Luftfahrt

Im März des vergangenen Jahres sperrte der Co-Pilot von Germanwings den Piloten aus dem Cockpit aus und liess danach den Airbus A320 in Frankreich abstürzen. Alle 150 Menschen an Bord starben.
Bild: EPA/FRANCE MINISTERE INTERIEUR

Immer zwei Personen im Cockpit? Swiss-Piloten finden das gar nicht gut

Publiziert: 17.02.16, 10:20 Aktualisiert: 17.02.16, 12:17

Die Swiss-Piloten kritisieren die neue Regel, gemäss der immer zwei Besatzungsmitglieder im Cockpit sitzen müssen. Eingeführt wurde diese Regel wegen des absichtlichen Germanwings-Absturzes vor einem Jahr.

Diese Regel führe nicht zu mehr, sondern zu weniger Sicherheit, sagt Thomas Steffen von Aeropers, dem Pilotenverband der Swiss, am Mittwoch in der Sendung «Heute Morgen» von Schweizer Radio SRF1.

Terroristen könnten leicht in Cockpit gelangen

«Wenn ein Pilot das Cockpit verlässt, dann muss jemand von der Kabinenbesatzung ins Cockpit. Dadurch wird die Tür länger geöffnet, und es gibt dann neue Risiken», sagte Steffen.

Damit spricht er die Gefahr an, dass Attentäter ins Cockpit eindringen könnten, da die Türe nicht mehr ständig geschlossen ist. Deswegen seien sie genauso wie die europäische Cockpitorganisation der Meinung, dass diese Regel abgeschafft werden müsste.

Bund und Swiss wollen an Regel festhalten

Anderer Meinung ist man beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL). Es gebe bei dieser Regel, die als Sofortmassnahme eingeführt worden sei, viel, was dafür und was dagegen spreche – ein Richtig oder Falsch gebe es nicht, heisst es auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Die Frage laute, was gefährlicher sei: nur eine Person im Cockpit, dessen Tür nur von innen geöffnet werden kann, oder eine nicht verschlossene Tür. Die Tendenz gehe momentan zwar eher in die Richtung, dass eine geschlossene Tür wichtiger sei. Doch bis auf weiteres halte man sich an die Empfehlungen der Europäischen Agentur für Flugsicherheit EASA, die an der Zwei-Personen-Regel festhält.

Hol dir jetzt die beste News-App der Schweiz!

  • watson: 4,5 von 5 Sternchen im App-Store ☺
  • Tages-Anzeiger: 3,5 von 5 Sternchen
  • Blick: 3 von 5 Sternchen
  • 20 Minuten: 3 von 5 Sternchen

Du willst nur das Beste? Voilà:

Die Swiss will ebenfalls an der Regel festhalten: «Wenn es hier keine Änderungen gibt, wird die Swiss diese Massnahme weiterführen», sagte Swiss-Sprecherin Karin Müller gegenüber Radio SRF1.

Im März des vergangenen Jahres machte sich ein Co-Pilot von Germanwings die Sicherheitsmassnahme zunutze, dass sich die Tür nur von innen öffnen lässt. Er sperrte den Piloten aus dem Cockpit aus und liess danach den Airbus A320 in Frankreich abstürzen. Alle 150 Menschen an Bord starben. Seither müssen sich stets zwei Besatzungsmitglieder im Cockpit aufhalten. (whr/sda)

Der Absturz von Germanwings 4U9525 in Frankreich

Das könnte dich auch interessieren:

Das gibt ein Gemetzel! Die Grossen alle in der gleichen Tableau-Hälfte – der Weg für die Nati wäre frei

Andreas Glarner: «Mein Gott! Ist doch nicht so schlimm, dass das eine Falschinformation war!»

Der neue Wohlstands-Faschismus ist da – und auch die alte Unfähigkeit, dagegen anzukämpfen

Deko-Fails: Wenn der Bäcker seine Kunden ein bisschen zu wörtlich nimmt ...

Zwölf Ü30er-Probleme

Alle Artikel anzeigen

Meistgelesen

1

Aus der Traum! Xhaka verschiesst als einziger seinen Penalty – die Schweiz scheitert an …

2

Wette um ein «Weltwoche»-Abo und Köppels Bildungs-Geständnis: Das war die «Arena» …

3

Du willst wissen, wie die Schweiz Polen bodigt? So. GENAU so! 1000-pro!

4

Mehrheit der Schotten will Unabhängigkeit ++ Bye bye UK: Nordiren reissen sich um …

5

Warum ist Hillary Clinton eigentlich so unbeliebt? 7 Gründe und wie plausibel sie sind

0 Kommentare anzeigen
0
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

Behring-Prozess: Brisante Zeugenaussage des Bundesanwalts – zwei Zeugen widersprechen ihm

Bundesanwalt Michael Lauber hat als Zeuge im Behring-Prozess eine brisante Aussage gemacht. Zwei Zeugen widersprachen ihm.

Es war eine überraschende Wende im Fall von Financier Dieter Behring, der 2000 Anleger um 800 Millionen betrogen haben soll: Seit knapp einem Jahr im Amt beschloss Bundesanwalt Michael Lauber gegen Ende 2012, das Strafverfahren neu aufzusetzen. Lauber setzte den bisherigen Verfahrensleiter Werner Pfister samt dessen Strategie ab. Pfister, der seit acht Jahren ermittelt hatte, wollte gegen Behring und neun Mitbeschuldigte Anklage erheben. Lauber aber entschied sich für «Fokussierung», wie er …

Artikel lesen