(luli)

Etwas für Kinder

Max Velthuijs: «Was ist los, Frosch?» (1993)

Dieses wunderbare Büchlein ist in den Zeichnerfingern des Niederländers Max Velthuijs entstanden. Das Fröschlein mit den rot-weiss gestreiften Hosen fühlt sich eines Tages sehr komisch. Es setzt sich auf einen Stein am Fluss, es weiss nicht, ob es glücklich ist oder traurig.

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In den neueren Auflagen heisst das Büchlein «Frosch ist verliebt».

Der Hasen-Arzt hört sein kleines und wild schlagendes Froschherzchen ab, und sagt seinem Patienten: «Du bist verliebt!» Und wie er das ist. In die schöne, weisse Ente. Aber der Frosch ist schüchtern, er malt eine Zeichnung für die Ente – mit viel Grün, seiner Lieblingsfarbe, und legt sie in der Nacht auf ihre Türschwelle. Er pflückt ihr einen Blumenstrauss, aber auch der landet nur vor ihrer Haustür. Der Frosch rennt ganz schnell weg, damit die Ente ihn nicht sieht.

Doch bald nimmt er seinen ganzen Mut zusammen, wird gar waghalsig und versucht den Weltrekord im Hochsprung zu brechen, um die Ente zünftig zu beeindrucken.

(rof)

Etwas für Kamika-Pilzsammler

Dorota Maslowska: «Andere Leute» (2019)

«Du, hab mir jetzt auch mal so einen Tokarczuk gekauft», tönt es seit ein paar Wochen durch die Gassen, und Lesegrüppchen schlagen ächzend die erste Seite der Jakobsbücher auf. Dabei könnten sie es leichter haben. Und besser. Die beste polnische Autorin heisst nämlich Dorota Maslowska. Fünf Bücher hat sie bislang geschrieben, die vom Genre her dem Segment «poetisches Kotzen» zuzurechnen sind.

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bild: rowohlt/bearbeitung watson

Handlungsort ist die polnische Gegenwart, wo der Sozialismus den Leuten noch in den Knochen liegt, der Neoliberalismus die Gesellschaft spaltet und die Religion heuchlerisch versöhnen will. Protagonist ist die Sprache: eine betörende Mischung aus Jargons, die Maslowska mit parodistischer Boshaftigkeit zu einem lyrischen Rap vermischt.

Die Sätze sind wie giftige Pilze von betörend narkotischer Wirkung – Peter Handke könnte tagelang durch den Wald stürmen und nicht einen davon finden. Natürlich ist so etwas kaum zu übersetzen. Obwohl Olaf Kühn auch bei «Andere Leute» Meisterarbeit geleistet hat. Man soll das Buch trotzdem kaufen und es bewundern und sich ärgern und schämen, dass man kein Polnisch kann

(luli)

Etwas für gute und weniger gute Christen

Eduardo Albinati: «Die katholische Schule» (2018)

Viele Bücher rühmen sich ja auf ihrem Rücken, sie würden das ganze Leben beinhalten. Die meisten lügen. Nicht so Albinatis Wurf. Schliesslich hat der Italiener auch sagenhafte 1296 Seiten mit seinen eigenen Erfahrungen und Gedanken vollgeschrieben. Sein Ich-Erzähler wächst wie er selbst in den Siebzigern auf und geht auf eine katholische Privat-Schule in einem der besseren römischen Viertel. Seine ganze Jugend liegt in den Händen von Rock tragenden Männern. Die Auswirkungen sind dementsprechend fatal.

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bild: piper/bearbeitung watson

Und Albinati analysiert sie alle schonungslos, das Gehabe und die Machtkämpfe unter den Jugendlichen, die sie für nötig halten, um zu Männern zu werden. Diese Show, die sie immer nur fürs eigene Geschlecht aufführen und die deshalb immer leicht angeschwult wirkt, weil das Publikum, das ihre Männlichkeit tatsächlich beurteilen könnte, fehlt: die Mädchen.

Aus diesem verrohten Umfeld stammen nun auch die drei Jugendlichen, die eines Tages eine 17- und eine 19-Jährige entführen und sie in einem Ferienhaus in Circeo so lange foltern und vergewaltigen, bis die eine stirbt.

Wie ein blutiger Faden zieht sich die grausame Tat durch den Roman und wird doch niemals voyeuristisch ausgeschlachtet. Der Autor will diese düsterste Ausformung männlicher Gewalt aufrichtig verstehen, bis ihn dann doch wieder der Wunsch zu übermannen scheint, es möglichst weit von sich zu schreiben, es tief unter anderen, lustigen Dingen zu vergraben. Vielleicht will er aber auch einfach immer und immer weiter erzählen. Denn das ist es, was er macht. Ganz grosse, ausufernde Literatur.

«Manchmal könnte man meinen, der Katholizismus sei Vorläufer und Epigone des Surrealismus. Er nimmt eine x-beliebige Sache und behauptet, sie sei das genaue Gegenteil dessen, was sie ganz offensichtlich ist. Man geht zu einer Beerdigung und ist traurig, weil man jemanden verloren hat – zumindest darüber sollte es keine Zweifel geben –, wünscht sich, in Ruhe weinen zu können, und dann steht immer, wirklich immer, als wäre es ein Fluch, ein Priester auf der Kanzel, der einem stets aufs Neue versichert, der Freund oder liebe Angehörige, um den man trauert, sei nicht tot. Nein, er ist nicht tot. Enzo ist nicht tot. Silvana ist nicht tot. Cesare ist nicht tot. Rocco lebt noch. Wie das, er ist also nicht gestorben?! Und was machen wir dann hier? Nein, er ist nicht tot, er lebt, und ihr müsst nicht traurig sein, sondern mit ihm ... für ihn ... frohlocken ...

Klar, jetzt er im Paradies, also ist er feiner raus als vorher, das leuchtet selbst mir ein, ich bin ja nicht völlig blöd: Trotzdem fühle ich mich von dieser Philosophie verarscht. Sie macht mich so wahnsinnig wütend [...] Der Trick ist mir zu raffiniert und gleichzeitig zu platt. Man muss die Tatsachen nur ins Gegenteil verkehren, und zack!, hat man die Lösung. Wenn man arm ist, ist man in Wirklichkeit reich; Krankheiten sind ein Geschenk Gottes; wenn jemand stirbt, ist das ein Segen, weil er jetzt bei den Engeln ist, die Ersten werden die Letzten sein, wer flucht, lobt Gott, ohne es zu wissen, wenn man sich von Gott entfernt, heisst das, dass man ihn sucht, und wenn Gott nicht da ist, heisst das, dass er ganz bestimmt da ist ...

Kann es sein, dass es in diesem Leben nicht eine einzige Sache gibt, die von vornherein klar ist und die man nicht erst verkehren muss?»​

(rof)

Etwas für Vollzeitmelancholiker

Jaroslaw Iwaszkiewcz: «Die Fräulein von Wilko – Drei Novellen» (1985)

Dieses Buch ist leider vergriffen. Niemand kann es lesen. Ausser ich. Das ist wirklich schade, denn es beinhaltet die drei schönsten Novellen, die jemals geschrieben worden sind: «Die Fräulein von Wilko», «Das Birkenwäldchen», «Mutter Joanna von den Engeln». Allein bei der Aufzählung der Titel muss ich Bäche weinen.

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bild: lukas linder

In allen drei Erzählungen macht der Tod die Musik, schlägt dabei jedoch ganz unterschiedliche Töne an: Von der melancholischen Heiterkeit einer Reise in die Vergangenheit und deren Möglichkeiten, die einem nun für immer verschlossen bleiben («Die Fräulein von Wilko»), über die meditative Finsternis, wenn ein Tuberkulosekranker ins Forsthaus seines Bruders zurückkehrt, um dort auf den Tod zu warten («Das Birkenwäldchen»), bis zur schrillen Hysterie in der Geschichte eines Priesters, der in ein abgelegenes Kloster geschickt wird, um eine Gruppe Nonnen, die vom Teufel besessen sein sollen, zu exorzieren («Mutter Joanna von den Engeln»).

Jaroslaw Iwaszkiewicz, im eigenen Leben zerrissen zwischen seiner bürgerlichen Rolle und seiner Bisexualität, schrieb sicherlich keine Feel-Good-Literatur. Die Welt seiner Helden ist beinahe immer von einer elegischen Trauer der Resignation überschattet. Und doch bergen seine Texte auch eine irgendwie ganz tröstliche Nachricht: Am Ende ist man immer selber schuld.

(luli)

Etwas für Rachedurstige

Fred Vargas: «Der Zorn der Einsiedlerin» (2017)

Fred Vargas ist Archäologin. Und sie ist die Schöpferin der Krimi-Reihe um Jean-Baptiste Adamsberg, dem Kommissar der Brigade Criminelle des 13. Pariser Arrondissements. Diesen Mann gilt es zu rühmen, weil er so reizvoll anders funktioniert als der gängige Polizist. Er säuft nicht, er ist nicht von Selbsthass zerfressen und er weint auch keiner Exfrau hinterher wie alle seine skandinavischen Kollegen. Er stammt aus den hohen Pyrenäen; da wird nicht geweint.

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bild: randomhouse/bearbeitung watson

Vor allem aber denkt Adamsberg nicht logisch. Eigentlich denkt er überhaupt nicht, er spürt vielmehr und setzt sich aus ganz und gar schummrigen Erinnerungsfetzen und Krümeln von angestaubtem Halbwissen sein eigenes Bild zusammen. Alles spielt sich in den Windungen seines Unterbewusstseins ab. Er ist reinste Intuition. Und natürlich enorm erfolgreich damit, wenn auch enorm langsam.

In seinem 10. Fall spielt das aber keine Rolle, weil erst sowieso überhaupt niemand seines Teams glaubt, dass es überhaupt einen Fall gibt: Drei alte Männer sterben eben einfach an einem Biss der Einsiedlerspinne. Doch Adamsberg deckt bald die ganze grauenvolle Geschichte dahinter auf. Er ist der Einzige, der im Nebel sehen kann – auch wenn es ihm dieses Mal überhaupt nicht gefällt, was er darin erkennt.

(rof)

Etwas für niemand

Ian McEwan: «Die Kakerlake» (2019)

Wenn ein Pedant sich vornimmt, ein umwerfend komisches Buch zu schreiben, kann das Ergebnis umwerfend komisch sein, in den meisten Fällen ist es wahrscheinlich aber umwerfend langweilig. Wie bei Ian McEwan. Der Mann ist ja nun nicht gerade als Humorist bekannt, der berühmte englische Humor ist scheinbar spurlos an ihm vorbeigegangen. Warum auch nicht? Es müssen ja wirklich nicht alle lustig sein, und dass McEwan andere Qualitäten hat, hat er ja schon zu Genüge bewiesen.

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bild: diogenes/bearbeitung watson

Dieses Buch aber ist einfach furchtbar. Das Hauptproblem ist seine Umständlichkeit. Die Satire auf die englische Wirklichkeit basiert auf dem Gedanken, dass in England der Geldfluss umgedreht werden soll. Das allein stellt für den Leser und leider auch für den Autor eine logische Herausforderung dar: Seitenlang wird erklärt, was das genau bedeuten soll. Aufhören, will man dem Mann zurufen. Wir haben es immer noch nicht begriffen und wir wollen es auch nicht begreifen. McEwans Grundidee ist aber die Verdrehung von Kafkas Parabel «Die Verwandlung»: Ein Käfer wacht eines Morgens als Mensch auf. Das ist genauso lustig wie ein Text zum Thema: «Was macht eigentlich Godot?»

Damit kann man eine Abendgesellschaft zwischen Hauptgang und Dessert unterhalten oder seine Frau vor dem Einschlafen zu Tode nerven («En Chäfer, wo as Mensch ufwacht. Begriifsch?»). Bücher füllen sollte man mit derlei Ideeli jedoch nicht.

(luli)

Etwas für die ganz dunkle Seite

Ian McGuire: «Nordwasser» (2016)

Schon wieder ein Ian, aber dieses Mal gar kein so übler. Hier wird nicht lange gefackelt, hier wird gemordet. Aber so wie gefressen und geschissen wird. Als Antwort auf ganz primitive Bedürfnisse.

Henry Drax ist das wohl unheimlichste Geschöpf, das mir seit Langem untergekommen ist. Sowas Abstossendes kann nur aus dem Kopf eines Literaturprofessors kommen.

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bild: mare/bearbeitung watson

Ein Harpunier, der 1859 mit einem Walfangschiff aufbricht in die arktischen Gewässer der Baffinbucht. Begleitet von einer Sprache, die ebenso wenig Erbarmen kennt und immer wieder zermetzelt wird von den Stichen des Speers, mit dem Drax den Wal bearbeitet, der noch immer hoffnungslosen Widerstand leistet. Blut und Rotz spritzt aus seinem Blasloch, um ihn herum schäumt und tobt das rot gefärbte Wasser wie brodelnde Höllenlava. «Schenk mir ein letztes Stöhnen», sagt Drax zu ihm. «Genau so, mein Herzblatt, noch zwei, drei Zentimeter, dann haben wir es geschafft.»

Auch den Schiffsjungen schafft Drax und stopft ihn in einen Bottich – zum Walfett. Man will diesem Mann nicht folgen und tut es doch. Vielleicht, weil man hofft, ihn am Ende irgendwie zu begreifen. Doch die Geschichte bleibt ihrem Protagonisten treu, neben der Brutalität ist da nichts, kein Firlefanz und auch keine Psychologisierung. Sie bleibt roh und kalt wie der tote Walfisch, den sie nach Hause bringen.

(rof)

Etwas fürs Weltverständnis

Paul Mason: «Klare, lichte Zukunft» (2019)

Paul Mason ist einer der führenden Intellektuellen Grossbritanniens. Sein Buch «Postkapitalismus» gilt als Meilenstein der modernen Sozialwissenschaften. Sein jüngstes Werk «Klare, lichte Zukunft» ist eine Abrechnung mit dem Neoliberalismus.

Mason ist Marxist, aber kein Fan der kommunistischen Parteien. Er erkennt in den autoritären Regimes der Gegenwart – von Putin über Xi bis zu Trump – die Folgen einer aus dem Ruder gelaufenen Globalisierung und einen frontalen Angriff auf die Menschlichkeit.

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bild: suhrkamp/bearbeitung watson

Die aktuelle Krise ist für Mason existenziell: «Auf dem Weg ins dritte Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts zertrümmert ein Bündnis ethnischer Nationalisten, Frauenhasser und autoritärer Politiker die Weltordnung. Gemeinsam sind ihnen die Geringschätzung für die universellen Menschenrechte und die Furcht vor der Freiheit», schreibt er.

Das Thema ist bedrückend und komplex. Doch Mason schafft es, verständlich und nachvollziehbar darüber zu berichten. Selbst wer sich für gut informiert hält, erfährt Neues und Erhellendes. Kennt ihr etwa die Flagge von Kekistan und ihre Bedeutung? Oder wisst ihr, weshalb auf Pornhub Clips mit gehörnten Ehemännern so beliebt sind? Zudem ist Mason immer gut für Zitate, die haften bleiben.

Hier ein Beispiel:

«Vor 2008 versprach der Neoliberalismus: Das Leben wird in alle Ewigkeit so sein wie heute, nur besser. Seit 2008 lautet das Versprechen: Das Leben wird immer so sein, nur schlimmer.»

Paul Mason

Kein Wunder, ist so viel Wut auf der Welt.

(pl)

Etwas für Donna-Leon-Hasser

Paulus Hochgatterer: «Fliege Fort, Fliege fort» (2019)

Warum sind die Krimis von Paulus Hochgatterer nur so phantastisch? Vielleicht weil es gar keine Krimis sind. Im Grunde handelt es sich um Charakterstudien. Der Autor ist hauptberuflich Kinderpsychiater. Daher weht der Wind. Tatsächlich rührt ein Grossteil der Spannung von seinen punktgenauen Beschreibungen alltäglicher Fehlleistungen her.

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bild: hanser-literaturverlage/bearbeitung watson

In «Fliege Fort, Fliege fort» kommen für ein nichtrussisches Buch wirklich unverschämt viele Figuren vor und alle sind sie interessant. Dafür müssen sie keine Gourmets sein, irgendwelchen ausgefallenen Hobbys frönen oder sich für Ritualmorde, bei denen eine Hellebarde aus dem 15. Jahrhundert, ein Schachspiel und das Blut Jesu eine tragende Rolle spielen, interessieren. Hochgatterer weiss, dass man die Menschen nicht bizarrer machen muss, als sie sind. Es reicht, dass man einfach ganz genau hinschaut und dann sind sie schon bizarr.

Vielleicht ist es nicht besonders originell, dass – wie in «Die Süsse des Lebens» und «Das Matratzenhaus» – die Frau des Protagonisten und Buchpsychiaters Raffael Horn schon wieder nur dadurch charakterisiert wird, dass sie grosse Ohren hat und permanent am Cello sitzt, aber Menschen sind nun einmal Gewohnheitstiere. Das weiss der Psychiater ganz genau.

(luli)

Bestseller-Alarm: Das sind die 40 meistverkauften Bücher ever

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46
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46Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • n'user 19.12.2019 14:12
    Highlight Highlight nicht gerade eine Weihnachtsgeschichte, aber genial:
    'Ich bin die, vor der mich meine Mutter gewarnt hat' - Demian Lienhard.
    Eine Geschichte in den 80'er und 90'er Zürichs
  • Hüendli 19.12.2019 12:13
    Highlight Highlight Ich interessiere mich überhaupt nicht für Bücher, das Lesen der Tipps war dennoch ein Hochgenuss.
    "Die Sätze sind wie giftige Pilze von betörend narkotischer Wirkung – Peter Handke könnte tagelang durch den Wald stürmen und nicht einen davon finden." - so herrlich, dass ich das glatt für (sme) gehalten habe. Bitte unbedingt mehr von Herrn Linder!
  • Zingarro96 19.12.2019 08:23
    Highlight Highlight Mein Lieblingsgeschenkbuch ist immer noch “Die letzten ihrer Art” von Douglas Adams. Ein hammer Buch das jeder mal gelesen haben sollte
  • Spooky 19.12.2019 06:40
    Highlight Highlight Ich schenke nur Bücher, wenn ich weiss, dass sie auch gelesen werden (klappt aber nicht immer 😣).
  • Frogface 18.12.2019 22:13
    Highlight Highlight Danke für die Buchtipps. Grossartige Idee und die Tipps in den Kommentaren sind auch Klasse!
  • Faceoff 18.12.2019 21:51
    Highlight Highlight Liest sich wie "in 12 Schritten zum erfolgreichen Kulturpessimisten". Lest mal was Unbeschwertes und fühlt euch gut.
  • Rethinking 18.12.2019 21:39
    Highlight Highlight Folgende Romane würde ich empfehlen. Sie behandeln themen wie Überbevölkerung, künstliche Intelligenz, Gentechnologie, Wirtschaftssystem, Hacking, Steuerung der Menschen etc.

    Daniel Suarez - DAEMON
    Daniel Suarez - DARKNET
    Daniel Suarez - Kill Decision
    Daniel Suarez - Bios
    Dan Brown - Inferno
    Marc Elsberg - BLACKOUT
    Marc Elsberg - GIER
    Marc Elsberg - HELIX
    Marc Elsberg - ZERO
    • broccolino 19.12.2019 02:56
      Highlight Highlight Und wo bleibt Frank Schätzings Der Schwarm?
    • Horobar 19.12.2019 07:14
      Highlight Highlight Frank Schätzing ist sowieso ganz allgmein ein Genuss. Mein Favorit ist ganz klar Breaking News, wo die Geschichte Israels aufgearbeitet wird.
  • Pitefli 18.12.2019 20:59
    Highlight Highlight Der Schwimmer von Zsuzsa Bank
    Ein wunderschön trauriges Buch. Jedem dem ich es geschenkt hab, hat es gefallen.
  • Mooncat 18.12.2019 19:52
    Highlight Highlight 10 Autoren - 2 Autorinnen
    Muss man mehr sagen?

    Ja. Auch die Auswahl. Wo bleiben die schönen, lustigen, herzerwärmenden Geschichten? Wo sind Fantasy, Science Fiction, Horror, Young Adult, Historische Romane und Co? Also die Bücher, die unterhalten?
    Ich liebe Krimi auch, aber warum gleich mit die Düstersten hier in der Auswahl?
    • Partisan 19.12.2019 08:50
      Highlight Highlight Beim Sexismus ist es wie beim Rassismus.
      Wenn du es überall erkennst, wo es nicht vorhanden ist, bist DU das Problem.

      Ich bin mir zu 99% sicher, dass hier keine Sekunde darüber nachgedacht wurde, ob der Autor M oder F ist.

      Kann aber auch sein, dass Lukas und Philipp hier die Patriarchatskarte gespielt haben und Anna nichts zu melden hatte. Wieso wurde der Artikel denn sonst von 1 Frau und 2 Männern geschrieben?

      Achtung, der dritte Absatz kann Sarkasmus enthalten.
  • Eisvogel 18.12.2019 18:11
    Highlight Highlight Hat mich sehr beeindruckt und gestärkt: Carola Rackete, HANDELN STATT HOFFEN. Die Seenotretterin und Naturschutzökologin spricht deutliche Worte. ZITAT: 'Solange wir nicht nicht grundsätzlich daran arbeiten, Ökosysteme zu regenerieren und soziale Gerechtigkeit herzustellen, gibt es für uns keine Zukunft auf diesem Planeten.' Die Verbindung der Themenbereiche Ökologie, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte stellt Carola Rackete schlüssig dar.
  • plop 18.12.2019 17:48
    Highlight Highlight „Zehn unbekümmerte Anarchistinnen“ von Daniel de Roulet ist mein momentan liebstes Geschenk-Buch. Besonders für Frauen.

    Hab das schon einige Male verschenkt und ist bei allen super angekommen!

    https://www.limmatverlag.ch/programm/titel/816-zehn-unbekuemmerte-anarchistinnen.html
  • Statler 18.12.2019 17:32
    Highlight Highlight Zwar nicht neu, aber etwas vom Abgefahrensten, das ich in letzter Zeit gelesen habe:

    «Otherland» von Tad Williams (4 Bände à ca. 800 Seiten) - wo ist Felix Jongleur, wenn man ihn braucht? ;)

    Und immer wieder Neal Stephenson: «Snowcrash», «Cryptonomicon», …
    • Trajane 18.12.2019 18:23
      Highlight Highlight Otherland ist die beste Geschichte, die ich ever gelesen habe.. 💙
    • Frogface 18.12.2019 22:07
      Highlight Highlight Oh, ja, Otherland! Überhaut alles von Tad Williams.

      Jetzt grad am Lesen: Slaughterhouse 5 von Kurt Vonnegut.

      Danach: Propaganda von Steffen Kopetzki.

      Vorher: Exhalation, Ted Chiang



    • Mr.President 19.12.2019 07:09
      Highlight Highlight Otherland hab ich als audiospektakel hügehört! Wow! Das ist sowas von geil! Unbedingt mit Kopfhörer ! Bestes Ding ever!!! War aber schon vor paar Jahren...
  • Statler 18.12.2019 17:21
    Highlight Highlight Also, zum Missglückten Kakerlaken-Buch, kann ich diese Kurzgeschichte von Haruki Murakami empfehlen:

    https://www.newyorker.com/magazine/2013/10/28/samsa-in-love

    Hat nix mit umgekehrten Geldflüssen zu tun, aber mit Kafka - vielleicht - lest selbst ;)
  • JaneSodaBorderless 18.12.2019 17:11
    Highlight Highlight Ich habe mich vorhin auch beschenkt - ich freue mich auf die Lektüre:

    Benutzer Bild
    • Cityslicker 18.12.2019 23:25
      Highlight Highlight Dem Cover nach sollte es „Das knallt“ heissen ;-) Klingt aber spannend, schau ich mir mal an.
  • CalibriLight 18.12.2019 17:02
    Highlight Highlight Wer ein Gemisch von SciFi, Fantasy und Dystopien mag:

    Alle Bücher von Pierce Brown:

    Trilogie:
    - Red Rising
    - Golden Son (Im Haus der Feinde)
    - Morning Star (Tag der Entscheidung)

    Und die Fortsetzung:
    - Iron Gold (Asche zu Asche)
    - Dark Age

    Sehr spannend und auch noch gut geschrieben.
  • The Count 18.12.2019 16:43
    Highlight Highlight Unter den Christbaum gehören gesunde Wurzeln im Waldboden.

    Das Holz wird für all die Bücher benötigt.
  • Firefly 18.12.2019 16:35
    Highlight Highlight Etwas für Entdeckungsfreudige

    Christoph Ransmayr
    Atlas eines ängstlichen Mannes
    • Optimistic Goose 18.12.2019 17:10
      Highlight Highlight Und Cox!
  • T. aus B. 18.12.2019 16:24
    Highlight Highlight "Nordwasser" und "Der Zorn der Einsiedlerin" kann ich ebenfalls sehr empfehlen, auch wenn's m.E. bessere Adamsberg-Krimis von Fred Vargas gibt.

    Falls jemand auf Familien-Geschichten steht, die auch mit etwas Melancholie versehen sind, dem kann ich "Altes Land" und "Mittagsstunde" von Dörte Hansen ans Herz legen.

    Sehr gut gefällt mir auch die Krimi-Reihe über August Emmerich, geschrieben von Alex Beer. Spielt in Wien, zwischen den beiden Weltkriegen. Emmerich, kein Querulant von Hause aus, arbeitet sich an Tätern, Kollegen und den Begleitumständen der Zeit ab.
    • Anna Rothenfluh 18.12.2019 16:35
      Highlight Highlight @T. aus B.: Da geb ich dir absolut recht, ich fand die Einsiedlerin auch nicht der beste Adamsberg-Krimi, aber immer noch gut genug, empfohlen zu werden. Und danke für den Beer-Tipp!
    • T. aus B. 18.12.2019 16:56
      Highlight Highlight @Anna
      Das ist er definitiv :-) Und "Nordwasser", meine Fresse, ist wirklich sehr roh und "fadegrad". War eine Umstellung, dass ein Autor Vorkommnisse einfach schildert wie sie sind, ohne Firlefanz oder übertriebener Dramatik.
  • Menel 18.12.2019 15:53
    Highlight Highlight Ich kann zur gute Unterhaltung, mit bissigen Dialogen und auch ein bisschen Geschichte über Laos, die Buchreihe: Dr. Siri
    von Colin Cotterill wärmstens empfehlen.

    Klappentext: "Dr. Siri Paiboun ist mit seinen über 70 Jahren einer der ältesten Ermittler auf dem Buchmarkt. In der Krimi-Reihe des Weltenbummlers Colin Cotterill stößt der rüstige Leichenbeschauer von Laos auf einen ungewöhnlichen Todesfall nach dem anderen."
    • CalibriLight 18.12.2019 16:57
      Highlight Highlight Dieser Empfehlung schliesse ich mich gerne an!
  • TanookiStormtrooper 18.12.2019 15:22
    Highlight Highlight Wie ist eigentlich der Status von Frau Rothenfluhs Buch?
    Wird wohl das erste Buch welches ich zu kaufen plane ohne irgendwas darüber zu wissen (ausser das ich den Schreibstil der Autorin mag 😉).
    Das wird ein lustiges Experiment...


    (oder total 💩 🤷‍♂️)
    • Anna Rothenfluh 18.12.2019 16:33
      Highlight Highlight Heee, das wird ganz sicher nicht 💩. Also doch, eigentlich schon. Es gibt ganz schön viel davon darin, wenn ich ehrlich bin. Aber du musst dich noch etwas gedulden, das Ganze wird sich etwas verzögern. Aber dafür schick ich dir auch gern ein Exemplar, wenn es denn so weit ist.
    • TanookiStormtrooper 18.12.2019 16:53
      Highlight Highlight Zu einem signierten Exemplar mit (lustiger) Widmung sage ich nicht Nein. ☺️
    • Walter Sahli 18.12.2019 22:33
      Highlight Highlight Ich werde gerne zur Autogrammstunde kommen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • zoe... 18.12.2019 15:22
    Highlight Highlight Etwas für einfach so

    Haruki Murakami

    "Die Ermordung des Commendatore" hat mich voll im Griff und ist herrlich verquer geschrieben
    • Menel 18.12.2019 15:50
      Highlight Highlight Eine grossartige Geschichte; ich habe das Buch verschlungen 😃
    • natalie74 18.12.2019 16:23
      Highlight Highlight Alles von Murakami ist wunderbar!
    • Firefly 18.12.2019 16:32
      Highlight Highlight Naja, ist es besser als das letzte dicke: 1Q84?
    Weitere Antworten anzeigen
  • sheshe 18.12.2019 14:27
    Highlight Highlight Etwas für den Zeitgeist:
    Die Geschichte der Bienen - Maja Lunde (und auch seine Nachfolgergeschichten z.B. Die Geschichte des Wassers - siehe auch den Watsonbericht über das Gletscherwasser aus dem Globus)

    Ist nicht wirklich hochstehend geschrieben oder so, liest sich aber im Zug beim Pendeln ganz gut.

Wenn Frauen über Autoren schreiben, wie sonst nur Männer über Autorinnen schreiben

Alles fing damit an, dass sich eine Journalistin über eine Rezension im «Tages-Anzeiger» aufregte. Darin schrieb ein älterer Mann über das Buch einer sehr jungen Frau. Vor allem aber schrieb er darüber, wie er das Aussehen besagter sehr junger Frau auf dem Foto im «New Yorker» empfand. Sie sehe darauf aus «wie ein aufgeschrecktes Reh mit sinnlichen Lippen».

Die Frau heisst Sally Rooney – sie ist 28 Jahre alt und eine mit Literatur-Preisen überhäufte Bestseller-Autorin aus Irland.

Aber anstatt in …

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