USA
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Ab nach Washington: Doug Jones jubelt nach seinem Wahlerfolg.  Bild: AP/AP

Ohrfeige für Trump – Demokrat gewinnt Wahl in Alabama ++ Republikaner gibt noch nicht auf

13.12.17, 04:34 13.12.17, 07:46


Bei der Präsidentenwahl 2016 hatte Donald Trump in Alabama noch 62 Prozent der Stimmen geholt, jetzt kassieren seine Republikaner dort eine heftige Klatsche. Der Demokrat Doug Jones hat überraschend die Nachwahl für einen Senatssitz im seit Jahrzehnten von Republikanern beherrschten US-Bundesstaat Alabama gewonnen. Der Menschenrechtsanwalt setzte sich hauchdünn gegen den umstrittenen republikanischen Kandidaten Roy Moore durch.

nytimes

Nach Auszählung fast aller Stimmen betrug der Abstand bloss 20'000 Stimmen

Moore sieht sich aber noch nicht als Verlierer: «Wenn das Ergebnis so knapp ist, ist die Wahl nicht vorbei», sagte er und verwies auf ausstehende Stimmen von Soldaten

Bei weniger als 0,5 Prozentpunkten Abstand müsse es eine Neuauszählung geben. «Wir müssen auf ein Zeichen Gottes warten», sagte er.

Mehrheit für Trump schmilzt

Der Sieg des Demokraten stellt für US-Präsident Donald Trump einen heftigen politischen Dämpfer dar. Nicht nur weil er Moore im Wahlkampf unterstützt hatte: Im Senat haben die Republikaner nun nur noch eine Mehrheit von zwei Sitzen.

Dennoch gratulierte der US-Präsident dem Demokraten umgehend zum «hart erkämpften» Triumph: «Ein Sieg ist ein Sieg», so Trump auf Twitter. Die Republikaner würden in sehr kurzer Zeit noch einmal eine Chance haben, diesen Sitz im Senat zu erobern.

«Ich habe mein ganzes Leben darauf gewartet, jetzt weiss ich nicht, was zur Hölle ich sagen soll. Wir haben Geschichte geschrieben», sagt Doug Jones in einer ersten Reaktion. Am Ende habe sich der ganze Wahlkampf um Würde und Respekt gedreht. 

«Kinderschänder»-Vorwürfe an Moore

Moores Wahlkampf war durch sexuelle Belästigungsvorwürfe erschüttert worden. Mehrere Frauen hatten ihm vorgeworfen, sich in den 1970er Jahren ihnen gegenüber unangemessen verhalten zu haben. Eine der öffentlichen Anklägerinnen sagte, sie sei damals erst 14 Jahre alt gewesen. Moore haftete plötzlich der Ruf als «Kinderschänder» an. 

Roy Moore hat die Wahl verloren.  Bild: AP/AP

Die Wahl war nötig geworden, weil Justizminister Jeff Sessions seinen Senatssitz in Alabama frei gemacht hatte.  

Die Reaktionen

«Wenn wir in Alabama bestehen, dann können wir überall gewinnen», schrieb Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. 

«Es werde Licht»: Die frühere US-Botschafterin in der Schweiz, Suzi Levine, freut sich über den Sieg ihres Parteikollegen. 

(amü/sda)

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37
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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • knip 13.12.2017 20:44
    Highlight Allein die Aussage "Wir müssen auf ein Zeichen Gottes warten" zeigt doch, wie - böse gesagt - zurückgeblieben die republikanische Partei der USA doch ist. Obwohl die eigentliche Tragödie dabei die Tatsache ist, dass so einer noch das Amt des Präsidenten bekleidet.
    1 0 Melden
  • α Virginis 13.12.2017 11:16
    Highlight Die Hochburg der Reps hat einen Demokraten zum Guvernor. Einmalig, aber es gibt immer ein erstes mal. Es geschehen noch Zeichen und Wunder...
    12 4 Melden
  • Goldjunge Krater, Team Selbstbestimmungsinitiative 13.12.2017 10:17
    Highlight Da hängst du jemandem ein paar Tage vor der Wahl ohne Beweise sexuelle Übergriffe an, und schwupps... Wahl gewonnen! 😀

    Wird nun Mueller die Verfälschung der Demokraten auf die Wahlen untersuchen?
    6 26 Melden
    • α Virginis 13.12.2017 11:43
      Highlight Da wurde niemand was "angehängt". Moore hat das schon ganz alleine geschafft, aber natürlich, es darf ja nicht sein, dass die über Allem stehenden Reps irgendwie kritisiert, geschweige denn, dass ihre Schweinereien aufgedeckt werden. Daran ist nur Hillary und die Democrats schuld, ALLES FAKE NEWS!!!
      8 2 Melden
    • rodolofo 13.12.2017 13:39
      Highlight Was macht Dich so sicher, dass diese Vorwürfe falsch waren?
      Die Vorwürfe von Sexueller Belästigung an die Adresse von Trump werden doch auch durch die laufenden Enthüllungen (nicht wie sie der "Gglüstler" gerne hätte) mehr als nur bestätigt!
      7 2 Melden
    • exeswiss 13.12.2017 16:25
      Highlight @Goldjunge Krater Team #NoBillag

      warum ohne beweise? er hat sie ja selbst zugegeben... "ich habe nie ein mädchen gedated ohne zustimmung der mutter" ab 18 braucht man keine zustimmung der mutter mehr...
      7 2 Melden
    • Citation Needed 13.12.2017 20:35
      Highlight Goldjunge, Moore hat von den 'Halcyon Days of Slavery' phantasiert; den güldenen Zeiten, als es noch Sklaverei gab. Es heisst, die Afroamerikaner hätten ihn abgewählt. Seinen Rassismus musste ihm niemand 'anhängen' - den hat er ungefragt rausposaunt.
      Die vielen Anschuldigungen wegen seiner Teenie-Flirts (gelinde gesagt) haben ihm bestimmt nicht genützt. Aber so richtig entkräftet hat er keinen dieser Vorwürfe. Damit machte er sich wirklich verdächtig. Von 'Anhängen' würde ich also keinesfalls sprechen.
      2 1 Melden
  • das Phlama™ 13.12.2017 08:37
    Highlight Das ist wieder einmal typisch für die Republikaner. Damals bei Hillary haben die Republikaner geheult, sie soll die Niederlage akzeptieren und aufhören, eine Nachzählung zu verlangen. Hier gewinnt ein mal ein Demokrat und der andere Kinderschänder und die Orange heulen schon wieder, die Wahl sei noch nicht vorbei und man hole sich den Sitz mit ausstehenden Stimmen zurück. Erbärmlich.
    Gratulation Doug! #resist
    57 3 Melden
  • Nelson Muntz 13.12.2017 08:26
    Highlight Denke die Chancen auf einen WM Titel der Schweiz sind grösser als auf ein Empeachment gegen Trump... egal was man ihm alles noch vorwerfen kann und wird. Selbst wenn es Beweise und Zeugen gibt, wird er eher eine 2. Amtszeit haben statt abgesetzt zu werden.
    9 14 Melden
    • rodolofo 13.12.2017 13:41
      Highlight Du bist ein Zweck-Pessimist!
      (Ich auch)
      2 0 Melden
  • roger.schmid 13.12.2017 08:26
    Highlight Hillary Clinton möge bitte schweigen und sich wieder in die Wälder zurückziehen um zu wandern oder was auch immer. Sie hat mit diesem Sieg gar nichts zu tun. Je mehr sich sie und ihre Leute zurückziehen, desto mehr steigen die Chancen für die Demokraten in zukünftigen Wahlen.
    35 19 Melden
  • Wie funktioniert das...? 13.12.2017 07:51
    Highlight Nicht zu früh freuen! Die Wege des Herrn sind unergründlich-:)
    11 24 Melden
  • Schneemaa 13.12.2017 07:47
    Highlight Was sind die "write-in votes", die scheinen's ja auszumachen...
    Schiebt ihr da noch was an Informationen nach?
    13 0 Melden
    • Scaros_2 13.12.2017 08:41
      Highlight Vermutlich briefwahlen
      4 0 Melden
    • Bacchus75 13.12.2017 09:11
      Highlight Das sind meines Wissens Namen die auf die Wahlzettel geschrieben wurden, aber die Politiker nicht offiziell angetreten waren.

      2014 wurde in Alabama der Senator gewählt ohne das die Demokraten überhaupt angetreten sind. Trotzdem bekam ein demokratischer Politiker etwas über 2.5% so genannte Write-in Stimmen.
      3 0 Melden
  • roger_dodger 13.12.2017 07:38
    Highlight Schon bedenklich wenn ein potentieller Kinderschänder fast die Wahl gewinnen kann.
    61 1 Melden
  • raphe qwe 13.12.2017 07:10
    Highlight Krass, wie gross die Parteigräben geworden sind, dass eine Person die glaubwürdig der Kinderschänderei beschuldigt wird 50% der Stimmen erhält.
    66 2 Melden
  • Yolo 13.12.2017 07:03
    Highlight Wenn ein Pädophiler das beste ist, was die Republikaner zu hatten, tja, die Demokraten freut es.
    49 2 Melden
  • Chääschueche 13.12.2017 06:53
    Highlight Und nächstes mal geht der Sitz wieder an die Republikaner.

    Wefen sowas zu feiern ist einfach nur lächerlich ^^
    9 187 Melden
    • Kramer 13.12.2017 07:14
      Highlight Was ist daran lächerlich, Wahlsieger feiern immer; auch Moore hätte gefeiert. Und jetzt hat Jones erst mal Zeit um sich zu beweisen, und bei den nächsten Wahlen wird man dann schauen (Alabama war vor 50 Jahren Demokraten-Land, das hat erst später gewechselt, und kann wieder wechseln).
      45 1 Melden
    • Fabio74 13.12.2017 07:21
      Highlight Ein Sieg ist ein Sieg. Punkt
      43 3 Melden
    • Randy Orton 13.12.2017 07:25
      Highlight Es ist aber ein wichtiger Schritt auf dem Ende der Ära Trump. Die Orange regiert noch genau solange, wie er eine dopplete Mehrheit hat, danach wird er nichts mehr zu Stande bringen (hat er ja zwar bisher auch nicht, ausgenommen von der Steuererleichterung für sich und seine Kumpels).
      49 2 Melden
    • Gummibär 13.12.2017 07:43
      Highlight @Chääschueche
      Vielleicht. Dann darf er auch feiern.
      Feiern tut immer der mit den meisten Stimmen.
      31 0 Melden
    • Baba 13.12.2017 08:01
      Highlight Es ist in Ihrem Universum also kein Grund zur Freude, dass kein bigotter, evangelikaler, kinderschänderischer, homophober alter Mann in den US Senat einzieht? Bei dieser Wahl ging es nicht primär um Reps vs Dems. Es ging darum, dass die Wählenden in Alabama einen Menschenrechtsanwalt, der sich mit dem KKK angelegt hat einem zweimal des Amtes enthoben Richter und mehrfach der Kinderschändung beschuldigten Fundamentalisten vorgezogen haben!

      Für mich tausend Mal ein Grund zum Feiern!
      66 3 Melden
    • Gar Manarnar 13.12.2017 08:09
      Highlight Was? Das heisst also, kein politischer Kandidat ever (besonders fürs Präsidentenamt) darf feiern, da lächerlich, weil Sitz irgendwann wieder mal an die andere Partei geht.

      Diese Logik. Nur weil dir das Resultat nicht passt.
      45 2 Melden
    • Makatitom 13.12.2017 08:25
      Highlight Auch wegen sowas darf gefeiert werden. Der bessere Grund ist allerdings die Abwahl des SchleBraZ gestern vor 10 Jahren. SchleBraZ = schlechtester Bundesrat aller Zeiten
      28 2 Melden
    • Baba 13.12.2017 09:28
      Highlight @Gummibär: Leider feiert nicht immer der mit den meisten Stimmen - sonst hätte am 8. November 2016 Hillary gefeiert...
      8 2 Melden
    • rodolofo 13.12.2017 13:47
      Highlight Wir hatten schon seit ewigen Zeiten keinen Grund mehr zu feiern!
      Umso mehr freuen wir uns jetzt!
      Das ist vergleichbar mit einem Glas klarem und kühlen Quellwasser nach der Durchquerung einer lebensfeindlichen und furztrockenen Wüste!
      Alabama klingt in meinen Ohren wie eine Verschmelzung aus Allah und Obama!
      3 0 Melden
    • Chääschueche 13.12.2017 16:47
      Highlight Ich spreche hier von den Medien die dies Feiern als wären plötzlich alle Probleme dieser Welt behoben.

      Ebenfalls das der erneute Untergang von Trump sugestiert wird.

      Das ist lächerlich.

      Aber ja...träumt nur weiter.


      PS: Ich bin kein Trump Fan und ebensowenig Fan der Republikaner.
      0 1 Melden
    • α Virginis 13.12.2017 17:54
      Highlight @rodolofo: So schön ich Dein Bildnis finde, ich denke, es ist bis anhin nur ein Tropfen auf dem heissen Stein - wenn auch ein sehr deutlicher.

      Aber wie sagt man so schön? Ozeane sind alle aus einzelnen Wassertropfen entstanden. In diesem Sinne, ich teile Deine Hoffnung.
      0 0 Melden
  • HerrKnill 13.12.2017 05:50
    Highlight Eigentlich sollte jeder Tag mit solch erfreulichen Nachrichten starten.
    207 7 Melden
  • Palatino 13.12.2017 05:10
    Highlight Doug Jones
    Die Sensation
    Die Revolution*




    *Frei nach Roger Köppel
    129 7 Melden
  • Crissie 13.12.2017 04:46
    Highlight Sehr erfreulich! Schade, dass er nur knapp gewonnen hat! Sonst wäre es sogar eine "schallende" Ohrfeige für das orange Monster gewesen!
    148 8 Melden
    • RatioRegat 13.12.2017 07:57
      Highlight Das stimmt, doch selbst ein knapler Sieg in Alabama ist bemerkenswert. Der Staat verfügt über Wahlgesetze, die der ärmeren, afroamerikanischen Minderheit die Ausübung des Stimmrechts erheblich erschwert.
      43 1 Melden
    • roger.schmid 13.12.2017 08:15
      Highlight Eine schallende Ohrfeige ist es auch so. Das ein Demokrat in Alabama gewinnen kann ist sensationell und wäre bis vor kurzem noch undenkbar gewesen.
      34 2 Melden

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