International
EU

Belgiens Premierminister Michel kündigt Rücktritt an

epa07238963 (FILE) - Belgian Prime Minister Charles Michel speaks during a plenary session at the federal parliament in Brussels, Belgium, 22 November 2018 (reissued 18 December 2018). Charles Michel  ...
Charles Michel.Bild: EPA/EPA

Nach Streit um Migrationspakt – Belgiens Premierminister Michel kündigt Rücktritt an

18.12.2018, 20:2318.12.2018, 21:29

Der belgische Ministerpräsident Charles Michel hat seinen Rücktritt angekündigt. Er werde sich sofort zum König begeben, sagte Michel am Dienstagabend im Parlament in Brüssel.

«Ich habe die Entscheidung getroffen, meinen Rücktritt zu erklären», sagte Michel am Dienstag im Parlament in Brüssel. Kurz zuvor hatten die Sozialdemokraten mit Unterstützung der Grünen einen Misstrauensantrag im Parlament gestellt. Mit ihm sollte Michel aufgefordert werden, innerhalb von 48 Stunden politische Kursänderungen vorzunehmen.

Hintergrund des angekündigten Rücktritts ist eine seit zehn Tagen währende Regierungskrise. Die nationalistische Regionalpartei N-VA aus dem flämischsprachigen Norden des Landes hatte die Regierung vor eineinhalb Wochen verlassen, weil der frankophone liberale Michel zur Billigung des Uno-Migrationspakts nach Marrakesch reisen wollte.

Michel machte daraufhin mit einer Minderheitsregierung weiter. Er habe verstanden, dass sein Plan mit der Minderheitsregierung im Parlament keine Unterstützung habe, sagte Michel nun.

Seine liberale Reformbewegung (Mouvement Réformateur/MR) hatte zusammen mit den flämischen Liberalen Open VLD sowie den Christdemokraten (CD&V) nur 52 der 150 Parlamentssitze. Eine vorgezogene Neuwahl lehnte Michel ab. Im Mai 2019 wird in Belgien ohnehin regulär gewählt.

Der Uno-Migrationspakt war am Montag vergangener Woche von Delegationen aus mehr als 150 Staaten bei einer Konferenz im marokkanischen Marrakesch angenommen worden. Darin sind erstmals globale Leitlinien für die internationale Migrationspolitik vereinbart. (sda/dpa)

Die Ziele des Uno-Migrationspakts

1 / 12
Die Ziele des Uno-Migrationspakts
Auf der Suche nach Frieden und einem besseren Leben verlassen immer mehr Menschen weltweit ihre Heimat. Mit dem «Globalen Pakt für Migration» legten die Vereinten Nationen im Sommer 2018 erstmals Grundsätze für den Umgang mit Flüchtlingen fest. Daraus neun Ziele:
quelle: epa/efe / esteban biba
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Triple A
18.12.2018 21:21registriert November 2018
Hey, ein Politiker mit Rückgrat! Stark!
00
Melden
Zum Kommentar
2
Dieser Brief könnte FBI-Direktor Kash Patel weiter in Bedrängnis bringen
Ein Brief aus seiner Personalakte könnte die aktuellen Vorwürfe gegen den FBI-Chef Kash Patel weiter anheizen. Dort gab er vor über 20 Jahren zu, zweimal Im Zusammenhang mit Alkoholkonsum verhaftet worden zu sein.
Der FBI-Direktor Kash Patel soll in der Vergangenheit zweimal wegen Vorfällen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum verhaftet worden sein. Das berichtet die Nachrichtenseite «The Intercept» auf Grundlage eines Briefes aus einer Personalakte von Patel. Demnach war ein Verhaftungsgrund das Urinieren in der Öffentlichkeit, nachdem er eine Bar verlassen hatte. Bei dem zweiten Vorfall ging es demnach um Trunkenheit als Minderjähriger.
Zur Story