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Donald Trump lässt sich von seinen Anhängern in Phoenix feiern.
Donald Trump lässt sich von seinen Anhängern in Phoenix feiern.
Bild: AP/AP

Lügen am laufenden Band: Trump erzählt fünf Unwahrheiten pro Tag

23.08.2017, 14:3324.08.2017, 08:21

Donald Trump hat es wieder getan. Bei seinem wahlkampfmässigen Auftritt am Dienstagabend in Phoenix behauptet er, nach den gewalttätigen Zusammenstössen in Charlottesville sofort und sehr eindeutig reagiert und den Ku Klux Klan und andere Rechtsradikale abgelehnt zu haben.

«Perfekt» seien seine Worte zu Charlottesville gewesen, von Beginn an, sagte der US-Präsident. In Wirklichkeit hatte Trump «viele Seiten» für die Gewalt verantwortlich gemacht, die eine Frau das Leben kostete. Er nannte Neonazis und Rassisten erst Tage später beim Namen, um bei einer bizarren Medienkonferenz wieder auf seine ursprüngliche Reaktion zurückzufallen.

Einmal mehr hat Donald Trump sein gelinde gesagt gestörtes Verhältnis zu Wahrheit und Fakten unter Beweis gestellt. Die Faktenchecker der «Washington Post» registrieren jede seiner unwahren oder irreführenden Behauptungen. Mehr als 1000 habe er seit seiner Vereidigung am 20. Januar von sich gegeben, berichtet die Zeitung. Das sind fast fünf Unwahrheiten pro Tag.

Obamacare ist nicht tot

Und das betrifft nur seine öffentlichen Äusserungen. Was einmal mehr zur deprimierenden Feststellung führt, dass die USA von einem pathologischen Lügner geführt werden. Mehr als 30 seiner irreführenden Behauptungen hat er laut «Washington Post» mehrfach wiederholt. An der Spitze steht die Aussage, Obamacare liege im Sterben oder sei faktisch tot.

50 Mal hat Trump dies in den letzten sieben Monaten erzählt, obwohl die Budgetbehörde im Kongress feststellte, dass die von seinem Vorgänger eingeführte Krankenversicherung auf absehbare Zeit stabil sei. Weitere 19 Mal hat der Präsident die Kostensenkungen beim umstrittenen Kampfjet F-35 als persönlichen Erfolg bezeichnet, obwohl sie schon vor seiner Amtszeit beschlossen wurden.

Ausserdem wiederholt Trump Dinge aus dem letztjährigen Wahlkampf, die längst als Lügen entlarvt wurden. Selbst als Präsident beschuldigt er Hillary Clinton, sie habe Russland 20 Prozent der amerikanischen Uran-Bestände überlassen oder dem stellvertretenden FBI-Direktor, der ihre E-Mail-Affäre untersuchte, 700'000 Dollar für die politische Karriere seiner Frau bezahlt.

Und Donald Trumps kreativer Umgang mit der Wahrheit nimmt nicht etwa ab, er verstärkt sich. Weshalb die «Washington Post» nicht ausschliesst, dass Trump noch in diesem Jahr die Marke von 2000 Unwahrheiten durchbrechen wird. Er wird somit weiterhin viele Pinocchios erhalten. Sie sind die «Auszeichnung» der Faktenchecker für unwahre und irreführende Aussagen. (pbl)

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