Apple

«Nude»-App starten – und Algorithmen übernehmen angeblich den Rest. bild: watson

Der Nacktbild-Scanner sucht «heikle» Fotos auf dem iPhone – ein Selbstversuch 😳

Die «Nude»-App soll iPhone-User vor peinlichen Momenten bewahren. Nun ja ...

19.10.17, 20:18

Wer kennt das nicht: Frisch erholt aus den Ferien zurück, will man einem Arbeitskollegen, dem Grosi (oder wem auch immer) ein paar harmlose Schnappschüsse zeigen. Man startet das Smartphone und reicht es zur Ansicht weiter ...

Ein falscher Swipe und 🙈

Das Wichtigste in Kürze

Schon der App-Name ist fragwürdig. Aber was soll das saublöde «The Sexiest App Ever»? screenshot: itunes.apple.com

Der Praxistest

Den Überblick, was alles in meiner Foto-Mediathek gespeichert ist, habe ich schon vor Jahren verloren. Woche für Woche kommen Hunderte Bilder hinzu und ich nehme mir seit langem vor, die Bildersammlung so richtig auszumisten.

Da kam mir die «Nude»-App gerade gelegen.

Ja klar, ich könnte die zehntausenden Aufnahmen und an die tausend Videos von Hand sichten. Aber irgendwie fehlt mir immer die Zeit, und ganz ehrlich, ich ging davon aus, dass keine wirklich peinlichen Shots zu finden sein würden.

Wie es scheint, ist doch das eine oder andere nicht ganz jugendfreie Bild in meiner Mediathek gelandet.

Wie zum Teufel sollte ich das hier sonst erklären?

Keine Ahnung, wie das in meiner Mediathek landete. Ich tippe mal auf WhatsApp und die Auto-Speicherung. bild: watson

Abgesehen vom Überraschungstreffer oben gilt festzuhalten, dass die im Juni lancierte App noch nicht perfekt funktioniert. Im ersten Durchlauf gab es einige «False Positives», so wurden auch wirklich harmlose Bilder mit (leicht) bekleideten Personen vom Scanner erfasst. Nackte Oberarme und kaum behaarte Hinterköpfe irritierten das System und warum auch das folgende Foto als heikel angezeigt wurde, weiss der Geier ...

screenshot: watson

Zur Bedienung gilt es nicht viel zu sagen. Die App ist mehr oder weniger selbsterklärend. Aufpassen sollte man mit der Löschen-Funktion («Delete»). Wenn man eine Aufnahme aus der App entfernt, verschwindet sie auch aus der Mediathek.

Weitere Feststellungen:

Die «Nude»-App wird durch einen vierstelligen Zahlencode geschützt, den man jedes Mal beim Aufrufen der App eingeben muss. In den App-Einstellungen kann man den Fingerabdruck-Scanner (Touch ID) aktivieren, um Zeit zu ersparen.

Falls man einen falschen PIN eingibt, wird dies als Einbruchversuch gewertet, die Frontkamera schiesst ein Foto und erstellt einen Eintrag mit Zeit und Datum («Break-in Alerts»).

Fazit: Es ist an sich zu begrüssen, wenn iPhone-User die Möglichkeit erhalten, intime Aufnahmen zu sichern. Bezüglich technischer Umsetzung (Bildanalyse und App-Usability) besteht bei «Nude» aber Verbesserungsbedarf. Und mit dem App-Namen animiert man ja Dritte förmlich zum Spionieren.

Das Ausprobieren der «Nude»-App kann witzig und aufschlussreich sein. Birgt aber gewisse Risiken ...

Man muss den Datenschutz-Versprechen der App-Entwickler vertrauen, denn der iPhone-Bilder-Scan funktioniert nicht im Flugmodus. Für Paranoide ist das vermutlich ein No-Go.

Was sind sinnvolle Alternativen?

Wie die erfolgreichen Angriffe auf die iPhones von Hollywood-Stars gezeigt haben, sollte man intime Fotos und Videos nicht unverschlüsselt in der Cloud speichern.

Brisante Inhalte lassen sich zum Beispiel mit einer als Taschenrechner getarnten Tresor-App vor neugierigen Augen verbergen. Im App Store gibt es diverse Anwendungen.

Stichwort:
Machine Learning

Die App-Entwickler nutzen das mit iOS 11 lancierte Programmiergerüst (Framework) Core ML, das Machine Learning auf neueren Apple-Geräten ermöglicht. Bei Geräten mit iOS 10 und älter wird offenbar eine Amazon-Technologie eingesetzt.

screenshot: watson

Entscheidend ist laut The Verge, dass die Bilder nicht übers Internet zum Nude-Server gesendet werden. Dank CoreML erfolge die Bildanalyse mit Machine Learning auf dem Gerät. Für die in Entwicklung befindliche Android-App könnten die Entwickler ein ähnliches Werkzeug (Tensorflow) verwenden.

Solche System-Software erlaube es, aufwändige Routinen wie die Bildanalyse lokal durchzuführen. Was wiederum Hackern das Leben, bzw. die Arbeit, massiv erschwere.

PS: Laut Berichten haben die Entwickler den «Nude»-Algorithmus mit tausenden Referenzbildern aus dem Internet trainiert. Bei eindeutigen Sujets (wie etwa «Dick Pics») funktioniert die Erkennung dank Pornhub und Co. sehr zuverlässig.

Was ist Machine Learning?

Maschinelles Lernen (ML) ist ein Oberbegriff für die «künstliche» Generierung von Wissen aus Erfahrung: Ein Programm lernt aus Beispielen und kann diese nach Beendigung der Lernphase verallgemeinern. Das heisst, es werden nicht einfach die Beispiele auswendig gelernt, sondern die Software «erkennt» Muster und Gesetzmässigkeiten in den Lerndaten. Dann lassen sich auch unbekannte Daten beurteilen.
(Quelle: Wikipedia)

Denkende Computerprogramme – was nach Science Fiction klingt, ist längst Realität, wie das Video zeigt

Video: YouTube/DW Deutsch

via Redmond Pie

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Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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18
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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • John Smith (2) 19.10.2017 14:36
    Highlight Kann man die App auch dazu benutzen, auf einfache Weise möglichst viele Nacktfotos zu finden? Das wäre dann eher interessant …
    39 0 Melden
  • Laut_bis_10 19.10.2017 09:48
    Highlight HULK SMASH!!!
    41 1 Melden
    • @schurt3r 19.10.2017 09:55
      Highlight ...
      29 2 Melden
  • Asmodeus 19.10.2017 09:38
    Highlight "Entscheidend ist der Datenschutz: Es werden keine Fotos, sondern nur verschlüsselte (und anonymisierte) Daten zwecks Bildanalyse auf den Server übertragen."

    Ja klar ;)

    The Fappenin lässt grüssen.
    54 6 Melden
    • @schurt3r 19.10.2017 09:54
      Highlight Ne ne, ist tatsächlich so.
      Die Bilder bleiben auf dem Gerät, respektive werden nicht durchs Internet geschickt!
      8 17 Melden
    • Asmodeus 19.10.2017 10:35
      Highlight Du hattest einfach nicht genug brauchbares Material als das sich der Datentransfer aktiviert hätte.

      /Paranoia off
      41 1 Melden
  • SomeoneElse 19.10.2017 09:36
    Highlight Das Bild mit dem Hund wurde wahrscheinlich erkannt, weil der Code auf "Not HotDog" aus Silicon Valley basiert 😂
    33 1 Melden
  • chnobli1896 19.10.2017 09:31
    Highlight Der Hund hat keinen Mantel an, er wurde wohl daher als nackt taxiert ;-)
    47 1 Melden
  • AnnaFänger 19.10.2017 09:30
    Highlight Haben auch Paranoide Menschen Nudes auf dem Handy😳?
    29 0 Melden
    • gardenplanner 19.10.2017 10:32
      Highlight Haben auch paranoide Menschen ein Handy? 🤔
      32 0 Melden
    • AnnaFänger 19.10.2017 14:51
      Highlight Haben auch paranoide Menschen einen Aluhut auf?😓
      7 3 Melden
  • Energize 19.10.2017 09:23
    Highlight Wenn der Scan im Flugmodus nicht funktioniert, ist wohl alles klar. I rest my case.
    65 1 Melden
  • Tikvaw 19.10.2017 09:20
    Highlight Du hast 30'000 Photos auf dem Iphone? Wieso schiebst du die nicht mal in ein Datengrab (z.b ext. HDD)?
    Verringert das nicht die Performance des Gerätes und der jeweiligen Apps?
    28 1 Melden
    • @schurt3r 19.10.2017 09:39
      Highlight Performance ist/war ok.
      Werde aber definitiv aufräumen und auslagern :)
      13 1 Melden
    • DerZürcher 19.10.2017 10:10
      Highlight Kann Google Photos empfehlen, unlimitierter kostenloser Speicherplatz bis 16MP (Ja, ja Google ist böse ;) Musst ja die nudes nicht hochladen :)
      8 10 Melden
  • birdiee 19.10.2017 09:06
    Highlight Klingt lustig die App...
    Hast du einen massiv erhöhten Datenverkehr festgestellt nachdem du sie verwendet hast? Wäre dann schon blöd, wenn deine Pics plötzlich im Netz auftauchen oder der nächste grosse iCloud-Hack kommt...
    31 0 Melden
    • Olaf! 19.10.2017 09:35
      Highlight Das passiert nur wenn man die monatliche Gebühr nicht zahlt ;)
      34 0 Melden
    • @schurt3r 19.10.2017 09:39
      Highlight Nichts dergleichen festgestellt.
      9 2 Melden

iOS-Kontrollzentrum lässt WLAN und Bluetooth aktiv, selbst wenn es der Nutzer deaktiviert

Aus heisst nicht immer aus: Apples neues Kontrollzentrum in iOS 11 hat zwar Knöpfe zum Deaktivieren der WLAN- und Bluetooth-Verbindung, doch die Funkverbindungen bleiben im Hintergrund aktiv. Das sei so gewollt, sagt Apple.

Das neue iOS 11 für iPhone, iPad und iPod touch macht es Apple-Nutzern deutlich schwerer, Funkverbindungen vollständig zu kappen. Wer bei seinem iPhone mit einem Wisch vom unteren Displayrand das Kontrollzentrum aufruft und die WLAN- oder Bluetooth-Verbindung deaktiviert, geht vermutlich davon aus, dass WLAN und Bluetooth nun vollständig deaktiviert sind. Bei iOS 11 ist dies nicht mehr der Fall, wie man in einem Supportdokument nachlesen kann.

Zum Thema WLAN schreibt Apple: …

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