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Stösst besonders viel CO2 aus: Frachtschiff im Hafen von Rotterdam. bild: shutterstock

Düstere Aussichten – weltweiter CO2-Ausstoss erreicht 2018 neuen Rekordwert



Um den Klimawandel zu bremsen, müssen Wirtschaftswachstum und Treibhausgas-Ausstoss entkoppelt werden. Klimaschützer hatten gehofft, dass es schon so weit sein könnte. Aber während in Polen gerade die Uno-Klimakonferenz läuft, gibt es schlechte Nachrichten.

Der Ausstoss des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) hat in diesem Jahr einer Studie zufolge deutlich zugenommen und dürfte einen neuen Rekordwert erreichen. Vor allem weil mehr Öl und Gas verbrannt würden, seien die Emissionen 2018 laut einer Projektion um mehr als zwei Prozent angestiegen, warnte der Forschungsverbund «Global Carbon Project» am Mittwoch.

Guests arrive at the 'Spodek' multipurpose arena complex for the COP24 summit in Katowice , Poland, Wednesday, Dec. 5, 2018. (AP Photo/Czarek Sokolowski)

Im polnischen Katowice läuft gerade die Klimakonferenz. Bild: AP/AP

Bereits 2017 war der Ausstoss um 1,6 Prozent angestiegen, nachdem er zuvor drei Jahre fast auf dem selben, wenn auch hohen Niveau verharrt hatte. Damals hatten Wissenschaftler auf eine Trendwende gehofft.

Derzeit verhandeln Vertreter von fast 200 Ländern auf der Weltklimakonferenz in Kattowitz (Katowice) über Regeln für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, mit deren Hilfe die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad und möglichst auf 1,5 Grad begrenzt werden soll – verglichen zur vorindustriellen Zeit um 1750.

Schlechte Entwicklung

«Die Zunahme des Ausstosses 2017 konnte man noch als Ausreisser sehen, aber 2018 ist der Anstieg noch stärker und es wird glasklar, dass die Welt ihrer Pflicht nicht nachkommt, auf die Ziele des Pariser Abkommens von 2015 zuzusteuern», sagte Glen Peters vom Zentrum für Internationale Klima- und Umweltforschung in Oslo. Klimaschützer hatten gehofft, dass Wirtschaftswachstum und Zunahme der Emissionen inzwischen global betrachtet entkoppelt seien.

«Das Bestreben, auf fossile Energien zu verzichten, muss auf die ganze Wirtschaft erweitert werden.»

Studienautorin Corinne Le Quéré

76 Experten aus 15 Ländern sagen nun aber einen Anstieg der Emissionen um zwischen 1,8 und 3,7 Prozent voraus. Die diesjährige Projektion erscheint nach Angaben des Forschungsverbundes in den Fachzeitschriften «Nature», «Earth System Science Data» und «Environmental Research Letters».

Es reiche nicht aus, den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern, sagte Studienautorin Corinne Le Quéré, die Direktorin des Tyndall-Zentrums für Klimawandel-Forschung an der britischen Universität East Anglia. «Das Bestreben, auf fossile Energien zu verzichten, muss auf die ganze Wirtschaft erweitert werden.»

Mobilität und Kohle

Den Wissenschaftlern zufolge wächst der Energiebedarf für Autos und Lkw, Luftfahrt und Schiffsverkehr zu schnell, als dass der Umstieg auf erneuerbare Energien das ausgleichen könnte. Zudem dürfte demnach der Einsatz von Kohle als Energieträger 2018 angestiegen sein. Hauptantreiber sei der steigende Energiebedarf in China und Indien. Auch in den USA ist der CO2-Ausstoss in diesem Jahr demnach gestiegen, dürfte aber in den kommenden Jahren wieder fallen. In der EU, die für zehn Prozent des globalen CO2-Ausstosses verantwortlich ist, sanken die Emissionen nach der Projektion zwischen 2,6 und 1,3 Prozent.

Die Länder mit dem grössten Treibhausgas-Ausstoss sind laut «Global Carbon Project» in dieser Reihenfolge China, die USA, Indien, Russland, Japan, Deutschland, Iran, Saudi-Arabien, Südkorea und Kanada. Die 28 EU-Staaten gemeinsam liegen auf Platz drei hinter China und den USA.

Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre wird der Projektion zufolge im Jahr 2018 weiter ansteigen auf durchschnittlich 407 ppm (Teilchen pro Million Teilchen). Der Weltwetterorganisation (WMO) zufolge stieg sie 2017 von bereits 403,3 ppm auf 405,5. CO2 ist das wichtigste Treibhausgas und entsteht vor allem durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, die Zementproduktion und andere Industrieprozesse. Die CO2-Konzentration liegt inzwischen mehr als 45 Prozent höher als in vorindustrieller Zeit, also vor 1750. Seitdem ist die Durchschnittstemperatur um rund ein Grad gestiegen. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Namenloses Elend 06.12.2018 17:46
    Highlight Highlight Solange die USA, China, Indien etc. Nicht gewillt sind ihren Teil zum Umweltschutz beizutragen sind alle Bemühungen von Europäischer Seite ein kleiner Furz wert. Wirtschaftliche Interessen sind nach wie vor höher gewichtet als Umweltschutz. Selbst bei den Massnahmen gegen Co2 hier in Europa geht es meiner Meinung nach primär ums abkassieren.
  • ARoq 06.12.2018 16:10
    Highlight Highlight @Watson
    Frachtschiffe sind sehr Energieeffizient im Transport von Gütern. Das Problem ist dabei insbesondere die Emission von Schwefel und Feinstaub. Nicht CO2.
  • HPOfficejet3650 06.12.2018 07:06
    Highlight Highlight Und genau deshalb bringt eine CO2 Steuer einen Schei**dreck. Mit Geld lässt sich unser Klima nicht richten. Und schon gar nicht, wenn sich nur die Schweiz wirklich drum bemüht.
  • Pontifex 06.12.2018 00:50
    Highlight Highlight Die Welt stirbt :(
  • hiob 06.12.2018 00:04
    Highlight Highlight der mensch ist vieles, nur nicht vernünftig. aber setzten wir doch einfach noch mehr menschen auf die welt. schaut, ich will ja auch nicht schwarz malen, aber ich muss.
  • Silent_Revolution 05.12.2018 23:59
    Highlight Highlight Es wäre ein Leichtes, die Wirtschaftsleistung zu beschränken. Doch dafür müssten Produzenten auf Profite, Konsumenten auf Annehmlichkeiten und Staaten auf Einnahmen verzichten.

    Man sollte schon auf erneuerbare Energien setzen, nur wird man damit kein Wirtschaftssystem umkrempeln und auch das Wachstumsstreben nicht beenden.

    Derweil wächst die dem Wettbewerb ausgesetzte Weltbevölkerung mit dem Wunsch "nach oben" zu kommen und mit ihr der Energiebedarf.

    Long story, short; Wirtschaftssystem in seinen Grundsätzen ändern oder Bye bye Menschheit.

    m.E Letzteres, da sich niemand einschränken will.
  • Walser 05.12.2018 23:48
    Highlight Highlight Auch die Schweiz hat wenig bis nichts dagegen gemacht. Die Öllobby hat alle Bestrebungen zum Umstieg erfolgreich torpediert. Diese Leite sitzen noch heute an den Schalthebeln. Auch in unseren Parlamenten. Es lebe die liberale Wirtschaft.
  • RETO1 05.12.2018 23:36
    Highlight Highlight Die Erde ist hoffnungslos überbevölkert - Tendenz stark steigend
    Wie soll da ein Klimawandel stattfinden?
    Allein Afrika's Bevölkerung wächst alle 10 Tage um eine Million
    Aber um dieses heikle Thema machen alle einen riesengrossen Bogen
  • Der Tom 05.12.2018 23:30
    Highlight Highlight
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  • blaubar 05.12.2018 23:30
    Highlight Highlight Sind wir doch ehrlich. Wenn CO2 WIRKLICH ein Problem wäre (wie damals das FCKW), dann würde es sehr rasch gehen und der Ausstoss wäre minimiert. Es ist vorwiegend ein Geschäftsmodell. Wer es schafft, mich mit Fakten, die ich zweifelsfrei nachprüfen kann, zu überzeugen, kriegt eine Goldmedaille von mir. Nur soviel: Ich habe sogar Thomas Stocker vom IPCC kontaktiert, er möge mich überzeugen... er konnte es nicht. Die Modelle sind doch sehr, sehr spekulativ und lagen bisher regelmässig falsch. So und jetzt basht mich, Ihr Gläubigen.
    • PVJ 06.12.2018 19:40
      Highlight Highlight Beim FCKW ging es um ein paar Kühlschränke, nicht um die primären Energiequellen der Welt.

      Was ist denn Deiner Meinung nach das Problem?

      Aber wenn Du lieber
      Ideologen, Scharlatanen, Verschwörungstheoretikern und Öllobbyisten zuhörst und Wissenschaftler ignorierst, dann erübrigt sich wohl jegliche Diskussion.
  • derEchteElch 05.12.2018 23:25
    Highlight Highlight Und wer ist Schuld daran?
    Die Chinesen und Inder! Ja, auch USA hat einen hohen Ausstoss, aber im Gegensatz zu China u. Indien wird dort Umweltschutz doch noch mehr gewertet und sie ist eine Demokratie.

    Seien wir ehrlich;
    In China, Indien aber auch in Afrika wird auf Umweltschutz geschissen. Das sind die Verursacher steigender Treibhausgase!

    Was mich auch überrascht;
    Deutschland und Japan sind als rekativ kleine Länder sehr weit vorne mit dabei. Gratulation liebes 'Schland!
    • Eh Doch 06.12.2018 09:23
      Highlight Highlight Der Westen kann nicht die Produktion nach China und Afrika verlagern und dann sagen, hey Leute ihr produziert zu viel CO2.
  • demian 05.12.2018 23:13
    Highlight Highlight Mit wehenden Fahnen in den Untergang...
    • Eh Doch 06.12.2018 09:19
      Highlight Highlight Eher mit einem laufenden Motor
  • Kane88 05.12.2018 23:12
    Highlight Highlight Solange die Population der Menschen weiterhin derart wächst, werden die Klimaziele nie erreicht. Das Wachstum des weltweiten Mittelstandes ist ein zusätzlicher Multiplikator. Der Mensch zerstört diesen Planeten und ist zu gierig und zu egoistisch um zu merken das er sich dadurch selber auslöschen wird.
  • eisenherz 05.12.2018 23:08
    Highlight Highlight Kein Wort über Massentierhaltung? Einer der Hauptverursacher wird nicht einmal erwähnt?

    Geld regiert die Welt!
  • Herr Kules 05.12.2018 23:03
    Highlight Highlight Es wird immer nur gelabert, gelabert, gelabert. Getan wird nichts.

    Wie heisst es so schön: Der Mensch erkennt Katastrophen erst kurz bevor sie entstehen.

    Unser Planet wird überleben, daran besteht kein Zweifel, nur mit oder ohne uns, das ist die Frage....
    • Pasch 05.12.2018 23:18
      Highlight Highlight Also die Erde wird es ca ungefähr noch 1,75 Mia. Jahre geben... ob in der Form wie jetzt, als Eisklotz oder als Feuerball. Was bis dahin mit der Menschheit geschehen wird... naja... wäre die Erde ein Lebewesen dann hätte sie zur Zeit eine Grippe, mal sehn wie gut ihr Immunsystem ist.
    • Züzi31 05.12.2018 23:32
      Highlight Highlight Ohne. Dauert in dem Tempo auch keine 50 Jahre mehr bis der Planet uns los hat. Wenn man bedenkt, was wir nur in den letzten 100 Jahren alles mit unserer einzigen Heimat angestellt haben, ist unser Niedergang auch verdient.
    • hiob 05.12.2018 23:55
      Highlight Highlight ohne uns. definitiv ohne uns.
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  • Imnon 05.12.2018 22:53
    Highlight Highlight Ist da jetzt ernsthaft jemand überrascht?
    Wenn die Menschen es nicht irgendwie zufällig in den nächsten paar wenigen Jahrzehnten schaffen, andere Welten zu besiedeln - was sehr unwahrscheinlich ist - wird hier vieles zusammenbrechen und die Menschen werden radikal weniger werden. Es wird ein Chaos geben. Aber Chaos ist immer auch eine Chance auf etwas Neues. Man kann nur hoffen, dass sie es besser machen.
    Ich hab mich lebenslang als grünen Umweltschützer auslachen lassen. Egal. Ich bleib dabei. Auch ohne eigene Nachkommen. Für eure Nachkommen und für die Welt! Nehmt Rücksicht!

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Franz Perrez, der als Umweltbotschafter der Schweiz an der Konferenz in Kattowitz teilnimmt, sagt: «Wichtig ist, dass das Pariser Abkommen nun robust umgesetzt wird. Vielleicht werden die Umsetzungsregeln nicht ganz so ambitioniert, wie wir von der Schweizer Delegation es gerne hätten, aber ich denke, wir werden Gutes erreichen.»

Mittlerweile …

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