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Jubel vor den Schweizer Fans: Die Nati ist auch in Riga makellos.
Jubel vor den Schweizer Fans: Die Nati ist auch in Riga makellos.Bild: KEYSTONE

Wieder gewonnen – aber ob die Nati an die WM fährt, entscheidet sich erst in Portugal

Vladimir Petkovics Equipe bleibt in der WM-Qualifikation auch am 8. Spieltag ohne Verlustpunkt. In Riga besiegen die Schweizer das chancenlose Lettland 3:0. Leider siegte auch Rivale Portugal.
03.09.2017, 23:0904.09.2017, 06:06

Die Schweiz erledigte die Pflichtaufgabe in Lettland ohne Probleme und mit einem über 90 Minuten dominanten Auftritt. Sie siegte dank der Tore von Haris Seferovic (9.), Blerim Dzemaili (55.) und Ricardo Rodriguez (58.) 3:0 und bleibt in der Gruppe B makelloser Leader.

«Das war eine gute Leistung, wir hatten wieder viele Chancen und einige davon nutzten wir. Jetzt kommen zwei schwierige Gegner, in denen wir beweisen müssen, dass wir eine Mannschaft sind.»
Vladimir Petkovic, Nationaltrainer

Der achte Sieg im achten Spiel der WM-Qualifikation war ein weiterer kleiner Schritt an die WM in Russland – doch nicht mehr. Weil Portugal in Ungarn 1:0 gewann, bleibt die Ausgangslage für die Schweiz vor der abschliessenden Tranche im Oktober unverändert. Sie braucht im Heimspiel in Basel gegen Ungarn am 7. Oktober und drei Tage später in Portugal zwei Unentschieden, um sich als Gruppensieger direkt für die WM zu qualifizieren.

Schon wieder Seferovic

Das so wichtige Führungstor fiel in Riga schon nach neun Minuten, damit so früh wie noch nie in dieser WM-Kampagne und fast eine Stunde früher als im zähen Hinspiel in Genf (1:0). Xherdan Shaqiri spielte Stephan Lichtsteiner frei, dessen flache Hereingabe lenkte Haris Seferovic am näheren Pfosten ins Tor. Dass der FCZ-Keeper Andris Vanins im Tor von Lettland dabei denkbar schlecht aussah, brauchte Seferovic nicht zu kümmern.

Die frühe Führung: Seferovic trifft zum 1:0.Video: streamable

Der etwas glückhafte Treffer war aber Dokument für den Lauf des Schweizer Stürmers in diesem Spätsommer. Für Benfica hat Seferovic in fünf Spielen vier Tore erzielt. Für die Schweiz sind es nach der Doublette vom Donnerstag gegen Andorra nun drei in zwei Spielen seit der Sommerpause.

«Wenn es läuft, dann läuft es. Ich tue alles, damit es so bleibt und ich weiterhin Tore schiessen kann. Aber ich muss am Boden bleiben. Man weiss nie, wie es weiter geht.»
Haris Seferovic, Torschütze

Das Tor in der Startphase unterstrich, wie seriös die Schweizer die Pflichtaufgabe in Riga angingen. Sie übernahmen das Kommando ohne Verzögerung und hätten durch Blerim Dzemaili, Seferovic und Shaqiri durchaus noch vor der Pause weitere Treffer schiessen können. Nie standen sie in den ersten 45 Minuten dem 2:0 näher als in der 31. Minute, als Dzemaili einen an Admir Mehmedi verschuldeten Foulpenalty schludrig weit über das Tor schoss.

Dzemaili donnert den Ball ins Juhee.Video: streamable

Dzemaili trifft dann doch noch

Solche Fehlschüsse haben Spiele auch schon kippen lassen. In Riga war es nicht so. Die Letten waren der erwartet defensive Gegner, der zwar mehr Klasse hat als die Färöer oder Andorra, aber eben doch nicht in der Lage war, die Schweizer in Verlegenheit zu bringen. Die neunte Niederlage in Folge konnten die Einheimischen nicht verhindern. Nach dem schnellen Rückstand ging es für sie im Prinzip nur noch darum, den Schaden in Grenzen zu halten.

Am Ende war ihnen nicht einmal dies gelungen, obwohl sie mit dem 0:3 noch gut weggekommen sind. Dzemaili und Ricardo Rodriguez mittels Foulpenalty sorgten mit einem Doppelschlag in der Startviertelstunde der zweiten Halbzeit für ein Resultat, das die Dominanz der Schweiz wenigstens einigermassen wiedergab. Es war letztlich der höchste Schweizer Auswärtssieg seit einem 4:0 in San Marino vor fast drei Jahren.

Dzemaili trifft zum 2:0.Video: streamable
Rodriguez aus elf Metern zum 3:0.Video: streamable

Schon «ewig» kein Tor mehr kassiert

In einem Team ohne Schwachstelle war Captain Lichtsteiner der gewohnt feurige Vorkämpfer, Rodriguez, sein Pendant auf der linken Seite, war angriffiger als noch gegen Andorra. Vor ihm agierte Mehmedi oft glücklos, doch dem Leverkusen-Professional gebührt der Verdienst, zwei Penaltys herausgeholt zu haben.

Xherdan Shaqiri auf dem anderen Flügel war in der ersten halben Stunde auffälliger als mit zunehmender Spieldauer, dafür steigerte sich Blerim Dzemaili nach der Pause, erzielte nach schöner Kombination über Johan Djourou und Seferovic seinen achten Treffer im 58. Länderspiel und traf später noch den Pfosten.

Valon Behrami und Granit Xhaka dominierten die mittlere Zone mit der gewohnten Arbeitsteilung. Behrami liess sich in der Angriffsauslösung meist zurückfallen, Xhaka gab ein paar Meter weiter vorne den Strategen. Es war wieder das Spiel seiner vielen Ballkontakte, auch wenn er diesmal weniger auffällig war als üblich.

«Es war für mich etwas ein Wechselbad der Gefühle. Beim Penalty habe ich im letzten Moment die Idee gewechselt, das darf man eigentlich nicht. Ich habe aber versucht, ganz normal weiter zu spielen. Der Lohn kam in der Form des Tores.»
Blerim Dzemaili, Torschütze

In der Innenverteidigung zeigte Johan Djourou nach seinem «Ausschluss» im letzten Spiel keine Schwächen, wurde allerdings von den Letten wie auch sein Partner Fabian Schär kaum gefordert. Hinter ihnen hatte Yann Sommer keinen einzigen gefährlichen Ball zu entschärfen, womit die Schweiz nun bei einer weiteren bemerkenswerten Zahl steht: Sie hat seit 542 Minuten kein Tor mehr kassiert. (ram/sda)

Die Tabelle

Das Telegramm

Lettland - Schweiz 0:3 (0:1)
Skonto-Stadion, Riga. - 7587 Zuschauer. - SR Gözübüyük (NED).
Tore: 9. Seferovic (Lichtsteiner) 0:1. 55. Dzemaili (Seferovic) 0:2. 58. Rodriguez (Foulpenalty/Mehmedi) 0:3.
Lettland: Vanins; Kolesovs, Gorkss, Dubra; Solovjovs, Indrans (61. Kluskins), Vardanjans (78. Kazacoks), Maksimenko; Laizans; Sabala, Rakels (68. Ikaunieks).
Schweiz: Sommer; Lichtsteiner (80. Lang), Schär, Djourou, Rodriguez; Behrami, Xhaka (77. Zakaria); Shaqiri, Dzemaili, Mehmedi; Seferovic (76. Derdiyok).
Bemerkungen: Lettland ohne Freimanis (gesperrt), Schweiz ohne Embolo (rekonvaleszent), Drmic (verletzt). 31. Dzemaili schiesst Foulpenalty über die Latte. 80. Pfostenschuss von Dzemaili. Verwarnungen: 37. Indrans, 43. Maksimenko, 56. Dubra, 57. Solovjovs, 69. Vardanjans (alle Foul).

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