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Macron ernennt Konservativen Philippe zum Premierminister 



Der konservative Politiker Edouard Philippe wird neuer französischer Premierminister. Präsident Emmanuel Macron ernannte den 46-jährigen Abgeordneten und Bürgermeister der Hafenstadt Le Havre am Montag zum Regierungschef, wie der Präsidentenpalast mitteilte.

Philippe ist seit 2010 Bürgermeister von Le Havre und geniesst dort grosses Ansehen. 2012 wurde er in die französische Nationalversammlung gewählt.

Der langjährige Vertraute des früheren Premierministers und Mitte-rechts-Politikers Alain Juppé war der breiteren Öffentlichkeit aber bislang unbekannt. Philippe wird der jüngste französische Premierminister seit mehr als 30 Jahren und löst den Sozialisten Bernard Cazeneuve ab.

Es ist in Frankreich höchst ungewöhnlich, dass ein Präsident aus freien Stücken einen Politiker aus einem anderen politischen Lager zum Regierungschef macht. Die Personalie hat grosse Bedeutung mit Blick auf die Parlamentswahl im Juni.

Macron muss bei der Wahl zur Nationalversammlung am 11. und 18. Juni eine Mehrheit erringen, um seine sozialliberale Reformagenda umsetzen zu können. Ansonsten würde sein Handlungsspielraum stark eingeschränkt.

Das dürfte sich auch in der Zusammensetzung des Kabinetts widerspiegeln. Die Vorstellung der vorläufigen Regierungsmannschaft wird für Dienstag erwartet.

Offen für Kooperation

Philippe hat sein Abitur in Bonn gemacht und spricht Deutsch. Der Absolvent der Elite-Hochschulen Scienes Po und ENA war von 2002 bis 2004 unter Juppé Generaldirektor der neugegründeten konservativen Partei UMP, die später in Republikaner umbenannt wurde.

Er sammelte auch Erfahrungen in der Privatwirtschaft, arbeitete zwischenzeitlich für eine französisch-amerikanische Anwaltskanzlei und den französischen Atomkonzern Areva.

Der 46-Jährige gilt als offen für eine Zusammenarbeit mit Vertretern anderer Parteien. Als Student war er Anhänger des sozialistischen Reformpolitikers Michel Rocard. Während des diesjährigen Präsidentschaftswahlkampfes schrieb er eine Kolumne für die linke Tageszeitung «Libération». (sda/afp/dpa)

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