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Walliser Baumeister lassen ihre Arbeiter über den Winter vom RAV durchfüttern – jeden Winter ...

26.04.2016, 12:0026.04.2016, 12:55
Tote Hose in der Tessiner Hotellerie im Winter – schneebedecktes Ufer des Luganersees im März 2016.
Tote Hose in der Tessiner Hotellerie im Winter – schneebedecktes Ufer des Luganersees im März 2016.Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Wirft man einen Blick auf die Zahlen zur branchenspezifischen Arbeitslosigkeit, die der Tages-Anzeiger heute publiziert, so stutzt man: Im Walliser Hochbau steigt die Arbeitslosenquote im Winter auf über 40 Prozent – im Sommer liegt sie acht mal tiefer, wie die Zeitung schreibt. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Tessiner Hotelindustrie: Auf 30 Prozent klettert die Quote über die Wintermonate, während sie im Sommer bei unter 15 Prozent liegt.

Die Zahlen beruhen auf einem Datensatz, den das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) vor kurzem ins Netz gestellt hat. Mittlerweile wurden die Daten zwar wegen Verzerrungen in gewissen Branchen wieder entfernt, das SECO bestätigt aber die im «Tages-Anzeiger» veröffentlichten Zahlen zur den beiden erwähnten Branchen.

Daten des SECO zum Walliser Hochbau, vom «Tages-Anzeiger» in einer Grafik zusammengefasst.
Daten des SECO zum Walliser Hochbau, vom «Tages-Anzeiger» in einer Grafik zusammengefasst.bild: screenshot/tagesanzeiger.ch

Die Diskrepanz zwischen Sommer- und Wintermonaten lässt sich einfach erklären: Im Wallis sind die Auftragsbücher in der Hochbaubranche im Winter nicht prall gefüllt, die Arbeitnehmer werden in die Zwangsferien, beziehungsweise zu den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) geschickt – und im Sommer dann wieder eingestellt. Das Phänomen ist unter dem Begriff Rückruf bekannt.

Daten des SECO zur Tessiner Hotellerie, vom «Tages-Anzeiger» in einer Grafik zusammengefasst.<br data-editable="remove">
Daten des SECO zur Tessiner Hotellerie, vom «Tages-Anzeiger» in einer Grafik zusammengefasst.
bild: screenshot/tagesanzeiger.ch

Das Tessin leidet ebenfalls unter der saisonal bedingten Schwankung im Arbeitsmarkt. Im Sommer verzeichneten die Tessiner Hotels 300'000 Übernachtungen pro Monat, im Winter nur 60'000, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Die tiefe Auslastung führt dazu, dass das Hotelpersonal vielerorts auf Staatskosten überwintert.

Unterschiedliche Berechnungsmethode
Die Zahlen zur branchenspezifischen Arbeitslosigkeit unterscheiden sich von denjenigen zur Arbeitslosenquote. Das SECO erklärt diese Differenz damit, dass die Arbeitslosenquoten nach Wirtschaftszweigen «auf der Basis der Erwerbstätigenzahlen und nicht auf jener der Erwerbspersonen (Erwerbspersonen = Erwerbstätige und Erwerbslose) berechnet» werden. 

Beim Bund ist man sich des Problems bewusst: Mit einem Pilotprojekt will man die Auswüchse der saisonalen Arbeitslosigkeit im Wallis bekämpfen. Zeigt das Projekt die erhoffte Wirkung, so könnte es auch in anderen Kantonen zur Anwendung kommen. Voraussichtlich im Spätherbst sollen dazu erste Resultate vorliegen, sagt das SECO auf Anfrage von watson.

Einen vielversprechenden Ansatz hat die Churer Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) zur Hand: Das Zauberwort heisst Mitarbeiter-Sharing. Schliessen nämlich im Winter viele Tessiner Hotels ihre Tore, so blühen die Bündner Hotellerie und Gastronomie ennet der Alpen dank der Skisaison auf. Die Idee des Mitarbeiter-Sharing-Projekts der HTW ist nun, dass sich einzelne Betriebe ihre Angestellten teilen: Im Sommer nahe des Lago Maggiore arbeiten, im Winter Gäste in St.Moritz bedienen. (wst)

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25 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Wilhelm Dingo
26.04.2016 13:04registriert Dezember 2014
Die Lobby der Bau- und Hotelleriebranche optimiert wieder einmal ihre Gewinne auf Kosten der Bürger.
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Hackphresse
26.04.2016 14:10registriert Juli 2014
Und noch ein Argument fürs BGE.
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