England
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Terror in London: 29 Menschen verletzt +++ IS bekennt sich +++ Warnstufe erhöht

Grossbritannien ist zum fünften Mal in diesem Jahr Ziel eines Anschlags geworden. In einer Londoner U-Bahn explodierte am Freitagmorgen eine selbst gebaute Bombe. Mindestens 29 Menschen wurden verletzt und in Spitälern versorgt, überwiegend wegen Verbrennungen.



Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich. Grossbritannien erhöhte am Freitagabend die Terrorwarnstufe auf «kritisch» erhöht. Das sagte Premierministerin Theresa May. Die Stufe «kritisch» signalisiert, dass möglicherweise ein Anschlag unmittelbar bevorstehen soll.

Wie Polizei und Rettungsdienste berichteten, schwebte von den Verletzten zunächst niemand in Lebensgefahr. Die meisten Verletzungen rührten von Stichflammen her, die zu Verbrennungen führten. Durch die einsetzende Massenpanik wurden ebenfalls mehrere Personen verletzt.

epa06201701 Britain's Prime Minister Theresa May leaves 10 Downing Street to attend Prime Ministers Questions at Parliament in London, Britain, 13 September 2017  EPA/NEIL HALL

Theresa May erlebt eine schwierige Phase ihres Landes. Bild: EPA/EPA

Premierministerin Theresa May berief umgehend ihren Krisenstab ein. Die Polizei sprach von einer Terrorattacke. «Wir schätzen es so ein, dass dies eine Detonation durch einen improvisierten Sprengstoff war», sagte der oberste britische Terrorismus-Bekämpfer Mark Rowley. Nach seinen Angaben war die Bombe selbst gebaut.

Die Polizei ermittelt wegen Terrorverdachts und fahndete nach dem Täter oder den Tätern. Das Motiv war zunächst unklar. Bislang bekannte sich niemand zur Tat.

«Nach einer Weile stapelten sich die Menschen übereinander, weil einige beim Laufen umgefallen waren.»

Eine Augenzeugin

Die Bombe explodierte um 08.20 Uhr Ortszeit (09.20 Uhr MESZ) mitten im morgendlichen Berufsverkehr in einer voll besetzten U-Bahn nahe der oberirdischen Haltestelle Parsons Green. Die Station liegt im westlichen Zentrum der Millionenmetropole, nahe dem Stadion des Fussballclubs FC Chelsea. Augenzeugen berichteten von einem lauten Knall und einer «Feuerwand» beziehungsweise einem «Feuerball» in der Bahn.

Diese Fotos, die auf Twitter gepostet wurden, sollen die Tasche zeigen, deren Inhalt explodierte. Die Informationen sind allerdings nicht gesichert.

Bombe aus weissem Eimer und Tüte

In sozialen Medien kursierten Bilder und Videos von einem weissen Eimer in einer Supermarkt-Tüte, der im Waggon eine Explosion ausgelöst haben soll. Aus dem Eimer hingen Drähte. Nach BBC-Informationen wurde der Sprengsatz per Zeitschaltuhr gezündet.

Ein Grossaufgebot an Rettungskräften und bewaffneter Polizei war innert weniger Minuten zur Stelle. Die Haltestelle wurde weiträumig abgesperrt. Die Bürger wurden aufgerufen, die Umgebung zu meiden. Der Zugverkehr wurde teilweise unterbrochen und umgeleitet.

«Unsere Stadt verurteilt die widerwärtigen Individuen, die mit Terror versuchen, uns zu schaden und unsere Lebensweise zu zerstören.»

Londons Bürgermeister Sadiq Khan

Hunderte Beamte waren am Nachmittag zudem damit beschäftigt, Videomaterial und andere Beweismittel auszuwerten, wie der Chef der Londoner Anti-Terror-Einheit mitteilte. «Die Fahndung läuft», sagte Bürgermeister Khan dem Radiosender LBC. Ob bereits konkrete Personen ins Visier geraten seien, dürfe er aber nicht sagen.

Menschen in Panik

Augenzeugen berichteten von panikartigen Zuständen. Die Menschen seien aus der oberirdischen Station nach unten auf die Strasse gerannt, zum Teil blutüberströmt oder mit schweren Verbrennungen.

«Wir liefen die Treppen runter, und es hat sich angefühlt, als würden wir um unser Leben laufen», sagte ein Mann namens Luke dem Sender BBC5. Eine Frau namens Emma schilderte: «Nach einer Weile stapelten sich die Menschen übereinander, weil einige beim Laufen umgefallen waren.»

Premierministerin Theresa May erklärte: «Meine Gedanken sind bei denen, die in Parsons Green verletzt wurden und den Einsatzkräften, die – wieder einmal – rasch und mutig auf einen mutmasslichen Terroranschlag reagieren.» Londons Bürgermeister Sadiq Khan schrieb: «Unsere Stadt verurteilt die widerwärtigen Individuen, die mit Terror versuchen, uns zu schaden und unsere Lebensweise zu zerstören.»

Der Präsident des Europaparlaments, Antonio Tajani, drückte sein Mitgefühl aus. «Terrorismus kennt keine Grenzen und wird besiegt, indem man zusammenarbeitet», erklärte er auf Twitter.

US-Präsident Donald Trump verurteilte den Anschlag auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. «Mit Versager-Terroristen muss sehr viel härter verfahren werden.»

epa06119221 US President Donald J. Trump delivers remarks before awarding the Medal of Honor to former US Army medic and Vietnam War veteran James McCloughan (not pictured), during a ceremony in the East Room of the White House in Washington, DC, USA, 31 July 2017. McCloughan is awarded the first Medal of Honor by President Trump for actions McCloughan made that saved the lives of numerous members of his platoon while serving as a Private First Class in May, 1969.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Trump sorgt mit seinen Äusserungen für Aufruhr. Bild: EPA/EPA

Trump verärgert May

In einem zweiten Tweet schrieb Trump, das Internet sei das wichtigste Rekrutierungswerkzeug der Terroristen, das «abgeschnitten» und besser genutzt werden müsse. Wie dies geschehen soll, erklärte er nicht.

Bei den Terroristen handle es sich um kranke und verrückte Leute, die die Polizei von Scotland Yard bereits im Auge gehabt habe. «Müssen proaktiv sein!», schrieb Trump.

Die Londoner Polizei wies laut CNN die Behauptung Trumps als Spekulation zurück, ihnen seien der oder die Täter bekannt gewesen. Premierministerin May sagte dazu, es sei für niemanden hilfreich, über laufende Ermittlungen zu spekulieren.

Fünfter Anschlag in diesem Jahr

Grossbritannien war in diesem Jahr bereits vier Mal Ziel von Anschlägen mit insgesamt 36 Todesopfern, drei der Attacken waren islamistisch motiviert.

Im März war ein Attentäter auf der Londoner Westminster-Brücke mit einem Auto gezielt in Fussgänger gerast, bevor er einen Polizisten auf dem Gelände des Parlaments niederstach. Fünf Menschen starben.

Bei einem Bombenattentat auf die Besucher eines Konzerts in Manchester im Mai starben 22 Menschen. Acht Menschen verloren ihre Leben bei einem Angriff auf das Londoner Ausgehviertel Borough Market und die London-Bridge. Ein Mann kam bei einem Angriff auf Moscheebesucher Ende Juni in London ums Leben.

Die Londoner U-Bahn war bereits 2005 ein Anschlagsziel, als britische Islamisten Selbstmordanschläge auf drei Londoner U-Bahnen und einen Bus verübten. Dabei kamen 52 Menschen ums Leben. (sda/dpa/reu/afp)

(cma/rst/nfr/aeg/sda/reu)

Noch nicht lange her: Terrorattacke in London

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Video: srf

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82Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 16.09.2017 01:18
    Highlight Highlight Eigentlich wurde ja schon alles gesagt, was es zu sagen gibt.

    Jetzt ist Krieg.

    "Der Krieg ist der Vater aller Dinge."

    Mehr ist dazu nicht zu sagen.
    • who cares? 16.09.2017 09:26
      Highlight Highlight Krieg? Und was schlägst du jetzt vor? Mit Fackeln zu den Moscheen marschieren?

      Ich sehe keinen Krieg.
    • Saraina 16.09.2017 15:29
      Highlight Highlight "Jetzt ist Krieg!" ist gut! Ich bin sicher, die Iraker, Afghanen, Syrer, Pakistaner, Jemener und Lybierkönnten sich kaputtlachen ab dem Witz...
  • Mia_san_mia 15.09.2017 21:43
    Highlight Highlight Ja das das Internet besser genutzt und abgeschnitten werden soll, hat Trump ausnahmsweise einmal richtig gesagt. Anfangen sollte er am besten gleich mal bei seinem Twitter-Account...
  • Pokefan 15.09.2017 21:28
    Highlight Highlight Flug im Januar nach London gebucht und bestätigt. Wenn wir Angst haben gewinnen die Extremisten (Terroristen und Rechtsextreme). Lasst uns unsere Werte von Offenheit, Akzeptanz und Verständnis verteidigen. Nicht auf politischem Weg sondern ganz einfach im Alltag. Kill them with kindness
    • AJACIED 15.09.2017 23:15
      Highlight Highlight Ja ist ja gut das hören wie immer nach anschlägen.
    • Domino 15.09.2017 23:48
      Highlight Highlight Was haben jetzt Rechtsextreme mit dem Anschlag zu tun? Ich schnalls nicht...
    • Pokefan 16.09.2017 00:04
      Highlight Highlight Wir können ja auch verzweifeln und hinter jeder Ecke den Feind sehen, ganz wies beliebt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • statistikus 15.09.2017 15:45
    Highlight Highlight Wunderschöner Journalismus. Da kann über vier Anschläge innerhalb eines Jahres geschrieben werden, ohne die Tätergruppe zu benennen. Wen interessieren schon Motive. Ohne Probleme zu benennen können diese auch nicht gelöst werden. Ich wünsche den Verletzten gute Besserung.
  • play off 15.09.2017 14:40
    Highlight Highlight Und es gibt Leute, die diese Terroristen am Bahnhof singend und tanzend empfängt. Man nennt sie Realitätsverweigerer oder “Gutmenschen“.
    • Saraina 15.09.2017 15:03
      Highlight Highlight Wenn du genaueres zu dem Täter oder den Tätern weisst, solltest du dich dringend beim MI5 oder bei Scotland Yard melden. Wenn nicht, macht dein Post nicht viel Sinn. Die Chance dass das ein Flüchtling war, der 2015 nach Deutschland kam, ist nämlich ausgesprochen gering.
    • barbablabla 15.09.2017 15:11
      Highlight Highlight Nicht wirklich. Es gibt einen grossen Unterschied zwischen Asylsuchend und Terroristen.
    • Goldbach 15.09.2017 17:55
      Highlight Highlight @barbablabla
      Das ist nicht notwendigerweise der Fall.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Qui-Gon 15.09.2017 14:39
    Highlight Highlight Bitte nicht noch einen Terror-Rückblick anhängen. Da sagt man immer, man soll den Knilchen keine grosse Bühne geben und dann erinnern einem die Medien doch bei jeder Tat an die letzten 7 Anschläge. Braucht doch keiner.
    • Goldbach 15.09.2017 17:58
      Highlight Highlight Ja, okay. Dann können wir auch den Holocaust aus den Unterricht streichen. Denn das liegt ja noch viiiiiìiiiiiiiiiiiiiiìiel länger zurück. Braucht doch keiner.
    • Qui-Gon 15.09.2017 18:26
      Highlight Highlight @Goldbach: nein. Ich hoffe schon, Sie sehen den Unterschied zwischen Geschichtdunterricht und der medialen Dauerschlaufe ("das könnte dich auch interessieren") zum Best of Terror 2017.
    • Goldbach 15.09.2017 22:43
      Highlight Highlight @Qui-Gon
      Die mediale Dauerschleife währt deutlich weniger lange. Das ist alles.
  • Menel 15.09.2017 13:58
    Highlight Highlight Anti-Terror-Ermittlungen? Eher Post-Terror-Ermittlungen 🙈
    Der ganze Überwachungsapparat ist nicht zum Schutz vor Terroranschlägen gedacht, auch wenn als solcher dem Volk verkauft, sondern nur für NACHforschungen (wenn überhaupt).
    • derlange 15.09.2017 15:47
      Highlight Highlight Was ist es, wenn es nicht Terror ist?
      Erklär mir das bitte...
    • EvilBetty 15.09.2017 23:55
      Highlight Highlight derlange: ich würd mal an meinem leseverständnis arbeiten... 😳
    • Hallosager 16.09.2017 00:01
      Highlight Highlight @ derlange: heute lacht man noch über solche Aussagen. Aber nach den Fichenaffairen und dem NSA-Skandal waren die Aufschreie gross. Gerge Orwell lässt grüssen. Leider ist die Schweiz ein lernresistentes Land ;)
  • Sillum 15.09.2017 13:45
    Highlight Highlight Haben wir doch ein wenig Geduld. Sobald die Religion des Friedens endgültig die Macht übernommen hat, werden derartige Vorkommnisse verschwinden. Garantiert!
    • barbablabla 15.09.2017 14:34
      Highlight Highlight Und welche wäre das?
    • Bijouxly 15.09.2017 15:47
      Highlight Highlight Es ist ironisch gemeint barblabla und bezieht sich auf den nicht so friedlichen Islam.
    • barbablabla 15.09.2017 16:04
      Highlight Highlight Meine Frage auch.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wehrli 15.09.2017 13:12
    Highlight Highlight Das neue Samsung Galaxy Note 8 ...
    • Scott 15.09.2017 21:22
      Highlight Highlight Wehrli, mal ehrli!
    • Lichtblau 15.09.2017 22:21
      Highlight Highlight Ein massgeschneiderter Joke in nur 5 Silben: Respekt! :-)
  • NWO Schwanzus Longus 15.09.2017 12:50
    Highlight Highlight Wieder so ein inszenierter Anschlag. Langsam glaube ich das der Westen untergehen wird.
    • Nevermind 15.09.2017 14:28
      Highlight Highlight Wenn man manche Kommentare hier liest könnte man wirklich glauben, dass wir, aus lauter Angst vor überfremdung, islamisten und dem Staat, bald in unserer eigenen Pisse untergehen.
    • Alterssturheit 15.09.2017 15:15
      Highlight Highlight Keine Angst Hussain Bolt, Angst hatten auch schon unsere Vorväter wegen diesem und jenem und die Welt steht immer noch. Und wenns dann wirklich los ginge, bist du ja - dem Namen nach - sicher schnell auf den Beinen und weg..
    • Mia_san_mia 15.09.2017 21:47
      Highlight Highlight Wieso inzseniert?
  • Goldbach 15.09.2017 12:00
    Highlight Highlight Wann schüttelt Ihr Eure selbstzerstörerische Lethargie ab?
    • aglio e olio 15.09.2017 12:30
      Highlight Highlight Was willst du uns damit sagen?
      Welche Lethargie? Inwiefern selbstzerstörerisch?
    • Saraina 15.09.2017 12:43
      Highlight Highlight Goldbach und RenRenRen möchten uns mitteilen, dass wir, die Mehrheitsgesellschaft, auch übergriffig, werden und den Rechtsstaat abschaffen sollten. Dann wird irgendwie alles gut. Oder so.
    • Goldbach 15.09.2017 13:01
      Highlight Highlight @aglio e olio
      Es ist dieselbe selbstzerstörerische Lethargie, die Hitler und seinen Getreuen den Weg ebnete in das Verderben einer ganzen Nation.
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  • Scott 15.09.2017 10:38
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