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EU verhängt Milliarden-Strafe für Google

Google soll 5 Milliarden Dollar zahlen – darum nimmt die EU Android aufs Korn

Laut Medienberichten kassiert der Internet-Konzern heute wegen seines Handy-Betriebssystems die «bisher höchste Kartellstrafe» in Europa.
18.07.2018, 03:3618.07.2018, 15:16

Update: Die EU-Kommission verhängt gegen Google Bloomberg zufolge eine Strafe von 4,3 Milliarden Euro, bzw. rund 5 Milliarden Dollar. Das berichtet die Nachrichtenagentur unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person am Mittwoch.

Die EU-Kommission hat inzwischen informiert.

Die ursprüngliche Meldung:

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager lässt Google nicht vom Haken: Nach einer ersten Rekordstrafe soll der Internet-Konzern im Verfahren um das mobile Betriebssystem Android noch einmal deutlich mehr bezahlen müssen.

Die EU-Kommission wolle Google am Mittwoch die nächste Rekord-Wettbewerbsstrafe aufbrummen, schreibt die «Financial Times». Die Geldbusse werde die gut 2,4 Milliarden Euro aus dem Verfahren um die Shopping-Suche im vergangenen Jahr «erheblich übersteigen». Das war die bisher höchste Kartellstrafe aus Brüssel für ein einzelnes Unternehmen gewesen.

European Union Commissioner for Competition Margrethe Vestager speaks during a media conference at EU headquarters in Brussels on Tuesday, June 27, 2017. The European Union's competition watchdog ...
EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.Bild: AP/AP

Neben der neuen Multimilliarden-Strafe wolle die Kommission Änderungen an Googles Geschäftsmodell bei Android durchsetzen, berichtete das Nachrichtenportal Politico.eu in der Nacht auf Mittwoch unter Berufung auf informierte Personen.

Die Kommission hatte das Android-Verfahren im April 2015 aufgenommen und dem Internet-Riesen ein Jahr später den Missbrauch einer marktbeherrschenden Position vorgeworfen.

Google und der Mutterkonzern Alphabet weisen die Vorwürfe zurück.

Android wird bei Google entwickelt, ist kostenlos für Geräte-Hersteller und kann von ihnen abgewandelt werden. Aber es gibt Einschränkungen, was zentrale Google-Apps betrifft.

Unfair gegen Marktteilnehmer?

Die Kommission stört sich unter anderem daran, dass Hersteller von Android-Smartphones, die Google-Dienste einbinden wollen, immer ein komplettes Paket aus elf Apps des Internet-Konzerns auf die Geräte bringen müssen. So kämen zum Beispiel auch Googles Browser Chrome und die Google-Suche auf die Geräte, selbst wenn ein Hersteller zum Beispiel nur die App-Plattform Play Store installieren wollen würde. Google kontert, ein Mindestangebot an Apps sei nötig, weil Nutzer Google-Dienste sonst nicht vernünftig einsetzen könnten.

Alles in allem sieht die Kommission in dem Vorgehen des Konzerns einen Versuch, die Marktposition seiner Online-Angebote auf Mobil-Geräten auf unfaire Weise gegen andere Dienste-Anbieter abzusichern.

Android hat beim Smartphone-Absatz einen weltweiten Marktanteil von über 80 Prozent. Das einzige relevante andere Mobil-Betriebssystem ist die iOS-Plattform von Apples iPhones. Konkurrenz-Systeme wie Microsofts Windows Phone oder die Blackberry-Software hatten den Wettbewerb verloren.

(dsc/sda/dpa)

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