International
Brasilien

Venezuelas Ureinwohner fliehen nach Brasilien – Notstand in Manaus

Venezuelas Ureinwohner fliehen nach Brasilien – Notstand in Manaus

09.05.2017, 11:3409.05.2017, 11:36

Hunderte Ureinwohner aus Venezuela sind vor der Krise in ihrem Heimatland ins Nachbarland Brasilien geflohen. Die nordbrasilianische Stadt Manaus im Bundesstaat Amazonas rief deshalb nun den sozialen Notstand aus, wie die Stadtverwaltung am Montag mitteilte.

Seit Dezember hätten sich mehr als 350 Ureinwohner vom Volk der Warao aus Venezuela auf öffentlichen Plätzen in Manaus niedergelassen. Die Stadt müsse die Menschen nun unterbringen und die Ausbreitung von Krankheiten verhindern.

Venezuela wird seit Monaten von einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise erschüttert. Seit Anfang April wurden bei einer Protestwelle nach offiziellen Angaben mindestens 36 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt.

Die Regierungsgegner machen den sozialistischen Staatschef Nicolás Maduro für die schwere Wirtschaftskrise in dem ölreichen südamerikanischen Land verantwortlich. Die Versorgungslage ist vielerorts dramatisch. Immer wieder kommt es zu Plünderungen.

Tote und Verletzte bei Protesten in Venezuela

1 / 9
Tote und Verletzte bei Protesten in Venezuela
Nicht auf den Kopf gefallen: Demonstrant in Caracas versucht über die Polizeisperre zu springen.
quelle: x02433 / carlos garcia rawlins
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Brasilien hat in diesem Jahr schon mehr als 8200 Flüchtlinge aus Venezuela registriert – doppelt so viele wie in den Jahren von 2010 bis 2016. Seit Februar bekommen Venezolaner, die vor der Krise in ihrem Heimatland flüchten, in Brasilien eine befristete Aufenthaltsgenehmigung, ohne das reguläre Verfahren für Flüchtlinge durchlaufen zu müssen. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Lanz über «undankbare Ossis»: «Kontinuierliches Diffamieren des Ostens»
Der Besser-Wessi und der Jammer-Ossi sind wieder da, konstatiert Markus Lanz. Dirk Oschmann erklärt die AfD-Wahlerfolge im Osten auch mit westdeutscher Arroganz.
Die politische Spaltung Deutschlands ist nach Ansicht des Publizisten Dirk Oschmann durch die Überheblichkeit des Westens mitverursacht. «Es ist ein kontinuierliches Diffamieren und Ausschliessen und Diskriminieren des Ostens», sagte der Bestsellerautor («Der Osten: eine westdeutsche Erfindung», 2023) am Mittwochabend bei «Markus Lanz». Seit Jahrzehnten werde den Ostdeutschen vorgehalten, sie seien «das Andere», defizitär, zurückgeblieben. Das habe auf Dauer einen gewaltigen Effekt.
Zur Story