Diese Dips überstehen die Halbzeit nicht: Der Chips-&-Dips-Knigge mit Rezepten
Fussball gucken! Ein paar Bierchen trinken! Und dazu was zum Knabbern, oder?
Noch besser: Was zum Knabbern und Dippen, gellet? Ganz klar: Es sind Chips & Dips angesagt!
Deshalb: Hier kommt dein ultimatives Chips-und-Dips-Einmaleins für die WM! Und gleich noch ein paar Rezepte für Salsas und Dips dazu.
Aber erst mal eine grundsätzliche Frage:
Welche Chips?
Chips sind nicht gleich Chips (eine Erkenntnis, die watson mit seinem umfassenden Chips-Test längst unter Beweis gestellt hat) – und schon gar nicht, wenn es darum geht, sie zum Dippen einzusetzen.
Klassische Pommes-Chips etwa eignen sich zum Dippen weniger. So fein und knusprig sie auch sein mögen – den landläufigen Standard-Chips mangelt es schlicht an der nötigen strukturellen Wucht, um der physischen Bürde des Salsa-Schaufelns gewachsen zu sein. Etwas besser wären da die englischen Varianten so à la hand cooked crisps oder vielleicht die geraffelten Dinger, die ein wenig stabiler sind, was bei gewissen deftigeren Dips von Vorteil wäre. Aber in einem Punkt versagen sie alle: Da sie als Solosnacks konzipiert wurden, sind sie oft zu stark mit Salz und Gewürzen überladen. Nein, was du wirklich suchst, ist ein essbares Transportmedium – etwas mit einem relativ neutralen Eigengeschmack, das rein als kulinarischer Lastenträger fungiert.
Und die Lösung lautet natürlich: Tortilla-Chips. Sie sind nun mal schlicht die perfekten Dip-Chips. Und auch hier achten wir darauf, dass diese nicht allzu sehr gesalzen oder gewürzt sind, denn der Geschmack des Dips soll hier die Hauptrolle haben.
Ach, übrigens: Crackers? Gehen auch. Jene italienischen, knusprigen Dinger, etwa. Fein. Aber … Italien ist ja nicht bei der WM dabei.
Okay, Themenwechsel! Und zwar ein wichtiges Thema:
Double Dipping – Ein kleiner Knigge
Double dipping (= doppelt tunken) bedeutet, einen bereits angebissenen Tortilla-Chip nochmals in den Dip zu tunken. Hey, gewisse Salsas sind eher wässrig und gewisse Chips eher grosszügig dimensioniert, weshalb zweimal tunken doch instinktiv logisch wäre ... nicht?
Bild: Shutterstock
Problem erkannt? Rein technisch gesehen nimmst du damit etwas aus deinem Mund raus und tust es in das Essen von jemand anderem rein. Deshalb gilt die folgende Regel:
- Im engsten Familienkreis (oder zu zweit mit dem Schätzli) ist Double Dipping erlaubt.
- Ansonsten (beim Firmenapéro, beim Fussballgucken mit Freunden etc.) gilt es als unhöflich und ist zu unterlassen.
Und vielleicht sollte man's wohl eh sein lassen. Hat uns Covid nichts gelehrt?
So, jetzt. Nun bräuchten wir noch das eine oder andere Dip-Rezept, nicht? Bitte sehr – hier eine kleinere Auswahl:
Feta-Peperoni-Dip
Eine Abwandlung des klassischen Tirokafteri – womit bereits hier beim ersten Rezept klar ist, dass Pita-Stückchen sich genauso zum Dippen eignen wie Chips – aber hey
Zutaten:
- 200 g Feta
- 100 g Peperoni grigliati (gegrillte Peperoni im Öl, Abtropfgewicht)
- 2–3 EL Olivenöl
- Ein paar Spritzer Zitronensaft
- Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Zubereitung:
- Etwas Feta zerkrümeln und beiseitestellen. Restlichen Feta, Peperoni und Öl mit ordentlich schwarzem Pfeffer pürieren.
- Mit Salz und Zitronensaft abschmecken, in eine Schüssel geben und mit dem zerkrümelten Feta bestreuen.
Salsa de Chile de Arbol
Okay, Baby, hier brauchst du die getrockneten Chiles de Arbol, für die du vermutlich zum Mexikaner-Laden gehen musst (... oder auch nicht, denn online gibt es alles). Aber es lohnt sich. Und wenn du gleich dort bist, kaufst du die Tomatillos. Das Rezept geht aber auch mit Tomaten.
Zutaten:
- ca. 40 getrocknete Chiles de Arbol, Stiele entfernt
- 3 Knoblauchzehen, geschält
- 1 EL Olivenöl
- 400 g Tomatillos, Stiele entfernt und halbiert
oder 400 g grüne Tomaten, Stiele entfernt und halbiert
oder 400 g Cherrytomaten, Stiele entfernt - 2 dl Wasser
- 1 TL Salz
- etwas Limettensaft, zum Abschmecken
Zubereitung:
- Eine grosse, flache Gusseisenpfanne (o.Ä.) auf mittelhohe Hitze erhitzen. Chiles und Knoblauch beifügen und 1–2 Minuten unter ständigem Rühren trockenrösten, bis sie Farbe wechseln. Beiseitestellen.
- Öl der Pfanne beigeben und die Tomatillos/Tomaten 3 Minuten sautieren
- Alle Zutaten zusammen mit ca. 2 dl Wasser in einer Küchenmaschine oder einem Mixer pürieren. Mit Salz und Limettensaft abschmecken.
Auberginen-Dip
Zutaten:
- 1 mittelgrosse Aubergine
- 1 Knoblauchzehe
- 1 grüne Chilischote
- ½ Bund Prezzemolo (flachblättrige Petersilie)
- 1 EL Olivenöl
- ½ Zitrone
- ½ TL geräucherter Paprika
Zubereitung:
- Ofen auf 180° vorheizen. Die Aubergine ein paar Mal rundum mit einer Gabel durchstechen, dann 45 Minuten im Ofen braten, bis sie geschwärzt und weich geworden ist. Abkühlen lassen.
- Knoblauch schälen und zerdrücken, Chili entkernen und fein hacken, Prezzemolo fein hacken.
- Aubergine der Länge nach halbieren, mit einem Löffel das Innere herauskratzen und in eine Küchenmaschine geben. Zusammen mit den restlichen Zutaten sowie etwas Salz und Pfeffer pürieren.
- Würzen, nach Bedarf mit Öl und Zitrone abschmecken.
Mango Salsa
Die klassische, frische chunky Salsa – was öfter als nicht bedeutet: Eine Hand hält den zu dippenden Chip, die andere ist stets becherförmig darunter zu halten. Aus Gründen.
Zutaten:
- 2–3 reife Mangos (je nach Grösse), so fein wie möglich gewürfelt
- ½ rote Peperoni, fein gewürfelt
- ½ rote Zwiebel, fein gehackt
- 1–2 EL Korianderblätter, grob gehackt
- 1 Jalapeño, entkernt und fein gehackt
- 1 Limette
- etwas Salz, nach Geschmack
Zubereitung:
- Alle Zutaten in einer Schüssel kombinieren. Saft einer Limettenhälfte und etwas Salz untermischen. Je nach Geschmack etwas mehr Limettensaft oder Salz beigeben.
Rote-Bete-Dip
Zutaten:
- 4 vakuumverpackte Rote Beten
- 3 Zweige frischer Thymian
- 1 TL Kümmel
- 3 EL Crème fraîche
- 1 EL Meerrettich, frisch geraffelt
- Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Zubereitung:
- Thymianblätter abzupfen und alle Zutaten in einer Küchenmaschine pürieren. Mit Meersalz und schwarzem Pfeffer abschmecken.
Cannellini-Hüttenkäse-Walnuss-Dip
Zutaten:
- 400 g Cannellini-Bohnen (1 Dose), abgetropft und gespült
- 150 g Cottage Cheese
- 1 Zitrone, Abrieb und Saft, nach Geschmack
- 1 Knoblauchzehe, gepresst
- 50 g Baumnüsse
- 1 TL Dijonsenf
- Meersalzflocken und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Zubereitung:
- Alle Zutaten in einen Mixer geben und pürieren. Abschmecken und bei Bedarf mehr Salz oder Zitronensaft hinzufügen.
Und natürlich Guacamole. So geht meine:
Es gibt Hunderte Varianten der guten alten Guacamole. Die hier ist meine (die ich immerhin direkt aus Mexiko bekam).
Zutaten:
- 2–3 reife Avocados (die stinknormale, kleinere Hass-Variante, nicht die riesengrossen Dinger – die enthalten oft etwas zu viel Flüssigkeit)
- ½ kleine rote Zwiebel oder die entsprechende Menge Frühlingszwiebel, fein geschnitten
- 1–2 rote Chilis (je nach Vorliebe Jalapeños, Habaneros, Serranos usw.), fein geschnitten
- ein kleiner Bund Koriander, grob gehackt
- frischer Limettensaft
- Salz
Zubereitung:
- Avocados schälen, entkernen und in eine genügend grosse Schüssel geben. Mit einer Gabel etwas zermanschen. Nein, nicht pürieren; die Guacamole soll durchaus chunky werden.
- Zwiebel, Chilis, Koriander beigeben. Saft einer Limette (mehr oder weniger – nach Geschmack) dazugeben, ein wenig Salz auch. Alles vorsichtig mit der Gabel untermischen.
Ach, übrigens – falls sich jemand wundert:
In Grossbritannien und Irland, aber, heissen sie crisps.
Chips gibt es dort sehr wohl auch, doch damit sind Pommes-Frites gemeint. Und ein chip shop oder chippy ist eine Fish-&-Chips-Bude.
In den USA heissen Pommes-Frites bekanntlich French fries.
Nun, EiGeNtLiCh ist die britisch-irische Bezeichnung die korrektere: Chips sind so benannt, weil sie wood chips (Hackspähne, Holzschnitzel) ähneln. Crisps heissen so, weil sie crispy (knusprig) sind.
Aber jetzt ist's eh zu spät.
Ach ja: In Australien sagt man chips für Chips und hot chips für Pommes. 🤣
