Justiz
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Bild: Shutterstock/watson

1 Hanfsamen provoziert ein Gerichtsverfahren – eine Amtsschimmel-Komödie in 3 Akten

Die Geschichte über ein Strafverfahren wegen eines einzelnen THC-haltigen Hanfsamens.

14.08.18, 08:21 14.08.18, 13:26


«Bätsch»,

schreibt Rico Daniel watson. Seine Nachricht trieft vor Schadenfreude. Er hat soeben in einem Verfahren vor Obergericht gegen das Statthalteramt des Bezirks Bülach einen Sieg errungen. Gegen jene Behörde, die vor rund einem Jahr gegen ihn ein Strafverfahren eröffnet hat. Wegen einem einzelnen Hanfsamen. 

«Behördenirrsinn»,

findet Rico Daniel, der die amtlichen Dokumente auf seinem Online-Portal bundesmaus.ch veröffentlicht hat. Darunter das Urteil des Obergerichts vom 31. Juli, den forensischen Bericht über das Saatgut und Polizeiakten, wie etwa das Einvernahmeprotokoll.

Die Geschichte nacherzählt in einem neuem Genre – der Amtsschimmel-Komödie.

1. Akt: Der Verdacht

Die Beamten dachten wohl, sie hätten einen guten Fang gemacht.

Als sie am 2. Mai 2017 eine Postsendung überprüften, entdeckten sie 211 Hanfsamen – eingeklebt in das Innere einer DVD-Hülle. Deklariert war das Saatgut allerdings nicht, nur die DVD. 

Dass es nicht ganz so brisant ist, zeigte eine Betäubungsmittel-Voruntersuchung am Forensischen Insitituts Zürich. Die Mitarbeiter identifizierten 200 dieser 211 Samen als Futura 75, eine CBD-Sorte. Auch bei 10 weiteren handelte es sich um erlaubte CBD-Samen, namentlich Candida.

Doch der 211. Samen war dann doch noch ein Volltreffer: White Widow x Bubble Gum, so der Name des THC-haltigen Drogenhanfs.

Das Statthalteramt des Bezirks Bülach eröffnete in der Folge eine Strafuntersuchung gegen den geplanten Empfänger der Postsendung – Rico Daniel. Der Verdacht: Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. 

Der Vorwurf in den Worten der Polizei:

«Der Beschuldigte beschaffte sich nebst CBD-haltigen Hanfsamen einen THC-haltigen Samen zwecks illegalem Anbau von Betäubungsmitteln/ Marihuana.»

2. Akt: Die Verteidigung

«Ich wollte CBD-Hanf anpflanzen», sagte Rico Daniel bei der Einvernahme durch die Polizei aus. 

Rico Daniel ist ein bekannter Dampfer. Er betreibt in Kloten bereits seit Jahren einen E-Zigaretten Shop und plante, zukünftig nicht nur CBD-Hanf in seinem Geschäft anzubieten, sondern auch selber anzubauen. Das sei der Grund, warum er unter dem Firmennamen Doctor Green GmbH Saatgut in Österreich bestellte – im Wert von 167 Euro.

Dass statt den 210 legalen Samen auch noch ein 211., ein Drogensamen in der Sendung war, dafür hat Daniel gemäss eigenen Angaben keine Erklärung. «Ich habe diesen nicht bestellt», beteuerte er gegenüber den Beamten und legte zum Beweis die Kaufquittung und den Bestellschein vor. Die Ermittlungen gingen dennoch weiter.

Da dem Händler kein schuldhaftes Verhalten nachgewiesen werden konnte, sprach das Statthalteramt des Bezirks Bülach Rico Daniel vom Vorwurf frei. Die Kosten für die Betäubungsmittel-Voruntersuchung (280 Franken) sollte aber Rico Daniel dennoch bezahlen. Zudem sprach das Statthalteramt des Bezirks Bülach dem vormals Beschuldigten weder eine Entschädigung noch eine Genugtuung zu. 

Zu Unrecht fand Daniel, reichte Beschwerde ein und beschäftigte damit das Obergericht.

3. Akt: Das Urteil

Rico Daniel habe sich rechtswidrig verhalten, begründete das Statthalteramt Bülach in ihrer Stellungsnahme gegenüber dem Obergericht. Zwar sei es nicht gelungen, den Tatbestand  rechtsgenügend nachzuweisen, doch Rico Daniel hätte das Strafverfahren erschwert. Der Vorwurf der Behörde: Rico Daniel hätte sie im Vorfeld darauf hinweisen können, dass eine falsch deklarierte Postsendung eintreffen werde. Sprich CBD-Samen statt einer DVD.

Absurd, findet Rico Daniel. Er habe weder das Paket, noch den Inhalt oder die Deklaration je in den Händen gehalten oder gar selbst getätigt oder veranlasst, schreibt er in seiner Stellungnahme an das Obergericht. Zudem bestehe keine Meldepflicht für den Import von CBD-Saatgut. «Den unverhältnismässigen, übertriebenen Aufwand hat folglich einzig und allein das Statthalteramt des Bezirks Bülach zu verantworten.»

Über eines sei er aber erleichtert, hält Daniel in seinem Schreiben an das Obergericht sarkastisch fest, «dass der kriminaltechnische Dienst den Hanfsamen nicht auch noch ausgebrütet hat, um den effektiven THC-Wert feststellen zu können».

Gegenüber watson sagt Rico Daniel, dass er nur spekulieren könne, wie der Drogensamen in die Sendung gelangt sei. «Vielleicht hat der Versender ein Fehler gemacht oder hätte bewusst ein Geschenk beilegen wollen.» Auch eine Vermutung hat er in Bezug auf die ungewöhnliche Verpackung. «Vielleicht versucht das österreichische Unternehmen die Schweizer Behörden so zu täuschen, wenn sie THC-haltige Samen in die Schweiz schicken.» In seinem Fall sei eine solche Verpackung aber eher kontraproduktiv gewesen. 

Die Oberrichter geben Daniel in vielen Punkten recht. Das Statthalteramt Bülach könne nicht nachvollziehbar darlegen, warum Rico Daniel von der falschen Deklaration hätte wissen sollen, hält das Obergericht Zürich in ihrem schriftlichen Urteil fest. Somit sei es nicht gerechtfertigt die Kosten für die Voruntersuchung dem Empfänger des falsch deklarierten Pakets aufzuerlegen. Der Staat müsse dafür aufkommen. Die Anordnung einer Betäubungsmittel-Voruntersuchung sei allerdings richtig gewesen.

Nun muss sich das Statthalteramt des Bezirks Bülach nochmals mit dem Fall beschäftigen. Denn die Oberrichter weisen den Fall an die Vorinstanz zurück. Sie muss jetzt über eine allfällige Genugtuung und allfällige Entschädigung für Rico Daniel entscheiden.

 

Darf man nach dem CBD-Konsum noch Autofahren?

Video: srf

Ein Blick in die Fabrik der Hanfzigaretten-Macher

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56
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56Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ass 14.08.2018 17:14
    Highlight Eigentlich beweist dies nur, dass wir alle viel zu viel Steuern bezahlen!!
    12 0 Melden
    • Medea 15.08.2018 12:37
      Highlight Genau so ist es!
      4 0 Melden
    • E-Smoking 15.08.2018 20:27
      Highlight Irgendwo in der Bundesverfassung - die steht über allen anderen Gesetzgebungen - steht, dass die Verhältnismässigkeit in jedem Falle gewahrt werden muss.

      Was hier verhältnismässig war soll mir mal einer erklären.

      Blöde: Der Begriff ist so dehnbar wie ein Gummiband
      5 0 Melden
  • BoJack Horseman 14.08.2018 14:08
    Highlight ich hoffe, der findige spürhund unter den beamten wurde zum mitarbeiter des monats gekürt und durfte ein siegesfoto vor dem drogenberg, von dem er die schweizer bevölkerung beschützt hat, knipsen.
    88 1 Melden
  • meine senf 14.08.2018 13:15
    Highlight Eigentlich müssten doch einfach alle Kiffer massenweise unmittelbar vor Polizisten CBD-Hanf rauchen, jeder sollte dutzende CBD- (oder Industrie-)Hanfpflanzen gut sichtbar auf dem Fenstersims haben und mit Samen für THC-freien Hanf nur so um sich schmeissen.

    Dann müsste die Prohibition schon rein aus Ressourcengründen aufgegeben werden.
    59 2 Melden
  • Rodjo 14.08.2018 12:12
    Highlight Und dann sagen die Frauen man soll um sie Kämpfen damit man sie bekommt :-/
    4 21 Melden
    • Alexander König 15.08.2018 21:25
      Highlight Naja... Die weibliche Hanfpflanze führt zu juristischen Problemen, das stimmt. Wir müssen aber weiterkämpfen! Das Hanf-Weibchen hat Recht, wenn es sagt, wir sollen um es kämpfen! Es legalisiert sich nicht von alleine!
      5 0 Melden
  • So en Ueli 14.08.2018 11:54
    Highlight Wenn CBD ja legal ist, weshalb wird das in einer DVD Hülle geliefert? Wäre für mich ebenso verdächtig.
    14 65 Melden
    • Medea 14.08.2018 12:30
      Highlight Weil wir da eine Ausnahme bilden bezüglich CBD.
      22 0 Melden
    • Bruno S. 88 14.08.2018 12:39
      Highlight Aus dem gleichen Grund weswegen man vielleicht ein kleines Sackmesser im Fluggepäck mit transportieren darf, es aber trotzdem nicht offenherzig allen präsentiert.
      18 2 Melden
    • meine senf 14.08.2018 14:36
      Highlight Wohl um zu vermeiden, dass die legale Lieferung wegen Beschlagnahmung und Untersuchung ein halbes Jahr zu spät eintrifft.
      33 1 Melden
  • kettcar #lina4weindoch 14.08.2018 11:28
    Highlight Versteh ich schon, immerhin hat jeweils ein Samen ausgereicht um diese Behördenvertreter zu zeugen... und man sieht ja, was dabei rauskommt.
    106 9 Melden
  • ARoq 14.08.2018 11:23
    Highlight Es braucht mehr Ricos in diesem Land. Die meisten hätten das erste Urteil wohl einfach akzeptiert.
    116 6 Melden
  • Medea 14.08.2018 11:05
    Highlight Das sind unsere Steuergelder, die hier verschwendet werden für eine Farce! Und für die richtigen Verbrechen stehen dann keine Ressourcen zur Verfügung. Es ist so lächerlich!
    122 3 Melden
  • Nachtstuhl 14.08.2018 10:46
    Highlight Rico Daniel you made my day
    84 5 Melden
  • .:|Caballito de Mantequilla|:. 14.08.2018 10:30
    Highlight Tja, da ist wohl ein Polizist nicht zum absamen gekommen....und hat sich das nun auf ander Art besorgt.
    61 19 Melden
  • Lord_Mort 14.08.2018 10:17
    Highlight Das nenne ich mal eine effiziente Strafuntersuchung. Die steht natürlich auch im Verhältnis zum Gewinn, welche die THC haltige Pflanze abgeworfen hätte. Man stelle sich vor, THC-haltiges Marijuana würde auf der Strasse landen. Dann hätten wir gleich wieder eine Szene wie in den Achtzigern. *irone off*
    108 5 Melden
  • Hardy18 14.08.2018 09:36
    Highlight 😂 in Bülach laufen die Dealer frei rum und bei einem Samen wird so ein Aufriss gemacht.
    285 8 Melden
  • Gzuz187ers 14.08.2018 09:15
    Highlight Legalize it dann muss sich die Justiz nicht mehr mit einzelnen Samen herumschlagen
    255 12 Melden
  • eBart is back 14.08.2018 09:14
    Highlight Ich habe bis Punkt 1 gelesen und dann aufgehört. Vor diesem Beitrag habe ich den über Zecken gelesen. Forschung sei zu teuer für das BAG, weil zu aufwändig.

    ...aber für solch einen dummen und sinnlosen Prozess ist Geld vorhanden. -.-
    357 9 Melden
  • sterpfi 14.08.2018 09:13
    Highlight Kurze Frage eines Juristen-Laien: Warum kann der Versender nicht angeklagt werden? Weil er im Ausland ist? Kann man im Ausland alles mögliche in die Schweiz senden ohne strafrechtlich verfolgt zu werden?
    (unabhängig davon, wie kompliziert es ist, jemandem im Ausland dazu zu belangen (Auslieferung, ...))
    50 8 Melden
    • Medea 14.08.2018 10:59
      Highlight Im Herkunftsland ist der Samen Kauf und Verkauf legal. Entsprechend kann der Händler nicht belangt werden, sondern nur der Besteller.
      53 1 Melden
    • loquito 14.08.2018 11:20
      Highlight Nein.. Weil in AT das handeln mit Hanfsamen nicht illegal ist.. Die haben dort X Samenbanken (nicht nur Hanf)... Was willst du denn diese vor ein CHer Gericht zerren? Das ist nicht unsere Zuständigkeit und ist auch richtig so, sonst würden alle Gesetze überall gelten und es wäre ein Chaos. Ich kann ja auch nicht sagen in Colorado ist kiffen legal, ich hab das Gras legal gekauft und darf deshalb legal Kiffen. Oder in Colorado jemanden vor Gericht zerren, weil er Gras von dort in einen anderem Bundesstaat mitge ommen hat...
      31 1 Melden
    • Herr Ole 14.08.2018 11:33
      Highlight Hmm aber wenn der Empfänger in der Schweiz ist, wurde es dann nicht in der Schweiz verkauft? (Ist nur eine Frage, keine Ahnung wie das funktioniert)
      4 16 Melden
    • kruemelmonstah 14.08.2018 12:38
      Highlight @Herr Ole: Ich nehme mal an der Gerichtsstand ist definiert vom Verkäufer und der wird in AT sein.
      Ich finds aber allgemein interessant:Ich schicke jemandem etwas vom Ausland in die Schweiz und er darf dafür gerade stehn. Einen einfacheren Weg, jemandem ans Bein zu pinkeln und Behörden zu beschäftigen, gibt es wohl nicht...
      21 0 Melden
    • loquito 14.08.2018 12:41
      Highlight Normalerweise ist der Kaufvertrag mE in AT entstanden... Illegal war dann auch der Basitz des Samens, oder eben nicht, deshalb ja Freispruch... Eigentlich erbärmlich, bedenkt mann, das Hanf eigentlich eine Nutzpflanze ist
      11 0 Melden
    • Whitchface 14.08.2018 12:45
      Highlight Nicht ganz korrekt meiner Meinung nach. Selbst wenn es sich bei den Samen um legales Handelsgut in AT handelt, hat der Versender den Inhalt wissentlich falsch deklariert. Eine falsche Zolldeklaration (andere r HS-Code) ist, soweit ich geschult wurde, mit einem Steuerbetrug gleichzusetzen. Die Zollprüfung (Finanzdep.) müsste hier aktiv werden. Der berühmte CD-Trick war früher in der Exportbranche ein Dauerbrenner und mich erstaunt es, dass es heute noch Betriebe gibt, die sich so weit aus dem Fenster lehnen. Falsche Zolldeklarationen scheinen ok zu sein, aber ein THC-haltiger Samen nicht.
      10 1 Melden
    • loquito 14.08.2018 15:40
      Highlight Ein Samen hat kein THC, erst die daraus entstehende Pflanze...
      18 0 Melden
    • kruemelmonstah 14.08.2018 15:45
      Highlight @Whitchface: Das kommt m.E.n. auch auf das Ursprungsland der Sendung an. Ich denke, ein AT oder F muss eher befürchten, dass er bei Falschdeklaration was vom Steueramt hört, hingegen schaffen es die Chinesen, sogar bei einem Plastikteil mit einem Warenwert von 1.83Fr die Ware falsch zu deklarieren...
      8 0 Melden
  • Rasty 14.08.2018 09:13
    Highlight Sicherlich ein sehr seriöser Händler... Wenn ich ein Handy bestelle kommmt es in einer Reispackung...
    22 63 Melden
    • elco 14.08.2018 10:29
      Highlight Rico ist in der Tat ein sehr seriöser Händler und unter Dampfern sehr wohl ein Begriff. Bitte informieren Sie sich vorgängig bevor Sie unhaltbare Mutmassungen in die Tasten hauen. Danke.
      63 15 Melden
    • Medea 14.08.2018 11:02
      Highlight Die Versender wählen so eine Versandart, wenn sie in ein Land verschicken, welches Hanf Samen verbietet. 2015 hat die Schweiz Jagd gemacht auf Hanf-Samen und entsprechend haben die Händler ihre Verpackung angepasst.
      48 0 Melden
    • dmark 14.08.2018 11:44
      Highlight Und? Reis ist doch legal, oder? ;)
      23 0 Melden
    • LIARO 14.08.2018 11:53
      Highlight Rasty es geht um den Vertreiber aus AT...
      wohl schon zuviel... 😜
      28 1 Melden
    • Rasty 14.08.2018 12:23
      Highlight Danke für die Mittagspausen-Unterhaltung

      Wenn ich in China ein Handy kaufe kommt es in einer Reispackung, damit die Zollbeamten nicht finden... Allerdings Kaufe ich kein Handy in China über höchst seriöse Händler...

      Es geht mit darum, dass entweder was faul ist, weil es in einer DVD packung verpackt ist, oder der Händler ist nicht seriös, denn ein bekannter Händler versendet bestimmt viel Packete und weiss auch bescheid wie man das macht. Wäre der seriös hätte er sicherlich bescheid gewusst wie man es sendet.

      Interessant wie die Kiffer gleich auf mich losgehen...
      3 25 Melden
    • dmark 14.08.2018 19:38
      Highlight Achso, du meintest die Verpackung hätte keine DVD, sondern ein offiziell deklarierter Briefumschlag mit Zollmarke und Angabe des Inhaltes sein sollen?
      Nun, das wäre wohl dann gleich in die Hose gegangen, weil meines Wissens Hanfsamen nicht eingeführt werden darf.
      Dann doch lieber Handys in einer Reispackung... ;)
      3 0 Melden
  • lilie 14.08.2018 08:47
    Highlight Ach herrje. Und wie hätte er den einen THC-haltigen Samen unter allen Samen erkennen können? Und selbst wenn: Wenn er daraus eine einzelne Pflanze ziehen kann, deckt das wohl höchstens den Selbstbedarf. Und ich dachte, das sei nicht strafbar? 🤷‍♀️
    95 5 Melden
    • Sam1984 14.08.2018 10:45
      Highlight @lilie: Hanfsamen enthalten nie THC. Dies wird erst in der Pflanze selber gebildet.
      52 2 Melden
    • Medea 14.08.2018 11:04
      Highlight Normalerweise ist die Sorte angeschrieben. Deshalb wussten sie wahrscheinlich, dass er THC haltig ist. Selbstbedarf ist in der Schweiz nicht legal. Man darf keinen "Drogenhanf" (mit THC) anpflanzen in der Schweiz. Man darf mit bis zu 10 gr. getrockneten Blüten rumlaufen, aber man darf sie weder wachsen lassen, noch rauchen.
      42 2 Melden
    • lilie 14.08.2018 11:59
      Highlight @Sam: Ah, ok, danke für den Hinweis!

      @Medea: Oben steht, es sei im Labor untersucht worden. Der Lieferant hat sicher nicht hingeschrieben, dass es sich um den Samen einer THC-haltigen Pflanze handelt!

      Und danke für die Erklärungen zum Anbau zum Eigenbedarf. Das scheint wirklich noch nie legal gewesen zu sein, obwohl das so rumgeistert.

      Vor 2011 durfte man aber Hanf "zu Dekorationszwecken" anpflanzen - man musste aber nachweisen können, dass man damit kein Rauschgift gewinnt.

      Ziemlich schwammig, deshalb wurde das wohl geändert:

      https://www.hanflegal.ch/wiki/thc_recht/sh2020
      14 1 Melden
    • Ueli der Knecht 14.08.2018 12:11
      Highlight lilie: Aus einem einzigen (in der Regel feminisierten) Hanfsamen lassen sich theoretisch unendlich viel Hanfpflanzen (und eine unendliche Menge Marihuana) erzeugen.
      https://1000seeds.info/wordpress/stecklinge-schneiden/
      12 2 Melden
    • Medea 14.08.2018 12:41
      Highlight Das THC wird ja erst später entwickelt und ist im Samen nicht nachweisbar. Gepflanzt haben sie es ja scheinbar nicht, um es dann zu messen. Das wäre auch um einiges teurer geworden. Samen werden in Verpackungen oder sind zumindest angeschrieben. Sonst wüsste der Käufer ja nicht was was ist und das ist bei den verschiedenen Sorten schon recht elementar.
      0 0 Melden
    • E-Smoking 14.08.2018 13:28
      Highlight Ich bin Ric (Rico Daniel) und kann dir bestätigen, dass der Versender den Samen tatsächlich deklariert hat. (Mindestens mit dem Namen, kenne ja nur die Fotos aus den Akten. Den THC Wert haben sie wohl auf der Website des Versenders eruiert. Ist aber Spekulation) Ich gehe davon aus, dass der forensische Dienst und deren Untersuchung sich auf die Deklaration und mgl. Google beschränkte.
      27 0 Melden
    • lilie 14.08.2018 14:46
      Highlight @Ueli: Ach so, alles klar. Wusste nicht, dass Stecklingsvermehrung bei Hanf funktioniert.

      Merci für die Aufklärung. 🙂
      6 0 Melden
    • Medea 14.08.2018 14:58
      Highlight Ueli jetzt bring die nicht noch auf blöde Ideen ;)
      10 0 Melden
    • LibConTheo 14.08.2018 15:10
      Highlight @lilie:

      Soweit ich weiss stimmt das mit den "Dekorationspflanzen".

      Jedoch war dies schweizer Bauern vorbehalten, welche vom Bund eine Lizenz für den Anbau von (wohlbemerkt: männlichen) Cannabispflanzen bekamen.
      3 0 Melden
    • lilie 14.08.2018 17:34
      Highlight @E-Smoking: Oh, danke für die Infos!

      Ich hab mich tatsächlich gewundert, ob die jeden einzelnen Samen im Labor untersucht haben. Das ist doch sicher sehr aufwändig...

      Aber ja auch irgendwie nicht sehr gescheit von deinem Lieferanten, dir ein illegales Korn beizulegen - klar kanns einfach durchrutschen, aber wenns der Zoll aufmacht, hast ja du den Ärger...
      0 0 Melden
    • whoozl 15.08.2018 19:32
      Highlight @lilie: Ohne Deklaration wäre die Bestimmung der Hanfsorte und damit des zu erwartenden THC-Gehalts aus einem Hanfsamen allenfalls nur durch eine DNA-Analyse ermittelbar. Dazu bräuchte es jedoch eine Datenbank mit DNA-Referenzprofilen möglichst vieler THC- bzw. CBD-Hanfsorten. Ich bezweifle jedoch, dass eine solche Datenbank existiert, aber wer weiss?
      Ansonsten wäre es unmöglich, lediglich anhand eines Samens auf den zu erwartenden THC-Gehalt der daraus entstehenden Hanfpflanze, geschweige denn die genaue Sorte zu schliessen.
      1 0 Melden
  • sir_kusi 14.08.2018 08:45
    Highlight Bundesmaus 😂😂😂
    58 0 Melden
  • LibConTheo 14.08.2018 08:38
    Highlight Hatte ca. die gleiche Geschichte, nur waren es bei mir 3 richtige THC-haltige Samen.

    Hatte mir noch überlegt, ob ich dagegen angehen will, weil die Samen (aufgrund von keinem THC-Gehalt in Samenform) gemäss Gesetzgebung BetmG Art. 2e nur "Vorläuferstoffe" wären und gar keine psychotropischen Stoffe direkt & ergo entsprechend auch nicht strafbar wären bei einer Einfuhr.

    Er kann es ja mal probieren. Ich wünsche ihm viel Glück. Zum Obergericht; die wären mit dem Geld besser gut Nachtessen gegangen. Hätten alle was davon.
    59 4 Melden
    • Medea 14.08.2018 12:32
      Highlight Und wieviel hast du dafür bekommen?
      8 0 Melden
    • LibConTheo 14.08.2018 14:41
      Highlight Ich habe die Anschuldigung so angenommen und bekam eine Anzeige für eine "mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz".

      Dazu kamen Kosten von Polizei und Anwaltschaft in Form einer Busse von (verhältnismässig milden) 600.-.
      8 1 Melden
    • Gulubat 14.08.2018 19:10
      Highlight Dafür dass du damit niemand schädigst, finde ich das nicht so milde. Bevormundung und Behördenwillkür.
      4 0 Melden
    • E-Smoking 14.08.2018 21:22
      Highlight Es ist doch ein Witz ob wegen einem oder wegen drei Hanfsamen überhaupt ein Verfahren zu eröffnen. Es müsste wegen Geringfügikeit darauf verzichtet und die Samen vernichtet werden.

      In der Schweizer Gesetzgebung muss das Beweismittel bei der Verhandlung vorliegen. Ergo der Hanfsamen. Blöde nur, dass der effektive THC Gehalt erst in der Blütephase der Pflanze - selbst dort noch unterschiedlich - bestimmt werden kann. So sind wir beim Huhn oder Ei. Ohne ausbrüten keine Messung... mit Messung kein Beweismittel :p

      War zwar aufwendig, würde es aber nochmals tun. Rein aus Prinzip.
      6 0 Melden
    • LibConTheo 15.08.2018 08:22
      Highlight @Gulubat:

      Aufgrund meiner (zugegebenermassen) schlecht-argumentierten Aussage bei der Polizei, aufgrund der Sameneinfuhr, konnte man mir den Konsum sowie den Erwerb anhängen. Das floss dann so in das Strafmass hinein.

      @E-Smoking.ch

      Das habe ich mich ebenfalls gefragt. Den Samen selbst habe ich zu keiner Zeit gesehen resp. in Besitz gehabt. Ich hätte es theoretisch auch einfach abstreiten können.
      3 0 Melden
    • Medea 15.08.2018 12:39
      Highlight Und wofür? Damit man gestrecktes, gefährliches Gras an der Ecke kauft. Ekelhaft!
      2 1 Melden

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