Syrien
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epaselect epa05767555 Three damaged buses placed vertically, used as a barricade at a checkpoint during the conflicts, in the Bustan Alqasr neighborhood, one of the eastern neighborhoods in the city of Aleppo, northern Syria, 02 February 2017. The Syrian army recaptured last month the eastern neighborhoods of Aleppo that were held by gunmen for more than four years.  EPA/YOUSSEF BADAWI

Bild: YOUSSEF BADAWI/EPA/KEYSTONE

Was diese drei aufgerichteten Busse in Aleppo bedeuten und warum Pegida vor Wut schäumt



Es ist ein Anblick, den man so schnell nicht mehr vergisst: Drei ausgebrannte Busse blockieren eine Strasse im weitgehend zerstörten Osten Aleppos – vertikal aufgerichtet. 

epaselect epa05767555 Three damaged buses placed vertically, used as a barricade at a checkpoint during the conflicts, in the Bustan Alqasr neighborhood, one of the eastern neighborhoods in the city of Aleppo, northern Syria, 02 February 2017. The Syrian army recaptured last month the eastern neighborhoods of Aleppo that were held by gunmen for more than four years.  EPA/YOUSSEF BADAWI

Stadtteil Bustan al-Qasr, Aleppo (02.02.2017). Bild: YOUSSEF BADAWI/EPA/KEYSTONE

Anwohner sollen die Barrikade während der Schlacht um die syrische Metropole (2012-2016) errichtet haben, um ihre Strasse vor den Scharfschützen des Assad-Regimes zu schützen. 

epaselect epa05767560 Children pass next to three damaged buses placed vertically, used as a barricade at a checkpoint during the conflicts, in the Bustan Alqasr neighborhood, one of the eastern neighborhoods in the city of Aleppo, northern Syria, 02 February 2017. The Syrian army recaptured last month the eastern neighborhoods of Aleppo that were held by gunmen for more than four years.  EPA/YOUSSEF BADAWI

(02.02.2017) Bild: YOUSSEF BADAWI/EPA/KEYSTONE

Seit Ende Dezember 2016 schweigen die Waffen in der ehemaligen Rebellenhochburg, doch die Busse sind geblieben. Ein Mahnmal für die Grausamkeit und die Absurdität des Krieges.

epa05767606 A side view of one of three damaged buses placed vertically and used as a barricade at a checkpoint during the conflicts, in the Bustan Alqasr neighborhood, one of the eastern neighborhoods in the city of Aleppo, northern Syria, 02 February 2017. The Syrian army recaptured last month the eastern neighborhoods of Aleppo that were held by gunmen for more than four years.  EPA/YOUSSEF BADAWI

(02.02.2017) Bild: YOUSSEF BADAWI/EPA/KEYSTONE

Den deutsch-syrischen Künstler Manaf Halbouni hat die Szene zu einer gewagten Aktion inspiriert: Seit Montag stehen auch vor der Dresdner Frauenkirche drei aufgerichtete Busse.

People walk next to the art instalation

(08.02.2017). Bild: MATTHIAS SCHUMANN/REUTERS

«Ich habe keine weitere politische Message. Das Ganze soll ein Friedensmahnmal werden, eine moderne Freiheitsstatue», sagt der 32-Jährige gegenüber «Dresdner Neueste Nachrichten». Halbouni, dessen Mutter aus Dresden stammt, denkt dabei auch an die leidvolle Geschichte der Stadt im 2. Weltkrieg: «Es soll daran erinnern, dass Dresden den Schmerz überwunden und die Stadt wiederaufgebaut hat. Es soll ein Zeichen sein, dass es weitergeht – trotz aller Zerstörung.»

Syrian artist Manaf Halbouni stands next to his art instalation

Manaf Halbouni vor seiner Installation «Monument» vor der Dresdner Frauenkirche, die im 2. Weltkrieg vollständig zerstört und nach der Wiedervereinigung neu aufgebaut wurde (08.02.2017). Bild: MATTHIAS SCHUMANN/REUTERS

Seine Kunst kommt nicht bei allen gut an, bei der Einweihung am Dienstag gab es Pfeifkonzerte. Die in der sächsischen Hauptstadt stark vertretenen AFD und Pegida toben: «Offenbar will man ganz bewusst die Dresdner düpieren, um damit die Pegida-Bewegung auf die Barrikaden zu bringen», sagt Karin Wilke, kulturpolitische Sprecherin der AfD in Sachsen.

People walk next to the art instalation

Bild: MATTHIAS SCHUMANN/REUTERS

Dass die Rechten in der AFD-Hochburg das Projekt nicht goutieren würden, wusste Halbouni. Eine andere Kontroverse hingegen traf ihn unvorbereitet.

Civilians walk near upright buses barricading a street, which serve as protection from snipers loyal to Syria's President Bashar al-Assad, in Aleppo's rebel-controlled Bustan al-Qasr neighbourhood, Syria March 21, 2015.    REUTERS/Ammar Abdullah     TPX IMAGES OF THE DAY          SEARCH - PICTURES OF THE YEAR 2015 - FOR ALL IMAGES

(21.03.2015). Bild: AMMAR ABDULLAH/REUTERS

In einer Aufnahme vom März 2015, als in Aleppo noch Krieg herrschte, weht die Fahne der islamistischen Rebellengruppe Ahrar al-Sham auf den Bussen (siehe oben). Dies wirft die Frage auf, ob die Barrikade wirklich von Zivilisten zum Selbstschutz errichtet wurde. Ahrar al-Sham geniesst einen zweifelhaften Ruf, weil sie früher mit dem «IS» paktierte und heute mit Ablegern von Al-Kaida kooperiert.

Buses barricading a street, which serve as protection from snipers loyal to Syria's President Bashar al-Assad, are pictured in Aleppo's rebel-controlled Bustan al-Qasr neighbourhood March 21, 2015. Picture taken March 21, 2015.  REUTERS/Ammar Abdullah

(21.03.2015). Bild: AMMAR ABDULLAH/REUTERS

Künstler Halbouni verteidigt die Aktion: «Das jetzt in den sozialen Medien von der Agentur Reuters stammende Motiv mit der Fahne der Organisation Ahrar al-Sham sehe ich zum ersten Mal», sagt er gegenüber tag24.de. Es sei nicht auszuschliessen, dass die Barrikade im Kriegsverlauf von verschiedenen Parteien in Anspruch genommen wurde.

Three busses are positioned close to the 'Frauenkirche' church in the center of the east German city of Dresden, Germany, Monday, Feb. 6, 2017. Syrian artist Manaf Halbouni placed the three buses upright on a square in Dresden, to evoke the suffering of civilians in the Syrian city of Aleppo. (AP Photo/Michael Sohn)

Bild: Michael Sohn/AP/KEYSTONE

Rückendeckung erhält er vom Kunsthaus Dresden, das für die Aktion verantwortlich ist: «Der zentrale Punkt ist, dass es ein Mahnmal gegen den Krieg und Gewalt in jeglicher Form, auch gegen die Gewalt von Terroristen ist», sagt dessen Leiterin Christiane Mennecke-Schwarz. Es sei nicht die Aufgabe des Kunstwerkes, auf die komplexe Situation der unterschiedlichen Parteien dieses Krieges Bezug zu nehmen.

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Trümmerfeld Aleppo

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