Schweiz

Eltern von Adeline fordern im Prozess lebenslange Verwahrung

18.05.17, 10:08 18.05.17, 10:27

Der Angeklagte vor Gericht. Bild: KEYSTONE

Die Eltern von Adeline haben zum Auftakt des vierten Prozesstages dem Gericht Erklärungen vorgetragen und die lebenslängliche Verwahrung des Angeklagten gefordert. Sie erzählten von ihrem grossen Leiden und aus dem Leben der getöteten Tochter.

«Für die Eltern ist der Verlust ihres Kindes das Schlimmste, und auf diese Art und Weise ist es entsetzlich», sagte die Mutter der getöteten Sozialtherapeutin am Donnerstag sichtlich bewegt im Gerichtssaal in Genf. Der Angeklagte hörte der Erklärung regungslos zu.

Die Mutter verlangte die lebenslängliche Verwahrung des Täters. Der vorbestrafte Vergewaltiger gehöre «bis zu seinem letzten Atemzug» hinter Gitter. Auch wenn die Strafgesetzgebung zu dieser Höchststrafe schwierig anzuwenden sei, verlange sie eine lebenslängliche Verwahrung.

Die Opfer hätten auch das Recht auf ein würdiges Leben und die Gewissheit, dass der Angeklagte für immer im Gefängnis bleiben werde. Der Vater sprach vom Leiden der Eltern, des Partners und der Enkelkinder, das ebenfalls das gesamte Leben anhalten werde.

Der Partner der getöteten Sozialtherapeutin, der ebenfalls im auf Resozialisierung spezialisierten Zentrum «La Pâquerette» tätig war, wurde im Gegensatz zu den Eltern vom Gericht befragt. Er gab an, dass der wegen zwei Vergewaltigungen vorbestrafte Häftling für Adeline zu umgarnen versucht habe.

Häftling insistierte für Adeline

Er habe zudem insistiert, dass ihm für den zweiten Freigang Adeline als Begleiterin zugewiesen wird, sagte der Partner. Der 42-jährige Angeklagte hatte die Genferin am 12. September 2013 während eines Freigangs in einen Wald entführt und ihr die Kehle durchgeschnitten.

Danach flüchtete er nach Polen, wo er laut Anklage seine Ex-Freundin töten wollte. Nach einer dreitägigen Flucht wurde er an der deutsch-polnischen Grenze verhaftet und an die Schweiz ausgeliefert. Er muss sich wegen Mordes, Freiheitsberaubung, sexueller Nötigung und Diebstahls vor dem Genfer Strafgericht verantworten. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Die Schule geht wieder los? So viel verdient dein Lehrer – der grosse Lohnreport

Die kreative Reaktion dieses Supermarkts auf Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Bürgerkrieg und Sklaverei: Die unverheilte Wunde der USA

Fanta gibt's dank den Nazis – und 12 weitere WTF-Fakten zu Cola, Limo und Co.

7 Gründe, warum die Badenfahrt das bessere Züri Fäscht ist

Macht, Mord und Monobrauen: Im Harem des persischen Schahs

«Wir sind die grössten Loser – wenn das BGE mit uns klappt, dann klappt es überall»

Deutscher kassiert Busse in der Schweiz – und findet das wenig witzig

Guck mal, was die Russen in einem ihrer stillgelegten Hangars verstecken

Was diese Frau treibt, ist so grossartig wie abstossend – und ich kann nicht wegsehen

Obamas geniale Antwort auf Rassisten schlägt alle Twitter-Rekorde

Wie er Nazis verteidigt und über Wein schwafelt – Trumps irre Wutrede in 7 Akten

Was ist der hohlste Traumjob der Welt? Influencer!

Zum 40. (angeblichen) Todestag: ELVIS LEBT! 20 handfeste Beweise dafür

Mit Hipsterbart und Hakenkreuz: 5 alte und neue rechtsextreme Bewegungen

Warst du besoffen, Designer? 26 Kleider-Fails, die nicht mehr gut zu machen sind

Koksen und kotzen – Barbie ist im 2017 angekommen

Frau findet Ex auf Tinder – und erlebt zunächst eine witzige, dann eine böse Überraschung

Geheimes Chat-Protokoll aufgetaucht: Wie es wirklich zur Nordkorea-Krise kam

Zwei «Irre» auf Kollisionskurs: Die Angst vor der Bombe ist zurück

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0Alle Kommentare anzeigen
0
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

Die 9 grössten Unwahrheiten, die über die Durchsetzungs-Initiative verbreitet werden

Am 28. Februar stimmt die Schweiz über die SVP-Durchsetzungs-Initiative (DSI) ab. Der Abstimmungskampf verläuft ungewöhnlich hart. Hier sind die neun grössten Unwahrheiten, die über die DSI verbreitet werden – und die Fakten dazu.

Wir beginnen mit einem Prominenten. Thomas Fuchs, Vizepräsident der SVP der Stadt Bern und Grossrat. Er sagt:

Ganz am Anfang der Schweizerischen Bundesverfassung ist unter den garantierten Grundrechten etwas sehr Wichtiges festgehalten: 1. Kapitel, Art. 8: «Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.»

Der darauffolgende Absatz schreibt fest, dass niemand diskriminiert werden darf, gemäss einer langen Liste von Kriterien wie Herkunft, Rasse, Alter und Geschlecht. Das gilt für Schweizer …

Artikel lesen