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Klima retten sofort – aber weiterhin fliegen: Die Klima-Widersprüche der Jugend

11.03.2019, 07:4411.03.2019, 17:32

Jugendliche in der Deutschschweiz befürworten grundsätzlich radikale Massnahmen gegen den Klimawandel – konkrete Schritte wie Diesel- und Benzinmotorenverbote oder einen Verzicht auf Flugreisen oder Fleisch lehnt eine Mehrheit einer Umfrage zufolge aber ab.

Die am Montag im «Blick» publizierte Umfrage des Instituts gfs.bern unter fast 2000 Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren zeigt bei den Befragten äusserst widersprüchliche Haltungen in der Klimafrage.

Einerseits sind 69 Prozent der Meinung, die Menschen müssten sofort handeln, um die Erderwärmung zu stoppen. Fast eben so viele (64 Prozent) fordern, dass die Politik radikale Massnahmen gegen Umweltsünder ergreift.

3 häufige Argumente der Klimawandelskeptiker im Faktencheck

Video: srf

Andererseits stossen konkrete Massnahmen wie Verbote etwa von Benzin- oder Dieselmotoren bei 66 Prozent auf Ablehnung. Auch beim persönlichen Verhalten kommt der Verzicht auf Fleisch oder Flugreisen nur für eine Minderheit (31 respektive 41 Prozent) in Frage. Ebenfalls eine Flugticketabgabe befürworten nur gut die Hälfte der Befragten.

Am Freitag wollen weltweit Millionen Teenager für den Klimaschutz auf die Strasse gehen. Mit 70 Prozent steht der Umfrage zufolge eine Mehrheit der Deutschschweizer Jugendlichen hinter diesen Klimastreiks. Nur ein knappes Drittel hält nichts davon. Die Aktivistin Greta Thunberg, die den Mega-Schülerstreik initiierte, wird von den befragten Jugendlichen jedoch nicht als Vorbild angesehen – 53 Prozent halten die 16-jährige Schwedin, die in ihrer Heimat zur Frau des Jahres gekürt wurde, für überschätzt.

Die Umfrage des Meinungsforschungsinstitut gfs.bern fand zwischen dem 1. und 8. März online statt. Teilgenommen haben insgesamt gut 16'800 Einwohner, darunter fast 2000 Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren. Der Fehlerbereich liegt bei 1.2 Prozentpunkten. Die Resultate sind repräsentativ für die Deutschschweiz. (sda)

Wie Greta Thunberg zum Vorbild einer Generation wurde

Video: srf
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71 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ahaok
11.03.2019 08:32registriert Januar 2015
Ich habe an der Umfrage teilgenommen, jedoch fand ich sie nicht sehr gut. Bei den meisten Fragen konnte man sich nur zwischen "Wir müssen in Hysterie verfallen und sofort alle Autofahrer, Nicht-Veganer und weitere Klimasünder öffentlich hinrichten." oder "Donald Trump hat recht. Den Klimawandel gibt es nicht, es hat ja diesen Winter geschneit." entscheiden. Weniger radikale Antworten gab es nicht.
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PakaTuna
11.03.2019 08:13registriert Juni 2014
Wie ähnlich die Jugend uns alten Säcken doch ist.
Klimaschutz ist cool und hip. Aber mit dem Klimaschutz sollen zuerst einmal alle anderen anfangen, damit man selber auf nichts verzichten muss.
Ohne Verzicht auf Wohlstand und Luxus geht leider auch der Klimaschutz nicht. Die Menschheit sollte dringend lernen wieder einfacher zu leben und sich mit weniger zufrieden zu geben.
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Macto
11.03.2019 08:47registriert Juni 2018
Ich finde es beschämend: Statt Lösungen zu präsentieren und mitzudenken werden in den meisten Artikeln von NZZ bis watson die TeilnehmerInnen der Streiks denunziert. So eine Umfrage würde man besser an den Klimastreiks selber durchführen. Nur ein Bruchteil der Jugend geht da demonstrieren. Ich kann ja auch mal so eine Umfrage starten und SVP und FDP Mitgliedern diese Frage stellen. Auf Grundlage dessen nenn ich die Grünen dann Heuchler. Idem: Fragt euch doch mal weniger was die machen und etwas mehr, was ihr denn für Klimaschutz macht.
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