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Die neuesten Enthüllungen könnten Temer den Kragen kosten. 
Die neuesten Enthüllungen könnten Temer den Kragen kosten. 
Bild: Eraldo Peres/AP/KEYSTONE

Über Brasilien ist gerade eine politische «Atombombe» explodiert

18.05.2017, 05:3618.05.2017, 06:13

Brasiliens Präsident Michel Temer soll dabei geholfen haben, einen Mitwisser in einem Korruptionsskandal mit Hilfe von Geldzahlungen zum Schweigen zu bringen. In Brasilia war nach dem Auftauchen von angeblich belastenden Tonaufnahmen von einer «Bombe» die Rede.

Dem Portal «O Globo» zufolge geht es um ein Treffen zwischen Temer und Unternehmern, gegen deren Konzern ermittelt wird. Temer soll dabei grünes Licht gegeben haben, den inhaftierten früheren Parlamentspräsidenten Eduardo Cunha mit einer Geldzahlung zum Schweigen zu bringen.

Temers Präsidialkanzlei teilte mit, dass Temer niemals Zahlungen für das Schweigen Cunhas vorgeschlagen habe. Das Treffen an sich wurde bestätigt, es fand Anfang März statt.

Sitzung sofort abgebrochen

Die linke Arbeiterpartei (PT) forderte Temers sofortigen Rücktritt und Neuwahlen. Eine Kongresssitzung wurde nach Bekanntwerden der Nachricht am Mittwochabend in der Hauptstadt Brasilia abgebrochen.

Demonstranten fordern die Absetzung Temers.
Demonstranten fordern die Absetzung Temers.
Bild: Andre Penner/AP/KEYSTONE

Der bestens vernetzte Cunha war früher ein Verbündeter Temers und droht, auszupacken. Er soll umfangreiche Details zu dem Skandal um Schmiergeldzahlungen an führende Politiker des Landes haben. Laut «O Globo» soll der Abgeordnete Rodrigo Rocha Loures von Temers Partei der demokratischen Bewegung (PMDB) dabei gefilmt worden sein, wie er einen Geldkoffer mit 500'000 Reais (rund 150'000 Franken) entgegennahm – das Geld soll von dem an dem Gespräch mit Temer beteiligten Unternehmer Joesley Batista stammen, hiess es. Auch Cunha ist Mitglied der PMDB.

Richter nun am Zug

Batista soll das Gespräch mit Temer aufgezeichnet haben – Temers Schicksal hängt nun von dem Richter am Obersten Gerichtshof, Edson Fachin, ab. Ihm gegenüber machten Joesley Batista und sein Bruder Wesley die brisanten Aussagen und händigten ihm das Beweismaterial aus. Die beiden sind die Chefs des Konzerns JBS – des grössten Fleischproduzenten der Welt. Unklar war, warum sie sich an die Justiz wandten.

Medien sprachen von einer «Atombombe, die über dem Land explodiert». Mit Blick auf die Turbulenzen um US-Präsident Donald Trump war zudem die Rede davon, dass sich zeitgleich zwei grosse Demokratien in tiefen Krisen befänden. (sda/dpa)

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