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Lüge, Pinocchio-Nase (Symbolbild)

Jeder lügt – keiner will belogen werden.  Bild: Shutterstock

An diesen 13 Signalen erkennst du, ob man dich belügt



Wir alle lügen, jeden Tag. Sogar der Präsident der USA lügt. Das moralisch zweifelhafte Verhalten ist schon längst Gegenstand von wissenschaftlichen Untersuchungen. So zeigt eine neue Studie, dass Leute aus Afrika und Asien eine andere Lügenkultur als Europäer haben. Europäer sehen sich – auch während sie lügen – eher als Individuum, Afrikaner und Asiaten dagegen eher als Mitglied einer Gruppe, die sie schützen möchten.

GIF Dr. House Everybody LiesGIF Dr. House Everybody Lies

Jeder lügt? Jeder. Bild: Giphy

Auch wenn wir täglich selber lügen – belogen werden will keiner. Dummerweise kommen wir als durchschnittlich begabte Amateur-Psychologen nur auf eine Erfolgsquote von rund 50 Prozent, wenn wir versuchen, Lüge und Wahrheit in den Aussagen unserer Mitmenschen auseinanderzuhalten. Da könnte man ebenso gut eine Münze werfen. 

Das Terrain der Lüge ist glitschig – niemand kann nur aufgrund von subjektiven Eindrücken hundertprozentig sicher sein, dass sein Gegenüber lügt. Geübte Beobachter haben aber grössere Chancen, eine Lüge als solche zu entlarven. Auf diese 13 Signale sollte man dabei achten: 

Blinzeln

Wer dich anlügt, schaut dir nicht in die Augen – so lautet eine gängige Faustregel. Doch sie stimmt nicht; eher ist das Gegenteil wahr. Gerade gewiefte Lügner schauen ihrem Gegenüber oft in die Augen, um Vertrautheit herzustellen und Misstrauen zu zerstreuen. Ein besseres Indiz ist die Blinkelfrequenz: Viele Menschen blinzeln beim Lügen häufiger. 

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GIF: Giphy

Abweisende Körpersprache

Wer bewusst lügt, fühlt sich in Gegenwart des Belogenen meist nicht sehr wohl und versucht unbewusst, Distanz aufzubauen. Dies kann sich in einer abweisenden Körpersprache niederschlagen: Der Lügner rutscht auf dem Stuhl hin und her, lehnt sich zurück, verschränkt die Arme, verbirgt seine Handflächen. Wer die Hand vor den Mund oder die Augen hält, wenn er eine Frage beantwortet, schafft ebenfalls Distanz – er schirmt sich gewissermassen vor der Reaktion des Belogenen ab. 

Verräterisch ist im Übrigen auch ein abrupter Abbruch der Gestik. Dies kann darin begründet sein, dass der Lügner sich auf seine Lüge konzentriert und versucht, verräterische nonverbale Signale zu kaschieren. Hier ist jedoch – wie immer – Vorsicht geboten: Es gibt auch andere Gründe für solche unbewusste Bewegungen.

Lüge, Finger kreuzen hinter dem Rücken (Symbolbild)

Wer die Finger hinter dem Rücken kreuzt, belügt sich selbst gleich mit.  Bild: Shutterstock

Unkontrollierte Mimik

Sogar geübte Lügner, die ihre Körpersprache so weit wie möglich kontrollieren, haben ihre Mimik nicht ständig im Griff. Es geht um unterdrückte Gefühlsregungen wie Wut, Verachtung oder Hass, die sich nur für den Bruchteil einer Sekunde zeigen («Mikroexpressionen»). Auch Freude über die gelungene Lüge kann sich in solchen Mikroexpressionen verraten. 

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GIF: Giphy

Disharmonie zwischen Körpersprache und Aussage

An sich harmlose Bewegungen wie Kopfnicken oder -schütteln können sehr verräterisch sein, wenn sie im Widerspruch zu den parallel dazu gemachten Aussagen stehen – wenn also beispielsweise jemand nickt, während er gleichzeitig Nein sagt. Die Diskrepanz zwischen verbalem und non-verbalem Verhalten deutet darauf hin, dass etwas nicht stimmt. 

Ablenkung mit Gegenständen

Wenn der Gesprächspartner auf eine Frage damit reagiert, dass er zum Beispiel seinen Schreibtisch aufräumt, besteht zumindest ein Anfangsverdacht, dass er lügt. Beim Lügen müssen die unwahren Aussagen im Hirn ja gewissermassen vorsortiert werden, und das kann sich unbewusst im Verhalten spiegeln. Manchmal stellen Menschen, die gerade lügen, Gegenstände auch als eine Art Barriere zwischen sich und den Belogenen. Dies dient der Distanzierung, ähnlich wie unter Punkt 2 erwähnt. 

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Verzögerungstaktik

Lügen bedeutet Stress. Besonders dann, wenn überraschende Fragen kommen, auf die schnell eine passende Antwort gefunden werden muss, damit das Lügengebäude nicht einstürzt. Um Zeit für die Suche nach einer plausibel klingenden Antwort zu gewinnen, bieten sich verschiedene Methoden an: Eine besteht darin, die Frage wörtlich zu wiederholen, bevor man antwortet. Denselben Zweck erfüllt die schlichte Nachfrage «Wie bitte?» – wenn sonnenklar ist, dass die Frage sehr wohl verstanden wurde. Noch mehr Zeit verschafft dem Lügner eine Gegenfrage, zum Beispiel ein simples «Was meinst du damit?».

Natürlich kann all dies völlig legitim sein. Es ist ja möglich, dass der Gesprächspartner die Frage wiederholt, weil er sich vergewissern will, dass er sie richtig verstanden hat. 

Passend dazu: 12 (Not-)Lügen, die jeder Hobby-Fussballer kennt – und was er sich dabei denkt

Details am falschen Ort

Misstrauisch sollte man werden, wenn jemand bei der Einführung zu einer Geschichte zahlreiche Einzelheiten erzählt, dann aber, wenn es um die Hauptsache geht, plötzlich mit Details geizt und möglichst rasch zum Schluss kommen will. 

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Schön der Reihe nach

Wer eine komplexe Lügengeschichte erzählt, darf nichts durcheinander bringen, sonst fliegt die Sache auf. Das ist nicht ganz einfach. Deshalb halten sich Lügner oft möglichst genau an die Chronologie ihrer Erzählung – während wir sonst eher dazu neigen, die wichtigsten oder emotionalsten Dinge gleich am Anfang auszuplaudern. Wer etwas Wahres erzählt, ist spontaner und unüberlegter. Verhörspezialisten lassen deshalb Verdächtige ihre Geschichte auch gern mal rückwärts oder aus einer anderen Perspektive erzählen – sie bekunden damit in der Regel mehr Mühe als Personen, die eine wahre Begebenheit schildern. 

Euphemismen

Instinktiv neigen Lügner dazu, Dinge zu beschönigen, über die sie nicht die Wahrheit sagen. Es lohnt sich daher, genau auf die Wortwahl zu achten – zum Beispiel wenn auf die Frage «Hast du dass Portemonnaie gestohlen?» die Antwort kommt: «Nein, ich habe das Portemonnaie nicht genommen

Pinocchios

Es gibt mehrere Indizien für Lügen – eine lange Nase gehört definitiv nicht dazu.   Bild: Shutterstock

«Ich schwöre ...»

«Sag mir, womit du dich brüstest, und ich sage dir, was dir fehlt» – an dieses Sprichwort sollte man denken, wenn man es mit einem Gesprächspartner zu tun hat, der ständig seine Ehrlichkeit betont. Wer jeden zweiten Satz mit «ganz ehrlich», «offen gesagt» oder «um die Wahrheit zu sagen» einleitet oder seine Äusserungen sogar mit einem Schwur untermauert («ich schwöre»), hat vermutlich ein Problem mit der Wahrheit. 

Ausweichmanöver

Fällt die Antwort auf eine Anschuldigung ausweichend aus, sollte das den Verdacht nicht zerstreuen – im Gegenteil. Es handelt sich eher um ein Indiz dafür, dass man es mit einer Lüge zu tun hat. Wer ein schlechtes Gewissen hat, wird auf die Frage «Hast du das Portemonnaie gestohlen?» eher nicht direkt mit «Nein, das war ich nicht!» antworten, sondern zu ausweichenden Formulierungen tendieren wie etwa: «Warum sollte ausgerechnet ich so etwas tun?» Lügner bevorzugen zudem instinktiv unspezifische Verneinungen wie «Ich habe doch gar nichts gemacht!»  

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«Man» statt «ich»

Auch die Vermeidung des Personalpronomens «ich» ist ein Indiz dafür, dass jemand nicht die Wahrheit sagt. Wer zum Beispiel beschuldigt wird, ein Portemonnaie gestohlen zu haben, sagt tendenziell eher «man stiehlt nicht» statt «ich stehle nicht». Laut der eingangs erwähnten Studie zur unterschiedlichen Lügenkultur verhält es sich in Asien und Afrika jedoch umgekehrt: In den dortigen, eher kollektivistischen als individualistischen Kulturen sollen Lügner das Wort «ich» sogar eher häufiger benutzen. Sie schützen so das Kollektiv, nehmen die Wissenschaftler an. 

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Bild: Giphy

Schlupflöcher

Für den Fall, dass ihre Lügengeschichte auffliegt, sichern sich manche gewieften Lügner ab. Sie bauen Relativierungen in ihre Antwort ein, die ihnen im Notfall als Schlupflöcher dienen können. Relativierende Floskeln dieser Art sind zum Beispiel «so weit ich mich erinnere …», «im Grunde genommen ...», «wenn man richtig darüber nachdenkt …» oder «wenn ich mich nicht täusche …». Mit Hilfe solcher verschleiernden Einschränkungen ist es leichter, eine Frage quasi ehrlich zu beantworten, ohne wirklich die Wahrheit zu sagen. Sie machen es auch leichter, sich notfalls herauszureden. 

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Auch diese Floskeln hört man natürlich nicht nur, wenn jemand lügt. Wenn sie sich aber häufen und zusammen mit anderen Indizien auftreten, sollten die Alarmglocken klingeln. 

(dhr)

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