Tennis
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Serbia's Novak Djokovic waits to receive serve from Russia's Daniil Medvedev during their fourth round match at the Australian Open tennis championships in Melbourne, Australia, Monday, Jan. 21, 2019. (AP Photo/Kin Cheung)

Wegen seiner Adria-Tour stand Novak Djokovic zuletzt in der Kritik. Bild: AP/AP

Novak Djokovic spricht von «Hexenjagd» und stellt Teilnahme bei US Open wieder in Frage

Novak Djokovic trainiert nach seiner Infektion mit dem Coronavirus wieder. Nun stellt der beste Tennisspieler der Gegenwart seine Teilnahme bei den US Open wieder in Frage. Auch Rafael Nadal ist unentschlossen.

simon häring / ch media



Knapp zwei Wochen befand sich Novak Djokovic in Selbstisolation, nachdem er und seine Frau Jelena sich bei der von ihm initiierten Adria-Tour mit dem Coronavirus infiziert hatten. Nun trainierte der 33-Jährige in der serbischen Hauptstadt Belgrad erstmals wieder, zusammen mit seinem Landsmann Viktor Troicki, der sich wie seine schwangere Frau ebenfalls mit dem Virus angesteckt hatte.

Und Djokovic sprach mit der serbischen Zeitung «Telegraf» auch über seine Pläne für die kommenden Wochen. Gemeldet sei er für die Turniere in Madrid (ab 13. September), Rom (20. September) und die French Open in Paris (ab 27. September).

epa07634946 Dominic Thiem of Austria (R) reacts with Novak Djokovic of Serbia after winning their men’s semi final match during the French Open tennis tournament at Roland Garros in Paris, France, 08 June 2019.  EPA/JULIEN DE ROSA

2019 scheiterte Djokovic an den French Open an Dominic Thiem. Bild: EPA/EPA

Offen lässt der 17-fache Grand-Slam-Sieger, ob er für die US Open nach New York reisen wird. Das Turnier soll vom 31. August bis 13. September über die Bühne gehen, unter strengen Sicherheitsmassnahmen und ohne Publikum. Die Spieler sollen in einem von zwei offiziellen Hotels in der Nähe des John F. Kennedy-Flughafens kaserniert werden, dürfen nur von zwei Betreuern auf die Anlage in Queens begleitet werden und müssen sich regelmässig auf das Coronavirus testen lassen. Zwar bewilligte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo das Konzept, inzwischen erliess er aber für zahlreiche US-Bundesstaaten strikte Einreisebeschränkungen.

Auch zur medialen Berichterstattung im Zuge der von ihm initiierten Adria-Tour äusserte sich Novak Djokovic, der Kritik an der Veranstaltung schon vor dem ersten positiven Coronafall unter den Generalverdacht der Xenophobie gestellt hatte, indem er sagte, sie komme «vor allem aus dem Westen». Nun bezeichnete er die Kritik als «sehr bösartig», sie erinnere ihn an eine «Hexenjagd». Ein grosser Name müsse fallen. Einer, der dann für alles, was schief laufe, der Hauptschuldige sei. Rückendeckung erhielt er in den vergangenen Wochen von der serbischen Premierministerin Ana Brnabic, die Djokovic in Schutz nahm und jeglicher Schuld freisprach.

Rafael Nadal zieht wohl Roland Garros vor

Djokovic hatte zunächst mit einem Boykott der US Open gedroht, für den Fall, dass er nur von einem Teil seines Betreuerteams begleitet werden dürfe. Als der amerikanische Tennisverband Mitte Juni sein überarbeitetes Konzept vorlegte und die Durchführung garantierte, sagte der dreifache Sieger (2011, 2015 und 2018): «Das sind fantastische Neuigkeiten. Ich bin sicher, dass ich damit im Namen meiner Kollegen spreche.» Diese zeigten sich in zuvor verstimmt, weil Djokovic, Präsident des Spielerrats, einer Videokonferenz fern geblieben war. Nun vollzieht Djokovic also erneut eine Kehrtwende und stellt seine Teilnahme bei den US Open wieder in Frage.

Gut möglich, dass mit Rafael Nadal auch der Titelverteidiger auf die US Open verzichtet. Der Spanier bestätigte am Montag seine Teilnahme in Madrid, das bereits in der Woche nach dem Final der US Open stattfindet. Zwar hat Nadal das Turnier im letzten Jahrzehnt vier Mal gewonnen, gilt aber als Sandspezialist. In den beiden Wochen zwischen den US Open finden die Turniere in Madrid und Rom statt. Im Erfolgsfall müsste Nadal also sechs Wochen durchspielen. Zudem fällt mit der Revision des Ranking-Systems der Druck weg, die Punkte verteidigen zu müssen.

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Useurbrain 09.07.2020 09:01
    Highlight Highlight Kritik kommt aus dem Westen… lol, gscheiter Bub; mit Pressefreiheit hat der Osten, speziell autokratisch geführte Staaten, noch nie wirklich geglänzt 🤡
  • Triple A 08.07.2020 18:48
    Highlight Highlight Nun, es gibt sie überall, die Spinner: bei den Klempnern, Ärzten, Lehrern,....wieso nicht auch bei den Tennisprofis? Zugegeben, dumm, wenn es die Nr. 1 ist. - Hoffentlich nicht mehr lange!😉
  • TanookiStormtrooper 08.07.2020 18:26
    Highlight Highlight Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass Djokovic demnächst noch sagt Bill Gates sei schuld. 🤷‍♂️
  • glass9876 08.07.2020 17:45
    Highlight Highlight Er könnte sich ja schon fast mit Atila Hildmann verbrüdern.
  • Ana64 08.07.2020 17:30
    Highlight Highlight Er sollte einfach zuhause spielen.
  • Skychef 08.07.2020 17:06
    Highlight Highlight Djokovic kann ja Gesundheitsminister werden in Serbien , er hat ja dann genug Zeit wenn er die US Open nicht spielt weil er seine Gurus nicht mitnehmen darf! Und er sollte doch mal den Tatsachen ins Auge sehen dass Serbien das Thema Corona nicht im Griff hat!
  • Meinung 08.07.2020 16:16
    Highlight Highlight Erwachsene Menschen tragen die verantwortung für ihr handeln. Ich sage nur, Vorbildfunktion.

  • Nicosinho 08.07.2020 15:12
    Highlight Highlight Dieser Djokovic ist so eine Heulsuse. Am besten er gründet seine eigene Tour, mal schauen wer sich dieser dann anschliesst ;)
  • DieFeuerlilie 08.07.2020 14:55
    Highlight Highlight Eine Hexenjagd?

    Na, dann fehlt ja nur noch, dass er das Virus als ‘Hoax‘ bezeichnet, und schon flattert ihm eine Einladung ins Weisse Haus zu.. 😁
  • DieFeuerlilie 08.07.2020 14:47
    Highlight Highlight “Kritik (..) sie komme «vor allem aus dem Westen».“

    Ach herrje..
    Das ist genau die Erfahrung, die ich in den letzten Jahren mit vielen Serben in Serbien gemacht habe.
    Irgendwie ist bei Vielen noch die Generationen alte Blockmentalität (Ostblock vs. Westen) omnipräsent.

    Eben dieses “die Westler sind böse“.
    Ich war ziemlich entsetzt, dass ich dieses “Wir gegen euch“-Denken derart oft antraf, vor allem ausserhalb der grösseren Städte.
    • _Qwertzuiop_ 08.07.2020 16:12
      Highlight Highlight War bei uns im Dorf schon in der Schule spürbar. Vor zwei Jahren haben ein paar Jugendliche dann meine Pfadikinder mit Messer & Feuerzeug + Deo völlig verängstigt nur um uns Leitern dann zu erklären “Nur weil ihr Schweizer seid, habt ihr das Gefühl ihr seid besser als wir!”
  • Shabbazz 08.07.2020 14:32
    Highlight Highlight Naja, die Tour wurde von den lokalen Regierungen in Serbien und Kroatien bewilligt, sogar ein Kids Day wurde abgesegnet ohne Maskenpflicht oder dergleichen und viele andere Tennisspieler die Teilnahmen nahmen es auch ultra locker vor Ort, Thiem ist nach dem Turnier noch vor einem Coronatest zurück nach Paris geflogen usw usf...da haben quasi alle Involvierten versagt.

    Also wenn man sagt, die Schuld trägt nur Djokovic, dann ja, dann ist das auch für mich eine Hexenjagd! Trotzdem verdient er Kritik, genau wie alle anderen Involvierten!

    • Wiedergabe 08.07.2020 14:46
      Highlight Highlight Naja, der Begriff Hexenjagd impliziert ja die Unschuld der gejagten Person (da es ja keine Hexen gab).
      Also ist es klar der falsche Begriff, da Djokovic - wie sie beschreiben - mitschuldig ist.
      Man kann sich auf die Formulierung "harte Kritik" einigen, denn das war sie.
      Aber mit dem Begriff Hexenjagd sich in eine Unschulds- oder sogar Opferrolle begeben zu wollen ist heuchlerisch, falsch und charakterlos.
    • Kyle C. 08.07.2020 15:50
      Highlight Highlight Na ja, Herr D. war ja schon vor dieser Tour mit deplatzierten Aussagen zum Virus/Impfung aufgefallen. Dann organisiert er gegen jede Vernunft noch diese Virenschleudertour. Und so ganz nebenbei sammelt Papa D. fleissig Sympathiepunkte für seinen Sprössling. Ganz ehrlich, ich finde D. gar keinen so üblen Kerl, aber in der Summe war die Kritik mehr als angebracht. Und jetzt einen auf Opfer machen?
    • Skyrim Tourist 08.07.2020 17:28
      Highlight Highlight Jein. Er ist die Nr.1, er wusste wenn er ein Turnier organisiert kommen die Leute - ohne ihn wäre die Tour nicht passiert. Gleichzeitig wusste er von der aktuellen Situation, er hätte etwas sagen können als man sah dass die Abstände nicht eingehalten wurden etc. Er hat nichts gesagt, sondern das Bad in der Menge genossen. Sich da jetzt aus der Verantwortung zu ziehen und hinter der Regierung zu verstecken ist etwas gar einfach. Denn wie gesagt, er wusste um die Gefahr.
  • De-Saint-Ex 08.07.2020 14:01
    Highlight Highlight Jetzt weiss ich „wieder“, wieso mir der Typ partout nicht sympathisch rüberkommen will. Wenn er denn wenigstens ein „Bad Boy“ à la McEnroe wäre... aber nein, anbiedern und wie ein Kleinkind schmollen, wenn‘s nicht klappt.
  • N. Y. P. 08.07.2020 14:00
    Highlight Highlight Nole, gratuliere dir.

    Am 25. Juli wird dir in deiner Heimatstadt der goldene Aluhut verliehen. Darf man ruhig erwähnen. Du bist zu bescheiden.

    In den Grand Slams stehts 17 - 19 - 20
    zugunsten Rafa und Roger

    Aber, was die Aluhüte betrifft, führst du mit 1 - 0 - 0

    Also, Stand jetzt, um 14 Uhr nimmst du nicht am US Open teil.
    Benutzer Bild
  • Leo L. 08.07.2020 13:50
    Highlight Highlight Keine Selbsteinsicht, nichts. Hauptsache sich weiter als ewiges Opfer inszenieren. Es wird langsam langweilig mit diesem Unsympathen, da kann er noch gewinnen was er will.
  • Baba 08.07.2020 13:39
    Highlight Highlight Nole so: Mümümü...
  • tinu77 08.07.2020 13:31
    Highlight Highlight Kein Verlust
  • sapnu puas 08.07.2020 13:29
    Highlight Highlight spätestens jetzt kann ich den Djoker nicht mehr ernst nehmen
  • T13 08.07.2020 13:25
    Highlight Highlight Wieso sehen sich heutzutage alle sofort als Opfer wenn sie kritisiert werden?
  • Wiedergabe 08.07.2020 13:07
    Highlight Highlight Wenn alle wissen, das deine Idee eine Schnapsidee ist, und dich davor warnen, bevor du es ausgeführt hast, nennt man das nicht Fremdenfeindlichkeit oder Hexenjagd, sondern einfach eine Schnapsidee, himmelherrgott!
  • lilie 08.07.2020 12:55
    Highlight Highlight Ach, Djokovic wieder. Hauptsache er ist das Opfer...

    Bei diesem Satz im Artikel ist aber etwas schiefgelaufen: "Zwar bewilligte New Yorks Bürgermeister Andrew Cuomo das Konzept, inzwischen erliess er aber für zahlreiche US-Bundesstaaten strikte Einreisebeschränkungen".

    Der Bürgermeister von New York City heisst de Blasio, Cuomo ist der Gouverneur vom _Staat_ New York.
    • Dario Bulleri 08.07.2020 13:28
      Highlight Highlight Hoi lilie, du hast natürlich Recht. Wir haben das angepasst, vielen Dank.
    • lilie 08.07.2020 13:43
      Highlight Highlight @Dario: 😀👍
  • UrsK 08.07.2020 12:49
    Highlight Highlight Selbstkritik ist keine Tugend von Egomanen.... Im Tenniszirkus ist er ja mit damit nicht alleine, sieh Zverev und Konsorten.
    • T13 08.07.2020 14:11
      Highlight Highlight Gibt noch einen anderen egomanen/narzisst welcher gern von witchhunt redet wenn die Leute sich gegen ihn stellen.

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