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In this Dec. 10, 2017, photo, Doug Jones speaks during a campaign rally in Birmingham, Ala. Jones, a Democrat who once prosecuted two Ku Klux Klansmen in a deadly church bombing and has now broken the Republican lock grip on Alabama, is the state’s new U.S. senator.(AP Photo/Brynn Anderson)

Ab nach Washington: Doug Jones jubelt nach seinem Wahlerfolg.  Bild: AP/AP

Ohrfeige für Trump – Demokrat gewinnt Wahl in Alabama ++ Republikaner gibt noch nicht auf



Bei der Präsidentenwahl 2016 hatte Donald Trump in Alabama noch 62 Prozent der Stimmen geholt, jetzt kassieren seine Republikaner dort eine heftige Klatsche. Der Demokrat Doug Jones hat überraschend die Nachwahl für einen Senatssitz im seit Jahrzehnten von Republikanern beherrschten US-Bundesstaat Alabama gewonnen. Der Menschenrechtsanwalt setzte sich hauchdünn gegen den umstrittenen republikanischen Kandidaten Roy Moore durch.

Bild

nytimes

Nach Auszählung fast aller Stimmen betrug der Abstand bloss 20'000 Stimmen

Moore sieht sich aber noch nicht als Verlierer: «Wenn das Ergebnis so knapp ist, ist die Wahl nicht vorbei», sagte er und verwies auf ausstehende Stimmen von Soldaten

Bei weniger als 0,5 Prozentpunkten Abstand müsse es eine Neuauszählung geben. «Wir müssen auf ein Zeichen Gottes warten», sagte er.

Mehrheit für Trump schmilzt

Der Sieg des Demokraten stellt für US-Präsident Donald Trump einen heftigen politischen Dämpfer dar. Nicht nur weil er Moore im Wahlkampf unterstützt hatte: Im Senat haben die Republikaner nun nur noch eine Mehrheit von zwei Sitzen.

Dennoch gratulierte der US-Präsident dem Demokraten umgehend zum «hart erkämpften» Triumph: «Ein Sieg ist ein Sieg», so Trump auf Twitter. Die Republikaner würden in sehr kurzer Zeit noch einmal eine Chance haben, diesen Sitz im Senat zu erobern.

«Ich habe mein ganzes Leben darauf gewartet, jetzt weiss ich nicht, was zur Hölle ich sagen soll. Wir haben Geschichte geschrieben», sagt Doug Jones in einer ersten Reaktion. Am Ende habe sich der ganze Wahlkampf um Würde und Respekt gedreht. 

«Kinderschänder»-Vorwürfe an Moore

Moores Wahlkampf war durch sexuelle Belästigungsvorwürfe erschüttert worden. Mehrere Frauen hatten ihm vorgeworfen, sich in den 1970er Jahren ihnen gegenüber unangemessen verhalten zu haben. Eine der öffentlichen Anklägerinnen sagte, sie sei damals erst 14 Jahre alt gewesen. Moore haftete plötzlich der Ruf als «Kinderschänder» an. 

U.S. Senate candidate Roy Moore speaks to the media after he rode in on a horse to vote, Tuesday, Dec. 12, 2017, in Gallant, Ala.   Alabama voters are deciding between Moore, former chief justice of the Alabama Supreme Court and Democrat Doug Jones.  (AP Photo/Brynn Anderson)

Roy Moore hat die Wahl verloren.  Bild: AP/AP

Die Wahl war nötig geworden, weil Justizminister Jeff Sessions seinen Senatssitz in Alabama frei gemacht hatte.  

Die Reaktionen

«Wenn wir in Alabama bestehen, dann können wir überall gewinnen», schrieb Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. 

«Es werde Licht»: Die frühere US-Botschafterin in der Schweiz, Suzi Levine, freut sich über den Sieg ihres Parteikollegen. 

(amü/sda)

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • knip 13.12.2017 20:44
    Highlight Highlight Allein die Aussage "Wir müssen auf ein Zeichen Gottes warten" zeigt doch, wie - böse gesagt - zurückgeblieben die republikanische Partei der USA doch ist. Obwohl die eigentliche Tragödie dabei die Tatsache ist, dass so einer noch das Amt des Präsidenten bekleidet.
  • α Virginis 13.12.2017 11:16
    Highlight Highlight Die Hochburg der Reps hat einen Demokraten zum Guvernor. Einmalig, aber es gibt immer ein erstes mal. Es geschehen noch Zeichen und Wunder...
  • das Phlama™ 13.12.2017 08:37
    Highlight Highlight Das ist wieder einmal typisch für die Republikaner. Damals bei Hillary haben die Republikaner geheult, sie soll die Niederlage akzeptieren und aufhören, eine Nachzählung zu verlangen. Hier gewinnt ein mal ein Demokrat und der andere Kinderschänder und die Orange heulen schon wieder, die Wahl sei noch nicht vorbei und man hole sich den Sitz mit ausstehenden Stimmen zurück. Erbärmlich.
    Gratulation Doug! #resist
  • Nelson Muntz 13.12.2017 08:26
    Highlight Highlight Denke die Chancen auf einen WM Titel der Schweiz sind grösser als auf ein Empeachment gegen Trump... egal was man ihm alles noch vorwerfen kann und wird. Selbst wenn es Beweise und Zeugen gibt, wird er eher eine 2. Amtszeit haben statt abgesetzt zu werden.
    • rodolofo 13.12.2017 13:41
      Highlight Highlight Du bist ein Zweck-Pessimist!
      (Ich auch)
  • Denk-mal 13.12.2017 07:51
    Highlight Highlight Nicht zu früh freuen! Die Wege des Herrn sind unergründlich-:)
  • Schneemaa 13.12.2017 07:47
    Highlight Highlight Was sind die "write-in votes", die scheinen's ja auszumachen...
    Schiebt ihr da noch was an Informationen nach?
    • Scaros_2 13.12.2017 08:41
      Highlight Highlight Vermutlich briefwahlen
    • Bacchus75 13.12.2017 09:11
      Highlight Highlight Das sind meines Wissens Namen die auf die Wahlzettel geschrieben wurden, aber die Politiker nicht offiziell angetreten waren.

      2014 wurde in Alabama der Senator gewählt ohne das die Demokraten überhaupt angetreten sind. Trotzdem bekam ein demokratischer Politiker etwas über 2.5% so genannte Write-in Stimmen.
  • roger_dodger 13.12.2017 07:38
    Highlight Highlight Schon bedenklich wenn ein potentieller Kinderschänder fast die Wahl gewinnen kann.
  • raphe qwe 13.12.2017 07:10
    Highlight Highlight Krass, wie gross die Parteigräben geworden sind, dass eine Person die glaubwürdig der Kinderschänderei beschuldigt wird 50% der Stimmen erhält.
  • Yolo 13.12.2017 07:03
    Highlight Highlight Wenn ein Pädophiler das beste ist, was die Republikaner zu hatten, tja, die Demokraten freut es.
  • Chääschueche 13.12.2017 06:53
    Highlight Highlight Und nächstes mal geht der Sitz wieder an die Republikaner.

    Wefen sowas zu feiern ist einfach nur lächerlich ^^
    • John Galt 13.12.2017 07:14
      Highlight Highlight Was ist daran lächerlich, Wahlsieger feiern immer; auch Moore hätte gefeiert. Und jetzt hat Jones erst mal Zeit um sich zu beweisen, und bei den nächsten Wahlen wird man dann schauen (Alabama war vor 50 Jahren Demokraten-Land, das hat erst später gewechselt, und kann wieder wechseln).
    • Fabio74 13.12.2017 07:21
      Highlight Highlight Ein Sieg ist ein Sieg. Punkt
    • Randy Orton 13.12.2017 07:25
      Highlight Highlight Es ist aber ein wichtiger Schritt auf dem Ende der Ära Trump. Die Orange regiert noch genau solange, wie er eine dopplete Mehrheit hat, danach wird er nichts mehr zu Stande bringen (hat er ja zwar bisher auch nicht, ausgenommen von der Steuererleichterung für sich und seine Kumpels).
    Weitere Antworten anzeigen
  • HerrKnill 13.12.2017 05:50
    Highlight Highlight Eigentlich sollte jeder Tag mit solch erfreulichen Nachrichten starten.
  • Palatino 13.12.2017 05:10
    Highlight Highlight Doug Jones
    Die Sensation
    Die Revolution*




    *Frei nach Roger Köppel
  • Crissie 13.12.2017 04:46
    Highlight Highlight Sehr erfreulich! Schade, dass er nur knapp gewonnen hat! Sonst wäre es sogar eine "schallende" Ohrfeige für das orange Monster gewesen!
    • RatioRegat 13.12.2017 07:57
      Highlight Highlight Das stimmt, doch selbst ein knapler Sieg in Alabama ist bemerkenswert. Der Staat verfügt über Wahlgesetze, die der ärmeren, afroamerikanischen Minderheit die Ausübung des Stimmrechts erheblich erschwert.

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