Money Matter
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Wenn nach der Schlüsselübergabe die Überraschung kommt, kannst du dich wehren. Bild: KEYSTONE

Money Matter

«Darf der Vermieter den Mietzins nach einem Mieterwechsel erhöhen?»

Sarah (35): «Wir sind in eine neue Wohnung gezogen. Mein Vormieter hat nach eigenen Angaben 1970 Franken pro Monat bezahlt. Nun will die Verwaltung von uns 2420 Franken. Ausser einem neuen Anstrich gab es keine Neuerungen. Darf der Vermieter das?»

nina spielhofer / Comparis



Liebe Sarah

Bei einem Mieterwechsel erhöhen Vermieter oft den Mietzins. Der Grund: Eine Erhöhung während eines laufenden Mietverhältnisses ist komplizierter. Du hast aber auch als Neumieter die Möglichkeit, den sogenannten Anfangsmietzins anzufechten.

Auskunftspflicht des Vermieters

Du hast über deine Vormieterin von der Erhöhung erfahren. Du solltest dir aber den Mietzins der Vormieterin noch offiziell von deinem Vermieter mitteilen lassen. Er ist dazu verpflichtet, den vorherigen Mietzins offenzulegen. In einigen Kantonen besteht sogar eine Formularpflicht: Dem neuen Mieter muss auf einem amtlichen Formular die Miete des Vorgängers bekanntgegeben werden. Es kann sein, dass die Erhöhung des Mietzinses unverhältnismässig und somit missbräuchlich ist. Dann kannst du als neue Mieterin eine Herabsetzung der Miete verlangen.

Contentpartnerschaft mit Comparis.ch

Dieser Blog ist eine Contentpartnerschaft mit Comparis.ch. Die Fragen in dieser Rubrik wurden dem Kundencenter von Comparis gestellt und von Experten beantwortet. Die Antworten werden als Ratgeber in dieser Rubrik veröffentlicht. Es handelt sich nicht um bezahlten Inhalt. (red)

Anfechtung innert 30 Tagen bei der Schlichtungsbehörde

Eine Anfechtung des Anfangsmietzinses muss innerhalb der ersten 30 Tage nach der Schlüsselübergabe erfolgen. Für eine Anfechtung wendet man sich an die lokale Schlichtungsbehörde. Verstreicht diese Frist, gilt der Mietzins als akzeptiert. Dann bleibt nur noch die Möglichkeit, eine Senkung zu beantragen, wenn der hypothekarische Referenzzinssatz sinkt. Hier findest du den aktuellen hypothekarischen Referenzzinssatz auf der Webseite des Bundesamtes für Wohnungswesen (BWO).

Kriterien für eine Anfechtung

Für eine Anfechtung müssen gewisse Kriterien erfüllt werden. Eine der folgenden Situationen muss zutreffen:

Das kann in Art. 269 und 270 OR nachgelesen werden. Bei Fragen oder Unsicherheit hilft der Mieterverband weiter.

In deinem Fall wurde der Mietzins ohne Sanierung um über 10 Prozent erhöht. Deshalb hast du gute Chancen auf eine erfolgreiche Anfechtung und eine anschliessende Herabsetzung des Mietzinses.

Übrigens: Während eines Schlichtungsverfahrens geniesst du Kündigungsschutz. Bekommst du als Mieter schliesslich Recht oder gelingt eine Einigung mit dem Vermieter, kann dir die Wohnung während der nächsten drei Jahren nicht gekündigt werden (Art. 271a, OR).

Viele Grüsse von Comparis.ch

Umziehen in der Schweiz – der Horror in 7 Phasen

abspielen

Video: watson/Emily Engkent

Das könnte dich auch interessieren:

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

12
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zuzi 05.01.2019 07:01
    Highlight Highlight Was soll das eigentlich? Wenn man einen Mietvertrag neu unterschreibt weiss man genau wie hoch die Miete ist. Man hat sich bewusst für diese Wohnung zu diesem Preis entschieden, dass man dann nach Unterschrift sofort den Mietzins anfechtet, kann ich nicht verstehen und empfinde ich als Frechheit. Wenn der Preis zu hoch ist, dann nimmt man die Wohnung einfach nicht.
    Mietzinserhöhungen während der Laufzeit sind da was anderes, aber bei einem Neueinzug?!!
    • manhunt 05.01.2019 13:57
      Highlight Highlight hast du artikel nicht gelesen? missbräuchliche mietzinserhöhung, mietwucher, abzocke sind bei wohnungsknappheit leider keine seltenheit. die anfechtung der erhöhung ist legitim und gesetzlich geregelt. also wo genau ist dein problem? hauseigentümer können nicht einfach tun und lassen, wie es ihnen gerade passt. und das ist gut so.
  • Skater88 04.01.2019 19:04
    Highlight Highlight Was mich noch interessieren würde, was passiert wenn ich eine Wohnung, bspw. für 1400 Miete, ausserterminlich kündige, aber der Vermieter plötzlich 1900 will und ich keinen Nachmieter finde, vermutlich wegen der Preiserhöhung?
    • Adrian Aulbach 04.01.2019 22:53
      Highlight Highlight Wenn du einen Nachmieter suchst, suchst du jemanden, der deinen Vertrag übernimmt, sprich zu den gleichen Konditionen.
    • Skater88 05.01.2019 08:58
      Highlight Highlight Adrian, ja eben. Ich müsste dann die Wohnung mit 1400 ausschreiben, wenn der Vermieter aber dann plötzlich erhöhen möchte, dann findet sich ja niemand mehr... und trotzdem hafte ich obwohl ja der Vermieter plötzlich mehr Miete chte
    • Gurgelhals 05.01.2019 09:41
      Highlight Highlight In diesem Fall erlischt die Verpflichtung des Vormieters einen Nachmieter zu stellen. Der Vermieter entscheidet sich damit ja quasi selber, den bestehenden Vertrag nicht weiterzuführen. Entsprechend hat es auch keinen Sinn, wenn der Vormieter einen Nachmieter für diesen auslaufenden Vertrag sucht.

      Kurz und gut: Sobald man es vom Vermieter schwarz auf weiss hat, dass er die Wohnung zu anderen Konditionen vermieten möchte, ist man fein raus und kann ihn freundlich darüber in Kenntnis setzen, dass damit auch die Mietersuche nicht mehr Sache des Vormieters sondern des Vermieters ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • maliah 04.01.2019 16:58
    Highlight Highlight Liebe Sarah, du hast doch einen Vertrag unterzeichnet und damit bestätigt, dass du willens bist, diese Wohnung zu diesem Mietzins zu mieten? Wir alle wissen nicht, was Du dafür bekommst. Vielleicht wurde der Mietzins letztmals vor 20
    Jahren vereinbart und entspricht überhaupt nicht mehr dem
    heutigen Markt. Klar, du kannst jetzt anfechten. Fair finde ich das aber nicht. Besonders nicht unter dem Aspekt, dass dieser Gesetzesartikel ursprünglich mal für Menschen in Notlagen eingeführt wurde und intwischen immer mehr missbraucht wird.
  • marcog 04.01.2019 16:10
    Highlight Highlight Der zweite Punkt ist nicht schlecht, um die Miete anzufechten. Häufig unterschätzt wird aber der dritte Punkt. Wenn der Besitzer eine Wohnung schon lange besitzt, hat er sie vermutlich deutlich günstiger gekauft, als der jetztige Marktpreis. Entsprechend darf auch die Miete nicht sonderlich hoch sein, weil ansonsten die erlaubte Maximalrendite überschritten wird.
    • #bringhansiback 04.01.2019 17:53
      Highlight Highlight Wie kann ich als Mieter bei einer Verwaltung deren Rendite herausfinden? Denke nocht, dass die Verwaltung dies einfach so rausrückt

      Bin Froh um Tipps
    • Adrian Aulbach 04.01.2019 22:58
      Highlight Highlight @bringhansiback das ist fast unmöglich, das ist ja gerade das Problem.
      Die nötigen Angaben hat wohl nur die Steuerverwaltung, die von sich aus nicht aktiv wird (und dies auch nicht darf). Hier müsste man den Hebel wohl ansetzen.
    • chorax 05.01.2019 00:06
      Highlight Highlight Es fliessen ja noch alle wertsteigernden Renovations- und Umbauten mit ein.
      Wieviel Kapital in einer Liegenschaft steckt ist fast unmöglich in Erfahrung zu bringen.
      Konkret: vor hundert Jahren hatte ein Haus keine Zentralheizung sondern Kanonenöfelchen mit Holz befeuert und oft nur für einen Raum. Es hatte unisolierte Fenster an denen man das Eis abkratzen konnte und zwar drinnen. Es hatte keine Teppiche, keinen Elektroherd sondern einen Holzherd, keine Wasserhähne, allenfalls ein Plumpsklo, sonst Nachttöpfe, keine Elektrizität, kein Kabel-TV, kein Internet, kein Telefon, etc.

«Sie will drei Jahre warten, bis wir Sex haben»

Lieber Aghil,

vielen Dank für deine Fragen und dein Vertrauen. Zuerst einmal freue ich mich sehr für dich, dass du eine Frau gefunden hast, die dich glücklich macht und bei der du dich so aufgehoben und geliebt fühlst.

Dass dir der Sex fehlt, kann ich enorm gut nachvollziehen. Mir würde es genau gleich gehen. Ich frage mich aber, ob du schon von Anfang an gewusst hast, dass sie drei Jahre braucht, bis sie Sex zulassen will. Sollte sie das schon von Anfang an kommuniziert haben, weisst du ja schon …

Artikel lesen
Link zum Artikel