Bald brummt es wieder, die Junikäfer kommen. Jeden Sommer ziehen sie in Schwärmen durch die Dämmerung, bis sie Ende Juli wieder verschwinden. Was sie von Maikäfern unterscheidet und was du gegen den invasiven Japankäfer tun musst, hier im Überblick:
Der Gerippte Brachkäfer – wie der Junikäfer eigentlich heisst – sieht aus, wie man sich einen Käfer vorstellt. Er ist hellbraun und schimmert nicht wie etwa der Goldkäfer. Die Ränder der Deckflügel sind kurz behaart. Sie sind in der Regel 1,4 bis 1,8 cm lang.
Die Fühler des Junikäfers sind eher kurz und kaum zu sehen.
Wie der Name bereits vermuten lässt, ist der Junikäfer im Juni anzutreffen, genauer: Mitte Juni bis Ende Juli.
Die Käfer sind nachtaktiv und fliegen bevorzugt in der Dämmerung, um Fressfeinden wie Vögeln auszuweichen. Sie stehen jedoch auf dem Speiseplan der ebenfalls in der Dämmerung aktiven Fledermäuse. Die Junikäfer sind in Schwärmen unterwegs.
Die Junikäfer können an warmen Sommerabenden lästig werden, wenn sie sich etwa in den Haaren verfangen oder ein Weinglas als Landeplatz aussuchen. Doch gefährlich sind sie nicht, sie stechen und beissen nicht.
Problematischer sind die 2 bis 3,5 cm langen Larven (Engerlinge) der Junikäfer. Diese richten zwar nicht im grossen Stil Schäden an, führen aber gerade in privaten Gärten dazu, dass Pflanzen absterben, da sie sich in der Erde von den Wurzeln ernähren. Besonders beliebt sind bei den Junikäfer-Engerlingen dabei Gräser und Krautpflanzen.
Wenn Engerlinge grossen Schaden bei deinen Pflanzen anrichten, kannst du sie mit einem biologischen Pflanzenschutzmittel bekämpfen, wie Gartenexpertin Silvia Meister bei Radio SRF rät.
Gegen die Engerlinge wird gewöhnlich ein Pilz eingesetzt. Dieser breitet sich im Boden aus und befällt auch die Engerlinge, die in der Folge eingehen. Dabei ist es allerdings wichtig, zu wissen, um welchen Engerling es sich handelt. Infrage kommen nicht nur Junikäfer, sondern auch Maikäfer. Die Engerlinge der beiden Arten sehen sich sehr ähnlich.
Je nachdem, ob es sich um einen Junikäfer oder einen Maikäfer handelt, brauchst du einen anderen Pilz zur Bekämpfung. Zur Identifikation nimmst du einen der Engerlinge und legst ihn auf einen Tisch. Je nachdem, wie er sich dann fortbewegt, handelt es sich um die eine oder die andere Art.
Wie der Name vermuten lässt, sind die Maikäfer ein wenig früher im Jahr anzutreffen als die Junikäfer.
Der Maikäfer ist auch braun, jedoch wesentlich dunkler als der Junikäfer. Ausserdem ist der Maikäfer etwa doppelt so lang wie der Junikäfer. Als auffälliges Merkmal haben die Maikäfer dreieckige, weisse Flecken – dafür weist der Junikäfer eine Art Behaarung an den Rändern der Deckflügel auf.
Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die erwachsenen Maikäfer auch nennenswerten Schaden anrichten können, im Gegensatz zu den Junikäfern. Maikäfer befallen in erster Linie Laubbäume und fressen deren Blätter.
Besonders beim Maikäfer spricht man von sogenannten Flugjahren. Alle drei Jahre sind in einer bestimmten Region die Maikäfer geschlechtsreif und fliegen besonders zahlreich in Schwärmen, bis sie für die nächsten drei Jahre praktisch von der Bildfläche verschwinden.
Dieses Jahr ist in der Schweiz das sogenannte Urner Flugjahr. Damit tauchten die Maikäfer vor allem im namensgebenden Kanton Uri sowie im östlichen Thurgau auf. In anderen Regionen unterscheiden sich die Flugjahre.
In den 50er-Jahren ging die Schweiz massiv gegen den Maikäfer vor. Mit einem inzwischen verbotenen Insektizid wurden sie dezimiert. Erst jetzt erholen sich laut SRF-Gartenexpertin Silvia Meister die Bestände langsam. Infolge des Klimawandels sind die Maikäfer immer höher in den Bergen anzutreffen, bis auf etwa 1400 m ü. M. Dort kamen sie früher nicht vor.
Eine besondere Rolle spielte der Maikäfer in Mitteleuropa bis Mitte des 20. Jahrhunderts auch kulinarisch. So zahlreich wie die Käfer damals waren, waren sie eine begehrte Proteinquelle, etwa als Maikäfersuppe. Die gesammelten Maikäfer kamen dazu in ein Sieb. Man überschüttete sie mehrmals mit kochendem Wasser und trocknete sie anschliessend. Schliesslich machte man ein Mehl daraus, das dann für die Suppe verwendet wurde. Der Geschmack soll an Krebssuppe erinnern.
Doch damit nicht genug: Im 19. Jahrhundert konnte man sogar überzuckerte und kandierte Maikäfer als Süssigkeiten kaufen – heute erinnern Maikäfer aus Schokolade noch daran.
Der Junikäfer kann leicht mit dem Japankäfer verwechselt werden. Dieser ist eine problematische, invasive Art. Er gilt in der Landwirtschaft in Nordamerika und Europa als grosses Problem. Der gefrässige erwachsene Käfer ernährt sich von über 300 Pflanzen, besonders stark betroffen sind etwa Apfelbäume, Rosen oder Weinreben.
Ganze Ernten können dem Japankäfer zum Opfer fallen. Bereits die Larven der Tiere sind sehr aktiv, fressen Wurzeln und sind so besonders schädlich für Grünflächen. Sowohl der Käfer als auch die Larven können darum einen grossen negativen Einfluss auf die Umwelt haben.
Eine Verbreitung des Japankäfers will der Bund verhindern. Findest du einen verdächtigen Käfer, sollst du deshalb folgende Schritte befolgen:
Der Bund rät, vor allem auf folgende Merkmale zu achten: