Schweiz

Interlaken, das Tourismus-Mekka der Araber – eine Reportage, die den Schleier lüftet

Nirgendwo sieht man mehr vollverschleierte Frauen als in Interlaken. Was verbergen sie hinter den Tüchern? Für uns lüften die Frauen zwar nicht die Schleier, aber sie lassen mit sich sprechen. Und werfen Vorurteile über den Haufen.

03.09.16, 11:50 03.09.16, 12:04

Daniel Fuchs / Nordwestschweiz

In der Abenddämmerung tauchten sie auf. Die Sonne war hinter dem Thunersee untergegangen und die letzten Badegäste nahmen einen Feierabendschwumm. Dann huschten sie vorbei. Drei unscheinbare Gestalten, eine in Grau, eine in Beige und eine in Schwarz mit goldenen Säumen. Niqabs, Ganzkörperschleier waren es.

Ihre Gatten steckten in Trainerhosen von Adidas, einer trug Shorts und Flipflops. Gemeinsam setzten sie sich an die Bar, bestellten Getränke und sahen zu, wie die letzten Badegäste in ihren Bikinis aus dem Wasser stiegen.

Es war ein ganz normaler Sommerabend in Interlaken. Für diese Reportage kehrten wir ein paar Tage später ins Berner Oberland zurück. Halb Europa diskutiert heftig über ein Burkaverbot. Die Gräben ziehen sich durch alle Lager. Rechte und Linke wollen die Burka verbieten. Politiker stellen sich gegen das Verbot, weil sie sich als liberal bezeichnen.

Auf Tuchfühlung mit den Kopftuch-Trägerinnen

Andere sind für das Verbot – auch, weil sie sich als liberal bezeichnen. Und über allem schwebt der Fakt, dass sich mit Ausnahme von Konvertitinnen kaum eine muslimische Frau ganz verschleiert, die hier lebt. Die meisten Burkaträgerinnen sind Touristinnen.

Doch wie lebt es sich unter einem Schleier? Wie erträgt man die Blicke der Einheimischen? Und wie gehen die Berner Oberländer mit den Burkaträgerinnen und der Gegenwart um, in der der Tourismus aus der Golfregion zu einer der wichtigsten Einnahmequellen geworden ist?

Auf der Höhematte im Zentrum Interlakens landen Gleitschirmpiloten im Minutentakt. Es ist Vormittag, die Luft ist klar. Touristen schauen dem Treiben vor der schneebedeckten Jungfrau zu. Gegenüber liegt Interlakens beste Adresse: das Hotel Victoria-Jungfrau. Vor dem Mittag sehe man kaum Verschleierte auf den Gassen, sagen die Interlakner.

In der Jugendherberge von Interlaken gibt es womöglich seltener muslimische Gäste als in den Luxushotels. Bild: KEYSTONE

Das stimmt. Erst nach und nach treten arabische Pärchen aus dem Nobelhotel. Ein Paar flaniert auf und ab. Wir sprechen den Mann an. Er will nicht mit uns sprechen. Dann setzen er und die verschleierte Frau sich in ein Taxi. Wir erspähen eine Gruppe, darunter zwei vollverschleierte Frauen.

Im Schleier ins Hooters

Als Reporter ist man sich gewohnt, Wildfremde anzusprechen. Aber Araber? Vollverschleierte? Darf man ihnen überhaupt in die Augen sehen oder wird das als unanständig missverstanden? Soll man zuerst die Männer fragen? Etwas nervös gehen wir auf die Gruppe zu.

Ich wende mich an den Mann, wie ich es mir aus Reisen in muslimische Länder gewohnt bin. Er trägt gepflegten Bart, Brille, Shorts und Hemd. Auf Englisch stellt sich der Mann als Nasser al-Khatami vor. Mit dabei: seine Frau und ihre Schwestern. Alle sind sie verschleiert, tragen den Niqab, den traditionellen Gesichtsschleier in der Golfregion.

Die Familie kommt aus Dubai. Auf Europa-Trip seien sie. Über die Burkadebatte wissen sie Bescheid. Die Frauen mischen sich energisch in das Gespräch ein. In fliessendem Englisch erklären sie, warum sie Gesichtsverschleierung tragen. «Es ist meine eigene Entscheidung. Ich will das tun», sagt Khatamis Frau. Bemerken sie es, wenn Einheimische und andere Touristen sie anstarren? «Ja, aber es stört mich nicht. Es ist okay.»

Die Familie steht an der Ecke zu Interlakens berühmtesten Fastfood-Restaurant, dem Hooters. Das Konzept: Leicht bekleidete junge Damen servieren Burger, Pommes und Softgetränke. Empfinden die Besucher aus Dubai es als störend, dass junge Mädchen hier so viel Haut zeigen? «Nein, überhaupt nicht», erklärt die Frau. «Wir gehen nachher sogar hier essen. Das Essen schmeckt vorzüglich.»

«Manche ziehen den Niqab aus, weil sie sich hier nicht unwillkommen fühlen wollen»: Julie Paterson von «Alpin Raft» kennt die arabische Kultur und berät arabische Touristinnen, die Abenteuersportarten wie River Rafting oder Gleitschirmfliegen ausprobieren wollen. Video: © az/Mario Heller

Muslima will die Schweiz entdecken

Verdattert stehen wir da. Nur mit halbem Ohr interessieren mich Khatamis Schilderungen, wonach er am Morgen von der Polizei gebüsst worden ist. Die Familie hat wie die meisten arabischen Touristen am Flughafen in Zürich einen Wagen gemietet. Sie will die Schweiz selbst entdecken.

Dummerweise hat Khatami im Zentrum ein Signal übersehen und ist ins Fahrverbot gefahren. «200 Franken ohne Verwarnung, das finde ich nicht sehr gastfreundlich, ich habe es doch nicht extra getan», beschwert er sich.

Die arabischen Gäste und der Verkehr werden heiss diskutiert in Interlaken. Auf Facebook pöbeln die Interlakner lautstark gegen die Mietautofahrer und Burkaträgerinnen. Offen sagt es ihnen in Interlaken niemand. Aber hinter vorgehaltener Hand lästern nicht wenige über die arabischen Besucher. Abschätzig fallen für die Vollverschleierten Worte wie: Briefkästen, Kohlensäcke etc.

Ginge es ohne Araber noch?

Einer, der die arabischen Gäste liebt, heisst Ernst Vögeli. Für die SVP sitzt er im Gemeinderat von Unterseen, der grössten Gemeinde der drei Ortschaften, die zusammen den Touristenmagnet Interlaken bilden. Vögelis Welt sind die Pferde. In seiner Reiterhose und den polierten Reiterstiefeln steigt er aus dem schwarzen Mercedes.

In Gstaad besitzt Vögeli ein Fünfsternehotel für Pferde. Soeben ist er zurück auf sein Gestüt in Unterseen gefahren. Hier kutschiert Vögeli Touristen durch die Gegend. Die arabischen Frauen mit ihren Männern und Familien sind zu seiner wichtigsten Klientel geworden.

Burka und die anderen Gesichtsschleier

In der aktuellen Debatte ist meist von der Burka die Rede. Burkas begegnet man jedoch vor allem in Afghanistan. Touristinnen in der Schweiz tragen meist den Niqab, den traditionellen Gesichtsschleier in der Golfregion. Der Einfachheit halber verwenden auch wir Burka, meinen damit jedoch alle Arten von Gesichtsverschleierung, nicht aber Kopftücher, Hidschab und Tschador.

Hidschab & Co. – islamische Verhüllungen vom Kopftuch bis zur Burka

Die Burkadebatte habe gar nichts mit der SVP zu tun, sagt er und verspricht: «Kommt es zu einer Abstimmung, so werde ich auch gegen das Egerkinger Komitee Stellung beziehen.» Beim Komitee um den Solothurner SVP-Nationalrat Walter Wobmann handelt es sich um die eifrigsten Verfechter eines Burkaverbots.

Lieber Kopftuch als zu wenig Kleidung

Zufrieden setzt sich Vögeli auf eine Bank vor den Pferdeställen. Den Reitlehrerinnen und Pferdebetreuerinnen gibt er immer wieder Anweisungen. Wir beobachten, wie sich eine arabische Familie auf einen Ausritt vorbereitet. Zwei Frauen tragen lange Kleider und Gesichtsschleier. «Schauen Sie sich diese wunderbaren Stoffe an», sagt Vögeli.

Ob vollverschleiert oder nicht – arabische Touristinnen seien stets sorgfältig gekleidet und gepflegt, so Vögeli. Er macht keinen Hehl daraus, was er von liberalen westlichen Kleidungsgepflogenheiten hält: «Frauen hinter Gesichtstüchern sind mir lieber als Europäerinnen, die sich in zu enge Kleidung pressen, bei denen man alles sieht, was man bestimmt nicht sehen will.»

Dann setzt er noch einen oben drauf und macht seiner Abneigung gegenüber Rastazöpfchen Luft: «Negerzöpfchen», bezeichnet er sie. «Das hasse ich.»

NotInMyName

Verkehrte Welt: In Interlaken trifft man auf offen sexistisch und rassistisch argumentierende Behördenvertreter, welche die Burkaträgerinnen aus dem Golf lieben. Auf der anderen Seite trifft man auf Frauen hinter Schleiern, die sich weniger verschlossen geben, als man vermutet hat.

Sprecht mit ihnen!

Zurück im Zentrum von Interlaken: Vor dem Coop steht eine Niqab-Trägerin. Wir fassen uns ein Herz und sprechen sie an. Schliesslich sind wir in der Schweiz. Hier kann man auf Frauen zugehen, ohne vorher ihren Mann fragen zu müssen, sagen wir uns.

Die Frau schüttelt den Kopf, sagt «no English, please talk to my husband». Dieser kommt aus dem Laden heraus. Freundlich fragt er, ob er helfen könne, wir bitten ihn um ein Interview. Aus Saudi-Arabien seien sie, sagt er, doch sie hätten gerade keine Zeit, müssten weiter.

Vor dem Victoria-Jungfrau werden wir erneut fündig: Zwei Frauen hinter Gesichtsschleier und ihre Schwester im Kopftuch überzeugen ihre Männer, man möge unseren Fragen Red und Antwort stehen. Familie al-Hadi kommt aus Kuwait, erklärt uns die Frau im Kopftuch.

Sie selbst trägt einen Hidschab, ihre Schwestern einen Niqab. «Weil sie das so wollen. Sie könnten aber wie ich Hidschab tragen. Keiner zwingt sie zur Vollverschleierung», so die Frau. In Interlaken habe man einen River-Rafting-Ausflug gemacht. Im Niqab? «Nein, den mussten meine Schwestern aus Sicherheitsgründen weglegen.»

Und das haben sie getan? «Ja, klar.» Würden sie auch für uns ihr Gesicht zeigen? Nein, dazu sehen die Frauen keinen Grund, wir seien ja keine Polizisten oder Grenzbeamten. Am Flughafen, da hätten sie bei der Einreise bei der Passkontrolle selbstverständlich den Schleier gelüftet.

Al-Hadis geben bereitwillig Auskunft. Auch zu einem Familienfoto lässt sich die Familie überzeugen. Nur ein Videointerview, das lehnen die Kuwaiter ab. Fragen beantworten ist kein Problem, Bilder machen hingegen schon.

Das Hooters mit seinen leicht bekleideten Serviererinnen liegt um die Ecke, die Hidschabträgerin schaut uns selbstbewusst an und sagt: «Glauben Sie ja nicht, wir würden solche Sache nicht auch zu Hause tragen. Nur sieht es bei uns viel besser aus.» Die Frauen und ihre Männer brechen in Gelächter aus.

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  • Herbert Anneler 03.09.2016 22:09
    Highlight Weiter mit Vor-Ort-Berichten und Gesprächen mit Betroffenen! Und wenn jemand mosert, das sei schon der x-te Beitrag zum Thema: alle sind frei, diese Beiträge zu lesen oder nicht. "Zu viel Info zum Thema", wie einigen Posts zu entnehmen ist, reklamiert nur, wer unter den Eindruck der wiedergebenen Sachverhalte erkennt, dass er/sie seine Meinung überdenken müsste. Und genau darum sind solche Beiträge wertvoll: sachliche Erfahrungsberichte vermitteln Denk-Anstösse - denken müssen/dürfen die LeserInnen dann selber - Journalismus at its best! Einigen ist das aber offenbar zu anstrengend ;-)
    25 9 Melden
    600
  • Turi 03.09.2016 19:28
    Highlight Wes Brot ich ess des Lied ich sing.
    Die Schweizer haben sich schon immer devot nach den Wünschen ihrer Geldgeber gerichtet.
    28 16 Melden
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  • Allblacks 03.09.2016 18:55
    Highlight Bitte Watson: es wird wirklich langsam langweilig: immer dieser " Kopftuch-geschichten" 😩
    19 29 Melden
    • Jan. 03.09.2016 21:44
      Highlight Bullshit. Im aktuellen Klima sind solche halbwegs authentischen Aussagen von Betroffenen sehr interessant. Ich persönlich habe Mühe mir eine Meinung zu bilden zwischen der liberalen/ religionsliberalen und der anti-“frauenunterdrückenden“ Seite... Danke Watson
      29 11 Melden
    • SeKu 03.09.2016 23:36
      Highlight @Jan
      Dann bitte vergiss nicht, dass hier die extrem reiche Elite der Elite befragt wurde, und das unter Anwesenheit des Ehemannes. Alternativ könnte man auch die Top-Kader von Nordkorea in Anwesenheit von Kim Jong-un fragen, wie sie denn Nordkorea finden.

      Die sagen gut, ist klar. Vielleicht gefällt es ihnen tatsächlich, vielleicht nicht. Doch die Aussagen sind wertlos unter Anwesenheit des Herrschers.
      15 7 Melden
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  • dääd 03.09.2016 16:58
    Highlight Nicht ohne ein gewisses Staunen sehe ich, wie viel politische Energie in der Schweiz für die sichtbare Gleichstellung muslimscher Frauen eingesetzt wird. So nehme ich an, dass nach der Forderung für ein Burkaverbot mit derselben Energie die Gleichstellung aller Frauen (christlich, jüdisch, muslimisch, agnostisch, atheistisch, lesbisch, queer, alt, hadicapped, arm, alleinerziehend...) gesetzlich eingefordert wird. Ich freue mich darauf, z. B. bei der Finanzierung von Gleichstellungsbüros, beim Verbot von Menschenhandel und Prostitution, beim Sprachgebrauch, im Eherecht usw.
    40 18 Melden
    • CASSIO 03.09.2016 17:44
      Highlight Verboten von Prostitution??? Was soll das bringen?
      30 7 Melden
    • dääd 03.09.2016 20:55
      Highlight Nun, Cassio, am Beispiel von Schweden, wo ich zurzeit für 3 Monate lebe, sieht man offenbar, dass bei einem Prostitutionsverbot der Frauenhandel (ein Ausdruck der Unterdrückung der Frau) langfristig zurückgeht. Frankreich übrigens zieht nach. Man kann viel nachlesen, was Prostitution für die betroffenen Frauen bedeutet. Da hätten wir noch weitere politische Arbeit vor uns, um die Unterdrückung der Frau zu beseitigen. Sind Sie dabei?
      8 15 Melden
    • Maett 03.09.2016 21:54
      Highlight @dääd: Schweden hat dafür auch die höchsten Vergewaltigungsrate in Europa geschenkt gekriegt, oder irre ich mich?

      Und was ist an Prostitution bitte schlecht? Solange Männer da sind, wird es Nachfrage geben, also gibt es auch Prostitution, unabhängig von einem Verbot - dafür gibt es offiziell dann keine Prostituierten mehr im Land, weil sie nicht mehr gezählt werden, und rechtlich geschützt sind sie auch nicht mehr, da sie bei einer Anzeige eine Straftat eingestehen müssten.

      Somit ist man rechtlich wieder soweit, wie zuletzt im Mittelalter. Grosse Klasse.
      22 1 Melden
    • dääd 04.09.2016 00:31
      Highlight Ja, Maett, das mit der Vergewaltigungsrate stimmt auf den ersten Blick. Jedes Land erfasst jedoch Vergewaltigung anders. Es gibt Länder, welche die wiederholte Vergewaltigung als eine Tat zählen oder wie Schweden als mehrere Taten erfassen (siehe NZZ vom 21.4.16). Deshalb hat Schweden die höheren Werte. In Schweden werden übrigens die Freier und nicht die Prostituierten bestraft.
      1 1 Melden
    • phreko 04.09.2016 01:50
      Highlight @Maett: Schweden handhabt Vergewaltigungen anders als alle andern. Das Thema ist äusserst abstrakt.
      0 1 Melden
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  • Maett 03.09.2016 16:31
    Highlight Der wievielte Verschleierungs-Artikel wär das jetzt? Ich spreche wöchentlich mehrmals mit arabischen, verschleierten Damen (allesamt sunnitische Touristen), das sind nette, gepflegte und kultivierte Leute, erst gerade heute morgen hatte ich ein nettes Gespräch mit einer Abu Dhabierin.

    Nur: deshalb gibt's ja diesen Unmut über diesen Bekleidungsstil nicht, es geht um hier lebende Leute, und um das, was islamische Kleidung ausdrückt (bzgl. derer Sicht auf uns), sowie um die Integrationsfähigkeit. Solche Fragen wurden ja leider nicht gestellt, dabei würden doch eigentlich die v.a. interessieren.
    63 2 Melden
    • bokl 03.09.2016 20:51
      Highlight Hier lebende Frauen die sich verschleiern? Also Nora Illi. Darum geht es? Wir machen also quasi ein Nora Illi Gesetz? Zu viel Ruhm für diese Person...
      15 8 Melden
    • Maett 03.09.2016 21:47
      Highlight @bokl: hm. Wenn ich mich noch einmal konzentriert mit meinen knapp 600 Zeichen beschäftige, lese ich "islamische Kleidung" heraus, und nicht Niqab (den Illi trägt).

      Mir geht's um Flüchtlinge, die nach aktueller Gesetzgebung potentielle Migranten sind - viele Frauen davon tragen z.B. Kopftuch. Dies ist ein Symbol für einen Glauben, der nicht mit unseren Werten vereinbar ist (bei Touristinnen, um die es in diesem Artikel geht, ist das nicht weiter erheblich, die müssen sich ja nicht integrieren). Darüber sollte man schreiben, das meinte ich, deshalb spricht man ja überhaupt ständig darüber.
      12 7 Melden
    • bokl 06.09.2016 18:26
      Highlight Kopftuch nicht mit unseren Werten vereinbar? Also ich denke bei Kopftuch zuerst an Nonnen oder Bäuerinnen bei der Feldarbeit...
      2 0 Melden
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  • Grundi72 03.09.2016 16:25
    Highlight Geilo! Menschen aus Dubai gelten bei watson neuerdings als "best practice" für den Umgang mit anderen Religionen und Kulturen.

    Ei ei ei...

    67 6 Melden
    • mister_michael 03.09.2016 21:34
      Highlight Dubai ist ein Schmelztiegel von anderen Kulturen da die Gastarbeiter aus aller Welt kommen. Andere Religionen können wohl weniger ausgelebt werden. Leider werden auch Gastarbeiter in Arabien ausgenutzt. Das heisst aber lange nicht, dass alle Araber verschlossen sind und andere Kulturen nicht akzeptieren. Diese Familie (nicht alle) aus Dubai ist wohl offener als manche Personen hier.
      4 5 Melden
    • kleiner_Schurke 04.09.2016 07:40
      Highlight @Grundi72 In einem Land mit einem Ausländeranteil von 80% lernt man eben mit anderen Kulturen umzugehen. So ist es in Dubai problemlos möglich, in Hotpants herum zu laufen, auch wenn das den Emiratis missfällt und sie das selber nie machen würden. Den grössten Anteil Ausländer in den VAE stellen die Inder. Es ist nur logisch dass diese ihre Religion völlig unbehelligt ausleben. Und komm mir nicht mit Sklavenarbeiter. Das Verhältnis Pakistan und Indien zu Dubai ist etwa wie Italien zur Schweiz. Es lohnt sich halt hier zu arbeiten, auch für einen Lohn, für den die Einheimischen nicht mal aufstehen.
      4 3 Melden
    600
  • rundumeli 03.09.2016 15:56
    Highlight bin da letzthin von interlaken die reichenbachfalle rauf gegondelt und in der kabine sass noch ein arabisches päärchen mit einer niqab ... und ja, die machten ein selfie ... und ja, das war ein bisschen tragischkomisch.

    muss watson nicht ausgewogen berichten und dieser bericht hier ist durchaus interessant ... und es wäre mal interessant die tessiner touristiker auszuhorchen ... ob die auch so "weltoffen" sind wie unsre trutzigen oberländer ;-)
    23 7 Melden
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  • mxvds 03.09.2016 15:40
    Highlight Mhm, verhüllte Frauen die neben ihren Wahabiten-Ehemann stehen empfinden die eigene Verhüllung als in Ordnung. Schweizer Frauen in den 40er fanden es auch in Ordnung, dass sie reine Sex-Putz-Küchenobjekte waren. Vor ihrem Mann bekräftigen Sie dies in jedem SRF Beitrag aus diesen Jahren. Müssen wir nun wirklich eine "pro" Burka Debatte daraus machen? Das ist doch kein Argument.

    Ich bin zu 100% gegen das Verhüllungsverbot, aber nur aus liberaler Sicht und weil es der Integration schadet. Gleichzeitig aber auch gegen die Verhüllung von Frauen. Möge linken & rechten Gemüter das Hirn implodieren.
    71 11 Melden
    • Sapere Aude 03.09.2016 16:20
      Highlight Glaube nicht, dass es darum geht eine Pro Burka Debatte zu machen. Die Reportage dient eher der sachlichen Darstellung der "anderen Seite". Nur weil der Autor das dargestellte nicht wertet oder kommentiert, bedeutet es nicht, dass er für die Verschleierung ist.
      15 29 Melden
    600
  • 2sel 03.09.2016 14:46
    Highlight "Dann setzt er noch einen oben drauf und macht seiner Abneigung gegenüber Rastazöpfchen Luft: «Negerzöpfchen», bezeichnet er sie. «Das hasse ich.»"

    Die Rastazöpfchen bringen hat kein Geld, gäll?

    Doppelmoral pur.
    112 6 Melden
    • CASSIO 03.09.2016 17:49
      Highlight Solange sie Geld bringen, bräunt er sich sogar seine Zunge. Was für ein stolzer "Schweizer"! Gschämig!
      20 4 Melden
    600
  • Nevermind 03.09.2016 13:55
    Highlight Die Diskusion um den Schleier ist sowas von Hirnrissig.
    Niemand (ausser Kinder bis sie 16 sind) kann bei uns gezwungen werden einer Religion anzugehören.
    Wenn man das begriffen hat ist das Ablegen des Schleiers nicht schwerer als am Mittagstisch seinen erzgläubigen Elter mitzuteilen, dass man Atheist oder schwul ist.
    28 14 Melden
    • Saraina 03.09.2016 18:03
      Highlight Guter Punkt!
      4 1 Melden
    • Oxymora 03.09.2016 19:47
      Highlight Nicht ganz so. In den meisten Kantonen teilt das Steueramt den juristischen Personen mit, zu welcher Kirche sie gehören. Das ab dem ersten Lebenstag. Und wer die Ungläubigensteuern nicht bezahlt bekommt die Macht des Staatsapparates mit allen Negativ-Konsequenzen zu spüren.
      Doch eines Tages wird es auch in der Schweiz Religionsfreiheit für alle geben; 1999 haben die Stimmberechtigten die neue Bundesverfassung angenommen. Nun müssten die Volksvertreter die BV nur noch real umsetzen.
      3 0 Melden
    600
  • dääd 03.09.2016 13:32
    Highlight Cool, Daniel Fuchs, eine interessante Reportage haben Sie da geschrieben. Ich finde, das müsste mehr gemacht werden: Mit den Betroffenen sprechen statt über sie. Und dann kann man seine eigenen Gedanken dazu machen.
    47 12 Melden
    600
  • Shin Kami 03.09.2016 13:31
    Highlight Wenn es Geld bringt hat der SVPler nichts dagegen... Ach ja nächstes mal gleich wegen Rassismus verklagen.
    53 14 Melden
    600
  • Thanatos 03.09.2016 13:31
    Highlight Man müsste vielleicht auch unter vier Augen mit diesen Frauen reden. Die werden sich ja wohl kaum in Anwesenheit ihrer Männer negativ äussern.
    Deswegen hinterlässt dieser Artikel einen zweispältigen Eindruck bei mir.
    83 15 Melden
    • Michael Mettler 03.09.2016 16:30
      Highlight Es steht Ihnen frei das zu tun. Sie werden staunen. Das sind Frauen mit Charakter und Intelligenz. Offen und sicher mit mehr Eigenständigkeit als Sie denken. Die Frauen im Hooters dagegen sind schlecht bezahlte Sexobjekte. Fragen Sie die mal um Ihre Meinung:)
      20 16 Melden
    • Röschtigraben 03.09.2016 17:23
      Highlight Ich hab mit niqabträgerinnen privat gesprochen und KEINE trägt den niqab wegen zwang usw. Ich streite nicht ab, dass es das gibt, aber ich hab eher die Erfahrung gemacht, dass der Mann nicht möchte, dass die Frau niqab trägt.
      16 8 Melden
    • kleiner_Schurke 04.09.2016 07:45
      Highlight Ach Thanatos, sie haben keinen Schimmer von der Arabischen Seele. Gehen sie zu einer Familie nach Hause, dann werden sie erleben wer im Haus die Hosen an hat. Ich habe Situationen erlebt, da wurden Männer einfach nur herum kommandiert und hatten gar nichts zu melden.
      3 0 Melden
    600
  • Gelöschter Benutzer 03.09.2016 12:34
    Highlight Interessanter Artikel. Danke.

    Aber dass ausgerechnet einer aus Dubai es unfreundlich findet, sich an hiesige Gesetze halten zu müssen, ist Doppelmoral.

    Eine Europäerin wurde in Dubai verhaftet, weil sie vergewaltigt worden war. Ist das etwa freundlich? Ein Schweizer war wochenlang im Knast, obwohl der Anwalt seine Unschuld nachweisen konnte. Nett? Mehrere Engländer wurden in Dubai verhaftet, weil sie in der Öffentlichkeit küssten. Freundlich?

    Oder wie wär's damit:
    http://www.spiegel.de/reise/aktuell/warnung-an-dubai-touristen-mohnbroetchen-schmugglern-droht-haftstrafe-a-535092.html
    89 12 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 03.09.2016 13:26
      Highlight Es ist nie eine gute Idee, die eigene Unfreundlichkeit mit der Unfreundlichkeit Anderer rechtfertigen zu wollen. Auge um Auge, und am Ende ist die Menschheit blind.
      56 31 Melden
    • Michael Mettler 03.09.2016 16:32
      Highlight Ich denke Sie haben die Aussage des Arabers nicht verstanden.
      8 6 Melden
    • zwan33 03.09.2016 20:56
      Highlight @ Loren Patron: Eine Busse für ein Verkehrsvergehen zu geben, ist nicht unfreundlich. Es ist Aufgabe eines Polizisten, die geltenden Verkehrsregeln und Gesetze durchzusetzen. Dabei kann er mit seinen Mitmenschen sehr höflich sein, auch wenn er eine Busse ausstellen muss.
      9 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 03.09.2016 21:38
      Highlight Der Gast beschwert sich ja nicht wegen des Polizeibeamten sondern wegen einer Rechtslage und -Praxis, die er offenbar nicht als sehr gastfreundlich erlebt:

      «200 Franken ohne Verwarnung, das finde ich nicht sehr gastfreundlich, ich habe es doch nicht extra getan»

      Ich meine übrigens, dass die Polizisten durchaus auch etwas Spielraum hätten, und dass in diesem Freiraum eigentlich auch sowas wie Menschenverstand Platz haben müsste. Eine Verwarnung hätte in diesem Fall vermutlich eine bessere Wirkung gezeigt und mehr zur Sicherheit beigetragen.
      3 8 Melden
    600
  • Ylene 03.09.2016 12:17
    Highlight Ein wirklich gutes Interview mit einer französischen Soziologin hier http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/die-burka-geht-derzeit-nicht/story/16181622 Und sie beschreibt perfekt, warum ich für ein Burkaverbot stimmen werde, egal wieviel Watson noch Appeasement machen und unterstellen will, dass Leute, denen eine säkulare Kultur wichtig ist, entweder nur Angst vor dem Fremden haben oder islamophob sind. Es gibt auch absolut keinen Grund, warum religiöse Überzeugungen alle anderen (ethisch, moralisch, etc.) übertrumpfen dürfen!
    74 18 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.09.2016 13:52
      Highlight ich könnte diesen erguss so halb glauben, wenn die rechtsbraunen nicht immer von christlich jüdischer tradition und abendland schwadronieren würden. aber so finde ich es dann halt schon eine absolute frechheit, den linken vorzuwerfen, sie seien gegen die säkularisierung, während das gegenteil erwiesenermassen fakt ist.
      21 29 Melden
    • Rabbi Jussuf 03.09.2016 14:28
      Highlight ivelischt
      vielleicht hilft es das Interview auch zu lesen und nicht nur den Titel. Dann würde es vielleicht, aber nur vielleicht auch helfen, dich etwas klarer auszudrücken und nicht einfach Zeugs aus den Fingern zu saugen.
      25 12 Melden
    600
  • Rabbi Jussuf 03.09.2016 12:17
    Highlight Ich sehe jetzt nicht so recht, welche Vorurteile hier über den Haufen geworfen werden wollen.
    ???
    32 7 Melden
    • axantas 03.09.2016 13:41
      Highlight Der Artikel ist zum Teil ein Schuss in den Ofen. Ich habe auch das eine oder andere mal "aha, also doch" gedacht. Musste mich dann kneifen, aber eben...

      Ich möchte jetzt eigentlich, dass Watson die lange Reihe der Burka/Burkini/etc.-Artikel beendet.

      Wir wissen es jetzt und möchten es nicht zum immerwährenden Tagesthema erhoben haben.
      38 8 Melden
    • Lichtblau 03.09.2016 17:31
      Highlight Verschleierte Touristinnen sind heute hier, morgen fort. Wen stört's? Verschleierte, die bei uns leben, haben sehr, sehr wenig Chancen, sich durch einen Job selbst zu ernähren. Auch egal?
      10 2 Melden
    600

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