Interview
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Ein Logo von Transgender Network Switzerland TGNS, steht auf dem Bundesplatz, am Mittwoch, 7. Maerz 2018 in Bern. Die Transgender Network Switzerland fordert dass die Schweiz eine Vorreiterrolle bei der beruflichen Integration von Trans Menschen einnehmen soll. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Wie willkommen sind Transmenschen im Bundeshaus? Aktion vom März 2017 auf dem Bundesplatz. Bild: KEYSTONE

Kritik am Transmenschen-Gesetzesentwurf: «Der Bundesrat signalisiert: Ihr existiert nicht»

Der Bundesrat will weniger Bürokratie bei Geschlechtsänderungen im Personenstandsregister. Für Transgender-Aktivist Alecs Recher ist der Vorschlag unzureichend – wer sich keinem Geschlecht zugehörig fühle, werde weiterhin diskriminiert.

24.05.18, 18:45 25.05.18, 09:48


Herr Recher, der Bundesrat kommt Transmenschen und Menschen mit einer Geschlechtsvariante entgegen: Sie sollen ihr Geschlecht und ihren Vornamen im Personenstandsregister unbürokratisch anpassen können. Sind Sie zufrieden?
Alecs Recher: Das Ziel, die Geschlechtsänderung zukünftig unbürokratisch, schnell und kostengünstig vornehmen zu können, begrüssen wir. Aber ganz zufrieden mit dem Vorentwurf sind wir nicht. Es braucht Nachbesserungen.

Welche? Das ist doch ein progressiver Vorentwurf.
Wir müssen den Vorentwurf natürlich noch im Detail analysieren. Es zeigen sich aber bereits drei hauptsächliche Probleme. In erster Linie problematisch ist der Ermessensspielraum, welchen die Zivilstandsbeamten haben sollen. Sie können im Zweifelsfall weitere Abklärungen treffen, Arztzeugnisse einfordern oder die Änderung ganz ablehnen. Damit widerspricht sich der Bundesrat selbst: Denn in seinen Erläuterungen hebt er das Selbstbestimmungsrecht des Individuums hervor. Selbstbestimmung heisst, dass eine Person ihre Geschlechtsidentität selber am besten kennt, besser als der Staat.

Alecs Recher Transgender Network Switzerland

Der Jurist Alecs Recher (42) ist Leiter der Rechtsberatung beim Transgender Network Switzerland. Bild: zvg

Diesen Ermessensspielraum brauchen Zivilstandsämter laut Bundesrätin Sommaruga, um Missbrauch zu verhindern. Sonst kann sich ein 19-jähriger Mann dank Geschlechtsänderung vor dem Militärdienst drücken.
Diese Überlegung ist absurd. Niemand beantragt eine Änderung des amtlichen Geschlechts, um sich vor dem Militär zu drücken. Der Blick auf andere Länder, wo Geschlechtsänderungen bereits unbürokratisch und basierend auf Selbstbestimmung möglich sind, zeigt: Es gibt keinen Missbrauch. Wer das machen würde, der würde sich in seinem Alltag der extrem belastenden Situation von Zwangsoutings, Diskriminierung und Gewalt aussetzen, der Transmenschen entkommen wollen. Das tut sich niemand an, bloss um dem Militär zu entkommen.

Es bräuchte Ihrer Meinung nach also keinerlei Kontrolle?
Hypothetische Fälle von Missbrauch könnten mit den bestehenden Mitteln des Strafrechts problemlos belangt werden. Man muss nicht den Zivilstandsämtern eine Kontrollfunktion über die Geschlechtsidentität von Transmenschen zuweisen. Viel wichtiger ist, dass Zivilstandsämter, wenn sie diese neue Funktion erhalten sollten, gut geschult werden in einem korrekten Umgang mit Transmenschen.

«Mit seinem Entscheid, auf ein drittes Geschlecht zu verzichten, signalisiert der Bundesrat diesen Menschen: Ihr existiert für den Staat nicht.»

Welche anderen Mängel hat der Vorentwurf für Sie?
Er sieht vor, dass bei Minderjährigen die Zustimmung der Erziehungsberechtigten notwendig ist. Sollte das so umgesetzt werden, ist das ein Rückschritt im Vergleich zum Status Quo.

Weshalb?
Gemäss der heutigen Praxis können auch urteilsfähige Minderjährige eine Geschlechtsänderung beim Gericht verlangen. Der Begriff der Urteilsfähigkeit ist eine wunderbare Errungenschaft unseres Zivilrechts. Er ist an kein absolutes Alter gebunden. Die Urteilsfähigkeit wird anhand der Reife des einzelnen Minderjährigen und der Tragweite des Entscheidungsgegenstands relativ bewertet. So müsste man es wie bisher auch bei Geschlechtsänderungen handhaben. Schliesslich gibt es damit in der Praxis auch kein Problem.

Der Bundesrat will darauf verzichten, ein drittes Geschlecht einzuführen für Leute, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen. Enttäuscht?
Hier hätte ich mir tatsächlich mehr Mut von Bundesrätin Sommaruga gewünscht – schliesslich heisst es im Bericht ja, dass sich die Schweiz mit dieser Frage wird auseinandersetzen müssen. Etwa 60 Prozent der Transmenschen fühlen sich im binären Geschlechtersystem nirgendwo zugehörig. Mit seinem Entscheid, auf ein drittes Geschlecht zu verzichten, signalisiert der Bundesrat diesen Menschen: Ihr existiert für den Staat nicht. Das ist inakzeptabel.

Bundesraetin Simonetta Sommaruga, rechts, spricht an der Seite von Martin Dumermuth, Direktor des Bundesamtes fuer Justiz, links, an einer Medienkonferenz ueber die

Justizministerin Simonetta Sommaruga mit Martin Dumermuth vom Bundesamt für Justiz. Bild: KEYSTONE

Sie sind seit zehn Jahren in der Rechtsberatung für Transmenschen tätig. Auf welche Schwierigkeiten treffen Menschen, die eine Geschlechtsänderung wünschen?
Man muss festhalten: In der Praxis hat sich – auch dank unseres Einsatzes – vieles stark verbessert in den letzten Jahren. Die vorgeschlagene Gesetzesänderung würde in vielem lediglich den Status Quo festhalten und die Kompetenz von den Gerichten an die Zivilstandsämter übertragen. Doch trotz der Fortschritte sind ein paar Schwierigkeiten geblieben.

Zum Beispiel?
Der amtliche Weg bis zur Geschlechtsänderung kostet die Betroffenen viel, mehrere hundert bis gut tausend Franken. Für Transmenschen, die überdurchschnittlich oft von Arbeitslosigkeit und Armut betroffen sind, ist das ein Problem. Die Möglichkeit der unentgeltlichen Rechtspflege kennen viele nicht oder sie kommen mit den komplizierten Formularen nicht alleine zurecht.

«In der Schweiz dürften  mindestens 140’000 nicht-binäre Menschen leben – gleich viele, wie in der Landwirtschaft tätig sind.»

Welche Probleme haben Betroffene früher erlebt?
Bis vor etwa zehn Jahren haben die Gerichte teilweise eine Auflösung der Ehe verlangt, bevor sie eine Geschlechtsänderung erlaubt haben. Obwohl das dem Zivilgesetzbuch klar widerspricht. Der Vorentwurf legt erfreulicherweise eindeutig fest, dass eine Geschlechtsänderung keinen Einfluss auf die Ehe oder eingetragene Partnerschaft hat.

Und sonst?
Das Schlimmste, was Menschen auf dem Weg zur Geschlechtsänderung erleben mussten, waren gerichtlich angeordnete medizinische Nachweise. Damit wurden Menschen, nur weil sie trans sind, zu sterilisierenden Operationen gezwungen. Das ist eine schwere Menschenrechtsverletzung. Diese Praxis hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) mit einem Urteil vom April 2017 verboten. Daran halten sich zum Glück die Schweizer Gerichte seither.

Bundesrätin Sommaruga sagte am Donnerstag, die vorgeschlagene Gesetzesänderung betreffe sehr wenige Leute, sei für diese aber sehr wichtig. Wie viele Transmenschen und Menschen mit einer Geschlechtsvariante leben eigentlich in der Schweiz?
Genaue Zahlen gibt es nicht. Gemäss einer repräsentativen Umfrage siedeln sich in Deutschland 2 bis 3 Prozent der Bevölkerung im Transspektrum an. Davon identifizieren sich 60 Prozent weder als weiblich noch als männlich. Umgerechnet auf die Schweiz wären das also etwa 140’000 nicht-binäre Menschen – ähnlich viele, wie in der Landwirtschaft tätig sind.

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89
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89Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • grandvlad 27.05.2018 10:07
    Highlight Bei Grundsatzdiskussionen schwebt plötzlich als höchstes Gebot wieder die Biologie, ach ja der sogenannte Ursprung des sein.... Die Menschen haben sich dem Ursprung selbst entfremdet und tragen tagtäglich dazu bei, wie: natürlich ist, der Menschen bewegt sich nur mit eigener Körperkraft fort; natürlich ist, der Mensch isst das, was er sich selber anpflanzen kann; natürlich ist, der Mensch braucht organische Materialien aus Seiner nächsten Umgebung....Seid ihr biologische natürlich?
    4 5 Melden
  • Tom5562 25.05.2018 22:59
    Highlight Die erste Frage, wenn ein Kind auf die Welt kommt, ist meist nicht: "Ist es gesund?", sondern: "Was ist es?". Gemeint ist das Geschlecht. Bin ich der einzige, der das traurig findet?
    18 13 Melden
  • Genital Motors 25.05.2018 09:45
    Highlight Entfernt. Bitte beachte die Kommentarregeln. Danke, die Redaktion.
  • Swissbex 25.05.2018 08:12
    Highlight Wenn der Staat niemanden diskriminieren möchte, dann verstehe ich nicht weshalb man überhaupt noch zwischen Mann und Frau unterscheidet. Weshalb das Geschlecht nicht ganz aus dem staatlichen Kontext streichen.
    Ach ja, dann müssten plötzlich alle gleichviel Lohn bekommen, alle ins Militär, etc.
    58 25 Melden
  • Anonymous222 25.05.2018 06:40
    Highlight Die Bundesfassung fängt ja mit religiösen Machtwörtern an:
    'Im Namen Gottes des Allmächtigen!'

    Dann steht 'Alle Menschen sind vor dem Gesetzt gleich'

    Und danach werden Menschen in Geschlechter aufteilt und unterschiedliche Gesetze definieren:
    z.B. 'Er kann den Schutzdienst für Männer obligatorisch erklären. Für Frauen ist dieser
    freiwillig.'

    Mir fällt es schwer so ein Paper als Gesetzt anzuerkennen, dir auch?
    31 49 Melden
    • Eine_win_ig 25.05.2018 20:29
      Highlight Nein.
      18 9 Melden
  • Factfinder 24.05.2018 22:22
    Highlight Ist der Titel tatsächlich mit Absicht Irreführend? Intersexuell ist nicht gleich Trans und im Interview ist der Kontext dieser Aussage ausschliesslich auf Intersexuelle bezogen.
    29 8 Melden
  • AB_light_wins 24.05.2018 20:45
    Highlight Frau Somaruga ist eine Powerfrau, welche viele Rechte einräumt. Ich danke für diese gute Arbeit.

    Klar sind Tendezen nach oben da, aber schon mal ein Schritt in eine gute neue Welt...

    Queer and proud!
    74 110 Melden
  • happygoalone 24.05.2018 20:21
    Highlight Endlich! Ich würde mir ein drittes Geschlecht, also weder männlich noch weiblich wünschen. Gerade auch für intersexuelle Menschen, die ohne erkennbares Geschlecht-anatomisch-geboren werden. Früher wurden solche Menschen im Kindesalter operiert, eben um auf einer der beiden Seiten zugehörig zu sein. Das hat sich glücklicherweise etwas gebessert.
    68 84 Melden
    • Redly 24.05.2018 21:16
      Highlight Nachvollziehbar.
      Zugleich: hier geht es um ganz wenige Promille die echt ein unklares biologisches Geschlecht haben (und alle anderen sexuelle Neigungen und Gefühle sind Privatsache und haben nichts mit dem Geschlecht zu tun). Die Kosten für Reslisierung von Prozessen und IT sind aber horrend! Sollen wir das bei Bedürfnissen sparen, die mehr zugute kommen? Sozialhilfe, AHV, Gesundheit, Bildung?

      Und jetzt bitte nicht ausweichen. Wer konkret soll viele Millionen weniger erhalten für ein Promille-Problem?
      115 51 Melden
    • Enzasa 24.05.2018 22:43
      Highlight Weil es nur wenige sind, ist es leicht Ihnen zu helfen. Wenig Bürokratie, wenige Hürden und ein riesiges Problem für die Betroffenen lässt sich schnell und einfach und kostengünstig lösen
      29 23 Melden
    • OkeyKeny 24.05.2018 23:01
      Highlight @redly - Transmenschen lassen so oder so ihr Geschlecht oftmals bürokratisch anpassen. Dieser Entscheid erleichtert und verschnellert den Prozess lediglich, ich sehe also dein Problem nicht.
      22 9 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • MacB 24.05.2018 20:01
    Highlight Wieso muss sich der Staat neu immer unterordnen? Lebt aus, was immer ihr wollt aber richtet eich nach den regeln.

    Ich hab mich in Schindellegi auch wohl gefühlt damals und fühle mich da zugehörig. Darf ich deswegen meine Steuern da zahlen, obwohl ich nicht mehr da wohne? Nein...
    60 60 Melden
    • Factfinder 24.05.2018 21:10
      Highlight Nur wenn du mehrere Millionen verdienst und einen Alibiwohnsitz dort hast :P
      40 12 Melden
    • MacB 24.05.2018 22:29
      Highlight Factfinder, der war gut 😂👍
      12 2 Melden
    • Enzasa 24.05.2018 22:46
      Highlight Warum muss ich meine Gefühle nach den Regeln von ein paar Menschen richten?
      Demokratie und Gleichberechtigung bedeuten dass jeder Mensch seinen individuellen Lebensentwurf leben darf.
      Diese große Aussage soll nun an ein paar Kleingeister scheiterten?
      18 25 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • G. Schmidt 24.05.2018 19:33
    Highlight Ganz einfache Lösung.

    Drittes Geschlecht mit X zulassen und diese der Wehrpflicht unterstellen.

    Keine Diskriminierung und freie Wahl.
    47 51 Melden
    • Factfinder 24.05.2018 21:00
      Highlight Wenn Gleichzeitig auch das Geschlecht "weiblich" der Wehrpflicht unterstellt würde (alle gleiches Rentenalter usw.), dann los.

      Ansonsten ist es immer noch Diskriminierung und für die grösste Minderheit der Schweiz keine "freie Wahl"
      68 23 Melden
    • Redly 24.05.2018 21:17
      Highlight ...das X kostet Millionen. So einfach...
      41 37 Melden
    • Fabio74 26.05.2018 20:11
      Highlight Und redly? Soll ich aufzählen was uns auch Milliarden kostet Jahr für Jahr?
      2 3 Melden
  • Factfinder 24.05.2018 19:32
    Highlight "Sonst kann sich ein 19-jähriger Mann dank Geschlechtsänderung vor dem Militärdienst drücken."
    Und das wäre eine Sauerei.
    Wir behandeln schliesslich alle gleich. Ausser Schweizer Männer.
    Wenn die etwas was alle anderen gar nicht tun müssen, auch nicht tun wollen, dann "drücken" sie sich. Momoll, mega fortschrittlich wie man es von euch kennt watson ;)
    102 16 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 24.05.2018 19:26
    Highlight Eine andere mit Bekannte Studie kommt auf 0.58%, sie ist sehr aktuell und gut.https://williamsinstitute.law.ucla.edu/wp-content/uploads/How-Many-Adults-Identify-as-Transgender-in-the-United-States.pdf
    46400 Menschen, Prävalenz /170
    Damit sind wir aber immernoch um den Faktor 6 von 3% entfernt.
    54 2 Melden
  • kloeti 24.05.2018 19:24
    Highlight "Diese Überlegung ist absurd. Niemand beantragt eine Änderung des amtlichen Geschlechts, um sich vor dem Militär zu drücken."
    Würde man in diesem Fall auch keine Militärersatzzahlungen leisten? Dann sehe ich ein riesiges Missbrauchspotenzial...
    63 26 Melden
    • Factfinder 24.05.2018 21:03
      Highlight Worin liegt der Missbrauch?
      Ich bin ein freier Mensch der sich nicht zu einem Zwangsdienst zwingen lässt. Da das für natürliche Personen vom Geschlecht männlich offenbar nicht so ist, hat man meine Person wohl dem falschen ____amtlichen____ Geschlecht zu geordnet.
      Und du unterstellst mir jetzt missbrauch weil ich das ___amtliche___ Geschlecht meiner Person dann entsprechend der "amtlichen Realitäten" anpassen würde?
      20 63 Melden
    • kloeti 24.05.2018 22:47
      Highlight Ich hätte diese Möglichkeit wohl genutzt um mir ein paar tausend Franken an Militärersatzzahlungen zu sparen, obwohl ich mich mit meinem biologischen Geschlecht identifiziere.

      Was ist das, wenn nicht ein Missbrauch einer Verfahrenserleichterung welche speziell für Transmenschen geschaffen wurde?
      20 19 Melden
    • Citation Needed 25.05.2018 16:41
      Highlight ich würde wetten, das hättest Du nicht gemacht, Klöti. Genausowenig wie Du Dich als Invaliden ausgibst (um Rente zu beziehen) oder sonstwie von Erleichterungen für Bedürftige profitierst. Theoretisch könnte man das ja. Erklär mal jedem Arbeitgeber warum Du auf dem AHV-Ausweis und in der ID nicht als M sondern als X stehst. Bei jeder Reise fragt das Bodenpersonal ob Du Mister oder Mrs genannt werden willst, oft wohl schräger Blick inklusive.
      8 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 24.05.2018 19:20
    Highlight Anstelle solcher unnötiger und komplexer Spezialregelungen könnte man zb auch den Militärdienst vom Geschlecht unabhängig machen oder noch besser, den Verein direkt schliessen.
    Die am Schluss präsentierten Zahlen fand ich interessant, mich würde noch interessieren, von wo er die hat und wie Transmenschen überhaupt definiert werden. Beispiel: Mann (XY), physiologische Norm, fühlt sich aber als Frau, dann doch trans?
    Die aktuellste Studie im englischen Wiki gibt die Prävalenz mit 1:11000 (m) und 1:15000 (f) an, auch auf der Seite des Netzwerks stehen bis zu drei Prozent, das währe 1:33! Studien?
    54 13 Melden
  • Tiny Rick 24.05.2018 19:10
    Highlight Wir müssen aufhören Gefühle als Fakt anzusehen. Du kannst dich keinem Geschlecht zugeordnet fühlen, Fakt ist aber das du biologisch ein Geschlecht hast. Punkt. Das nennt man Biologie. Gefühle nicht gleich Fakten. Ich bin für Gleichstellung aller Art aber solche Empörungen über Details helfen der Sache bestimmt nicht.
    451 124 Melden
    • Taliscaolila 24.05.2018 19:56
      Highlight Und was ist mit all denen, die trans geboren werden? Dürfen die sich dann nicht akzeptieren wie sie sind? Die werden so ja gezwungen sich zu entscheiden.
      44 61 Melden
    • Fox Devil Wild 24.05.2018 19:58
      Highlight Natürlich sind Gefühle auch Fakt. Wenn ich mich verbrenne, fühle ich den Schmerz und der ist sehr real!
      Trans*menschen fühlen nicht nur welches Geschlecht sie haben, sie wissen es auch, das ist Realität. Punkt. Nur leider stimmt der Körper mit diesem Wissen nicht überein. Ein Bisschen wie beim Phantomschmerz. Wenn du selbst nicht betroffen bist, kannst du dir ja gar nicht vorstellen wie das ist. Also sprich uns bitte nicht die Existenz ab.
      61 89 Melden
    • Sensient 24.05.2018 20:14
      Highlight Fakt ist einzig, dass deine Aussage falsch ist.
      Ich würde an deiner Stelle Intersexualität googeln. Zudem gehe ich davon aus, dass du keine Transmenschen persönlich kennst. Ansonsten kann ich mir nur schwerlich vorstellen, wie man auf eine derart lapidare Schlussfolgerung kommt.

      Wie man sich fühlt ist zugleich auch die eigene Realität. Ich frage mich weshalb man sich über die „Empörung“ von Herrn Rechner aufregt wenn man für „Gleichstellung aller Art“ steht. Wem wäre mit den geforderten Änderungen geschadet? Was wäre an deinem Leben schlechter, wenn es Betroffenen besser ginge?
      57 48 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • 7immi 24.05.2018 19:09
    Highlight das problem mit der dienstverweigerung liesse sich ganz einfach lösen: gleichberechtigung. also wehrpflicht für alle. wären zwei probleme auf einmal gelöst.
    267 41 Melden
    • Attilaquetzal 24.05.2018 21:47
      Highlight Den Laden schliessen, wäre noch einfacher!
      25 10 Melden
    • \L/ 24.05.2018 23:38
      Highlight Oder gar keine Wehrpflicht, dann wären noch mehr Probleme gelöst.
      24 8 Melden
    • Swissbex 25.05.2018 08:08
      Highlight Für das müssten wir lediglich die Verfassung anpassen, bzw. eine Initiative lancieren.
      Ich frage mich schon länger ob man die Unterschriften dafür zusammen kriegen würde. 🤔
      11 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scaros_2 24.05.2018 19:07
    Highlight Ich habe Mühe damit zu verstehen wie man sich überhaupt keinem Geschlecht verpflichtet fühlen kann. Aber evtl. denke ich auch in zu logischen Zügen und 0 und 1. Entweder oder halt.
    162 58 Melden
    • Menel 24.05.2018 20:17
      Highlight Was macht denn das Frau- und Mannsein denn aus?
      23 45 Melden
    • Asmodeus 24.05.2018 20:44
      Highlight Das ist nicht per se logisch. Du gehst bloß davon aus, daß es nichts ausser Mann und Frau geben könnte.

      Non-binary sieht aber die ganzen Graubereiche zu denen z.B. auch Menschen mit XYY-Chromosomen etc. Zugehören.

      Der Mensch hat die Anlagen sich sowohl männlich als auch weiblich zu entwickeln. Sowohl körperlich als auch im Gehirn.

      Ein männlicher Körper und ein weibliches Gehirn (oder ein Mischgehirn) passt daher nicht in dieses "logische" Schema.
      28 12 Melden
    • Factfinder 24.05.2018 21:08
      Highlight Ernsthafte Frage Menel?
      Komme mir da nämlich ein bisschen blöd vor einer erwachsenen Frau zu erklären wo die offensichtlichen Unterschiede liegen.
      Ich umschreibe es mal so: Mag mich erinnern dass du über Tamponalternativen gesprochen hast als dies hier mal Thema war.

      Nicht falsch verstehen, ich meine das nicht negativ und fand die Kommentare interessant.
      Aber mindestens ein simples Beispiel für offensichtliche Unterschiede sollte sich darin finden ;)
      35 34 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • bullygoal45 24.05.2018 18:57
    Highlight Hatte jetzt gerade keine Zeit das durchzulesen, heute Abend dann sicher!

    Frage: Wäre es möglich in einer Gesellschaft komplett auf das Geschlecht in Amtlichen Dingen zu verzichten?

    Problematik: Militär, Duschen in Schulen,ä etc..

    37 28 Melden
    • Factfinder 24.05.2018 19:27
      Highlight Ja Mädchen und Junge am Anfang ihrer Pubertät sollen zusammen duschen.
      Weil da fühlen sich alle bestimmt wohler als bei den bisher fies diskriminierend geschlechtergetrennten Duschen...
      Are you serious?
      Beim Militär bin ich zwar mit dir einig was die Problematik angeht. Die Lösung wäre dort aber ganz einfach: Echte Gleichberechtigung und nicht einfach Frauenmehrberechtigung ;)
      36 19 Melden
    • DreamerDu 24.05.2018 19:46
      Highlight Das frage ich mich auch. Weshalb brauchen wir ein amtliches Geschlecht? Warum können wir nicht einfach alle Menschen sein?
      29 16 Melden
    • Domino 24.05.2018 20:14
      Highlight War auch meine Idee: Geschlechter einfach abschaffen.

      Aber da würden strengreligiöse Gruppen wohl einen Aufstand machen, wie zum Beispiel Muslime, die ihre Mädchen gar nicht mehr zur Schule schicken würden.
      13 30 Melden
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