Wissen
Klima

«Teufelshauch»: Was sind eigentlich die Santa-Ana-Winde?

A helicopter flies over the Kenneth Fire, Thursday, Jan. 9, 2025, in the West Hills section of Los Angeles. (AP Photo/Eric Thayer)
Winde fachen die Brände in Los Angeles immer wieder an.Bild: keystone

«Teufelshauch»: Was sind eigentlich die Santa-Ana-Winde?

10.01.2025, 15:5510.01.2025, 15:55

Die katastrophalen Brände in Los Angeles an der US-Westküste werden von heftigen Winden immer wieder angefacht. Verantwortlich sind die berühmt-berüchtigten Santa-Ana-Winde, die bei den Menschen in Kalifornien auch als «Teufelshauch» (auf Englisch «Devil's breath») bekannt sind. Was hat es damit auf sich?

«Teufelshauch»

Der Deutsche Wetterdienst bezeichnet die Santa Anas als «trocken-warmen Föhnwind», der vor allem im Spätherbst und Winter regelmässig in Erscheinung tritt. Dann ströme die Luft vom Hochplateau zwischen den Rocky Mountains und der Sierra Nevada in Richtung Pazifik, erwärme sich durch den Höhenabfall und die Durchquerung der Mojave-Wüste erheblich und erreiche dann als extrem trockener und heisser Wind die Küsten Kaliforniens, so die Wetterexperten.

Heiss, trocken – und schnell

Weil er sich dabei durch enge Pässe und Canyons zwänge, erreiche er sehr hohe Geschwindigkeiten. «Wenn Sie einen Gartenschlauch nehmen, durch den Wasser fliesst, und die Öffnung verengen, erhöhen Sie die Wassergeschwindigkeit und beobachten einen ähnlichen Effekt», schreibt die University of California dazu.

Fire crews battle the Kenneth Fire in the West Hills section of Los Angeles, Thursday, Jan. 9, 2025. (AP Photo/Ethan Swope)
Los Angeles brennt.Bild: keystone

Wenn die Santa Anas wehen, können in Los Angeles die Temperaturen selbst im Winter auf 30 Grad steigen. Gepaart mit ihren hohen Windgeschwindigkeiten von teilweise 100 Kilometer pro Stunde, dem Entzug von Luftfeuchtigkeit und längeren Trockenperioden machen sie die Region sehr anfällig für Waldbrände.

Woher kommt der Name?

Die häufigste Erklärung ist, dass der Wind nach dem Santa Ana Canyon im Orange County im Süden Kaliforniens benannt wurde. Er hat aber noch weitere Spitznamen, wie Teufelswind oder auch Roter Wind. Die Santa-Ana-Winde wurden zudem schon häufiger in der Literatur sowie in Filmen und Musik erwähnt. Die Beach Boys brachten 1980 einen Song mit dem Titel «Santa Ana Winds» heraus, in dem sie das Phänomen treffend als «Feuerwind» bezeichnen. (dab/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der Waldbrand bei Los Angeles
1 / 20
Der Waldbrand bei Los Angeles
Der Rauch des Palisades-Feuers ist während eines Linienfluges nach Los Angeles zu sehen.
quelle: keystone / stephen lam
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Der Kummer ist unbeschreiblich» – diese Promis verloren im Feuer in LA ihr Zuhause
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Die Venus hatte womöglich einen Mond – und verschluckte ihn
Eines der grossen Rätsel der Astronomie war bisher, warum die Venus keinen Mond hat. Nun liefert eine neue Theorie eine einfache Antwort: Sie könnte ihn verschlungen haben.
Die Venus ähnelt der Erde in vielerlei Hinsicht: Unser Nachbarplanet hat eine vergleichbare Grösse, Masse und Struktur. Doch ein Unterschied fällt sofort ins Auge – die Venus hat keinen Mond. Warum das so ist, beschäftigt Wissenschaftler schon seit langem. Nun gibt es eine mögliche Erklärung: Die Venus hat ihren Mond verschlungen.
Zur Story