International

Macron ernennt Konservativen Philippe zum Premierminister 

15.05.17, 14:58 15.05.17, 16:06

Der konservative Politiker Edouard Philippe wird neuer französischer Premierminister. Präsident Emmanuel Macron ernannte den 46-jährigen Abgeordneten und Bürgermeister der Hafenstadt Le Havre am Montag zum Regierungschef, wie der Präsidentenpalast mitteilte.

Philippe ist seit 2010 Bürgermeister von Le Havre und geniesst dort grosses Ansehen. 2012 wurde er in die französische Nationalversammlung gewählt.

Der langjährige Vertraute des früheren Premierministers und Mitte-rechts-Politikers Alain Juppé war der breiteren Öffentlichkeit aber bislang unbekannt. Philippe wird der jüngste französische Premierminister seit mehr als 30 Jahren und löst den Sozialisten Bernard Cazeneuve ab.

Es ist in Frankreich höchst ungewöhnlich, dass ein Präsident aus freien Stücken einen Politiker aus einem anderen politischen Lager zum Regierungschef macht. Die Personalie hat grosse Bedeutung mit Blick auf die Parlamentswahl im Juni.

Macron muss bei der Wahl zur Nationalversammlung am 11. und 18. Juni eine Mehrheit erringen, um seine sozialliberale Reformagenda umsetzen zu können. Ansonsten würde sein Handlungsspielraum stark eingeschränkt.

Das dürfte sich auch in der Zusammensetzung des Kabinetts widerspiegeln. Die Vorstellung der vorläufigen Regierungsmannschaft wird für Dienstag erwartet.

Offen für Kooperation

Philippe hat sein Abitur in Bonn gemacht und spricht Deutsch. Der Absolvent der Elite-Hochschulen Scienes Po und ENA war von 2002 bis 2004 unter Juppé Generaldirektor der neugegründeten konservativen Partei UMP, die später in Republikaner umbenannt wurde.

Er sammelte auch Erfahrungen in der Privatwirtschaft, arbeitete zwischenzeitlich für eine französisch-amerikanische Anwaltskanzlei und den französischen Atomkonzern Areva.

Der 46-Jährige gilt als offen für eine Zusammenarbeit mit Vertretern anderer Parteien. Als Student war er Anhänger des sozialistischen Reformpolitikers Michel Rocard. Während des diesjährigen Präsidentschaftswahlkampfes schrieb er eine Kolumne für die linke Tageszeitung «Libération». (sda/afp/dpa)

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Galghamon, 3.12.2016
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  • FrancoL 15.05.2017 20:02
    Highlight Macron wird mE eine breite Palette von mitte/rechts bis Mitte/links in die Regierung aufnehmen, aber alle werden etwas gemeinsam haben: sie werden klar pro EU sein.
    7 1 Melden
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  • Grégory P. 15.05.2017 18:10
    Highlight Philippe als konservativ zu bezeichnen ist schlicht falsch. Er ist Juppéiste seit eh und je, also Mitte Rechts, offen und pro Europäer.
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  • seventhinkingsteps 15.05.2017 17:55
    Highlight Fahne im Wind. Aber eher kein "wind of change"
    6 7 Melden
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  • yoh 15.05.2017 17:55
    Highlight Ich wüsste gerne in welchen Themen er "konservativ" agiert und denkt?

    Sehe mich zwar politisch auch eher am linken rand, aber nicht jeder der sich konservativ nennt macht gleich Menschenverachtende Politik wie die US Republikaner... oder doch?
    10 6 Melden
    • FrancoL 15.05.2017 19:58
      Highlight Konservativ per se ist nichts menschenverachtendes, das Problem ist dass man konservativ sehr weit spannen kann und dann kann es mehr als nur menschenverachtend sein. Es kommt ja auch sehr darauf an was man konservieren will und mit welchen Mitteln. Die Mittel können einen negativen Anstrich geben.
      8 2 Melden
    • Ruffy 15.05.2017 21:15
      Highlight Liberal kann man auch sehr weit spannen, genauso wie links oder rechts, prinzipiell würde ich da nicht viel drauf geben sondern mir die effektiven positionen ansehen.
      5 0 Melden
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  • koks 15.05.2017 17:44
    Highlight Eliteuni, konservativ? Ah, nur Zufall, alles klar.
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  • Juliet Bravo 15.05.2017 17:42
    Highlight So denn, Glück auf!
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  • Follbescheuert 15.05.2017 17:12
    Highlight «Es ist in Frankreich höchst ungewöhnlich, dass ein Präsident aus freien Stücken einen Politiker aus einem anderen politischen Lager zum Regierungschef macht.» Das spricht für Macron und seine Bereitschaft, auf andere Sichtweisen einzugehen.

    «Der 46-Jährige (Philippe) gilt als offen für eine Zusammenarbeit mit Vertretern anderer Parteien.» Das spricht für Philippe, der offenbar, wenn es denn auch wirklich zutrifft, auch mehr an der Lösung von Problemen interessiert ist als an parteipolitischen Machtkämpfen.

    Einer erfolgreichen Zusammenarbeit steht also diesbezüglich schon mal nichts im Weg.
    13 1 Melden
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  • Braun Pascal 15.05.2017 16:02
    Highlight Damit hat niemand gerechnet.
    12 6 Melden
    • Richu 15.05.2017 17:46
      Highlight Am Wochenende wurde in der franz. Presse jedoch E. Philippe als möglicher Anwärter als franz. Premierminister "gehandelt"!
      4 1 Melden
    • FrancoL 15.05.2017 17:49
      Highlight Mit der politischen Position? oder mit der Person?
      3 3 Melden
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